Schreiben gegen die Sprachlosigkeit

Seit Tagen habe ich den Wunsch hier einen Artikel zu schreiben, aber immer wenn ich darüber nachdenke, was ich euch mitteilen möchte, stoße ich auf gähnende Leere im Schreibstübchen meines Gehirns. Hat sich da etwa ein kleiner Buchstabenfresser eingenistet, der sich heimlich seinen Bauch „vollgeschlagen“  hat? Ich kam zu der Überzeugung, dass ich jetzt nicht länger untätig zusehen möchte, sondern einfach mal ohne nach zu denken drauf los schreibe. 

Das Foto ist heute Abend in unserem „Nochgarten“ entstanden. Da wachsen schon Trauben am Weinstock. Ist schon ein eigenartiges Gefühl, dass da bald „kein Gras mehr wächst“. Es beschäftigt mich Suchdienst Feststellung, dass ich den Aufenthalt dort nie „ungetrübt“ genießen kann. Immerüberkommt mich die Trauerigkeit darüber, dass ich schon bald nicht mehr hier sitzen und das Grün und dieRuhe und das Vogelgezwitscher genießen kann. Dann denke ich jedes Mal, dass ich doch jetzt noch hier sein darf und jetzt noch froh darüber sein könnte. Schon verrückt, dass ich so oft nicht wirklich im Hier und Jetzt lebe sondern irgendwo „zwischen der Zeit festhänge“, in der Vergangenheit oder in dem was ich mir als  Zukunftsszenario vorstelle. Dabei bleibt das wirkliche Leben „auf der Strecke“.

So, nun habe ich dem Buchstabenfresser aber ein Schnippchen geschlagen!😀

Außerdem kann ich auf diese Art auch die Funktion meines neuen Smartphones testen, mit dem alten hatte die WordPress App nicht mehr gut funktioniert. Ich wünsche euch allen einen schönen entspannten Samstagabend und auch einen lebensfrohen Sonntag.

6 Gedanken zu „Schreiben gegen die Sprachlosigkeit

  1. Da hast Du dem Buchstabenfresser aber wirklich ein Schnäppchen geschlagen. Super geschrieben und das Leben zwischen der Vergangenheit und dem Hier und Jetzt oder der Zukunft und dem Hier und Jetzt kommt mir nur zu bekannt vor. Es ist oftmals einfach schwierig die Sorgen von Gestern oder Morgen zu verdrängen und das Hier und Jetzt zu genießen. Ich bewundere jeden, der das kann. Ich leider nicht, aber ich versuche daran zu arbeiten.

    LG Susanne

  2. Liebe Beate,
    ich kann dich gut verstehen. Wenn mich Dinge beschäftigen und auch nich traurig machen, dann kann ich nicht unbeschwert schreiben. Ich weiß, wie gerne du in dem Gärtchen warst. Und auch von der Wein-Nascherei hast du mir erzählt.
    Mich hat in letzter Zeit diese üble Trockenheit traurig grmacht, vor allem das, was es mit den Tieren und Pflanzen gemacht hat. Die Wiesen sind graubraun wie in der Steppe, die Blätter der Bäume und Büsche rollen sich ein und sehen mehr grau als grün aus. Meine Lindenallee – du kennst sie ja – hat Herbst. Mir tut das so weh, so etwas zu sehen. Und so bin ich in der letzten Zeit immer mit gesenktem Blick da durch gehetzt. Nun gibt es auch immer mal Dürren, aber so, wie wir Raubbau an der Natur begehen, wundert es mich nicht mehr.
    Ich trage den Vögeln trotzdem Wasser hinunter in meine Tränke. Eimerweise Wasser tragen für die Straßenbäume kann ich gerade nicht.
    Auf meinem Balkon will ich wenigstens ein bisschen heile Welt haben. Deshalb habe ich noch einige Pflanzen gekauft und habe regen Besuch von allerlei Insekten. Und dann sitze ich mit dem Kaffeepott da draußen, sehe ihnen zu und freue mich dann doch.
    Kannst du den Bauzaun nicht hinter den Wein rücken? 🙂
    Ich schicke dir liebe Grüße

    • Das kann ich gut verstehen, dass du über die Auswirkungen der Trockenheit so traurig bist und auch deine Freude über die kleine heile „Balkonwelt“ kann ich gut nachfühlen.
      Ich glaube,selbst wenn ich den Bauzaun nach hinten rücken könnte, hätte ich da keine Freude mehr. Alles Grün ringsum kommt weg und ich würde nur auf Häuser schauen. Meine Hoffnung ist, dass der Kastanienbaum bleiben darf, denn er steht Nähe an der Grenze und da müssen mit der Bebauung 10 Meter Abstand gehalten werden, das müsste eigentlich für den Baum reichen. Wir haben ihn damals aus einem winzigen Ableger gepflanzt, den ich von einer Freundin, die am Waldrand wohnt, bekommen hatte.

  3. Das hat doch gut geklappt, liebe Beate,
    einfach mal Worte wie Gedanken fliegen lassen, das tut doch gut, gell.
    Hab einen feinen Sonntag und genieße das Hier und Jetzt,
    liebe Grüße
    moni

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