Schöne Momente – Woche 6 – Glück

In der letzten Woche habe ich mich mit dem Thema Glück auseinandergesetzt, weil ich mit einer Freundin am nächsten Samstag eine Entspannungstag unter diesem Thema anbiete.

In der deutschen Sprache gebrauchen wir den Begriff Glück in zwei unterschiedlichen Bedeutungen, nämlich einmal im Sinne von “ Glück haben “ , d.h. durch einen glücklichen Zufall begünstigt sein, oder  im Sinne von “ Glück empfinden „.
Diese zweite Bedeutung hat wiederum zwei Varianten. Zum einen das Glück während einer kurzen Zeitdauer empfinden, z.B.: Mit Freuden zusammen sein, eine wichtige Sache erfolgreich abschließen, etwas Gutes essen, usw.;  oder dauerhaftes Glück erleben, wenn ich mit meinem Leben zufrieden bin, wenn ich auf zahlreiche Glücksmomente zurückblicken kann.
Nicht mehr unglücklich sein, heißt nicht: Glücklich sein.
Glücksforscher haben Anhaltspunkte dafür gefunden, dass Glück und Unglück unabhängig voneinander auftreten, wir können uns also gleichzeitig glücklich und unglücklich fühlen.
In unserem Gehirn werden positive und negative Gefühle an unterschiedlichen Stellen erzeugt. Bei negativen Gefühlen die dem Unglück entsprechen, ist eher die rechte Gehirnseite aktiv, bei den positiven Glücksgefühlen liegt die Hauptaktivität auf der linken Seite.
Die psychologische Glücksforschung hat gezeigt, dass wir uns glücklich fühlen, wenn in unserem Leben die Zahl der positive empfundenen Momente die negativen überwiegt.
Glück kann und muss aktiv hergestellt werden und entsteht nicht einfach passiv, durch das Wegfallen von Unglücklichsein ,Schmerz oder Stress. Nach einem solchen Wegfall sind wir bestenfalls in einem neutralen Zustand, aber damit noch nicht glücklich.
Für mich habe ich erkannt, dass es mir sehr hilft, wenn ich mir bewusst mache, für was ich dankbar sein darf, das lenkt meine Aufmerksamkeit auf die positiven Momente des Lebens. Es gibt einen Spruch, der etwa so lautet: Weine nicht darüber, dass die sonnigen und schönen Tage vorrüber sind, sondern sei dankbar dafür, dass du sie erleben durftest.
Es ist ebenso wichtig, mir meinen Blickwinkel bewusst zu machen: Ich kann alles negativ oder auch positiv bewerten; das kann bedeuten,  mich in schwierigen Situationen darauf einzulassen, nachzuspüren was diese Situation mich lehren kann. Sicher gelingt das nicht immer und auch nicht zeitgleich. Manchmal werden die positven Aspekte erst im Nachhinein deutlich. So besagt ja auch ein Spruch, dass das Leben vorwärts gelebt wird aber erst rückwärts verstanden wird.
Manche schweren Schicksalsschläge werden wir vielleicht auch niemals, zumindest nicht hier in diesem Leben im Nachhinein positiv bewerten können, da bleiben nur endlose Fragen. Aus so einem Unglückgefühl komme ich nur dann hinaus, wenn es mir gelingt, es zuzulassen und zu akzeptieren, dass es so ist wie es ist . Diese Situation beschreibt wie ich finde am besten das nachfolgende Gedicht von Rilke:

Habe Geduld gegen alles Ungelöste in deinem Herzen
und versuche, die Fragen selbst lieb zu haben
wie verschlossene Stuben und wie Bücher,
die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.
Forsche jetzt nicht nach Antworten, die dir nicht gegeben werden können,
weil du sie nicht leben kannst
und es handelt sich darum alles zu leben.
Lebe jetzt die Fragen –
vielleicht lebst du dann allmählich
ohne es zu merken in die Antwort hinein.
Rainer Maria Rilke

Ich habe ein kleines Gedicht und eine Karte dazu gestaltet, die durch Anklicken vergrößert dargestellt wird.

Euch allen wünsche ich eine glückliche neue Woche.
Vielleicht habt Ihr ja Lust bei Katinka hereinzuschauen und Euch an den Beiträgen der anderen Teilnehmer dieser Aktion zu erfreuen, auch das kann glücklich machen!

0 Gedanken zu „Schöne Momente – Woche 6 – Glück

  1. Hallo liebe Beate,
    die Karte ist super schön gestaltet und auch Dein Text hat viel Wahres!

    Wir müssen auch die kleinen Glücksmomente genießen und uns immer wieder daran erinnern, anstatt immer auf das „große Glück“ zu warten.

    Liebe Grüße
    Katinka

  2. „Jeder ist seines Glückes Schmied“ weiß der Volksmund schon lange und trifft damit genau deine Aussage, dass Glück haben – glücklich sein – ein aktiver Prozess ist.

