Sonnenstrahlen fangen

„Wir sind hinaus gegangen, den Sonnenschein zu fangen …“, so heißt es in einem Frühligslied, dass mir gerade in den Sinn und auf die Lippen kam, als ich die passenden Worte für meinen heutigen Blogeintrag suchte. 

In diesen Tagen geht es Priska so gut, dass ich heute mit ihr sogar einen Waldspaziergang unternehmen konnte. Die gute Waldluft, das belebende Grün und die angenehmen Temperaturen unter dem Blätterdach haben uns beiden sehr gut getan. Mir ist von weitem schon dieses Muster aufgefallen, dass die Sonne auf den Baumstamm gemalt und mich zu einem kleinen Gedicht inspiriert hat.

Julisonne

Durch alle Ritzen
funkeln und blitzen
goldene Strahlen
die Lichtmuster malen.

(C) Beate Neufeld

Gestern hat mich ein sehr trauriges Ereignis wachgerüttelt. Kennt ihr das, es ist wie wenn plötzlich ein helles Licht einen schummrigen Raum erleuchtet, oder wie wenn man nach langem Umherirren plötzlich vor einem Wegweiser steht?

Der Hund meiner Freundin, 5 Monate älter als Priska, musste gestern, obwohl er schon länger kränklich war, wegen massiven gesundheitlichen Problemen dann doch ganz unerwartet schnell „erlöst“ werden. Dieses Ereignis macht mich sehr betroffen, weil mir der kleine Gismo auch sehr ans Herz gewachsen ist. Mir wurde aber dann heute Nacht als ich wachlag bewusst, dass ich nicht wirklich lebendig war in der letzten Zeit. Meine Gedankenkreise über die Sorgen um Priska hatten mich sozusagen so eingewickelt, dass mir kaum Luft zum Atmen blieb. Ich wartete wie gefesselt auf den Moment, in dem ich Priska „hergeben“ muss. Die Angst davor hatte mich sozusagen völlig in Beschlag genommen und mir einen Großteil meiner Lebenskraft und -freude geraubt. Durch das traurige Ereignis und die Gespräche mit meiner Freundin wurde mir bewusst, dass ich die Zeit, die mir mit Priska noch geschenkt ist, dankbar auskosten möchte, so wie es uns möglich ist. Tag für Tag. Stunde für Stunde.

8 Gedanken zu „Sonnenstrahlen fangen

  1. Somit hat dich diese traurige Nachricht wach gerüttelt. Ja, jeden Tag schauen, wie er wird. Jeden Morgen streicheln, füttern, liebkosen. Nichts erwarten, nur auf sich zukommen lassen. Und am Abend dankbar sein.
    Ich wünsche von Herzen noch viele dankbare Abende liebe Beate.

Ich freue mich über deinen Kommentar.