Wink des Himmels

„Der Mensch denkt – Gott lenkt“.
Die Stimme meiner Mutter mit diesem Satz begleitet mich seit langer Zeit.
Manchmal um meiner Erfahrung von Fügung und Führung Nachdruck zu verleihen oder als Trost und Aufforderung „die Zügel loszulassen“; ich habe nämlich die Neigung alle Lebenssituationen unter Kontrolle haben zu wollen. Gestern dann hielt ich den Brief einer Freundin  in den Händen, in dem sie von der wundersamen Wende einer bis dahin aussichtlosen Situation erzählte, die sie restlos überfordert hatte.
Nachdem ich das Gelesene auf mich wirken ließ wurde mir bewusst, dass auch ich mich gerade wieder in der Position des Reiters befand, die Zügel fest in der Hand haltend und das „störrische Pferd“ in Form von einer Situation, die mich auszubremsen droht, mit verbissener Miene und verkrampfter Haltung mit aller Gewalt lenken zu wollen, aber wohin bloß?
Beim Lesen wurde mir wieder bewusst, dass ich es doch so oft im Leben schon erfahren habe, dass es für Vieles eine Lösung gibt, und dass die Lösung ganz anders aussieht als ich sie mir je vorstellen konnte.
Also vom hohen Ross absteigen, ich kann und muss nicht alles alleine lösen!
Das bedeutet nicht, dass ich die Verantwortung gänzlich abgebe und „den liebe Gott einen guten Mann“ sein lasse. Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass ich oft den „Wald vor lauter Bäumen nicht sehe“, aber wenn ich die Zügel loslasse und im wilden Trab anhalte, dann kann ich plötzlich erkennen was wirklich zu tun ist.
Nichts desto trotz durfte es auch schon oft so sein, dass die Lösung plötzlich fix und fertig vor der Haustür stand, es gab nichts mehr zu tun, ich durfte nur aufmachen, staunen und dankbar entgegennehmen.
Solche Erfahrungen machen mich demütig und schenken mir die Bestätigungen für meinen Glauben an die liebevollen Segnungen des „Himmels“.

Wie dankbar bin ich für diesen “ Wink des Himmels “ in Form eines Briefes, der mich aufrüttelte und mir Erleichterung brachte: „Es wird schon werden!“

Ich denke, dass auch diejenigen unter euch, die nicht an eine „höhere Macht“ oder etwas Ähnliches glauben, schon die Erfahrungen gemacht haben, dass die Lösung nicht immer von uns selber „gemacht“ werden kann .

Gerade in schwierigen Lebenssituationen ist es sehr hilfreich sich daran zurück zu erinnern. Es macht Mut und stärkt.

 

9 Gedanken zu „Wink des Himmels

  1. Ich möchte auch am liebsten immer alles unter Kontrolle haben. Ich musste in den letzten Jahren sehr oft auf traurige Weise erfahren, dass das nicht möglich ist.
    Ich gebe zu, mir fehlt oft das Vertrauen, dass sich alles fügen wird. Ich werde da wohl noch viel lernen müssen. Immerhin habe ich inzwischen gelernt, dass ich nicht für alles verantwortlich bin. Etwas aus der Hand zu geben.
    Andere um Hilfe bitten fällt mir super schwer, allerdings weiß ich oft auch nicht wen. Da gibt es nicht so viele. Da meine Kräfte begrenzt sind, habe ich aber inzwischen gelernt, lernen müssen, auch mal fünf gerade sein zu lassen, dass nicht alles perfekt sein muss. Im Prinzip ist eh nichts perfekt. 🙂

    Herzliche Grüße,
    Martina

  2. Ich glaube an die höherre Macht, ob man sie Gott, Mohamed oder Buddah nennen mag, das darf Jede(r) für sich selbst entscheiden. Für mich persönlich heißt die höhere Macht Gott. Er zeigt uns immer wieder unseren Lebensweg und er ist für uns da, auch wenn wir das nicht immer begreifen oder wahr haben wollen.
    Manchmal geschieht überraschendes in unserem Leben sei es durch die Begegnung, einen Brief, einTelefonat oder ähnliches. Wir sind verduzt weil wir das Unmögliche nicht in unserem Fokus hatten. Danach gehen wir gestärkt aus der Situation hervor. In meiner aktuellen Lage darf ich das auch oft erfahren und dafür bin ich sehr dankbar.

    Herzliche Grüße
    Helmut

  3. Wie gut ich dich verstehe, liebe Beate.
    Auch ich neige dazu, immer die Kontrolle behalten zu wollen, aber seit einem Erlebnis vor einem halben Jahr trainiere ich das „Zurücklehnen“ und das Vertrauen, dass alles seinen Sinn hat und sich regelt. Und immer wieder bin ich überrascht, dass dieses Abwarten sich auszahlt.

    Der Glaube versetzt Berge!

    Lieben Gruß
    Anna-Lena

  4. Liebe Beate,
    oft bedarf es nur eines ganz kleinen Hinweises und alles liegt plötzlich sonnenklart
    vor einem. In diesem Fall war es der Brief. Es ist schön, wenn wir darauf hören und
    uns freimachen von überflüssigen Gedanken.
    Einen schönen Abend wünscht dir
    Irmi

  5. Liebe Beate
    Du sprichst mir aus dem Herzen ❤
    Ich glaube nicht an eine höhere Macht, aber solche Situationen durfte ich schon mehrmals erfahren und war danach sooo dankbar. Was immer es ist: „Zufall“ oder doch eine „Kraft“, solche Momente stärken einen unglaublich.
    Danke für das Teilen deines Erlebnisses.
    Herzlich. Priska

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