Frühstück am Weiher

Gestern sah es so richtig freundlich aus am Himmel und ich beschloss ,das schöne Sommerwetter sogleich für eine etwas längere Laufrunde als gewöhnlich zu nutzen. Ich wollte mal wieder in „mein kleines Paradies“ zum Weiher. Also packte ich mein Frühstück in den Rucksack und lief vergnügt los.

Wenn ich diesen Baum erreicht habe, ist das Ziel nicht mehr weit. Hier verweile ich mich gerne, denn unter einem Baum stehend fühle ich mich willkommen und geborgen, als wenn ich bei einem Freund zu Besuch bin.

Ganz hinten rechts am Horizont in dem Wäldchen ist der Weiher. Wenn ich hier laufe denke ich oft daran, dass ich wahrscheinlich niemals den Weiher entdeckt hätte, wenn ich nicht wüsste, dass er umwachsen von den Bäumen sich dort befindet. Vermutlich hätte ich die Wegstrecke auch schon längst abgekürzt um den Rückweg anzutreten. Zweierlei Lehre ziehe ich daraus: Es kann gut und bereichernd sein, näher hinzusehen und hinter die „Fassaden“ zu blicken und es kann hilfreich und motivierend sich ein Zeil zu setzen.

Das ist der „Eingang“ vom Weg aus. Für mich mutet es an wie der Eingang zu einer „kleinen Welt in der Welt“, ein ganz wertvoller Rückzugsort.

Das ist mein Frühstücksplatz. Aber was steht denn da, hätte ich heute lieber etwas zum Grillen mitbringen sollen?

Die Nilgänse besannen sich noch einen Augenblick, bevor sie schwimmen gingen. Jetzt war noch Ruhe, aber ein paar Minuten später herrschte ein munteres Treiben, denn auch die Kanadagänse wollten ins Wasser. Flügelschlagend und Spritzend genossen sie das Badevergnügen.

Diese Mal blieb ich gar nicht so lange, denn am Himmel zogen ordentlich Wolken auf. Das sorgte für eine dramatische Atmosphäre, da lachte mein Fotografenherz.

Ich hatte Glück denn der Regen hielt sich in Grenzen und ich bekam nur wenige Tropfen ab.

Naturverbundenheit


In diesen Zeiten der Pandemie und den sich häufenden Naturkatastrophen ist der Warnruf unserer  Erde eigentlich unüberhörbar, aber wie viele Menschen sind bereit hinzuhören? Werden wir endlich die not-wendigen Konsequenzen ziehen? 

Ich konzentriere mich heute bewusst auf das, was jeder einzelne Mensch jetzt sofort tun kann, um eine Veränderung in Gang zu setzen und bin überzeugt davon, dass es nur so gehen wird, wenn jeder bei sich selber beginnt! Da ist jeder noch so kleine und  vermeintlich unbedeutende Schritt wichtig! Wenn wir unseren Blick anstatt immer wieder fassungslos und anklagend nach „oben oder außen“ auf diejenigen die das politische Geschick unserer Welt lenken, zu wenden, einmal bei uns bleiben, dann können wir aus der Opferrolle heraus treten und spüren, dass wir ganz und gar nicht machtlos sind. 

Natürlich ist es gerade im Hinblick auf  die kommende Bundestagswahl essentiell wichtig, sich die Wahlprogramme der einzelnen Parteien genauer anzuschauen und verantwortungsvoll eine Wahl zu treffen. 
Aber heute möchte ich einmal einen ganz anderen Ansatz wählen. 
Das Wort Naturschutz ist in aller Munde. Aber wie wollen wir unseren Natur schützen, wenn wir den Bezug zu ihr fast gänzlich verloren haben?
Wieviel Zeit verbringen wir denn noch in der Natur?

Anstatt eine Naturdokumentation im Fernsehen anzuschauen wäre ein Ausflug in den Wald vielleicht ein guter Einstieg. Womöglich denkt der ein oder andere von euch, dass wenn überhaupt schon einmal das Interesse für eine solche Dokumentation geweckt ist, wir dann schon einen großen Schritt weiter sind als diejenigen, die ihre Zeit mit Computerspielen totschlagen? Ich denke es macht keinen allzu großen Unterschied, denn eine Beziehung lebt von der lebendigen Begegnung von Angesicht zu Angesicht. 

Deshalb finde ich, dass der erste Schritt damit beginnt, dass wir die Verbindung zur Natur wieder bewusst aufnehmen: Naturverbundenheit!
Wie kann diese Verbindung wachsen?
Indem ich mir die Zeit nehme die Natur mit allen Sinnen zu erleben!
Die Rinde des Baumes oder den Wind auf meiner Haut fühlen.
Den Duft des Waldes oder der Blumen riechen.
Das Plätschern des Baches oder die Stimme des Vogels hören.
Die Farben der Äcker oder die Wolkenbilder am Himmel sehen. 
Das heimische Obst in seiner Vielfalt oder die Süße des Honigs schmecken.

Ich möchte hier besonders auf die „Schatztruhe des Waldes“ hinweisen.
Wer in den Wald eintritt, dem eröffnet sich eine ganze Welt. 
Wenn wir uns ganz und gar  auf dieses Erlebnis einlassen, können wir aus seinem  Reichtum schöpfen.
Wer mehr dazu lesen möchte folgt dem Link.

