Wolken

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Sommerfrische

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut,  der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.
Weil’s wohltut, weil’s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir,  dann spiel,  was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich.  Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.

Joachim Ringelnatz

DSCN1426Ein Rudel kleiner Wolken

Ein Rudel kleiner Wolken
Schwimmt durch die Abendhelle,
Wie graue Fische im Meere
Durch eine blendende Welle.

Und Mückenscharen spielen
Im späten Winde rege
Sie tanzen zierliche Tänze
Im warmen staubigen Wege.

Und zwischen Wolken und Erde,
Über die Bäume, die schlanken,
Ziehn  auf der Straße zum Monde
Die uralten Liebesgedanken.

Max Dauthendey

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0 Gedanken zu „Wolken

  1. Ja, schöne Wattewölkchen 🙂 . Tut wirklich gut, mal wieder „normale“ Wolken und tiefes Blau zu sehen und nicht dauernd diesen versprühten Himmel.
    „…ein Grashüpferhupf““ – *hihi*…. 😉

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