Schnittmenge

Es ist schon spannend, was man beim Malen erleben kann. Auf ganz unterschiedliche Weise entstehen meine Gemälde. Entweder ich lasse die Farben absichtslos über das Papier fließen oder ich setzte ein vorher geplantes Motiv gezielt um, manchmal aber kommt es auch anders als geplant, weil zum Beispiel wie beim oben gezeigten Motiv der Pinsel zu nass war und die Farben ineinander laufen. Geplant waren kreisförmige, einzeln stehende Blütenköpfe. Anstatt mich über das Missgeschick zu ärgern entschloss ich mich dafür einen Kompromiss einzugehen. Ich ließ also dem Pinsel bewusst einen größeren Spielraum und die Farben der Kreise ineinander fließen. Es entstanden Schnittmengen, die mich zum Nachsinnen anregten. Ich dachte über zwischenmenschliche Schnittmengen im weitesten Sinne nach:

Nun genug mit meinen euch vermutlich abstrakt erscheinenden Gedankengängen. Ich zeige euch lieber meine Fotos von Rundherum, um meinen Wohnort aus den vergangenen Tagen.

Viele Kornfelder sind inzwischen schon abgeerntet und die Weintrauben sind schon fast „erwachsen geworden“. Aber hier nochmal das wunderschöne Ährengold.

Wenn ihr ganz genau hinschaut, könnt ihr ganz am Ende des Feldes, ziemlich mittig die Spitze des Kirchturms unserer Dorfkirche erkennen, in deren Nähe ich wohne.

Hell und dunkel wechseln sich immer wieder ab.

So ist das im Leben, zum Glück gibt es immer wieder Lichtblicke, wenn ich mich darauf ausrichte, kann ich sie entdecken. Sie zeigen sich oft ganz anders, als ich mir selber das vorgestellt hatte, aber wenn ich bereit bin, meine engen Grenzen zu verlassen und mich zu öffnen, dann kann das Leben beglückende Überraschungen bereit halten. Ich kann also, um wieder auf mein Thema zurück zu kommen, mit dem Leben gemeinsame Schnittmengen bilden. Dazu bedarf es des Loslassens einengender Bewertungen und Vorstellungen. Die Disteln zeigen deutlich, wie das mit dem Loslassen geht.

Im Loslassen entsteht neues Leben.

Chillen üben

Heute Vormittag traf ich eine Freundin, die mir eine Begebenheit erzählte, die ich dann in folgende kleine Geschichte „verpackt„ habe:

Lina sah etwas besorgt in das erschöpfte Gesicht von ihrer Großmutter und sagte:
„Oma, du musst unbedingt mal Chillen!“
„Chillen, wie geht das denn?“, fragte diese verwundert.
Lina nahm ihre Oma einfach bei der Hand und zog sie mit nach draußen auf die Wiese. „Komm mit, ich zeige es dir!“
Sie ließ sich mit ausgebreiteten Armen auf der Wiese nieder und klopfte mit einer Hand neben sich: „Komm Oma, leg dich neben mich!“ 

Oma nimmt verdutzt aber ohne Widerspruch Platz und fragt: „Und jetzt?“
Lina erklärt: „ Ja da hast du jetzt verschiedene Möglichkeiten: Manche Menschen schauen einfach mal, was es um sie herum zu sehen gibt, andere schließen die Augen  und wieder andere schauen auf ihr Handy, aber ich empfehle dir, schau doch einfach mal in den Himmel und auf der Wiese herum.“
Nach kurzer Zeit sagt die Oma: „Puuh, das ist gar nicht so einfach!“ 
Da erwidert Lina in aufmunterndem aber leicht energischem Tonfall: „Oma, das musst du üben! Das schaffst du schon! Immer wieder üben!“

Der Farbspritzer

Noch ist er frisch und jung, der neue Tag. 

Er hat seine Tür für mich geöffnet und ich habe bereits einen Fuß über die Schwelle gesetzt. 

Noch habe ich die Möglichkeit kreativ zu werden, zu gestalten. 

Welche Farben möchte ich meinem Tag geben? 

