Sternstunden

„Ich würde so gerne mal wieder…, aber ich habe keine Zeit!“ Dieser Satz gehört vermutlich zu den meist gesprochenen. Es scheint so, als ob es eine Zeitverwaltungsbehörde gibt, deren Mitarbeiter diese willkürlich und vollkommen ungerecht aufteilen, so dass die meisten Menschen einfach immer „in die Röhre gucken“ und niemals genug davon abbekommen, während einige wenige Privilegierte immer wieder eine Extraportion „ in den Rachen geworfen bekommen.“

Und dabei hat jeder Tag 24 Stunden und selbst für Diejenigen, deren Arbeitswoche weit mehr als 40 Stunden hat, bleibt an jedem Tag mindestens eine geschenkte Stunde Zeit zur ganz persönlichen Verfügung, wenn wir bereit sind sie anzunehmen. Mit dem Annehmen ist das so eine Sache. Nicht wenige Menschen haben Probleme damit, Geschenke anzunehmen ohne gleich „wieder etwas gut machen“  zu können. Auch mit dem Annehmen von Lob oder Komplimenten tun sich Viele schwer, sie reagieren dann mit einem beschämten Unwohlsein. Ich vermute, dass letztendlich ein und derselbe Satz über diesem Phänomen steht. „ Ich bin es nicht wert!“

Wir orientieren uns oft unbewusst an unseren Mitmenschen und streben danach, es ihnen gleich zu tun, um nicht aus der Rolle zu fallen, um Anerkennung zu bekommen und uns aufzuwerten. „ Ich kann doch nicht…, was sollen dann die Anderen denken? Wenn die/der das schafft, dann muss ich doch auch“, usw.

Gestern als ich über all das nachdachte, kam mir die Idee für das Geschenk als „Mitbringsel“, wenn ich mich morgen mit meinen zwei liebsten Freundinnen treffe.

Ich wünsche dir und mir und uns allen an jedem Tag unseres Lebens eine Sternstunde, die wir gerne annehmen!

Vielleicht habt ihr Freude daran, in meinem Blog Herzensauge nachzuschauen, da gibt es ein Gedicht zum heutigen Thema.

Lichtblicke

Nicht nur in dieser Jahreszeit, in der die Sonnenstunden täglich kürzer werden und in der auch sonst der Tag von grauen Wolken verhängen ist, auch in Phasen des Lebens, in denen es etwas beschwerlich wird, sind Lichtblicke ganz besonders wertvoll. 

Ich saß gestern ziemlich müde und ausgelaugt im Sessel und da kam plötzlich die Sonne hinter den Wolken hervor,  um durch das Fenster zu mir zu Besuch zu kommen. Wie eine liebe Freundin, die es gut mit mir meint,  hüllte sie mich mit liebevoller Wärme und Licht ein. Ich schloss meine Augen und tankte dankbar auf. Ich war in letzter Zeit nicht oft im Internet, deshalb habe ich eure lieben Kommentare, die ebenfalls ein Lichtblick für mich sind, erst heute entdeckt und beantwortet. Dieses Erlebnis spiegelt meine derzeitige Lebenssituation wieder, in der nun endlich nach längerer schwieriger Entscheidungsphase wieder Licht am Horizont zu sehen ist. Seid herzlich gegrüßt und passt gut auf euch auf!

