Vom Knusperbrot zum Märchen

Gestern war bei mir Brotbacktag. Die Dose mit unserem Knusperbrot war am Vorabend leer geworden, also musste Nachschub her. Bei dieser Aktion habe ich den halben Tag zu tun, aber es macht eben auch Freude.

Auf dem Foto kann man nicht erkennen, wie groß die Teigmenge tatsächlich ist, aber es reicht dann für 6 Bleche. Die Masse, bestehend aus: Hirseflocken, gemahlenem Amaranth, Sonnenblumenkernen, Kürbiskernen, Leinsamen und Sesamsamen, Wasser, Brotgewürz, Kräutersalz und ein wenig Öl, wird ganz dünn ausgerollt und muss lange, mehr trocknen als backen. Das Brot hat seinen Namen auch deshalb bekommen, weil es sich prima eignet, um es genüsslich als gesunde Leckerei anstatt sonstigem Knabberzeug zu „knuspern“.
Knabbern, knuspern, das sind schon zwei Bezeichnungen. Wie sagt ihr dazu?
Das Wort „knuspern“ hat mich an das Märchen von Hänsel und Gretel erinnert. Wer kennt ihn nicht, den Spruch der Hexe: „Knusper, knusper, Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?“
Ich beschäftige mich oft und gerne mit Märchen. Eine liebe Freundin ist von Beruf Märchenerzählerin und durch sie bin ich der Märchenwelt sehr viel näher gekommen. Sie hat nicht nur ein fast unerschöpflich erscheinendes Repertoire an Märchen die sie frei erzählen kann sondern auch ein tiefes Wissen über Herkunft, Märchendeutung, etc.
Einmal im Monat nehme ich an einem Abend mit einer Märchenbetrachtung teil, der von einer anderen befreundeten Märchenerzählerin veranstaltet wird. Es kann sehr inspirierend und aufschlussreich sein, wenn jeder Teilnehmer nachspürt, was ihn besonders beschäftigt und man das Märchen im Gesprächskreis dann in seinen einzelnen Abschnitten gemeinsam „erforscht“. Nicht selten bin ich von diesem Abend nach Hause gefahren mit einem wichtigen und hilfreichen Impuls für meine aktuelle Lebenssituation.

Wolkenhimmel und eine mögliche Strategie

Ein makellos blauer Himmel ist schon schön anzuschauen, aber ich finde gerade auch starke Wolkenbildung vor allem auf Fotos oder Gemälden sehr reizvoll. Gestern bot der Himmel eine reizvolle Kulisse. Ich nehm euch mal mit und zeige euch ein Video mit Rundumblick.

Ich habe gestaunt, als ich „plötzlich“ vor einem Maisfeld stand, wo vor kurzem noch nichts zu sehen war. Der Regen lässt alles fleißig sprießen.

Ach dieser Wolkenhimmel!

Heute früh war ich auch wieder unterwegs und mir fielen die riesig in die Höhe gewachsenen Wegwarten ins Auge.

Und noch ein letzter Ausblick von heute früh.

Nun ist es schon spät am Abend und ich möchte diesen Blogbeitrag doch noch heute zu Ende bringen. Zur Zeit fällt es mir relativ schwer, hier einen Beitrag zu verfassen. Ich hadere schon längere Zeit, weil es recht ruhig hier geworden ist. Klar ich bin auch ruhiger geworden. Heute lass ich bei Emil im Blog einen Kommentar, ein paar Zeilen die mich sehr berührten. Die Aussage war in etwa, dass das Geschriebene Wort unendlich ist, für immer lebendig bleibt. Da bekam ich eine Ahnung davon, dass es wahrscheinlich gar nicht darauf ankommt, wieviele Menschen hier bei mir lesen, sondern dass es darauf ankommt, dass ich den Wortfluss nicht versiegen lasse. Denn eigentlich, im tiefsten Inneren drängt es mich zu schreiben. Es liegt mir sozusagen im Blut. Und dann las ich heute bei Gudrun auch etwas, was genau diese Gedanken unterstreicht: Es kommt auf die Freude beim Tun an, wenn wir uns immer erst fragen, was es bringt, also beginnen es im Vorhinein zu bewerten, dann legt das die Kreativität lahm. Ja, danke für die Erinnerung an das, was ich eigentlich schon wusste. Aber das ist ja oft so, dass ich einer Erinnerung bedarf um wieder auf die Spur zu kommen. So und nun sind es doch noch viel mehr Wirte geworden, also ich mir heute vorzustellen gewagt hätte. Einfach mal drauflos schreiben, das ist vielleicht gar keine schlechte Strategie. Zum Lesen wird ja keiner gezwungen :-O

