Alles auf Anfang!

Ich weiß nicht mehr wie alt ich war, aber vermutlich war es während meiner Grundschulzeit, als ein Onkel bei uns zu Besuch war. Ich muss erklärend hinzufügen, dass dieser Onkel ein Hobbykünstler war, er malte sehr ambitioniert. Ich sehe mich am Küchentisch sitzen, vor mir ein Blatt Papier und ich male konzentriert und mit Freude ein Bild, dabei ziehe ich mir mit dem Lineal Linien für die Wände des Hauses. Ich höre die Stimme des Onkels hinter mir, der mir über die Schulter sieht. Seine genaue Wortwahl erinnere ich nicht, aber den Tonfall und die Belehrung, dass zum Malen kein Lineal benutzt wird. In diesem Moment wurde bei mir ein Schalter umgelegt, die Freude am Malen war weg und dafür hatte sich die Gewissheit „eingebrannt“, dass ich nicht malen sollte, weil ich es nicht kann!

Zum Glück besteht die Möglichkeit, den Hebel erneut in Bewegung zu setzten und den Schalter wieder in die ursprüngliche Position zu bringen. Alles auf Anfang sozusagen! Das habe ich irgendwann vor nicht allzu langer Zeit getan und es geht mir sehr gut damit. Es ist eine wahre Befreiung. Und die betrifft nicht nur den Bereich Malen sondern steht stellvertretend für das Perfektionsstreben im Allgemeinen. Wer sagt denn, dass wir perfekt sein müssen? Ist das überhaupt möglich? Für mich selbst habe ich erkannt, dass ich niemals perfekt sein kann und werde, und dass es nur darum geht, es so gut wie es mir möglich ist zu tun.

3 Gedanken zu „Alles auf Anfang!

  1. Wie gut, dass Du den Schalter umgelegt hast, denn ich finde Du kannst sehr gut malen. Was doch so eine Aussage eines Erwachsenen bei einem Kind für Auswirkungen haben kann.
    Mir wurde als Kind immer eingeredet, dass ich auf Klettergerüsten aufpassen soll, sonst würde ich hinunterfallen……das Ergebnis, ich war immer ein ängstliches Kind auf bestimmten Sportgeräten…..
    LG Susanne

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