Schrottwichteln

Kennt ihr das Schrottwichteln?
Es ist eine Variante des Wichtelns, ein schöner Brauch in der Vorweihnachtszeit.
Das Schrottwichteln wird etwa bei einer Weihnachtsfeier veranstaltet zu der jeder Teilnehmende einen Gegenstand aus seinem Fundus als Geschenk verpackt mitbringt.
Es soll kein Abfall sein, aber es sind in der Regel irgendwelche Dinge, die man irgendwann von irgendwem selber geschenkt bekam und für die man keine Verwendung gefunden hat, sei es, weil sie den persönlichen Geschmack nicht getroffen haben oder weil man den Sinn und Zweck nicht erkennen kann.
Alle Geschenkpäckchen werden mit einer Nummer versehen und jeder Teilnehmer zieht aus einem Lostopf eine entsprechende Zahl, die darüber entscheidet, welches Geschenk im zuteil wird, natürlich sollte dabei vermieden werden, dass jemand sein eigenes Geschenk zurück bekommt.
Bei dieser Gelegenheit wechseln also lauter unliebsame Dinge, sozusagen „Geschenke- Stiefkinder“ ihren Besitzer und es ist nicht ausgeschlossen, dass die neuen Besitzer sich über das Geschenk sogar freuen. Da kann es schon mal passieren, dass eine begeisterte Stimme zu vernehmen ist. „ Mensch klasse diese alte Suppenschüssel, darin kann ich prima meine Sukkulenten einpflanzen, das ist total dekorativ!“ und dem Schenker wird schlagartig klar, dass er einen verborgenen Schatz aus den Händen gegeben hat.


Heute kam mir in den Sinn, das es mir schon mehr als einmal so vorgekommen ist, als ob das Leben mit mir Schrottwichteln spielt. Nicht, dass ich dabei gefragt wurde, ob ich mitspielen möchte! Nein, einfach so, ganz spontan liegt da plötzlich ein Päckchen , manchmal auch ein richtig schweres Packet vor mir, dessen Inhalt mich, gelinde gesagt, wenig erfreut. Aber eine gewisse Magie liegt über dem Geschehen, denn es kann passieren, dass ich den Sinn und Zweck einige Zeit später erkennen kann, sozusagen mit Abstand und aus einer anderen Perspektive betrachtet. Meine Mutter sagte oft, wenn „ es unverhofft kam“: „ Wer weiß wozu das gut ist!“
Vielleicht hat diese Aussage, die eine gewisse Lebenshaltung widerspiegelt, mich dafür sensibilisiert, das Leben als Chance zum Lernen zu begreifen.
Lernen kann Spaß machen, muss aber nicht! Aber wenn ich etwas gelernt habe, was mir zunächst gar nicht so leicht fiel, erfüllt mich das mit Freude und ich weiß dann, dass es mich ein gutes Stück weiter gebracht hat.

Unverhofft kommt oft


Unverhofft kommt oft


Gestern bekam ich Besuch
ganz plötzlich und unverhofft
ohne Voranmeldung
haben sie bei mir angeklopft


Hätten sie mich gefragt
ich hätte es nicht gewollt
aber das taten sie nicht
der Karsten und der Leopold


In dreister Manier standen sie vor meiner Tür
ahnungslos konnten sie mich überrumpeln
und hielten forsch Einzug
mitsamt ihren Kumpeln


Ja ihr hört ganz recht
es ist ein Graus
ich bin ganz wehrlos
und voll ist mein Haus


Mit lauter lästigen üblen Gesellen
ich fürchte ich werd sie so schnell nicht los
sie machen sich hier breit
und ihre Freude ist groß


Meine Begeisterung hält sich in Grenzen
wehrlos schau ich zu ihrem Tanz
sie treiben es zügellos wild
der Leopold, der Karsten, der Kurt und der Franz


Ihr grübelt schon ob euch wohl einer bekannt
Ich warn euch kommt ja nicht zu nahe heran
sie nutzen das skrupellos aus
und zieh’n euch in ihren Bann  


Deshalb nehmt meine Warnung ernst 
Ihr sollt nicht länger ratlos sein
ich mein es nur gut
und weihe euch ein


Die Übeltäter sind euch längst bekannt
ihr kennt jeden Einzelnen von den Vieren
jeden hinterlistigen erbarmungslosen Wicht
sie lassen euch grüßen die Grippeviren

Es dauert wohl noch ein Weilchen und deshalb sage ich mir: Lachen ist die beste Medizin!