Ich spüre in mich hinein und bemerke, dass meine innere Palette unzählige Farbtöne anbietet. 

Mein Blick wird fast unmerklich in eine Ecke gezogen: Grau in grau in verschiedenen Abstufungen. 

Schon sehe ich mich meinen Pinsel eintauchen und wie von Geisterhand beginne ich zu malen. 

Dann kommt er der Zaubermoment: Ich halte eine Sekunde inne, ein Sehnsuchtsfünkchen flammt auf, nur ein flüchtiger Hauch von Wärme und als ich meinen Blick wieder dem Gemälde zuwende, sehe ich ihn: Den bunten Farbspritzer. 

Wertschätzung

Am Sonntag machten wir einen Ausflug zum Schlosspark Schwetzingen.

Kann man eigentlich durch solch eine imposante Anlage profan spazieren gehen oder kommt der Gang nicht eher dem Flanieren gleich?

Meine Gedankenwelt wurde lebhaft angeregt. War dieser Reichtum für den jeweiligen Kurfürsten, der all das für sich beanspruchte,  selbstverständlich oder waren ihm seine Privilegien bewusst? Das riesige Schloss und die weitläufige Gartenanlage diente bemerkenswerter Weise immerhin nur als Sommerresidenz! 

Was macht den Wert eines Menschen aus? 
Lässt er sich überhaupt messen? 
Wenn ja, wer setzt dann die Maßstäbe? 

Gehören Besitz und Bildung  dazu, die berufliche Funktion und Arbeitsstelle? 
Gesundheit, Freundeskreis…, die Liste ließe sich sicher noch um Vieles erweitern.
Was bleibt wenn all das um uns herum wegfällt?
Das nackte Sein. Ist das genug um wertvoll zu sein? 
Bin ich wertvoll wenn Andere mich dafür halten oder kommt es darauf an, was ich selber in mir entdecken kann?

Ich hatte am Wochenende Post von einer Freundin bekommen, die mir mitteilte, dass sie ganz plötzlich und unvorbereitet ihren Arbeitsplatz verloren hat und sich nun sozusagen in einem luftleeren Raum befindet. Sie schwankt zwischen Hoffnung auf einen Neuanfang und lähmender Frustration. Jetzt erst wird ihr bewusst, was sie all die Jahre „hatte“.

Mir hängt heute auch immer noch nach, dass ich meine Arbeitsstelle Anfang 2019 aufgeben musste, aus eigener Entscheidung meiner Gesundheit zuliebe. 
Ein sehr ambivalentes Gefühl, denn ich habe die Arbeit an sich geliebt, sie hat mich sehr erfüllt, aber die „Rahmenbedingungen“ haben mich überfordert, der Stress der dadurch entstand nahm überhand.

Eine lange Zeit danach habe ich mich immer noch wertlos gefühlt. 
Langsam wächst in mir „eine Pflanze“ die immer stärker und größer wird. 
Der Same dieser Pflanze war bereits in mir angelegt und wartete darauf sich entfalten zu können.

Ein Strauß aber keine Blumen

Mein „großes Mädel“ ist zu Besuch und da nutzen wir natürlich die Gunst der Stunde auch für gemeinsame Unternehmungen. Gestern haben wir eine Straußenfarm besucht. Hier leben mehrere „Straußenfamilien“, die in der Regel aus einem Hahn und 5 bis 6 Hennen besteht.

Diese Farm ist eine sogenannte Aufzuchtfarm, deshalb kann man hier, wenn man zur rechten Zeit kommt total niedliche Küken beobachten. Diese hier waren erst vor ein bis zwei Tagen geschlüpft.

Es ist ein richtig schöner Ort, denn das Gelände ist parkähnlich angelegt und bietet verschiedene Sitzgelegenheiten zum Schauen und Genießen.

Ein besonderes Schmuckstück ist der Seidenbaum mit seiner einzigartig schönen Blüte.

Man kann auch eine kleine Wanderung durch das Außengelände unternehmen, wo sich mehrere Straußengehege befinden. Wir sind noch eine Stück weiter um einen Campingplatz und See gelaufen. Hier hat sich seit meinem letzten Besuch auch einiges getan, das Gelände ist sehr schön gestaltet, z.B. ein Bachlauf wurde angelegt.

