Wer braucht schon ein Arbeitszimmer?

Seit unsere Mädels aus dem Haus sind haben wir den Luxus jeder für sich ein eigenes Zimmer als Arbeitszimmer nutzen zu können. Meines ist gleichzeitig auch noch Gästezimmer.
Aber wie sieht es schon seit Wochen fast ununterbrochen in unserem Wohnzimmer aus?
Seht selbst:

Den Grund für diese „merkwürdige Angewohnheit“ findet ihr, wenn ihr unter den Tisch schaut. 🙂
Das Arbeitszimmer ist nur über eine Raumspartreppe zu erreichen, sie ist also somit steiler als gewöhnliche Treppen sind. Da kommt unsere alte Dame nicht mehr hinauf und so müsste ich sie immer hin und her tragen. Aber da sie ununterbrochen an meiner Seite sein möchte, wäre der häufigeTransport eine sehr mühsame Angelegenheit.
Zum Glück ist im Wohnzimmer auch genügend Platz um meinem Hobby dem Basteln zu frönen.
Ich habe lange nichts gebloggt. Irgendwie rast die Zeit vorbei. Der Oktober hat sich schon längst verabschiedet. Eigentlich wollte ich zum Ende dieses Monats eine Rückschau halten, aber die meisten Fotos habe ich euch schon hier gezeigt.
Einige wenige noch nicht.
Dieses hier zeigt den Monat Oktober wie er uns hier an den meisten seiner Tage verwöhnt hat. Er hat seinem Namen “ Goldener Oktober“ alle Ehre gemacht.

Am letzen Tag des Oktobers war ich in meinem Lieblingsort hier in der Vorderpfalz, dem Ort meiner zweiten Heimat: Deidesheim.Da haben wir das Grab meiner Eltern besucht und für Allerheiligen ein Grabgesteck und eine Kerze hingebracht.
Mit Priska machten wir einen kleinen Spaziergang oberhalb des Friedhofes in den Weinbergen:

Von hier aus hat man einen schönen Blick auf Deidesheim.
Gestern war das Fest des St. Martin. Ich habe mich an meine Kindheit erinnert.
Wie gerne bin ich mit meiner Laterne am Abend mit dem Martinsumzug mitgelaufen. Hinterher haben wir Kinder an einigen Türen geklingelt, unser Martinslied vorgesungen und dafür Süßigkeiten bekommen.
Einmal hatte ich eine besonders schöne Laterne aus schwarzem Tonkarton mit vielen Märchenmotiven, die mit bunten Transparentpapier hinterlegt waren. Nein, selber gemacht war sie nicht, meine Eltern verkauften in unserem Geschäft verschiedene Laternen und diese hatte ich mir wahrscheinlich im Großhandel beim Einkauf ausgesucht. Denn sie war schon etwas Besonders, ich erinnere mich, dass es meistens solche Monde und Sonnen zum Auffalten gab.
Ich hatte hier so wie ich mich erinnere schon einmal davon erzählt, dass ausgerechnet diese Laterne in Flammen aufging und ich wie ihr euch denken könnt untröstlich war.
Davon hatte ich auch meiner größeren Tochter einmal erzählt und was soll ich sagen:  Sie hat mich rückwirkend noch wunderbar getröstet und hat mir eine winzige wunderschöne Laterne gebastelt, an der ich mich nun in jedem Jahr erfreue:
Sehr ihr, sie hat auch ein Märchenmotiv. Ich glaube es ist sehr gut zu erkennen, um welches Märchen es sich handelt. 🙂
Letztes Wochenende war ich bei einem Tanztag im nahegelegenen Bildungshaus eines Klosters. Dort findet in jedem Herbst jeweils ein Tanztag statt, der von zwei ganz lieben Frauen auf ihre so einzigartige wohltuende liebevolle Art gestaltet wird. Jeder dieser Tage steht unter einem Thema um welches sich die meditativen Tänze und Impulse ranken.
In diesem Jahr war das Thema: „Achtsam leben“.
Dabei ging es auch um das Thema Dankbarkeit:
Gerne nutze ich diese Jahreszeit in der es draußen dunkler und karger wird und die uns auf ihre Art nach Innen führen möchte, wenn wir es zulassen. Es gehört für mich dazu, dass manchmal die Stimmung auch etwas “ verhangen“ wird.
Es ist auch so, dass bei mir viele Erinnerungen wach werden in dieser Zeit. Die Türe zur Vergangenheit und auch zu den Menschen, die schon „voraus gegangen sind“ scheint weiter geöffnet zu sein.
In mir schwingt dann auch immer viel Dankbarkeit für all das Gute was ich erleben durfte.
Auf meinem Blog Herzensauge habe ich eine Karte und ein Gedicht gepostet, welche ich einmal zu diesem Thema gestaltet und geschrieben habe, weil sie im Moment so gut passen.

6 Gedanken zu „Wer braucht schon ein Arbeitszimmer?

  1. Liebe Beate,
    die kleinen Laternen sind wirklich sehr liebevoll gestaltet und ich kann gut verstehen, dass sie Dir immer wieder Freude bereiten. Achtsam leben sollte nicht nur das Motto für einen Tag, einen Monat sein, sondern für unser ganzes Leben, gell.
    Angenehmen Wochenstart und lieben Gruß
    moni

  2. Schmunzeln musste ich über Eure Arbeitszimmer. Ich habe auch ein Nähzimmer, wo ich eigentlich auch basteln will. An diesem Wochenende habe ich Wichtel aus Betonoptik gebastelt….eigentlich sollte das im Nähzimmer stattfinden, aber ich habe es in der Küche gemacht, da war ICH nicht so allein und ich war in der Nähe des warmen Ofens aus dem Wohnzimmer. Noch steht alles in der Küche zum trocknen…..gemütlich ist was anderes 😉

    Deine Oktoberfotos sind soooo schön und tun der Seele gut. Wir hatten heute den ersten Schnee und in der Nähe auch schon den ersten größeren Verkehrsunfall. Ich hoffe, der Schnee verschwindet ganz schnell wieder, denn ich möchte ihn noch nicht haben.

    Die Laterne von Deiner Tochter ist eine sooooo schöne Idee. Wie lieb von ihr. Ich hatte als Kind auch immer diese aufgefalteten Sonnen, wie Du es erwähnt hattest. Damals wurden keine Laternen gebastelt, es wurden immer diese gefalteten Dinger gekauft, die auch ganz schnell wieder kaputt waren.

    Ich finde es sehr schön, wie Du diese Zeit beschreibst, eine Zeit zum Innehalten und auch mal zum Traurig-sein-Dürfen. Ich selbst muss gerade jetzt im November/Dezember auch oft an meine verstorbenen Eltern denken.

    Ganz liebe Grüße
    Susanne

    • Ja, im Laufe der Jahre habe ich gelernt, wie wichtig und wohltuend es für die Seele ist, wenn ich mir das Traurigsein erlaube. Einige dicke Schneeflocken waren gestern im Regen mit dabei. Das ist außergewöhnlich für diese Jahreszeit bei uns.
      Ich kann nachvollziehen, dass du den Schnee noch nicht willst.
      Sei herzlich gegrüßt.

Ich freue mich über deinen Kommentar.