Die beste Medizin

„Dann schlaf dich mal schön gesund“! Ich höre sie noch, die Stimme meiner Mutter, wenn ich als Kind krank war. Das tue ich tatsächlich schon freiwillig, wenn es mich so richtig mit hohem Fieber erwischt hat. Aber dieses Mal war es mir nicht danach, ich wollte nicht „ das Bett hüten“, denn dem passiert auch ohne mein Zutun nichts! Ich weiß inzwischen sehr genau was mir gut tut und so beschloss ich, es mit dem Gesundbasteln zu versuchen. Wie, davon habt ihr noch nichts gehört? Ach naja ist ja auch klar, dass habe ich am vergangenen Samstag selbst erfunden. Mir ging es nicht gut, ein grippaler Infekt war im Anmarsch und ich fühlte mich ziemlich schlapp. Aber den ganzen Tag nur herumsitzen wollte ich auch nicht, daher widmete ich mich dem Basteln in Minischritten. Ja das geht, denn „Kleinvieh macht auch Mist“! Immer ein paar Faltschritte oder ein bisschen Schnipseln, hier und da mal ein paar Klebepunkte setzen und das immer im Wechsel mit Ruhepausen auf dem Sofa oder im Sessel. Zwischendurch natürlich auch eine Dosis von den Mitteln aus der Hausapotheke.

Los ging es mit diesem Leucht-Bäumchen. Die Anregung dazu bekam ich von einer Freundin die mir letzten Freitag ein Ähnliches als Geschenk mitbrachte.Ich suchte also im Web nach Bastel Tutorials und fand auch eine passende Anregung. Nach dieser ist dann mein Leuchte-Bäumchen entstanden. Bei dem Treffen bekam ich von einer anderen Freundin eine weitere Bastelanregung. Sie hatte diese in einer Zeitung gesehen und für mich ausgeschnitten. Sie selber bastelt nicht aber sie hat beim anschauen sofort an mich gedacht und das hat mich sehr gefreut. Also hatte ich mein zweites Gesund-Bastelprojekt, diese Papierengel.

Sie nahmen auch sogleich auf ihrer Himmelsleiter Platz. Für die Bastelfreunde unter euch zeige ich durch das nächste Foto, dass diese Engel ganz einfach nach zu basteln sind.

Die finale Aktion galt der Herstellung einiger Sterne, die nun als Mobile an der Lampenschiene hängen.

Nun fragt ihr euch vielleicht, ob die erwünschte Wirkung auch eingetroffen ist? Also ganz gesund bin ich noch nicht, aber es geht mir schon etwas besser. Das Wichtigste ist aber, dass sich das Gesundwerden auf diese Weise viel unterhaltsamer gestaltet!Und jetzt mach ich mir erst mal einen schönen Tee und wünsche Euch Gesundheit.

Abends im Garten

Vor einigen Tagen bin ich abends nochmal in den Garten gegangen und habe mich dort sehr wohl gefühlt. Es ist dann alles noch viel stiller als am Tag und die äußere Stille legt sich dann wie eine wohlige Decke über mich und lässt mich auch innerlich ruhiger werden.

Hier ist zwar nicht mein Schreibblog aber ich hatte einfach Freude daran, zu den abendlichen Fotos ein kleines Gedicht zu schreiben. 


Die Sträucher und Bäume kommen zur Ruh

Wald und Felder schließen die Augen zu

Ich schaue in ein gähnendes Blumengesicht 

Sogleich steckt´ s mich an und ich wehre mich nicht

Der lauten Welt sag ich jetzt gute Nacht

Von fern hör ich wie der Mond heimlich lacht

Den ganzen Tag hat er davon geträumt

Dass die Sonne ihm endlich seinen Platz frei räumt

Die Blätter fallen

In den letzten Tagen hat dann hier bei uns der November seine „Verkleidung als verlängerter Spätsommer“ abgelegt und zeigt sich nun ungeschminkt. Morgens und abends wird es schon oft neblig und recht kühl. Das gehört so, denn es passt zur Jahreszeit. Die fallenden Blätter haben das Bild der Landschaft jetzt deutlich verändert. 

