Rahmen

Seit ich das Fotografieren zu meinem Hobby gemacht habe, sehe ich die Welt um mich herum viel bewusster, vor allem wenn ich in der Natur unterwegs bin. Ich scanne mit meinem Blick die Landschaft ab, so als ob ich einen unsichtbaren Rahmen in den Händen halte für den ich ein passendes Motiv suche. 

Wenn ich mit anderen Menschen unterwegs bin ist mir schon oft aufgefallen, dass unsere Blickwinkel verschieden sind. Was meine Aufmerksamkeit erregt ist für den Anderen unter Umständen nicht interessant und was er anziehend findet entgeht vielleicht meinem Blick. 

Jeder trägt halt seinen eigenen Rahmen mit sich.

Mir ist bewusst geworden, dass mein Erleben ganz maßgeblich mit meiner Wahrnehmung zusammenhängt. Worauf ich meine Aufmerksamkeit richte das „nimmt mich mit in seine Welt“. 

Kennt ihr die Geschichte von Narnia, in der ein Kind in einen Kleiderschrank steigt und durch die Rückwand in eine Parallelwelt gelangt? 

Wenn mein Stimmungsbarometer eher auf dem „absteigenden Ast“ ist, frage ich mich zuweilen, in welche Welt ich abgetaucht bin? Es kann sein, dass ich mich von einem unangenehmen Ereignis in eine wolkenverhangene und sorgenschwere Welt habe entführen lassen.  

Ich sehe das Bild eines Bilderrahmens und stelle mir vor, dass ich jeweils nur einen winzigen Ausschnitt der Welt sehen kann und daher mein Weltbild nicht allgemeingültig ist. Wenn ich versuche meinem Gegenüber mein Erleben zu erklären, dann kann er es nicht unbedingt leicht nachvollziehen, weil er die Welt aus einem anderen Blickwinkel sieht. 

Manchmal treffe ich Menschen, die einen ähnlichen Blickwinkel haben, dann entsteht im Gedankenaustausch ein Gefühl von Zusammengehörigkeit, es fühlt sich ein bisschen wie nach Hause kommen an. 

Aber es kann auch sehr anregend und bereichernd sein mit Menschen zu sprechen die ganz andere Ansichten haben. Dadurch habe ich die Chance meinen Blickwinkel zu verändern. 

Ich finde es ungemein wichtig sowohl mir selbst als auch meinen Mitmenschen zu gestatten „aus dem Rahmen zu fallen“. 

Ich trage die Verantwortung für meine Lebensgestaltung und möchte meinen eigenen Rahmen setzen und sollte meinen Mitmenschen das Gleiche auch zugestehen. 

Wenn wir einander damit nicht schaden, sollten wir uns gegenseitig die Freiheit und das natürliche Recht zugestehen das Leben so zu gestalten wie wir es möchten!

Natürlich passiert es auch mir sehr oft, dass ich in Gedanken mich selbst oder Andere bewerte und maßregele, ich bin ja schließlich nicht perfekt und kann und muss es auch  nicht sein, aber es ist doch schon ein Fortschritt, wenn ich mich hin und wieder an meinen Rahmen erinnere. 

Nun könnt ihr vielleicht verstehen, warum ich so gerne Bilder mit vielen  Rahmen male.

14 Gedanken zu „Rahmen

  1. Na klar sollst Du weitermachen liebe Beate!
    Du fotografierst, schreibst und malst doch hauptsächlich für Dich und weil es Dir Freude macht.
    Ich bin immer wieder gern hier und freue mich mit. 🙂
    Wir nehmen die Welt unterschiedlich war und Austausch ist schon wichtig. Ich bekomme in meiner HP selten Rückmeldung auf meine Einträge in Blogs,
    aber dass ist ok.
    Deine Hängematte-Zeichnung hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert,danke.
    Gruß Helga

    • Liebe Helga,
      ich freue mich so sehr, dass dir das Hängemattenbild einLächeln auf dein Gesicht zaubern konnte: Es geht um die Freude, sie darf sich fortpflanzen.
      Ich habe dich schon ab und zu auf deiner Homepage besucht aber gar keine Kommentarfunktion gesehen.

