Endlich Winter

DSCN9844-001Nachdem die vergangenen Wochen eher wie ein verlängerter Herbst anmuteten, ist er nun endlich seit gestern hier angekommen: Der Winter. Mir tut die kalte Luft und das wenigstens gelegentliche Weiß sehr gut.

DSCN9851-001Jetzt kann ich auch diese ganz spezielle Stille  spüren, die die Winterlandschaft ausstrahlt. Meine Schwiegermutter hatte heute Morgen genau die richtigen Worte dafür: “ Die Natur ruht “ , sagte sie.
DSCN9846-001Selbst der Fußballplatz legt eine Pause ein, die er sich sicher wohl verdient hat! 🙂

Was bedeutet es für mich: Zur Ruhe zu kommen?
Loslassen, Zulassen, sind Assoziationen die mir als erstes dazu in den Sinn kommen. Zur Ruhe kommen, kann ich auch, wenn ich meinen Blickwinkel auf die Geschehnisse, die das Leben so mit sich bringt, verändere.
Heute kam mir diesbezüglich wie ein Wink des Himmels, und das war er sicher auch, ein Satz in den Sinn, der mir sehr half, meine Perspektive zu verändern.
Ich habe schon eine Weile Mühe damit, meine Kinder, die nun immer seltener zu Hause sind, und sicher sehr bald ausziehen und ihr eigenes Leben leben werden, innerlich los zu lassen. Es gibt Tage an denen es mir gut gelingt und dann wieder habe ich Phasen mit bleierner Traurigkeit. Vom Kopf her weiß ich schon lange, dass ich es mir selber schwer mache, aber der Weg vom Kopf ins Herz ist oft der längste Weg. . .
Nun wehte mir heute wie mit einer leichten sanften Briese dieser Satz in mein Herz:
ICH BIN FREI !
Das bedeutet, ich kann endlich mein eigenes Leben leben, kann die Verantwortung abgeben, die manchmal schon schwer auf meinen Schultern lastete. Je selbstständiger die Kinder wurden, desto drückender wurde diese Last, denn es fiel mir sehr schwer, zu akzeptieren, dass ich nicht verhindern kann, dass sie auch schmerzliche Erfahrungen machen werden, dass ich sie nicht vor den Unzulänglichkeiten des Lebens schützen kann. Sie treffen ihre eigenen Entscheidungen und übernehmen die Verantwortung für die Folgen, die diese mit sich bringen. Das ist gut und richtig so, ich weiß es ja! Andersherum wäre es besorgniserregend, wenn sie jetzt immer noch an meinem „Rockzipfel“ hängen würden. Aber heute kam dieser Satz wie eine Erlösung, wie ein Schlüsselwort, dass mir eine Türe öffnete, die ich schon lange verschlossen  schien:
ICH BIN FREI !

Dankbar atme ich diese neu gewonnene Qualität ein und komme immer mehr zur Ruhe.

Euch allen wünsche ich, dass in Euch all das zur Ruhe kommen kann, was Euch umtreibt und beschwert.
Alles Liebe wünsche ich Euch!

 

0 Gedanken zu „Endlich Winter

  1. Es braucht immer seine Zeit, bis eine Erkenntnis zu uns findet, liebe Bärbel.
    Es ist sicher nicht leicht loszulassen, aber es ist das beste für beide Seiten. Alles andere schmerzt nur. Doch wie gesagt, es ist ein Prozess, der seine Zeit braucht. Du hast die positive Seite nun erkannt, du bist frei. Bewahre dir diese Erkenntnis.
    Alles Liebe für dich.
    Martina

    Die Bilder sind übrigens wunderschön. Ja, und diese Stille, das ist der Ort, an dem Erkenntnisse reifen …

  2. sehr schöne bilder und wunderbare worte – wie immer hier bei dir!
    ich kann dem leider nicht ganz beipflichten, mich schränkt der winter in der stadt, wo ich das auto brauche, ziemlich ein, er erschwert leider vieles und kurz nach neuschnee bleibt nur matsch und schmutz zurück…

  3. Es gibt Dinge in meinem Leben, die ich persönlich nicht nachvollziehen kann: wenn Kinder das Elternhaus verlassen. Andererseits konnte ich den Berichten einer guten bekannten entnehmen, wie man sich da fühlt. Es ist ein Abschiedsprozeß, so wie es immer wieder Abschiedsprozesse in unserem Leben gibt.
    Ich wünsche dir, daß du die neu gewonnene Freiheit nutzen kannst. Ja und ich denke es ist ein Problem in unserer Zeit, daß wir Menschen es verlernt haben zur Ruhe zu kommen.
    Salut
    Helmut

    • Danke für Deine guten Wünsche. Ja, genau das wünsche ich mir auch, dass ich die Zeit sinnvoll ausfüllen werde. Ich habe mich ja bereits in dieser Richtung auf dem Weg gemacht und werde in diesem Jahr zusätzlich zu der bisherigen Zusammenarbeit mit einer Freundin auch alleine mit Kursen bei verschiedenen VHS im Bereich Entspannung tätig sein. Mal schauen was sonst noch so wachsen und werden darf 😉
      Mach`s gut

  4. Liebe Beate,

    wenn man ein herzliches, liebevolles Verhältnis zu seinen Kindern hat, wird das Band nie reißen. Sie kommen immer gern zurück, denn auch sie wissen, wo sie sich geborgen fühlen und immer willkommen sind. Es ist ein schönes Gefühl für ein Kind, wenn es weiß, dass es in der Not immer Unterstützug findet, dass sie nie verloren sein werden, so lange es diesen Schutzwinkel gibt. Sie werden vielleicht eine Familie gründen und dich zur Oma machen. Und ja, auch die neue Freiheit hat etwas. Da wartet also noch soviel Schönes auf dich, liebe Beate, worauf du dich freuen kannst.