Ich denke gerade an meine Geschichte „Das stolze Blatt, das nicht fallen wollte“, die ich vor zwei Jahren geschrieben habe.

Die Blätterlücken der Weinreben geben den Blick auf die Kirche im Dorf frei. Ich mag es, hier in den Feldern spazieren zu gehen. Es ist deutlich stiller als im Dorf.

Die frische und sonnige Novemberluft tut mir gut.
Hier habe ich schon eine ganz Weile nicht mehr gesessen, aber die Bank darf jetzt bis zum nächsten Frühling darauf warten 🙂

Die Birken werden silbrig, wenn der Bick auf die Äste frei wird.

Ich komme hier an diesen Platz im Feld gerne hin, wenn ich „etwas auf dem Herzen habe“, es fällt mir leichter, Sorgen loszulassen, wenn ich sie symbolisch hier „ablegen“ kann.
Ich denke heute hier auch an den tragischen Verkehrsunfall, der sich im Nachbarort vor drei Tagen ereignet hat. Ein Fahrradfahrer, 62 Jahre alt, ist von einem Lastwagen, der auf eine Vorfahrtsstraße abbog, überrollt worden und war auf der Stelle tot. In diesem Jahr sind nach meinem Empfinden viele Menschen hier im Umfeld plötzlich und unerwartet gestorben. Was heißt das eigentlich? Kommt der Tod nicht immer plötzlich und unerwartet, weil wir Meister im Verdrängen sind? Ich fühle mich jedes Mal bei solch einem Ereignis innerlich aufgerüttelt. Die Prioritäten verschieben sich im Angesicht des Todes. Je älter ich werde, desto dringlicher ist mein Wunsch, meine Zeit sinnvoll zu nutzen. Mehr darauf zu achten, was mir wirklich von innen heraus wichtig ist und danach zu handeln.
Es gelingt mal mehr und mal weniger gut. Aber auch hier ist der Weg das Ziel!
Ich wünsche euch ein frohes Wochenende.

Ein spätsommerlicher Novembertag

Was war heute bloß mit dem Wetter los?
Wir hatten 18 Grad und strahlenden Sonnenschein. Ich lief ohne Jacke herum und fühlte mich zurückversetzt in den Spätsommer. Nun, das stimmt auch nicht ganz, denn der Spätsommer kam in diesem Jahr eher wie ein verlängerter Sommer daher.
Was ist bloß mit dem Wetter los?
Keine Sorge, ich möchte hier jetzt keinen weitern Artikel über den Klimawandel schreiben, dass haben Andere an zahlreichen anderen Stellen schon zur Genüge getan.
Ich habe mich des Themas auf humorvolle Weise angenommen, in einer Kurzgeschichte, die ihr auf meinem Schreibblog „Herzensauge“ lesen könnt.
Ihr gelangt übrigens über den entsprechenden Button, oben unter dem Headerbild auf diese Seite.
Wir waren heute trotz des prächtigen Wetters im Museum, weil eigentlich Regen angesagt war und wir uns schon auf den Museumsbesuch gefreut hatten.
Unsere Wahl fiel auf das Technoseum in Mannheim. Es ist sehr empfehlenswert und bietet auch für Kinder geniale interaktive Lernmöglichkeiten.
Unter den Ausstellungsstücken entdeckte ich etwas mir bisher völlig Unbekanntes:
DIE WELLENBADSCHAUKEL

Habt ihr so etwas schon mal gesehen? Ich war verblüfft und amüsiert zugleich, als ich die Beschreibung las.

