Manchmal habe ich nicht viel zu sagen . . .

. . . und wenn das so ist, dann gibt es hier auch nichts zu lesen.
Heute möchte ich mein erstes Foto für Ruthies neue Aktion: I SEE FACES posten. Ich habe es auf meiner Festplatte gefunden.

Diese kleine Blume hat  wache neugierige Augen und sie streckt ihrem Beobachter auch noch sehr keck ihre Zunge heraus.
Ich habe bei meiner Motivsuche für diese Aktion festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, geeignete Motive zu finden. Ich bin mal gespannt, ob und welche „Gesichter“  mir begegnen werden.

Vergangenen Samstag war ich bei einem Seminarvortrag über Rainer Maria Rilke, dessen Dichtung mich immer wieder tief beeindruckt.

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.

Rainer Maria Rilke

Seid alle lieb gegrüßt, bis zum nächsten Mal.

0 Gedanken zu „Manchmal habe ich nicht viel zu sagen . . .

  1. Ich denke aber, liebe Beate, dass du wohl viel zu sagen hast. Und ein herrliches Gesicht hast du entdeckt. Ruthies Aktion ist toll, nur würde ich wahrscheinlich nicht oft Gesichter entdecken.
    Ich wünsche dir sehr, dass es dir bald wieder besser geht. Und allem Ungemach stecken wir jetzt die Zunge raus. Gell?

    Liebe Grüße von der Gudrun

  2. Entschuldige, du hattest mir ja geschrieben, dass es dir auch nicht so gut geht. Ich wünsche dir natürlich von Herzen gute Besserung, liebe Beate, werde schnell wieder gesund, ja … !!!

  3. Liebe Beate,

    ich möchte mich ganz herzlich für deine lieben Kommentare bedanken und dir ein schönes, erholsames Wochenende wünschen.

    Alles Gute und liebe Grüße
    von der Waldameise

  4. 1. Rilke ist immer wieder für überraschende Texte und Wahrheiten auch zwischen den Zeilen gut.
    2. Die Iris kommt auf den Steinen im Hintergrund wunderbar zur Geltung.
    3. Dir eine gute Zeit.
    Ernst

  5. Hallo liebe Beate 🙂

    das „Gesicht“ ist ja super … doch, es streckt einem wirklich die Zunge raus *gg*

    und das Gedicht von Rilke spricht aus, was ich auch manchmal denke …

    Die weißen Beeren hab ich als Kind auch gern platzen lassen 🙂 das ist die Gemeine Schneebeere, auch bekannt als „Knallerbsenstrauch“ *gg*

    ich wünsch dir ein wunderschönes Wochenende,
    liebe Grüße an dich,
    Ocean

  6. Das ist echt ein nettes Irisgesicht. Ich kenne da eins 😉 , das gefällt mir auch gut! (Wenn Du weißt, welches ich meine…

    Und ja, auch ich bin ein Rainer-Maria-Fan, liebe seine schönen Worte und kenne das Rilke-Projekt. Schöner Eintrag!!

    • Oh danke, für den link, ist ganz lieb.
      Ja, ich kenne das Rilke Projekt und finde das sehr reizvoll, wenngleich R.M. Rilke selbst die Vertonung seiner Gedichte abgelehnt hat, wie ich am Samstag erfahren konnte.

  7. Hi Beate,
    die Iris ist süss 🙂

    Und das Gedicht – ja, das ist ja interessant – so, so, das kommt mir doch bekannt vor… habe auch so bisschen eine Art „Heiligkeits-Fimmel“ – finde es doof, wenn Sachen „einfach so ausgesprochen werden“ (im Sinne von: Man sieht doch, was es ist , wieso muss dann noch jemand rausplatzen mit der plumpen Formulierung dessen, was eh alle sehen.) Naja, so in der Art, ist schwierig auszudrücken. Ist auch was ganz anderes als „Dinge in Worte fassen können“. Da gibt es einen Unterschied. Ich meine so das plumpe Rausplärren von etwas. Und das gewaltsame in-Rahmen-drücken. Besser ist, wenn auch noch was Unausgesprochenes und Unvermessenes dasein darf, so eine Art nebulöses Feld, das sich aufbaut zu einer Art Mischung aus sandkastenartiger Spielfläche und dynamischem Kraftfeld….

    So, Blog dichtgeschwallert 😉 😀

    Grüsse zum Tag von frieda

    • Ich vermute mal, dass ich verstehe, was Du hier schreibst 😉
      Mir gefällt es sehr gut, wie Du das ausdrückst, mit der“ sandkastenartigen Spielfläche und dem dynamischen Kraftfeld“ !

Ich freue mich über deinen Kommentar.