    Ein lieber Gruß zum Sonntag,
    Andrea

    • Liebe Andrea,
      es ist schön und wichtig was Du schreibst, vor allem der letzte Satz berührt mich: Es wartet noch viel Schönes auf mich, das möchte ich im Herzen behalten!
      Die Erfahrung, dass Vertrauen da ist und dass sie zurück kommen, wenn sie es brauchen, habe ich schon machen dürfen und das ist sehr tröstlich.
      Ich möchte jetzt meine Herz weit öffnen für alles was an Schönem auf mich wartet 🙂
      Danke für Deine wertvollen Worte!

  5. Wir hatten keine Probleme, unsere Tochter gehen zu lassen.
    Sie war schon von anfang an recht selbständig.
    Nach dem Abi zog sie weit weg. Jeden Abend gab es Telefonate. Bis sie einen Freund fand. Dann wurden die Anrufe weniger.
    Wir verstehen uns immer noch bestens.
    Ruhe habe ich oft, finde ich oft, bin recht zufrieden.
    Ganz liebe Grüße an dich, liebe Beate ♥

    • Unsere Töchter waren auch schon früh sehr selbstständig und sind selbstbewusste Persönlichkeiten.. Deshalb habe ich auch keine bedenken, dass sie ihr Leben meistern werden.
      Liebe Grüße auch zu Dir.

  6. Ooh… das neue header-Bild hatte ich ja noch gar nicht gesehen :mrgreen: (…hatte diesen Eintrag nur am Handy gelesen und in der mobilen Version ist das ja nicht zu sehen). Jetzt klick ich grad nochmal mit dem PC hierher, um einen kleinen Gruss zu hinterlassen….

    Ja, das mit dem „Freisein“ klingt gut und stimmig. Deine Kinners sind ja nich wech, sondern werden flügge – was ja im Grunde das Ziel und der Traum der Eltern ist. Schwerer ist, wenn sie *nicht* flügge werden, weil sie vielleicht irgendwelche Gebrechen haben. Sei also ruhig stolz, dass sie dank deiner Fürsorge so einen guten Absprung schaffen. Du hast deine guten Samen in ihr Leben hinein gelegt – und jetzt kannst du dir den entstehenden Blumengarten angucken 🙂

    Grüssle von der frieda

  7. Auf dem ersten Foto kann man die Kälte förmlich spüren! Prima Aufnahme! Aber dennoch hätte ich gern schon Frühling.
    Oh ja – ein ewiges Thema: Loslassen. Einerseits ist man nach wie vor besorgt um die Kinder, fühlt mit, fiebert mit, möchte wärmen oder helfen. Auf der anderen Seite hat man wirklich plötzlich mehr Freiheiten, keine Verantwortung, mehr Ruhe. Man muss sich schon dran gewöhnen.
    Sohnemann Nr. 1 hat seine eigene Wohnung bei uns im Haus. Da können wir uns gegenseitig helfen, wenn es notwendig ist. Ich muss immer lachen, wenn wir uns Dinge ausborgen, das kenne ich noch von früher mit den Nachbarn im Wohnblock bei meinen Eltern. „Hast du mal schnell etwas Salz“, „Hast du zufällig ein Ei übrig“ und solche Dinge.
    Du schaffst das und es wird wunderbar, wieder freier zu sein.
    Liebe Grüße von Kerstin.

    • Ja, danke liebe Kerstin, ich schaffe das, ich spüre es. es ist schon das Meiste geschafft. Loslassen war halt bei mir ein längerer Prozess.
      Dein Sohnemann Nr. 1 wohnt bei Dir im Haus. Das ist eine feine Sache wenn man sich so gut versteht, wie ich es Deinen Schilderungen entnehmen kann.
      Sei herzlich gegrüßt.

  8. Oh, das ist so schön, liebe Beate… Loslassen ist ja immer ein Thema, nicht nur wenn man Kinder hat, und so, wie Du von Herzen sagen kannst „Ich bin frei“, das ist etwas ganz Wunderbares und Besonderes…Alles Liebe für Dich, Andrea

  9. Inzwischen habt ihr sicher noch mehr Schnee abbekommen, oder? Loszulassen…… da sprichst Du etwas an, dass auch an mir nagt. Meine Tochter ist zwar noch nicht im Berufsleben, aber allzu lange wird das wohl auch nicht mehr dauern (was sind schon 2 oder 5 Jahre, die vergehen doch im Nu……) und ich kann Deine Gedankengänge nur zu gut nachvollziehen. Hoffentlich kann ich das irgendwann auch so sehen wie Du……

    LG Susanne

    P.S.: Dein Header gefällt mir und macht mich neugierig. Hat Priska ein eigenes Weihnachtspäckchen bekommen? Bei unserer Katze war es ein Baldriankissen 😉

    • Liebe Susanne,
      ja wir haben inzwischen etwas mehr Schnee und die Felder wurden sogar richtig zugedeckt. Ich genieße diesen Anblick sehr.
      Loslassen ist ein Prozess, so habe ich es erlebt, ging nicht von heute auf morgen bei mir.
      Priska bekam diese Päckchen von der lieben „Tante Frieda“ geschickt, es war ein Hundeadventkalender darin 🙂

  10. Deine Schwiegermutter sagte, die Natur ruht. Diese Gedanken hab ich mir auch schon gemacht.

    Jahreswende

    Wald und Flur ruhn
    feucht und still
    braunes Eichenlaub
    raschelt in der Luft
    die Natur erstarrt.

    Menschliche Energie
    fliesst immerzu.
    Menschen eilen
    hektisch umher
    in Gedanken an
    ein besseres Leben.

    EB 2001

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