Wir haben dann bei einem leckeren Stück Kuchen in unserem Lieblingscafe`den Ausflug ausklingen lassen. Damit ich noch ein wenig Sonne tanken konnte, habe ich später eine kleine Fotorunde durch unseren Noch-Garten und mit Blick auf den Nachbargarten gemacht.

Warum mache ich das eigentlich

In der letzten Zeit habe ich mir des Öfteren Gedanken darüber gemacht, warum ich eigentlich Zeit investiere zum Bloggen. Was ist für mich die Motivation?
Da ich auch auf Facebook und Instagramm unterwegs bin werde ich ständig mit den Like Buttons konfrontiert. Klar, auf Facebook oder Instagramm benutze ich sie auch. Aber das hat für mich einen anderen „Charakter“, da ist die Reichweite viel größer. Es gibt massenhaft Informationen auf unzähligen Seiten und von den sogenannten Freunden werden doch meist eher kurze Statements abgegeben, oder mal ein Foto eingestellt.
Bloggen ist für mich anders, irgendwie als wenn ich die Tür zu „mein Wohnzimmer“ noch ein Stückchen weiter öffnen könnte, so dass dort Platz wird für die Begegnung mit Menschen, die ich sonst nicht treffen, ja noch nicht einmal kennen würde.
Bloggen ist für mich ein wertvoller Austausch, wie eine Gesprächsrunde bei der Erlebnisse Informationen oder Fotos ausgetauscht werden. Natürlich interessiert sich nicht Jeder für alles oder hat zu jedem Thema etwas zu sagen, aber wenn sich immer nur Einzelne und die Selben in das „Gespräch“ einbringen, dann entbehrt es der Lebendigkeit.
Wenn ich in einem Blog lese, dann sehe ich, dass sich der Blogger viel Mühe gegeben hat, um einen schönen Artikel zusammenzustellen.
Nicht zu jedem Artikel habe ich etwas zu sagen, z.B. weil ich mich mit dem betreffenden Thema noch nicht auseinandergesetzt habe oder weil meine Interessen auf einem anderen Gebiet liegen. Aber in den meisten Fällen nehme ich mir gerne die Zeit, ein paar anerkennende Worte zu schreiben, oder auch manchmal nur einen kleinen Gruß zu hinterlassen.
Ich mag nicht einfach nur auf den Knopf drücken (Like Button), quasi ein Häkchen hinter das von mir Gesehene zu machen und dann flott weiter zum nächsten Blog zu „springen“. Sicher, das wäre zeitsparender, also richtig effektiv, denn dann würde ich viel mehr Blogs mit dem gleichen Zeitaufwand schaffen, aber mit dieser Konsumhaltung würde mir schon bald die Freude verloren gehen.
Weniger ist oft viel mehr, finde ich!
Aus diesem Grund ist es für mich gar nicht schlimm, dass sich hier auf meinem Blog keine Like Buttons einrichten lassen, denn wäre es möglich, hätte ich zwar wahrscheinlich eine leise Ahnung davon, ob da Jemand und wer da draußen mitliest, aber trotzdem würde nicht mehr Menschen zu mir „in meinem Wohnzimmer kommen und sich zu mir an den Tisch setzten“.

So, und nun nehme ich euch mit auf meinen Herbstspaziergang, den ich vorgestern gemacht habe. Es war sozusagen ein Goldener Oktobertag der sich in den November verirrt hat. Wahrscheinlich hatte er getrödelt, sich zu lange verweilt mit Nüssen, Kastanien und Äpfeln ernten und in der Sonne sitzen und sich die Nase wärmen lassen; und so hat er dann den Anschluss verpasst und konnte erst vorgestern hier Einzug nehmen.
Seht selbst, welche Geschenke er mitgebracht hatte.

Machts gut, bis demnächst.

