Freundliches Wetter

Gestern lachte die Sonne mit ihrem schönsten Lächeln vom Himmel herunter und offensichtlich bis in die Herzen der Menschen hinein. Ich traf bei meiner Laufrunde am Nachmittag auf lauter freundliche Menschen. Ich registrierte teils erstaunt teils freudig überrascht, dass ich mehrfach, bevor ich meinerseits reagieren konnte, schon von Weitem mit einem „gut gelaunten Hallo“ begrüßt wurde. Das war schon etwas Besonderes.

Das frische Grün fiel mir auf und die zwei geraden Furchen im Acker. Die Philosophin in mir erwachte und ich nahm diese Furchen sinnbildlich als Wege des Lebens war und sinnierte über Lebenswege. Sie verlaufen nur streckenweise gerade. Es gibt viele Kreuzungen und Abzweigungen, vielleicht verläuft der Weg plötzlich im Sand oder wird unwegsam und unbequem oder gar unbegehbar und wir müssen umkehren oder uns einen völlig neuen Weg bahnen. Oft stehen uns mehrere Möglichkeiten zur Auswahl und wir müssen uns entscheiden, ob wir links oder rechts gehen. Manchmal fällt die Entscheidung mit einer inneren Klarheit und Gewissheit, manchmal treffen wir eine Wahl ohne zu wissen, ob nicht der andere Weg „besser“ gewesen wäre. Im Rückblick betrachtet würde ich heute so manches im Leben anders handhaben, aber das kann ich nur aus meinem jetzigen Blickwinkel so sehen, auf meinem Weg habe ich so agiert wie ich es zu dem jeweiligen Zeitpunkt konnte. Es fällt mir nicht leicht, zu akzeptieren, dass ich Fehler gemacht habe, dass ich Menschen verletzt habe oder ihnen nicht das gegeben habe, was sie von mir gebraucht hätten. Ich lerne Stück für Stück meinen Hang zum Perfektionismus loszulassen. „Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden“, ich weiß nicht, von wem dieser Ausspruch stammt, aber er hat sich für mich als wahr herausgestellt.

Der Mond begleitete auch gestern meinen Weg. Ich mag das, wenn Er am strahlend blauem Himmel sichtbar wird. Wahrscheinlich weil ich mich zur Zeit mit der Biographiearbeit beschäftige kommen mir öfter allerlei Begebenheiten aus meiner Kindheit in den Sinn. Der Mond erinnert mich an eines der herausragenden Ereignisse: Die Übertragung der ersten bemannten Mondlandung im Fernsehen. Die ganze Familie war im Wohnzimmer versammelt und es lag eine kribbelige Spannung in der Luft. Ich war zu diesem Zeitpunkt 7 Jahre alt und durfte meine erste Coca Cola trinken, das war eine absolute Ausnahme zur Feier des Tages, sonst gab es dieses Getränk nicht, schon gar nicht für mich als jüngstes Mitglied der Familie. Ich denke, dass die Erinnerungen an die Fernsehübertragung nur deshalb so deutlich erscheinen, weil ich sie später in diversen Dokumentationen noch öfter zu Gesicht bekam. Allerdings war für mich als Kind die immense und nicht vorstellbare Entfernung des Mondes zur Erde schon sehr beeindruckend. Ich schaute auch gerne in den Sternenhimmel, wenn ich Gelegenheit dazu hatte.

Ja und dann gab es gestern noch eine freudige Überraschung, ich sah am Wegesrand die ersten Gänseblümchen. Habt ihr euch früher auch Kränze daraus gebunden und ins Haar gesteckt? Ich habe als Kind auch gerne winzige Blumensträuße daraus gemacht, die fanden dann im Eierbecher ihren Platz. Heute pflücke ich keine Blumen mehr, ich mag sie am liebsten „lebendig“ in der Natur anschauen. So, das war es für dieses Mal, ich habe nun kein Foto mehr für euch.

10 Gedanken zu „Freundliches Wetter

  1. Liebe Beate, bei uns im Garten blühen die Gänseblümchen, als sei es das Normalste um diese Jahreszeit…
    Dein Philosophieren über die Lebenswege hat mir gefallen. Wir entscheiden uns, anhand von dem , was wir in diesem Moment wissen, bedürfen, (noch) vermeiden wollen etc. Ob es immer gut war, weiß ich nicht, aber das Jetzt können wir noch mitgestalten. Liebe Grüße, Priska

  2. Das Wetter scheint sich sofort auf die Stimmung des Menschen zu legen und seine Psyche zu beeinflussen.
    Komm gut durch den Sturm, liebe Beate (was aber nicht heißt, dass ich sturmbedingt nun gerade wie eine Furie bin). Bei uns ist es doll windig, das ist noch nicht Besorgnis erregend.

    Liebe Grüße,
    Anna-Lena

  3. Liebe Beate,
    es stimmt schon: wenn die Sonne lacht, lächeln auch die Menschen. Wir freuen uns eben über die Geschenke der Natur, gell.
    Ich habe gestern den ersten frisch erblühten Löwenzahn entdeckt! Ich habe mich echt gefreut. 🙂
    Ich wünsche Dir einen angenehmen Freitag und einen guten Start in ein entspanntes Wochenende,
    herzlichst moni

  4. Auch hier kann man schon vereinzelt Gänseblümchen entdecken. Dazu Schneeglöckchen. Die Natur erwacht, hoffentlich kommt kein tiefer Frost mehr.
    Die Menschen sind glücklich, wenn Sonne scheint. Die wärmt uns von außen und unser Herz.
    Wir haben Kränze aus Löwenzahn gebunden. Und wir haben Wiesenschaumkraut gepflückt für die Mutti. Daran muss ich heut immer noch denken, wenn ich welches sehe.
    Liebe Abendgrüße von Kerstin.

  5. Oh ja, Kränze aus Gänseblümchen habe ich mir oft gebunden in der Jugend. Eigentlich schade, dass man dann so „vernünftig“ erzogen wird. Ein Kranz aus Gänseblümchen kostet nichts, macht nur ein bisschen Mühe. Ich konnte darüber früher die Zeit vergessen auf der Wise, in der Sonne, mit dem Insektengebrumm. Später musste ich erst wieder lernen, zur Ruhe zu kommen.
    Die Felder und Äcker auf dem Dörfchen fehlen mir sehr. Dort fand ich ich nie grau und trostlos, auch an nichtsonnigen Tagen.
    Liebe Grüße von der Gudrun.

    • Stimmt, ich erinnere mich auch daran, dass mir in der Kindheit so graues Wetter nichts ausgemacht hat, es hatte keinen Einfluss auf mein Wohlbefinden. Im Gegenteil, wenn es regnete hsbe ich es geliebt, mit meinem Regenmantel und Gummistiefeln und einem Schirm loszustiefeln, die Luft roch so gut bei Regen und ich fand es gemütlich, wenn der Regen auf den Schirm getrommelt hat.

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