  2. Deine Bilder sind so niedlich Beate. Auf dem ersten die kleinen Mäuslein und auf dem letzten die Hängematte, total entspannend.
    Weißt du was ich manchmal mache, wenn ich mit der Kamera unterwegs bin und überlege, ob sich ein Foto lohnt? Ich nehme meine Hände und halte sie wie einen Rahmen vor meinen Blickwinkel. Gefällt mir der Ausschnitt?
    Jeder hat seinen eigenen Blickwinkel. Wie du schon schreibst: was dem einen gefällt, das übersieht der andere und umgekehrt.
    Liebe Grüße von Kerstin, die sich aus der Pause zurück meldet.

    • Liebe Kerstin,
      ja ganz genau so mache ich es auch: In Gedanken lege ich einen Rahmen um das was ich sehe. Das ist schon spannend und weitet den Blick.
      Ich freue mich, wenn meine Bilder dir Freude beim Anschauen bereitet haben, darum geht es: Freude!
      Eine liebevolle gedankliche Umarmung für dich.

  3. liebe beate, die bilder finde ich wunderschön und den worten kann ich auch hier wieder nur zustimmen. ich finde den austausch mit anderen unglaublich wichtig, offen und interessiert zu sein und zu versuchen, aus seinen filterblasen und echokammern auszubrechen. nur so können wir uns – denke ich – weiterentwickeln.

  4. Liebe Beate, auch ich bin fasziniert von deinen Bildern. Was für eine tolle Idee, unseren Blickwinkel als Rahmen zusammenzufügen. Das Tolle daran ist ja vielleicht gerade, dass verschiedene Blickwinkel zusammen ein wunderbares, vollständiges Bild ergeben.
    Sei ganz lieb gegrüßt, Priska

    • Oh ja, ein sehr interessanter Gedanke, dass verschiedene Blicke das Bild komplettieren!
      Wir sind in Wahrheit nicht getrennt voneinander, alle und alles gehört zusammen!
      Eine herzliche Umarmung für dich, liebe Priska.

  5. Deine Zeichnungen sind wunderschön, anregend und wohltuend. Ich wünsche mir noch ganz viele davon. Genau so ist es mit deinen Gedanken zu den Rahmen. Mit Interesse habe ich deine Ausführungen gelesen, liebe Beate.
    Liebe Grüße von der Gudrun.

    • Liebe Gudrun,
      ich freue mich so, wenn du beim Betrachten meiner Bilder ein wohltuendes Gefühl hast, das ist doch wunderbar. Es geht mir beim Malen einfach um die Freude.
      Sei ganz liebevoll in Gedanken umarmt.

  6. Liebe Beate,
    Dein Bild ist einfach bezaubernd und wunderschön.♥♥♥
    Du hast Dir interessante Gedanken gemacht, über die man trefflich diskutieren könnte.
    Ich wünsche jetzt aber erstmal einen angenehmen Wochenstart
    und schicke liebe Grüße
    moni

    • Liebe Moni, ich dachte ich hätte gestern schon deinen Kommentar freigeschaltet und geantwortet, nun sehe ich, dass es nicht so ist. Ich freue mich sehr, dass meine Bilder dich erfreuen. Dazu sind sie ja auch gemalt, einfach zur Freude!
      Herzliche Grüße zu dir.

  7. Hallo Beate,

    der Blick durch die Kamera verändert den Blickwinkel. Man sieht Dinge, die andere die den gleichen Weg haben, nicht sehen. Mir geht es genauso. Schade ist es, wenn man nachher die Bilder voller Stolz zeigt und man nur Desinteresse erntet.

    Hab einen schönen Tag.

    Liebe Grüße
    Harald

    • Lieber Harald, ich stimme dir zu, das Zeigen macht eigentlich nur dann Freude, wenn es auf Anteilnahme stößt. Mir geht es hier und im anderen Blog auch oft so, dass nur sehr wenig oder keine Kommentare kommen, deshalb habe ich mir auch schon oft dieFrage gestellt, warum ich blogge oder ob ich weitermachen soll.

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