Bildhauerei – oder was so alles in mir steckt

Heute ist Feiertag, für die Einen Christi Himmelfahrt, für die Anderen Vatertag oder vielleicht auch beides.
Wie dem auch sei: Mein Mann nutzt die Freizeit für sein Hobby: Die Bildhauerei.
Ich sitze derweil im Hof und schaue ihm zu. Dieser Anblick ist für mich inspirierend, es regen sich philosophische Gedanken.
Michelangelo kommt mir in den Sinn, der sich selbst vor allem als Bildhauer sah. Er betrachtete den unbehauenen Stein als etwas, dem er Seele verleihen konnte. Er sagte, dass in dem Stein die Idee für das Kunstwerk bereits schlummert und es nur aus ihm befreit werden müsse.
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Ich sehe Parallelen zu meiner Lebenserfahrung. Im Laufe meines Lebens habe ich mich ständig verändert. Mit zunehmendem Alter habe ich diese Entwicklung immer mehr in meine eigene Hand genommen. Da gab es immer wieder neue Neigungen und Begabungen zu entdecken, die mich bereichert und beflügelt haben, wenn ich sie zum Leben erweckte.
Es ist also mit uns ganz ähnlich wie mit einem Steinblock aus dem ein Kunstwerk entsteht.

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Wenn wir mit liebevoll geduldigem und aufmerksamen Blick in uns hineinschauen, können wir in uns wahrnehmen, was “ Form annehmen “ möchte.

Ich bin gespannt, was noch so alles in mir steckt.
Deshalb wünsche ich mir und Euch immer wieder die vertrauensvolle und neugierige Bereitschaft, die uns die “ Augen öffnet „, für den Reichtum in uns, der entdeckt und gelebt werden will.

12 Gedanken zu „Bildhauerei – oder was so alles in mir steckt

  1. Schön und erfrischend ist es, liebe Beate, wie neugierig du auf das Leben bist, wie sehr du es annimmst, mit allem, was es bereit hält. Die Ruhe, mit der du es betrachtest, überträgt sich, wenn man bei dir liest. Ich habe es jetzt sehr genossen.
    Liebe Grüße an dich und auch an den Bildhauer.

    • Danke, liebe Gudrun. Nun ja, ich übe mich immer wieder im Annehmen. Es ist keine leichte Übung.
      Aber es ist hier wohl wie so oft: Der Weg ist das Ziel. 😉
      Herzliche Grüße zu Dir.

  2. Das Buch über Michelangelo habe ich auch gelesen. Das war echt spannend, wie der mit Kerzen als Zeitimpuls die Leichen obduzierte.
    Wie der die Sixtinische Kapelle ausmalte…
    Wie er den David schuf.

Ich freue mich über deinen Kommentar.