Manchmal kommt es ganz anders

Die goldene Herbstsonne hat mich heute hinausgelockt und ich hab meinen kleinen Rucksack gepackt und bin zu einem meiner Lieblingsplätze in „unserem Wald „ gewandert. Ja, ihr kennt ihn bereits. Eigentlich hatte ich es mir das ganz anders vorgestellt. Ich wollte hier nur eine kleine Rast einlegen und in der Stille des Waldes Ruhe, Sonne und Kraft tanken. Was bekam ich: Eine Horde Schulkinder samt Lehrer auf Ausflug. Schon von weitem hallten die Kinderstimmen durch den Wald. Ich konnte zum Glück sofort auf positives Denken umschalten und dachte: Wie schön, dass es diese Kinder gibt, dass sie leben dürfen, sie sind die „Gestalter“ der Zukunft. Ich fand dann tatsächlich am Rande einer Bank noch ein Plätzchen zwischen all den Tüten und Rucksäcken und ließ meinen Blick ins Tal schweifen. Habt ihr das schon mal ausprobiert: Die Stille hinter allen Tönen zu hören? Ich hab das „trainiert“, habe den Impuls vor längerer Zeit einmal von Eckart Tolle aufgegriffen und wenn ich einigermaßen gut drauf bin kann ich auf diese Weise die Geräuschkulisse und alles um mich herum ausblenden und auch im Trubel zur Ruhe kommen. Zumindest eine Zeitlang gelingt das. Heute saß ich eine gute Stunde dort und sah die eine Schulklasse von dannen ziehen, eine zweite Schulklasse kommen und bleiben, wieder weiter gehen, sie wurde just abgelöst von einer kleineren Männerwandergruppe mit „interessanten“ Gesprächsthemen. Ja, ich muss zugeben, da habe ich eine kleine Ausblendepause gemacht. Ich erfuhr also so ganz ungewollt und nebenbei, wie man einer Frau, die mehrfach Geld aus dem „Klingelbeutel“ gestohlen hat, das Diebeshandwerk legt und dass das eine gute Tat ist! Nachdem die Männer ihren Weg fortgesetzt hatten kam sogleich ein Ehepaar, Urlauber wohl, die sich aber vergleichsweise leise unterhielten. Dann gesellte sich eine größere Gruppe Menschen verschiedener Nationalitäten zu „uns“ und ich durfte während einer weiteren kurzen Ausblendepause original gepfälzertes Englisch auch Pfänglisch genannt (seit heute meine neue Wortkreation) genießen. Nachdem diese Gruppe auch das Weite gesucht hatte und ich von Ferne wieder Kinderstimmen hörte und gewahrte, dass diese Schulklasse sich offensichtlich genau das von mir geplante Wanderziel auserkoren hatte, beschloss ich es für heute gut sein zu lassen! Ich trat also den Rückweg an und traf noch Karl, den Käfer, der sich wohl wahrscheinlich wegen des munteren Treibens im Walde einen besseren Überblick verschaffen wollte.Aber ich komme wieder !

 

 

 

8 Gedanken zu „Manchmal kommt es ganz anders

  1. Wow, da war ja eine Menge los. Ganz ehrlich, ich hätte spätestens bei der zweiten Gruppe das Weite gesucht. Ich könnte es nicht, die Geräuschkulisse gewollt ausblenden. Bewundernswert.
    Wenn ich im Wald unterwegs bin, suche ich immer die Ruhe und Stille und da nervt es mich total, wenn da zu viele Touristen unterwegs sind, daher suche ich mir auch meist die etwas ruhigeren Tageszeiten aus. Denn Dein positives Denken hätte ich in dieser Situation sicher nicht.

    LG Susanne

    • Ich habe halt versucht, das Beste aus der Situation zu machen, denn wenn ich schon msl im Wald bin, dann möchte ich die Zeit auch genießen! Mir fällt es immer noch schwer, ohne Priska loszuziehen, daher bin ich eher selten alleine unter der Woche unterwegs.

  2. Liebe Beate,
    wie schön, dass Du in den „positiv Denken – Modus“ umschalten konntest. Das ist wirklich eine Kunst und erleichtert das Leben ungemein.
    Wunderschönes Foto vom Käfer-Karl! Allein dafür hat sich dein Ausflug schon gelohnt!
    Liebe Grüße
    moni

  3. Offenheit ist schon eine Gabe, auch wenn die eigene Planung eine andere ist.
    Ausblendepause – manchmal gelingt sie mir auch ganz gut, üben wir weiter.
    Ich war heute bewusst in meiner ehem. Schule und muss sagen, die Geräuschkulisse brauche ich wirklich nicht mehr …
    Da genieße ich doch mein Rentnerinnendasein 🙂 .

    Herzlich,
    Anna-Lena

    • Das ist schon interessant, was du über deine Erfahrung mit der Geräuschkulisse schreibst. Genau das war einer der Gründe, warum ich nach der Erziehungspause meine Arbeit als Erzieherin im Kindergarten nicht mehr aufgenommen habe.

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