Ein bisschen was geht immer

Hallo ihr Lieben, falls jemand hier vorbei schaut, kann er sehen, wie meine selber gebastelte Lampion-Lichterkette aussieht. Mit den Fotos erfülle ich gerne den Wunsch von Martina
Der Heißkleber ist gerade frisch getrocknet und ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Es war schon ein wenig aufwendig, aber ich finde es hat sich gelohnt. Es folgt noch eine zweite Kette, aber da müssen nur noch die bereits fertiggestellten Lampions dran geklebt werden. Der beste aller Ehemänner hat prophezeit, dass die Chancen nicht schlecht stehen, dass die Sauna morgen fertig gestellt wird und wir sie im Sonntag dann einweihen können. Für die Gemütlichkeit im Ruheraum habe ich mit den Lichterketten schon mal gut vorgesorgt.

Ich habe die Lampions immer in ganz kleinen Schritten gefaltet mit viel Pause dazwischen. Besonders frisch habe ich mich in der letzten Woche nicht gefühlt, aber seit gestern Abend geht es wieder gut. Ich wurde letzte Woche am Donnerstag zum zweiten Mal geimpft und das hat mein Immunsystem ganz gut beschäftigt.

Nun wünsche ich euch ein freudvolles Wochenende.

Stell dir vor, dass unten oben ist

Kürzlich „kramte“ ich in meiner Musikbibliothek und stieß auf ein Lied, dass ich schon
eine ganze Weile nicht mehr gehört hatte. Meine Überschrift trägt den Titel dieses Liedes
von Annett Louisan. Der Liedtext sprach mich gerade in diesem Moment besonders an und ich beschäftigte mich eine ganze Weile damit.

Meine Gedanken wanderten zurück zu der Zeit meiner Fortbildung zur Lehrerin für Stressprävention und Psychohygiene. Wir hatten uns mit dem Thema Reframing (Umdeutung) in der Psychologie eingehend beschäftigt.

https://www.wikiwand.com/de/Umdeutung_(Psychologie)

Ja und womit ich mich sonst so beschäftigt habe?
Keine weltbewegenden Dinge, aber ist ja auch ganz gut, wenn es mal eher unaufgeregt vonstatten geht, finde ich.

Neulich bei der Laufrunde wartete eine Gänseschar auf mich. Und ein Bastelprojekt ist auch am Start.


Nene, das ist keine Weihnachtsbastelei. Es wird eine Lichterkette für den Ruhebereich unseres zukünftigen Saunahäuschens. Ihr glaubt ja gar nicht, wie ich mich freue, dass mein langgehegter Traum nun Wirklichkeit wird. Nun seid mir alle herzlich gegrüßt.

Der Geruch von Regenwetter

Gestern am frühen Abend machte ich in den Feldern meine Laufrunde. Ich wurde fast die ganze Strecke über von dem sehr intensiven und für mich wunderbar angenehmen Duft der Phacelia-Felder begleitet, die hier sehr häufig anzutreffen sind. Das war ein Fest für den Geruchssinn. Das Foto habe ich vom gestrigen Abend mitgebracht.

Es hat mir heute gefallen mich entspannt hinzusetzen, die Augen zu schließen und in Gedanken meine Kindheit Revue passieren zu lassen und dabei auf Entdeckungsreise zu gehen nach Gerüchen an die ich mich erinnere. Da wären zum Beispiel der Duft von Mandarinen und Orangen in der Vorweihnachtszeit und der Geruch der das ganze Haus erfüllte, wenn die Weihnachtsplätzchen gebacken wurden. Oder der für mich sehr angenehme Duft der aus der geöffneten Tabaksdose entstieg, wenn mein Vater sich die Pfeife stopfte (er hat sich zum Glück für seine Gesundheit recht bald danach das Rauchen abgewöhnt).
Ich erinnere mich an S. eine Freundin, die in einer schwierigen familiären Situation aufwuchs: Der Vater war Alkoholiker und arbeitslos, die Mutter musste S. die Betreuung ihrer jüngeren Geschwister überlassen, um die Familie irgendwie „über Wasser zu halten. Das Geld reichte gerade für die Nahrung, sonst blieb nicht viel. S. roch nicht gut. Ich mochte sie trotzdem gerne.
Einmal im Jahr zog ein kleiner Zirkus auf die Wiese neben der Kirche. Der Geruch der Manege, die Zirkusluft hat sich mir stark eingeprägt.
Weniger schöne Erinnerungen löst der Geruch des Schwimmbadwassers aus, welche ich dem Bademeister zu verdanken habe, der doch, wie soll ich es ausdrücken, recht rigorose Methoden im Schwimm-Unterricht anwandte.
Welcher Duft fällt euch als erster ein, wenn ihr an eure Kindheit denkt?
Bei mir ist das tatsächlich der ganz spezielle Geruch der Luft wenn es regnet.
Ich war als Kind sehr gerne bei Regenwetter mit meinem Regenmantel und Gummistiefeln unterwegs und fand es total schön, wenn der Regen auf meinen Regenschirm geprasselt ist. Dabei atmete ich dann ganz tief ein, weil die Luft so herrlich frisch roch.

