Ich nehm es an so wie es ist

Kann ich so etwas Persönliches hier schreiben, fragte ich mich?
Wenn es nur einen Menschen gibt, dem meine Erfahrungen helfen können, dann hat es sich schon gelohnt. Das war die Antwort und deshalb tue ich es jetzt.

Geht es mir seelisch nicht gut, neige ich dazu eine ablehnende Haltung einzunehmen, ich möchte die unangenehmen Gefühle nicht, ich will dass sie am besten sofort verschwinden, damit es mir wieder gut geht.
Wenn das so ist, dann bin ich auf der Flucht vor mir selber. Das hilft aber gar nicht. Je mehr Kraft ich dafür aufwende, mich zu wehren, desto schlechter geht es mir.
Einzig hilfreich ist das Gegenteil: Nicht ablehnen sondern annehmen! Das bedeutet allerdings nicht, dass ich mich jetzt in ein Loch fallen lasse und im Dunkel versinke.
Nein, es ist vielmehr ein Zustand der offenen Bewusstheit.
Jetzt bin ich bereit mich ernst zu nehmen und zu spüren was in mir ist.
Ich nehme es wahr ohne es verändern zu wollen.
Das kann zunächst einmal die unangenehmen Gefühle verstärken, denn jetzt dürfen sie endlich an Licht kommen. Meist dauert es aber nicht lange und es findet eine Entlstung statt.
Das kommt daher, weil nun die Kräfte, die ich gegen mich selbst gewendet habe frei werden. Natürlich verschwindet jetzt nicht automatisch und sofort der Grund für mein seelisches Ungleichgewicht, aber es wird Raum in mir für eine andere Sichtweise, er erscheint in einem anderen Licht und ich bin nicht mehr gefangen darin.

Eine Entspannungsübung kann mich dabei gut unterstützen:
Ich setzte oder lege mich bequem hin und spüre ganz bewusst in meinen Körper hinein, wo genau ich die Anspannungen fühle. In diesen Bereich lenke ich bewusst meinen Atem und ich kann z.B. beim Einatmen in Gedanken sprechen:  „Ich nehme es an“ , und beim Ausatmen:  „So wie es ist“.
Oder manchmal hilft auch die Vorstellung einer wärmenden Sonne die ich in die Bereiche hineinatme, ich kann auch meine Hände dabei auf diese Region legen.

Diese Übung nehme ich heute in meinen Tag mit hinein, denn meinem Hundchen geht es seit gestern nicht gut und das belastet mich.

9 Gedanken zu „Ich nehm es an so wie es ist

  1. Wenn das Tier krank ist, dann leidet man einfach mit. Unsere Katze kam letzte Woche auch leicht verletzt nach Hause und dann merke ich immer sofort, wie meine Laune auf den Tiefpunkt sinkt.
    Einen dicken Krauler an die süße Priska von mir.
    LG Susanne

  2. Alles Liebe für Priska. Wie gut ich dich verstehe, so ein Tier kann nichts sagen und man muss genau hinsehen. Dass dich das belastet, ist keine Frage.

    Gib ihr einen Streichler von mir und auch der Mops in unserem Haus flüstert ihr ‚Gute Besserung‘ zu.

  3. Liebe Beate,
    dann wünsche ich deiner Priska, dass es ihr bald besser geht. Ich kann das nachfühlen. Unser alter Garfield hat eine Menge Probleme, und gerade jetzt kommt natürlich bei mir die Erinnerung an Weihnachten 2015 hoch, als ich unsere Jeanie gehen lassen musste. Du hast recht, Annehmen ist in solchen Fällen die richtige Einstellung. Erst wusste ich nicht so recht (bei „ein Zustand der offenen Bewusstheit“,) worauf dein Beitrag hinauslaufen würde, aber wenn dir Entspannungsübungen oder Meditationen helfen, dann ist das doch gut.
    Herzliche Grüße
    Elke

  4. Hoffentlich geht es Priska bald wieder besser.
    Ich kenne das von meiner Altkatze. Es ist ein ständiges Auf und Ab. Mir geht es da wie dir: Es belastet mich. Ich weiß, dass das nun mal so ist in der Zeit und trotzdem belastet es mich.
    Herzliche Grüße an dich und einen besonders lieben Streichler für Priska.

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