    Viele Leute machen ihr Glück von anderen Menschen abhängig. Vom Partner, von den Kindern, von Freunden und Bekannten. Glück kann aber nur aus dir selber herauskommen, ansonsten bist du nicht wirklich glücklich, sondern – abhängig.

  3. Hi Beate,
    die Karte hast du wirklich super gestaltet. (Wie wär’s noch mit einem E-Card-Service? 😉 )
    Deine Ausführung zum Phänomen „Glück“ sind auch sehr gut! Interessant find ich das mit den Hirnhälften in Bezug auf Glück- und Unglück-Empfinden, das wusste ich noch gar nicht. Also taugt die Logik-Seite doch was…. 😉
    Sehr nett zum Thema Glück sind auch die Gedanken von Eckard Hirschhausen, der hat’s immer drauf, köstlich, köstlich.
    Lieben Gruss von frieda

    • E-Card Service, nee nee, ich glaube das ist im Moment kein Thema für mich 🙂
      Klar taugt die Logik Seite was, beides ist eben wichtig: Verstand und Gefühl.
      Eckard Hirschhausen ist klasse, ich habe meinem Bruder mal ne Glücksbox von ihm geschenkt 🙂
      Winke Winke,

  4. Liebe Beate,

    eine wunderschön gestaltete Karte ist das ..und so wahr, der Spruch. Ja, die Bewußtmachung hilft mir auch sehr. Mir war allerdings nicht so klargewesen bisher, daß man auch gleichzeitig glücklich und unglücklich sein kann ..deinen aktuellen Beitrag finde ich ganz besonders interessant 🙂

    Es gibt so viele kleine Glücksmomente ..sie wahrnehmen und bewußt genießen zu können, macht uns wirklich reich.

    Ich wünsch dir eine glückerfüllte sonnige Woche und schicke dir liebe Grüße,
    Ocean

    • Nun, es gibt ja nicht nur Schwarz und Weiß, sondern noch ganz viele Nuancen dazwischen, so ist es auch mit dem Leben. Das ist ja das Wunderbare, dass ich, wenn ich gerade in einer sehr schwierigen Lebensphase bin, mir die Kraft daraus ziehen kann, dass ich mich dankbar an das Gute in meinem Leben erinnere.
      Sonnige Grüße zurück an Dich.

  5. Liebe Ute,
    In die Antworten hineinleben, das ist wunderbar ausgedrückt, eben Rilke. ♥
    Deine Erläuterungen zu dem oft seht strapazierten Begriff „Glück“ sind sehr gut und durchaus nachvollziehbar. Ich stelle alerdings immer wieder fest, dass es nicht nur schwer ist, die Blickrichtung zu ändern, sondern ebenso schwer, aus diesem veränderten Blickwinkel auch etwas anderes zu sehen. Es ist doch oft so, als ob der Blick „eingefroren“ ist. Man bemüht sich nach besten Kräften, positiv zu sehen, zu denken, zu fühlen und dann endet man irgendwie im Nichts, denn das Einzige was da ist, ist Leere, auch nicht unbedingt etwas Positives. Also stürzt man sich in Ablenkung, nur um „gar nichts“ mehr zu denken, zu fühlen.
    Einen Weg aus diesem Teufelskreis habe ich bisher noch nicht gefunden.
    Einen schönen Tag noch und lieben Gruß ♥
    moni

    • Ja, das ist auch meine Erfahrung, dass es nicht unbedingt leicht ist, den Blickwinkel zu verändern, denn wir leben ja alle schließlich mit eingefahrenen Mustern, die nur mit viel Geduld aufzulösen sind.
      Ich kann Deinen Worten leider nicht entnehmen, was genau du meinst, bzw, warum dann diese Leere bei dir entsteht. . .
      Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass es sehr wichtig ist, wenn etwas nicht so läuft wie ich es gerne hätte, also wenn ich an meine Grenzen stoße, mich diesen dann liebevoll zuzuwenden, d.h., mich selber mit meinen Unzulänglichkeiten anschauen ohne zu bewerten und mich auch so zulassen. Veränderung geschieht nicht mit Druck sondern nur mit Liebe.
      Herzlichst:
      Beate

  6. wunderschöne karte liebs beate ♡

    glück ist für mich wenn die menschen mich so lassen wie ich bin und nicht dauernd versuchen mich ändern zu wollen :))

    ich wünsche dir noch einen schönen sonntag und eine glückliche woche
    juzicka-jess

  7. …deine Karte gefällt mir sehr gut, liebe Beate,
    sowohl die Gestaltung, als auch die Worte an sich…
    ja es ist gut, sich immer wieder bewußt zu machen, dass es soviel gibt, über das ich froh sein kann, damit das mehr Gewicht im Leben bekommt…danke für den Impuls…

    lieber Gruß von Birgitt

Ich freue mich über deinen Kommentar.