So nun aber genug der Kindheitserinnerungen, ich hab noch ein Sammelsurium von Fotos der letzten Zeit, die euch in der Galerie zeige.

Morgen bekomme ich Besuch von zwei Freundinnen, von denen ich eine das letzte Mal am 20.02.2020 gesehen habe, als wir noch keine Ahnung hatten, dass unsere Welt sehr bald „auf dem Kopf“ stehen wird. Ich habe zwar regen Kontakt zu ihr, aber sich beim Sprechen auch sehen und in die Augen schauen können, so richtig live und „ohne doppelten Boden“ , das ist schon was besonderes und ich freue mich riesig.

Gräser im Wind

Gräser im Wind

Nachgiebig und 
demutsvoll 
geben sie sich 
den Kräften 
des Windes hin
und verneigen sich 
mit Anmut.
Würden sie sich 
wehren und verweigern,
störrisch und starr
würde der Wind 
sie brechen.

(C) Beate Neufeld

Mohnblumen-Traum und ein neuer Lieblingsplatz

Am Feiertag war ich schon mal dort, weil ich bei einer Freundin auf Facebook Fotos davon gesehen und mir eine Wegbeschreibung erbeten hatte. Heute war der Himmel voller Regenwolken, aber ich musste einfach bei meiner Laufrunde noch mal einen Abstecher zu „meinem Mohnblumen-Traum“ machen. Hier ist ein kleines Video für euch und ein paar Fotos vom Donnerstag damit ihr mit mir träumen könnt.

Außerdem habe ich am Donnerstag noch einen weiteren Lieblingsplatz für mich entdeckt: Eine Liegebank wurde aufgestellt, einfach wunderbar auf diese Art die Ruhe in der Natur genießen zu dürfen.

Kleiderwechsel

Endlich, jetzt hat er sich doch noch, fast in allerletzter Minute, dazu entschlossen, sich in seinem vertrauten Kleid zu zeigen. Ich hatte ihn nicht erkannt, obwohl er die ganze Zeit da war. Er wollte vielleicht nur mutig sein und sich mal ganz anders präsentieren, wer weiß. Auf jeden Fall hat mein Herz vor Freude ein paar Luftsprünge gemacht, als ich ihn endlich wiedererkannte.

Ihr wisst schon, wen ich meine? Ja natürlich den Mai mit all seiner bezaubernden und beflügelnden Leichtigkeit und Schönheit. Die Vögel singen ihm ihre Jubellieder und ich schwelge im Blütenmeer der Frühlingswiese. Endlich draußen sitzen und am blauen Himmel die Wattewölkchen beobachten. Herrlich!

Dieses Foto hatte ich am frühen Abend des Pfingstsonntages gemacht. Das war für mich das erste Mal, dass ich längere Zeit auf meiner Lieblingsbank im Feld sitzen konnte. Mich beeindruckte dieses Wolkengemälde. Am nächsten Tag unternahm ich mit meinem Bruder, der zu Besuch war, einen Ausflug zum Weiher und wir hatten die Freude, die Gänse mit ihrem Nachwuchs anzutreffen . (In der Galerie könnt ihr die Fotos beim Anklicken in voller Größe ansehen.)

Sie waren so zutraulich, dass sie ganz nah an meinen Bruder herankamen und nachschauten, ob er etwas zu fressen in der Hand hielt (hatte er aber nicht!). Ich habe da noch ein paar Fotos für euch, die in den letzten Maientagen entstanden sind. Die möchte ich euch nicht vorenthalten.

Der Holunderbusch zeigte seine erste Blüte.
Die erste Blüte am Holunderbusch.

