5. Dezember – Ein Buch aus der Kindheit

Vor zwei Wochen hat sich für mich ein Wunsch erfüllt: Der beste Ehemann von allen fuhr mit mir nach Frankfurt in das Staedel Museum. Dort ist zur Zeit eine Ausstellung über Vincent van Gogh. Die Bilder dieses Malers begleiten mich schon seit meiner frühen Kindheit. Ich bekam ein Bilderbuch geschenkt, das von ihm erzählt und mit einigen seiner Gemälde illustriert ist. Ich hatte das Buch im Vorfeld, seit ich von der Ausstellung erfuhr vergeblich in meinem Bücherschrank gesucht. Ich war schon wehmütig und konnte es nicht glauben, dass ich dieses mir so wertvolle Buch weggeben haben sollte. Aber was soll ich sagen, diese Adventszeit hält immer wieder freudespendende und glücklich machende Überraschungen für mich bereit. Von einer weiteren Überraschung erzähle ich euch morgen, heute nun zu meinem „Maler Vincent“, wie er im Buch genannt wird. Als ich am Vormittag im Regal über meiner Arbeitsecke in meinen Bastelbüchern herumkruschelte, weil ich eine bestimmte Bastelanleitung suchte, fiel mir plötzlich dieses Bilderbuch in die Hände und zauberte ein glückliches Lächeln auf mein Gesicht.

Ich vertiefte mich in die Lektüre und fast war es mir, als wäre ich mit einer Zeitmaschine in die Kindheit zurück gereist. Auf der letzten Seite des Buches hielt ich staunend über der Beschreibung des letzten Gemäldes inne: Sonnenblumen. Ich zähle doch genau diese Blumen schon lange zu meinen Lieblingsblumen. Nun bekam ich die Antwort darauf, warum ich wohl gerade Diese besonders in mein Herz geschlossen habe.

„…was meinst du Vincent“, sagte der Wirt zu ihm, „kannst du nicht ein Bild malen mit einer so hellen Sonne darauf, dass wir auch in der Nacht Licht davon haben? Dann könnte ich meine Laterne ausschalten!“ Und er lacht über seinen Spaß. Aber Vincent denkt noch lange darüber nach. Nein, ein Bild, das von selbst leuchtet wie die Sonne, kann man nicht malen. Aber vielleicht etwas Ähnliches. Es sind Blumen, Sonnenblumen… (aus dem Buch „Der Maler Vincent“ Laurin Luchner – Herder Verlag)

Diese Erlebnis hat mich nachdenklich gemacht und es wuchs eine Ahnung in mir, wie Prägungen in der Kindheit entstehen. Mir wurde bewusst, wie groß die Verantwortung von uns „Großen Menschen“ ist und was wir dazu tun können, um Kindern gute, stärkende, kreative Impulse zu geben.

2 Gedanken zu „5. Dezember – Ein Buch aus der Kindheit

  1. Ein wunderbarer Beitrag, liebe Beate.
    Ich kann mir vorstellen, wie sehr du dich gefreut hast, das Buch wiederzufinden. Ich würde es jetzt auch gerne lesen.
    Liebe Grüße,
    Martina

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