Auf den nahegelegenen Feldern konnten wir Störche beobachten.

Es war sehr schwül gestern, deshalb haben wir die Wanderung nicht noch weiter ausgedehnt, rund 4 km schienen uns ausreichend. Wir haben uns als Abschluss auf der Terrasse des zugehörigen Restaurants noch ein Getränk genehmigt.

Frühe Freude

Heute war ich früher wach als gewöhnlich und als ich aus dem Fenster schaute lachte mir die Sonne ins Gesicht. Da musste ich nicht lange überlegen und habe mich rasch angezogen und bin sogleich losgelaufen.

Heute bemerkte ich, dass die Wegwarten ihre Hochsaison gestartet haben. Überall am Wegesrand blühten sie üppig.

Gestern habe ich endlich nach längerer Pause wieder mit dem Malen begonnen.

Mit Papier, Pinsel und Farben und einer schönen Musik, die mich beim Malen begleitet geht es mir richtig gut, da kann es schon mal vorkommen, dass ich während die Farben trocknen ein paar Runden zur Musik durch das Zimmer wirbele.

Aber zwischendurch kann ich auch mal ruhig. Hier in meiner geliebten Hängematte, für die mir der beste Ehemann von allen im letzten Jahr als verspätetes Geburtstagsgeschenk die Neuauflage einer genialen Hänge-Konstruktion gebaut hat. Seht mal, er hat sogar einen Abstelltisch für ein Getränk oder als Buchablage angebracht.

Wollt ihr wissen, was ich gerade getan habe, bevor ich begonnen habe diesen Artikel ins IPad zu tippseln? Ich saß auf meinem Sessel und ließ das Bild, was gerade im Werden ist, auf mich wirken. Ich habe mal schnell mit dem IPad ein Foto gemacht. Ist doch praktisch, dann könnt ihr sehen, was ich gerade sehe. :-0 Da auf dem Schrank steht es!

Mit Abstand betrachtet wird klarer, was noch nicht stimmig ist. Als ich das Wort Abstand geschrieben hatte, machte sich just ein leichtes Unwohlsein in mir breit.
Aber nun ist es Zeit, mich für heute von euch zu verabschieden. Macht es gut, bis bald.

Alles auf Anfang

Hallo Ihr Lieben,
da bin ich wieder zurück im Bloggerland.
Eine Menge Arbeit liegt hinter mir. Ich habe meine gesamten Blogartikel von Mitte 2011 bis einschließlich Juni diesen Jahres auf der Festplatte gesichert und beginne nun hier ganz frisch und neu. Diese Arbeit musste aus verschiedenen Gründen gemacht werden, ich wollte die Inhalte auf keinen Fall „verlieren“.
Nun ist auch mein Kopf wieder frei und ich freue mich, diesen Blog nach und nach wieder zu füllen. Ganz besonders freue ich mich auch auf den Austausch mit euch, denn was wäre ein Blog ohne Leser?

Schaut mal wie schön die Sukkulenten auf Priskas Grabtopf blühen. Ich hatte sie im Frühjahr gepflanzt und bin erfreut und erstaunt über die Blütenpracht. Ich hatte bisher wenig Erfahrung mit solchen Pflanzen.

Auch die Petunien gedeihen prächtig.

Ich habe ein kleines Vogelbad eingerichtet und warte gespannt, ob sich Badegäste einfinden werden. Es hüpft nämlich immer mal wieder der ein oder andere Vogel neugierig durch den Hof. Ich denke, wenn der Hochsommer eingezogen ist, wird sich hier eine willkommene Abkühlung oder Trinkquelle bieten.

Der Weihnachtselch trotzt derweil stoisch den Witterungseinflüssen und wartet geduldig auf den nächsten Winter.

Nun werde ich mich mal auf einen kleinen Spaziergang durch eure Blogs begeben und hinterlasse euch auch hier liebe Grüße bis zum Wiederlesen.