Manchmal entdeckt man verborgene kleine Paradiese. Dieses hier habe ich schon vor ein paar Jahren entdeckt und bin immer wieder beglückt, wenn ich in diese „kleine Welt“ eintreten darf. Ich lüfte für euch in der Galerie mal das Geheimnis.

Heute ist nun tatsächlich der allerletzte Tag im Mai. Endlich können eine Freundin und ich den schon lange geplanten Ausflug zu „ihrem See“ machen, den ich noch nicht gesehen habe. Wir haben so lange auf einen sonnigen und warmen Tag gewartet, damit wir dort eine Weile sitzen und die Seele baumeln lassen können. Wahrscheinlich werde ich von dort einige Fotos mitbringen und sie dann als Nachlese vom Mai zeigen. Schauen wir mal dann sehen wir schon! Bis dahin schicke ich euch liebe Grüße.

Schätzen und Schützen

Heute kam ich wieder an der Stelle vorbei, an der ich „meine Schnecke“ gestern traf. Heute war sie wieder da. Ob sie es wirklich war oder eine ihrer Artgenossen, die im Grünstreifen zahlreich wohnen, weiß ich nicht. Aber auf jeden Fall hatte diese Schnecke heute eine weitere Lektion für mich bereit. Zunächst sah es so aus als ob sie da hinunter wollte, aber dann überlegte sie es sich anders.

Sie zog sich zurück. Da dachte ich mir: Schnecken haben ihren individuellen Rückzugsort, immer dabei. Sie haben die Fähigkeit, gut auf sich zu achten und diese Fähigkeit ist sicher insbesondere bei Schnecken sehr ausgeprägt, denn durch ihre Langsamkeit haben sie ja keine Chance zu flüchten. Dann wurde mir bewusst, dass ich im Laufe meines Lebens immer mehr gelernt habe, mich zu schützen, Verantwortung für mich, für mein Wohlergehen zu übernehmen. Dazu gehören z.B. : Nein sagen, mich aus einer Situation heraus nehmen, mich nicht mit Anderen vergleichen, usw. Die Zeit der Pandemie hat bei mir die Selbstwahrnehmung enorm verstärkt. Ich habe mich viel besser kennengelernt und spüre noch deutlicher, was mir gut tut und was nicht. Ich habe durch die Herausforderungen dieser Zeit gelernt, besser auf mich aufzupassen, mich selber mehr zu schätzen und ernst zu nehmen. Da fällt mir auf, dass die Wörter „schätzen und schützen „ fast identisch sind.
Nur wenn ich mich schätze kann ich mich schützen! Ich habe den Werbeslogan „weil ich es mir wert bin“, in der letzten Zeit öfter gebraucht.

Ja und da schließt sich der Kreis, es passte heute mal wieder alles zusammen: Ich sah beim Vorbeigehen am Kohlfeld diesen Herztropfen. Was er mir wohl sagen möchte?

Warten auf bessere Zeiten?

Heute begegnete mir auf meinem Weg eine Schnecke.
Am Straßenrand war sie unterwegs in einen angrenzenden Streifen mit Gras.
Ich verweilte und dachte mir: Für die Schnecke ist dieses Fleckchen Erde ihre ganzes Leben. Sie fragt nicht nach dem was war oder was eventuell sein könnte, sie weiß nur was ist!
Es tat mir gut innezuhalten und mir bewusst zu machen, dass auch für mich dieser Moment an diesem Platz mein ganzes Leben ausmacht.
Ich habe nichts als diesen Augenblick und dann den nächsten Augenblick und dann wieder den nächsten Augenblick. Weder was vergangen ist noch was in der Zukunft sein wird existiert. 
Nur dieser Augenblick ist mein ganzes Leben.
Wenn mir das bewusst ist, dann möchte ich nicht länger warten auf eine „bessere, schönere und leichtere“ Zukunft! Denn wenn ich mich, sei es mir möglich, in einigen Jahren rückblickend an diesen Tag, dieses Jahr, diese Zeit erinnere, und mich frage, was ich erlebt habe, dann möchte ich mir nicht die Antwort geben müssen: „Ich habe auf bessere Zeiten gewartet.

Ich ging los
mit schwerem Gepäck.

Während ich lief
fiel Schritt für Schritt 
Ballast, 
wie Dreckklumpen,
von meinen Sohlen 
und mein Blick wurde frei
für die Schönheit der Natur.
Eine Brise Frühlingswind
umwehte mich,
öffnete mir Herz und Sinne
und ich sammelte Sonnenstrahlen,
Vogelgesang und Blütenduft.

Ich kehrte heim
mit Leichtigkeit im Gepäck.

Beate Neufeld