Zeichen des Lebens

Seit Tagen trage ich mich mit dem Gedanken, dass ich schon lange nichts mehr hier geschrieben habe, es kostet mich auch jetzt Überwindung. Aber darin bin ich mittlerweile schon geübt, denn ich bin damit beschäftigt gut auf mich aufzupassen und mich in meiner Trauer immer wieder auszubalancieren.
Einerseits ist es wichtig, die „dunklen“ Gefühle zuzulassen, andererseits ist es gut achtsam zu sein, um nicht darin zu „versinken“.
Im Moment habe ich das Empfinden, dass es Tag für Tag schwerer wird, dass Priska mir jeden Tag ein wenig mehr fehlt. Morgen werden es erst 3 Wochen seit ich sie habe gehen lassen. Mir kommt die Zeit sehr viel länger vor, sie zieht sich wie Kaugummi.
Ich möchte mir die Zeit lassen die ich brauche und mich so annehmen wie ich bin.
Das fällt mir nicht leicht. Immer wieder macht sich da der innere Kritiker stark und möchte mir weismachen, dass ich kein Recht habe so zu trauern, dass ich mich nicht so hängen lassen soll, …
Aber das wird schon, ich darf mich in Geduld üben.
Gestern habe ich mich dann aufgerafft und bin in die Sauna gefahren, was eine wirklich gute Entscheidung war.
Und heute schien wieder so wohltuend die Sonne zum Fenster herein. Auf Priskas Platz im Wohnzimmer steht nun eine Palme, weil ein Zeichen des Lebens ihren Platz einnehmen sollte.

Zwischendurch habe ich mal Pause gemacht und mir ein  Pfannengericht zubereitet : Weißkohl in Zwiebeln und Knoblauch angebraten, mit wenig Wasser gedünstet, noch Birnenscheibchen und eine Hand voll geröstete Erdnüsse dazu und fertig ist der Gaumenschmaus.
Es tut mir auch gut, wenn ich mich dazu motivieren konnte, etwasGesundes und Leckeres für mich zu kochen, dazu fehlte mir in der letzten Zeit oft die Energie.
Nun  wünsche ich euch eine gute Zeit bis zum Wiederlesen.

11 Gedanken zu „Zeichen des Lebens

  1. Es wird noch sehr lange dauern liebe Beate. Priska wird noch lange präsent sein in deinen Gedanken, deinen Gefühlen, deinem Tun. Ihr hattet so viele schöne gemeinsame Jahre. Trauer muss ausgetragen werden, egal wie lange. Unterdrücke nichts, lasse alle Gefühle zu.
    Liebe Grüße, hab einen entspannten Abend.

  2. Liebe Beate,

    das ist gerade eine sehr schwere Zeit für dich. Ich verstehe dich so gut. Und du hast alles Recht der Welt, zu trauern. ❤

    Bei mir waren 2015 zu Silvester genau 3 Wochen um seit Peppers Tod, und mir ging es da sehr schlecht. Mein Mann war sehr besorgt um mich, weil ich damit überhaupt nicht zurecht kam. Ich ging auch gar nicht mehr raus. Daher hat er sich auch so früh nach einem neuen Welpen umgesehen. Nur deshalb haben wir im Januar schon so schnell Felix bekommen.
    Ich hatte anfangs Panik, als er mir davon erzählte. Ich war noch gar nicht bereit und habe das zunächst abgeblockt. Dann habe ich mich doch bereit erklärt, ihn mal anzugucken. Als mich Felix‘ Papa und Mama begrüßten, fühlte ich mich das erste Mal etwas getröstet. Es tat unglaublich gut von Hunden so freudig empfangen zu werden. Und Felix war so süß. So habe ich mich doch für Felix entschieden.
    Als er zu uns kam und total auf mich fixiert war, ging es mir langsam besser. Eigentlich war ich noch nicht bereit für einen neuen Hund, es war zu früh, und doch hat Felix es geschafft, dass ich mit der Trauer um Pepper besser umgehen konnte. Und er hat mich gefordert. Und wie.
    Es hat trotzdem noch eine Weile gedauert, bis ich nicht mehr jeden Tag geweint habe, aber es war nun ein heilsames Weinen und wenn Felix sich an mich kuschelte, hat mich das so sehr getröstet.
    Vielleicht erinnerst du dich, ich habe erst vor kurzem mein Profilbild bei FB geändert. Ich habe es zwei Jahre nicht geschafft, es zu ändern, weil das vorherige Bild einen schönen innigen Moment mit Pepper zeigte.
    Ich habe auch sehr sehr lange kein Bild von Pepper im Wohnzimmer gehabt. Ich konnte das nicht. Es hat mich zu traurig gemacht.

    Ich finde, du gehst mit deiner Trauer wunderbar achtsam um. So viel besser als ich es konnte. Gib dir Zeit. Trauer kommt oft auch in Wellen. Ein Auf und Ab. Und bitte denke niemals, dass du nicht das Recht zum Trauern hättest. Priska war doch ein Familienmitglied und dein Herz tut weh, weil sie nicht mehr da ist.
    Es wird besser, das kann ich dir versprechen, aber es braucht Zeit.

    Ich drück dich ganz lieb. ❤
    Martina

    • Vielen herzlichen Dank für deine tröstenden und mitfühlenden Worte. Du kannst es gut nachfühlen, weil du es selber erlebt hast. Ich habe manchmal damit zu kämpfen, mich selber so trauernd anzunehmen, aber ich arbeite daran und bin bemüht mich immer wieder auszubalancieren. So zum

  3. Liebe Beate,
    Trauer kommt wie Ebbe und Flut, immer wieder und wieder. Aber zum Glück tut es jedesmal etwas weniger weh. Lass die Erinnerungen zu und denke immer an die schöne Zeit und hege und pflege die guten Erinnerungen.
    Alles Liebe ♥
    moni

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