Gesammelte Sonnenstrahlen

Allzu schnell geschieht es, dass ich mich wie in einem Netz aus alltagsgrauen Gedanken einfangen lasse und mit dem was ist und wie es ist hadere. Aber wenn ich mich besinne, meine Augen nach innen lenke, dann kann ich sie sehen und spüren, die gesammelten Sonnenstrahlen.

Ich habe da noch ein paar Bilder für euch. Sie sind im September aufgenommen und erinnern an wohltuende Sonnenstunden in der Natur.

Und jetzt nehm ich den Pinsel zur Hand und male die Pilzköpfe an, die ich vor Tagen aus Salzteig geformt habe. Was daraus wird? Wenn es gelingt dann zeige ich es euch, versprochen!

Ach es gibt noch etwas für mich Erfreuliches zu berichten. In diesem am 13. Oktober erschienenen Sammelband mit Weihnachtsgeschichten ist auch eine Geschichte „aus meiner Feder“ abgedruckt.

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Im Schweigen der Gedanken

wenn Vergangenheit und Zukunft 
sich in diesem Moment vereinen
dann steht die Zeit still
und weitet sich unendlich

im Schweigen der Gedanken
wächst aus der Stille
ein lautloser Ton
mit Engelstimmen gesungen

und in unsichtbaren Bildern
spiegelt sich das Sonnenlicht 
wie Liebesfunken sternengleich 
in den Augen deiner Seele

dein ganzes Leben
ist wie ein Puzzlespiel
zusammengesetzt aus 
winzigen Sekundenteilchen

die meisten sind verloren
verschwunden im Niemandsland
verschluckt vom zeitfressenden
Drachen der Unbewusstheit

sichtbar spürbar greifbar
wie kostbare Perlen
offenbaren sich die wahren Schätze 
nur im Kleid des Augenblickes

Federleicht

Kürzlich blieb ich im Feld vor einer Pferdekoppel stehen und da fiel mein Blick auf diese Feder, die am Boden lag. Und dann führte diese Feder so eine Art Zwiegespräch mit mir. Sie erzählte mir von Schwere und Leichtigkeit. Mir wurde bewusst, dass ich selbst es bin, die einen wesentlichen Einfluss darauf hat, ob mein Leben sich schwer oder leicht anfühlt. Ja die Lebensfreude und Leichtigkeit sind in diesem Jahr zunächst stellenweise, dann immer mehr „auf der Strecke geblieben“. Ich weiß, dass es nicht nur mir so ergeht. 
Wenn etwas nicht so läuft wie es nach unserer Meinung sein sollte, sind wir schnell dabei voller Entrüstung zu sagen:
„So geht das aber gar nicht, da werde ich mich aber mal gründlich beschweren!“
Auch wenn wir die Schuld bei uns selbst entdecken sind wir schnell dabei mit uns ins „Gericht“  zu gehen. 
Wir verurteilen uns selber für das was wir nach unserer Meinung hätten anders machen und können müssen! 
Wir beschweren uns!
Unsere Sprache ist so sinnig!
Lassen wir uns das doch einmal „auf der Zunge zergehen“!
Wer mehr Leichtigkeit in sein Leben bringen möchte, der sollte damit aufhören sich (selbst) immer wieder zu beschweren!
Wie geht das nun mit dem „Leichter werden“? 
Ich sehe nur einen Weg: Das was ist zunächst mal so anzunehmen wie es ist und nicht dagegen anzukämpfen.
Natürlich meine ich damit nicht, dass ich in die Opferrolle verfalle und alles hinnehmen muss. Nein, das kann es auch nicht sein. Aber ich habe für mich entdeckt, dass es mir wesentlich besser geht, wenn ich mich darin übe „locker zu lassen“, Frieden zu schließen mit dem was ist. Auszusortieren was „auf meiner Baustelle“ liegt und das was nicht in meiner „Macht“ liegt.
Gestern als ich mit einer Freundin telefonierte und wir über diese Thema sprachen kam mir wieder einmal das Gebet in den Sinn, dessen Worte es auf den Punkt bringen:

Gott gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann
und die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden.

Reinhold Niebuhr

Und oft liegt das Gute was ich für mich und andere tun kann so nah. Oft erscheint es so unbedeutend, so unscheinbar und wenn ich mich darauf einlasse, dann hat es doch in Wahrheit so große Auswirkung.

Eine Dose Ravioli umarmen

Bevor der August sich nun verabschiedet möchte ich hier doch gerne noch einige Zeilen und Fotos hinterlassen. Wenn ich auf das Datum des letzten Beitrages schaue, wird mir bewusst, wie sehr ich bei all den „Turbulenzen“ in unserer Welt die Ruhe und den Rückzug brauche. Nicht dass ich jegliche Kontakte vermeide und mich zu Hause vergrabe, nein so ist das nicht! Aber manchmal fehlen mir einfach die Worte um hier zu schreiben und ich gestehe ich mir das selber auch zu. Weniger ist manchmal mehr, Smalltalk ist nicht zwingend schlecht, aber er liegt mir nicht!

Mit einer lieben Freundin habe ich einen Spaziergang im Wald unternommen. Wir liefen an diesem kleinen Bach entlang und lauschten seinem „Gesang“. Der Weg war nicht sehr weit, aber meine Freundin machte mich darauf aufmerksam, dass der Klang sich entlang des Bachlaufs immer wieder veränderte. Spannend fand ich das.

