Belanglos?

Wenn ich mir überlege, was ich hier schreiben oder zeigen kann, erscheint mir im Moment alles belanglos. Aber dennoch möchte ich irgendwie versuchen, diese Blockade zu überwinden, denn es tut mir nicht gut zu schweigen. Manchmal ja, aber nicht dauerhaft!
Ich bin gerade dabei für eine liebe Freundin eine kleine Sammlung meiner Geschichten und Gedichte aufzuschreiben, die wie ich finde in diese Zeit gerade ganz gut passen. Ich weiß, dass sie sich darüber freuen wird. Bei dieser Gelegenheit bin ich dann über ein Gedicht vom Februar letzten Jahres „gestolpert“. Ich dachte mir, dass ich das jetzt auch gerade ganz gut gebrauchen kann.

Die Welt ist schlecht
Die Welt ist gut
Für Beides gibt es
Grund genug
Du findest das
Nachdem du suchst
Und ob du Jubelst
Oder fluchst
Das hast du selbst
In deiner Hand
Wohin dein Blick
Auch immer geht
Es zieht dich an
Wie ein Magnet
Du hast die Macht
Dich zu entscheiden
Du bist kein Opfer
Musst nicht leiden
Suchst du nach Freude
Und nach Licht
Dann hindert dich
Das Dunkel nicht
Die Welt ist schlecht
Die Welt ist gut
Für Beides gibt es
Grund genug

(c) Beate Neufeld

Ich beobachte bei mir, dass die Stimmung immer wildere Tänze aufführt, mal hoch mal runter, und das kenne ich von Zeiten vor der Pandemie nicht in diesen kurzen Intervallen. Also habe ich damit zu tun, mich immer wieder aus den stimmungsmäßigen Tiefpunkten aufzurappeln. Ich weiß, dass ich hier nichts Neues schreibe, dass es wahrscheinlich den allermeisten Menschen da draußen auch so geht. Aber dennoch hilft es ja auch manchmal darüber zu sprechen und zu schreiben, denn dadurch ändert sich die eigene „Position“. Ich bin nicht mehr in der Situation die mich belastet drin sondern werde, wenn ich darüber spreche oder schreibe, zum Beobachter derselben. Und dann bemerke ich, dass mich diese Situation niemals ganz ausmacht, dass da noch so Viel mehr ist. Dann wird der Blick wieder frei zum Beispiel für das wofür ich dankbar sein darf oder mir kommt eine Idee, was mir jetzt gut tun würde.
Ich male immer wieder gerne. Nun haben mittlerweile alle Steine, die ich im letzten Sommer bei einem Ausflug am Rhein gesammelt habe, ein buntes Kleid bekommen.

Anfang der Woche war es dann auch Zeit, um die Weihnachtsdeko abzuräumen. Ich habe unser Sideboard neu dekoriert und das macht Freude.

Und nun wende ich mich wieder meinen Aquarellfarben zu und pinsele in fröhlichen bunten Farben.

Ich habe bereits 4 weitere Motive vorgezeichnet. Die werden jetzt nach und nach „mit Leben erfüllt“. Im nächsten Monat würden normalerweise meine Entspannungskurse wieder losgehen, aber das danach sieht es im Moment gar nicht aus. Ach, das fehlt mir schon sehr: Ja, ich will nicht jammern, aber das darf ja auch mal geschrieben werden.
Wie haltet ihr euch munter, was tut euch gut?

8 Gedanken zu „Belanglos?

  1. Liebe Beate,

    ich kann deine Stimmungen mühelos nachvollziehen und ich habe mir wirklich angewöhnt (oft zwinge ich mich regelrecht), gar nicht darüber nachzudenken, sondern mich zu beschäftigen. Vieles im Haushalt ist ein lang aufgeschobenes MUSS, auch immer mit dem Ziel, einmal am Tag mir selbst etwas Schönes zu gönnen.
    Du lebst deine Kreativität aus und bist auch gut und mit tollen Ergebnissen beschäftigt. So kommen wir über diese Zeit.
    Ich schicke dir liebe Grüße und ganz viele Portionen Geduld! 🙂

    Herzlich,
    Anna-Lena

  2. Liebe Beate, sehr schön kreativ bist du.Viel Freude weiterhin dabei,die kleine Hühnerparty gefällt mir besonders. 🙂 Die üben wohl schon für Ostern Eieiballancieren?

    Mir tun besonders Spaziergänge in der Natur gut und wenn das Wetter zu gruselig ist, machen wir ein großes Puzzle. Das haben wir seit vielen Jahren nicht mehr gemacht und es macht tatsächlich Freude. Dann gestalte ich auch noch ein Geschenk für meinen Sohn zu seinem 50.Geburtstag.Eine gezeichnete Bildcollage von ihm aus seinem Leben… ein Gesicht wiederzugeben fällt mir etwas schwer. Na schau ma mal.
    Liebe Beate, ich wünsche dir alles Liebe und viele kleine Freuden, die dein Leben bereichern und dir gut tun.
    Mit liebem Gruß Helga
    Gestern hat ein Vögelchen so wundervoll im Garten gesungen , da kamen mir fast die Tränen. Das war auch so eine Freude fürs Herz.

    • Das berührt mich auch, was du über das Vögelchen schreibst, liebe Helga. Ja ich glaube das gehört auch zur Lebenskunst, solche „Geschenke“ wahrnehmen zu können. Eine gezeichnete Bildcollage, das klingt wundervoll. Gesichter zu zeichnen ist auch für mich eine große Herausforderung. Da fällt mir ein, dass ich vor langen Jahren einmal ein Portrait von…? mit Bleistift nachgezeichnet habe und zum Schluss erstaunt war, weil es viel besser geraten war als ich erwartet hatte. Vielleicht sollte ich mal wieder üben? Alles Liebe für dich und ein gutes Gelingen mit viel Freude wünsche ich dir.

  3. Erstmal: deine Deko mit den Eierschalen gefällt mir richtig gut. Das hat etwas von Frühling, Wärme, Anfang. Die tanzenden Hühner habe ich schon bei fb bewundert. Sie haben mich herzlich lachen lassen. Zu deinem Gedicht müsste ich etwas mehr schreiben. Ich finde es gut. Es hat mich sehr berührt.
    Wie halte ich mich munter? Ich kann da gar nicht so Recht abgrenzen zwischen der Beschränkung durch Corona und den neuesten gesundheitlichen Einschränkungen. Letztere habe ich noch nicht verarbeitet.
    Liebe Grüße schicke ich dir.

  4. Eine unschöne Zeit müssen wir überstehen, irgendwie durchkommen. Es ist so still, kein Treffen mit Freunden, keine Ausflüge, kein Essen gehen.
    Ich bin zwar fast jeden Tag draußen unterwegs, aber langsam wird auch das langweilig. Heute scheint zwar die Sonne, aber es ist bitterkalt und ich gehe heute nicht raus.
    Urlaubszeiten müssen auf Arbeit eingetragen werden, aber man kann doch noch gar nichts planen.
    Schränke aufräumen, Renovierungen planen, Urlaubsziele abwägen. Aber alles irgendwie auch lustlos.
    Komm gut in die erste Februar-Woche morgen liebe Beate.
    Viele Grüße von Kerstin.

    • Ja Urlaubspläne erscheinen utopisch. Vor einigen Tagen fragte mich eine Freundin, wohin wir denn unseren nächsten Ausflug machen sollen, wenn es wieder möglich ist. Diese Frage machte mich sprachlos, denn mir wurde bewusst, dass ich mir es gar nicht mehr vorstellen kann…

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