Wenn nichts kommt, dann komme ich!

Kürzlich hörte ich:
„…Jüngere Menschen können das nicht so gut nachvollziehen, wenn man dann so traurig ist. Wenn man älter ist, dann kommt halt nichts mehr Neues.“
Im Gespräch ging es darum, was gefühlsmäßig geschieht, wenn wir Beziehungen zu Menschen loslassen müssen.
Heute habe ich anlässlich des Dreikönigs Tages über diese Äußerung nachgedacht.
Bei der Geschichte der drei Könige geht es schließlich auch um die Motivation, sich auf den Weg zu machen, sich nicht beirren zu lassen und zielstrebig dem Stern zu folgen.

Ich dachte, warum sollte es denn so sein müssen, dass für älterer Menschen nichts Neues mehr kommt? Klar, in jüngeren Jahren geschehen solche Neuerungen fast automatisch: Geburt, aufwachsen und jeden Tag ein Stückchen selbständiger werden, Kindergarten, Schule, Studium, Beruf, gegebenenfalls Gründung einer Familie, Erziehung der Kinder…
Vielleicht findet irgendwann auch noch einmal ein Berufswechsel statt, dann warten auf die Rente und dann? Ende der Fahnenstange?
Jetzt kommt nur noch der Tod?
Unweigerlich habe ich ab einem gewissen Alter gemerkt, dass die körperlichen Kräfte nachlassen. Zunächst wollte ich das nicht wahrhaben, aber es geht halt nicht mehr alles und schon gar nicht so schnell und ausdauernd wie früher. Ja klar, es liegt auch an mir und meiner Bereitschaft etwas für meine Fitness zu tun, dennoch sind mir heute tasächlich Grenzen gesetzt.
Diese Tatsache ist nicht so leicht zu akzeptieren, aber es ist durchaus sinnvoll die Signale des eigenen Körpers ernst zu nehmen und liebevoll mit ihm umzugehen.
Wenn nicht mehr alles geht, dann kann das auch eine Chance sein, zu lernen eine sinnvolle Auswahl zu treffen, den eigenen Weg zu finden, der meinen Fähigkeiten und Bedürfnissen entspricht. Nicht mehr aus irgendwelchen selber auferlegten Zwängen
( „wenn die/der das kann, dann kann/muss ich das auch können“) mich abzumühen und Kräfte zu vergeuden, die ich anderweitig sinnvoll nutzen könnte!
Ich glaube nicht, dass das Alter unweigerlich die Möglichkeiten einschränkt, Neues zu erleben. Das Neue kommt nicht automatisch auf mich zu, d.h., wenn ich nichts unternehme, dann bleibt alles beim Alten ,dann kommt da nichts.

Manchmal kommt etwas auf mich zu, aber es passiert viel mehr, wenn ich nicht passiv abwarte, ob etwas kommt, sondern mich selber auf den Weg mache!


Es braucht meine Bereitschaft, offen zu bleiben die eigenen Begabungen zu entdecken und Neues zu wagen.
Und so frage ich heute am Dreikönigstag:
Welches Ereignis würde mich locken, so dass ich alles stehen und liegen lasse und meine gesamte Energie darauf fokussiere?
Habe ich ein Ziel und wie finde ich den Weg?
Bin ich bereit ausgetretene Pfade zu verlassen?

Ja, ich habe das frisch begonnene Jahr schon genutzt, um mich auf neue berufliche Wege zu machen. Es war an der Zeit, der Stresspegel war zu hoch. Der alte Weg ist noch nicht ganz beendet, aber ich werde nur noch bis Ende März dort arbeiten. Ich bin bereit, das Neue kann kommen, die Weichen sind gestellt, jetzt bleibt mir tatsächlich nur die Möglichkeit abzuwarten. Auf was?Ja, das werde ich euch erzählen, wenn es soweit ist. Nun braucht es Geduld. Aber die Zeit weiß ich durchaus sinnvoll zu nutzen, Langeweile kommt keine auf!

9 Gedanken zu „Wenn nichts kommt, dann komme ich!

  1. Es kann immer etwas neues kommen…..man muss es nur wollen. Auch ich merke manchmal, dass Manchess nicht mehr so schnell geht wie früher und auch dass die Jugend gerade im EDV-Bereich schneller lernt als wir jenseits der 50. Doch Aufgeben ist nicht, man kann auch jetzt noch dazu lernen, man kann Neues lernen, erleben, entdecken oder wie Du ganz neu durchstarten.
    Manchmal würde ich das auch gerne (beruflich), aber mir geht es wie Kerstin, hier hat man nicht viel Auswahl und so versucht man halt das Beste draus zu machen.

    Glückwunsch zu Deiner Entscheidung, Du packst das bestimmt und ich bin gespannt, was Du uns demnächst erzählst. Ich wünsche Dir einen guten Neustart.

    LG Susanne

  2. Also wenn du dich auf den Neuanfang im Beruf freust, dann gibt es doch nichts Schöneres. Zufrieden sein mit dem was man tut – das kann nicht jeder behaupten. Auch ich denke oft darüber nach, aber wir haben hier nicht viele Möglichkeiten.
    Liebe Grüße in den neuen Tag von Kerstin.

  3. Wie schön, liebe Beate,
    dass Du für das neue Jahr die Weichen neu gestellt hast.
    Neues erfahren, erleben, das schärft die Sinne und erfrischt Körper und Geist, gell. Wenn die Einteilung stimmt, geht das wirklich bis ins hohe Alter.
    Angenehmen Wochenstart und liebe Grüße
    moni

  4. Ja, da wird mit Sicherheit noch einiges auf dich zukommen und es ist auch tatsächlich so, dass die Kräfte nachlassen…kann man kaum glauben, ist aber so.
    Immer das Beste daraus machen, egal wie, wir brauchen niemandem etwas beweisen.

    LG Mathilda ♥ ♥

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