Es gibt sogar einen kleinen Wasserfall zu bestaunen. Die Waldluft, das Grün der Bäume und das Wasser waren einfach nur wohltuend. Dankbarkeit empfand ich darüber, dass der Wald nicht weit ist und ich ihn besuchen kann.

Dann war unsere jüngere Tochter auf Kurzbesuch. Ich freue mich immer riesig wenn ich die Töchter sehen kann. Das obige Foto habe ich bei unserer Abendrunde durch die Felder gemacht.

Der beste Ehemann von allen und ich sind beide sehr gerne am Rhein hier in der Nähe oder auch mal an Neckar und Mosel, die für uns bei einem Tagesausflug erreichbar sind. Hier oben der Blick auf den Rheindamm bei Frankenthal, nicht weit von unserem Wohnort.

Wir waren letzten Sonntag dort und es war sehr windig und wunderbar sonnig.

Sowohl das Gleiten der Wolken am Himmel als auch das vorbeifließende Wasser zu beobachten, empfinde ich als entspannend. Irgendwie kann es dann geschehen, dass auch „innerlich“ etwas in Fluss kommt.

Gestern bei meiner Laufrunde ist mir unter anderem diese pralle Weintraube ins Auge gefallen: Fülle der Natur.

Zur Ernte bereit! Das Erntedankfest naht. Auch bei diesem Anblick wächst die Dankbarkeit in mir für alles was der Erntekorb des Lebens für mich bereit hält.
Gestern als ich bei der ehrenamtlichen Lebensmittelausgabe für Menschen mit „finanziellem Engpass“ in unserer Verbandsgemeinde mithalf hatte ich ein zu Herzen gehendes Erlebnis. Ein Mann dem ich auf Wunsch eine Dose Ravioli weitergeben durfte, umarmte diese glücklich strahlend. Er erzählte mir, wie gerne er diese isst.
Wieder einmal wurde mir deutlich aufgezeigt, dass eben nichts selbstverständlich ist!
Gerade in einer Zeit wie dieser ist es besonders wichtig, Augen und Herz zu öffnen für alles was gut ist im Leben, denn das vergessen wir sehr schnell, bei all den Unwegsamkeiten und Schreckensmeldungen die auf uns einströmen!

Die Welt verändern

Die Welt verändern
So Vieles liegt im Argen.
Hilflosigkeit und Resignation 
macht sich breit
und die Last wiegt schwer.
Im Innern brodeln Emotionen
die Raum einnehmen und
mich bedrängen und einengen.
Schmerzlich wird mir bewusst,
dass ich wieder einmal
dem Trugschluss erlegen bin,
dass ich die Welt verändern muss.
Am besten jetzt gleich und sofort!
Ich stemme mich mit aller Gewalt 
gegen das, was so nicht bleiben darf
und liege kurz darauf kraftlos am Boden.
Die Last hält mich lähmend gefangen.
Ich muss mich geschlagen geben
und muss erkennen, dass ich machtlos bin!
Ich will mich aber nicht damit abfinden,
will die Missstände nicht hinnehmen!
Also rappele ich mich auf und der Kampf beginnt erneut.
Es kommt wie es kommen muss,
die Spielregeln haben sich nicht geändert
und die Niederlage scheint vorprogrammiert.
Aber halt! Warum spiele ich denn mit?
Ich kann jederzeit aussteigen!
Und dann?
Dann steh ich erst mal am Rand und schaue zu.
Von außen betrachtet weitet sich der Blick.
Ich erkenne, dass ich nicht alleine bin, 
ich bin kein Einzelwesen, 
sondern ein Teil vom Großen Ganzen.
Plötzlich ahne ich unermessliche Möglichkeiten,
die sich wie Abermillionen winzige Puzzleteile anbieten.
Heute kann ich nicht mehr, aber auch nicht weniger tun,
als dieses winzig kleine Teil, 
welches gerade in diesem Moment,
an diesem Tag, vor mir liegt
zu ergreifen und  seiner Bestimmung zu zu führen.
Der Weg der kleinen Schritte erfordert Mut,
aber ich gehe ihn nicht alleine,
trete in die Fußstapfen der Liebe,
die uns zum Ziel führt!

Der Farbspritzer

Noch ist er frisch und jung, der neue Tag. 

Er hat seine Tür für mich geöffnet und ich habe bereits einen Fuß über die Schwelle gesetzt. 

Noch habe ich die Möglichkeit kreativ zu werden, zu gestalten. 

Welche Farben möchte ich meinem Tag geben? 

Ich spüre in mich hinein und bemerke, dass meine innere Palette unzählige Farbtöne anbietet. 

Mein Blick wird fast unmerklich in eine Ecke gezogen: Grau in grau in verschiedenen Abstufungen. 

Schon sehe ich mich meinen Pinsel eintauchen und wie von Geisterhand beginne ich zu malen. 

Dann kommt er der Zaubermoment: Ich halte eine Sekunde inne, ein Sehnsuchtsfünkchen flammt auf, nur ein flüchtiger Hauch von Wärme und als ich meinen Blick wieder dem Gemälde zuwende, sehe ich ihn: Den bunten Farbspritzer.