 

Sei nicht so empfindlich

„Was hast du denn jetzt schon wieder, es ist doch alles in Ordnung?
Was willst du denn?
Stell dich nicht so an!
Du hast doch gar keinen Grund zum Traurig Sein, dir geht es doch so gut!
Nimm dir nicht alles so zu Herzen, sei nicht so empfindlich, leg nicht alles auf die Goldwaage!
Was machst du denn, einfach nur da sitzen und nachdenken, man muss doch etwas tun!“
Mir kommen diese Ansprachen sehr bekannt vor, schon als Kind habe ich sie so oder mit ähnlichen Worten oft gehört.
Und heute ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich diese Sätze im Geiste zu mir selber spreche um mich davon abzubringen, so zu sein, wie ich bin.
Um besser in das Bild zu passen, was ich mir von mir selbst gemacht habe und um die Erwartungen, die ich mir selbst auferlege zu erfüllen.
Ich bin empfindsam, dünnhäutig und reflektiere ständig, was ich erlebt habe.
Ich kann einen ständigen Geräuschpegel z.B. durch Radio nur schwer ertragen.
Wenn jemand laut spricht tut es mir in den Ohren weh.
Wenn ich mich in Gesellschaft von vielen Menschen aufhalte, strengt mich das an, weil ich die Stimmungen und Befindlichkeiten der anderen Menschen spüren kann.
Gerüche nehme ich sehr intensiv wahr, manche bereiten mir körperliches Unwohlsein.
Ich habe sozusagen feine Antennen und nehme viele Eindrücke auf, ständig und überall, weil ich sie nicht ausfiltern kann, deshalb brauche ich regelmäßig Ruhezeiten um alles zu verarbeiten.
Heute weiß ich, warum das so ist, dass ich nicht unnormal bin, nicht schlecht oder minderwertig.
Ich bin eine HSP (Highly Sensitiv Person) hochsensibel eben.
Es wird in den letzten Jahren immer häufiger darüber in den Medien berichtet, natürlich auch kontrovers diskutiert. ‚
Seit ich auf diese Thematik gestoßen bin, hat für mich ein neues Leben begonnen. Ich habe mich eingehend damit beschäftigt und habe mich in meinem So Sein wieder gefunden.
Ich mag es nicht, wenn sich Hochsensible als etwas Besonderes darstellen oder die Erwartung haben, dass ihre Umwelt nun auf sie Rücksicht nehmen müsse.
Jeder Mensch hat schließlich seine Eigenarten, seine Begabungen, seine kleinen Macken, besondere Persönlichkeitsmerkmale.
Aber mir hat es sehr geholfen, zu erfahren,dass es nicht nur mir alleine so geht, und dass ich nicht falsch oder krank bin.
Laut den Forschungsergebnissen sind etwa 20 Prozent der Bevölkerung hochsensibel und nicht jeder Hochsensible Mensch „tickt gleich“, es gibt da ganz unterschiedliche Ausprägungen.
Ich habe gelernt selbstverantwortlich mit mir umzugehen und für mich und meine Bedürfnisse einzustehen. Es ist ein Lernprozess der keineswegs abgeschlossen ist.
Gestern bemerkte ich, dass ich wieder einmal im
„Abwehrmodus“ war und mich selber maßregelte(siehe oben).
Dann besann ich mich darauf, was ich in meiner Weiterbildung zur Entspannungspädagogin gelernt habe und ging in eine Atemmeditation.
Diese Art von Meditation habe ich für mich selbst als äußerst hilfreich und entspannend entdeckt und schreibe öfter Anweisungen zur Meditation für mich selbst auf, damit ich sie mir gelegentlich wieder vergegenwärtigen kann, besonders hilfreich, wenn der Stress sehr groß ist.
Gestern ist diese entstanden:

Atemmeditation: Einatmen auf DA Ausatmen auf SEIN:

DA SEIN
Ich lasse alles
Müssen, Sollen, Wollen
Ich darf mich sein lassen
EINFACH DA SEIN
SO WIE ICH BIN