Hinter den zarten Geräuschen lässt sich die Stille zunächst vielleicht nur ahnen, aber wenn wir beharrlich und aufmerksam bleiben, dann lässt sie sich erlauschen.
Welch eine Wohltat, die Seele darf aufatmen!
Der holzig herbe Duft des Waldes entspannt die Nerven. 
Die vielfältigen Grüntöne wirken gleichzeitig belebend und auch beruhigend.
Dein Tastsinn freut sich Über die Weichheit des Moses oder die Zartheit der Blätter, die Rauigkeit des Baumrinde oder die erfrischende Kühle des Wassers im Bach. 
Wann hast du dir zuletzt dieses Erlebnis gegönnt: Nur im Hier und Jetzt da- sein, nichts anderes tun als hören, fühlen, schmecken, tasten?

Die Farben des Sommers

Ich hab da noch ein paar Fotos und wieder mal schiebe ich das Schreiben hier vor mir her. Also fang ich jetzt einfach mal an und schau mal was so wird.

Sicher habe ich es schon öfter erwähnt, dass die Sonnenblume meine Lieblingsblume ist. Nun beginnen sie hier wieder zu blühen. Überall am Wegesrand mal mehr mal weniger kleine Abbilder der Sonne.

Mich berührt das, wenn ich beobachte, besonders wenn ganz viele Sonnenblumen in einem Feld zusammenstehen, dass sie alle in die gleiche Richtung „schauen“. Ja, sie wenden ihr „Gesicht“ der Sonne zu. So wie es der sinnige Spruch aussagt: „Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich!“
Die zahlreichen Schreckensmeldungen in der Welt haben nach meinem Empfinden eine starke Anziehung, vergleichbar mit einem Magnet. Es kommt mir so vor, als ob ein Großteil der Menschen wie magnetisiert nur noch auf die Schattenseite starren. Ja natürlich fällt es mir auch oft schwer und gelingt mir manchmal erst nach längerer Zeit mich aus dieser Negativität zu lösen. Aber ich weiß, dass es mir meine Kraft nimmt und mich letztendlich krank macht und deshalb im wahrsten Sinne des Wortes not-wendig ist, mich dem Positiven, Guten, Schönen zuzuwenden. Kürzlich las ich auf Instagram unter einem Post mit schönen Naturbildern von einer Wanderung so etwas wie eine Entschuldigung dafür, dass in Anbetracht der Katastrophe hierzulande diese Bilder gezeigt werden. Das hat mich getroffen. Ich schrieb als Kommentar, dass es niemandem nutzt, wenn man seine schönen Erlebnisse zurück hält, nicht mehr mitteilt. Im Gegenteil, es ist in dieser Zeit umso wichtiger, das Schöne zu zeigen, denn es macht Mut und gibt Kraft.

Ich habe die Tage mal wieder meine Freundin in Edenkoben besucht. Ich genieße es sehr, dort mit ihr spazieren zu gehen, weil das Feld dort andere Eindrücke vermittelt als bei uns, obgleich es bei uns für mich nie eintönig gleich aussieht, es gibt im Lauf der Jahreszeiten eigentlich immer etwas zu entdecken!

Edenkoben in der Abendsonne.

Es war ein so schöner Nachmittag. Wir hatten erst im Grünen vor dem Haus gesessen und bei einem Plausch einen Kaffee getrunken. Es braucht nicht viel zum Glücklichsein! Danach die Abendrunde mit der Freundin und der kleinen Pudeldame Frieda, die wieder ausgiebig mit mir geschmust hat. Ich bin dankbar und beschwingt heimgefahren.

Als Abschluss diese Foto aus dem heimischen Feld. Die Farben des Sommers. Seid mir alle recht herzlich gegrüßt.

Und heute ist doch mein Glückstag

Er fing doch sehr gut an, mein Tag. Ich lief eine große Runde durch die Felder. Vorbei an der Pferdekoppel mit „meinem Zopf-Pferd“.

Dann ein gemütliches sehr spätes Frühstück. Danach wollte ich mir ein Hörbuch, welches schon seit Ewigkeiten auf der Festplatte ruhte in meine Musik App vom iPhone schaffen. Ich holte mir Hilfe von meinem Bruder, der mich per Fernwartung in Computerangelegenheiten betreut. Wir suchten an allen Ecken und Enden: Oh Schreck, die Datei lies sich nicht mehr finden, ist aus unerfindlichen Gründen im Nirwana verschwunden. Also alles nochmal aufs Neue rippen, das dauert, es sind 13 CD‘s. Ich sagte zu meinem Bruder: „Ach man, heute scheint nicht mein Glückstag zu sein!“ Aber es dauerte nur ein paar Sekunden, bis ich bemerkte: „Nein, heute ist mein Glückstag, denn ich habe einen Bruder der mir hilft!“
Ich war froh, dass ich so schnell „auf den Trichter kam“! Es geht immer wieder darum, mich auszurichten auf das was gut ist, was positiv ist, was mich dankbar macht. Das ist Glück, es lässt sich finden!

Das Bild habe ich die Tage auf dem iPad gemalt, einfach so. Nur weil es Spaß macht! Und nun rippe ich mal weiter meine CD‘s des Hörbuches. Inzwischen bin ich bei der 7. angelangt.

Warten auf bessere Zeiten?

Heute begegnete mir auf meinem Weg eine Schnecke.
Am Straßenrand war sie unterwegs in einen angrenzenden Streifen mit Gras.
Ich verweilte und dachte mir: Für die Schnecke ist dieses Fleckchen Erde ihre ganzes Leben. Sie fragt nicht nach dem was war oder was eventuell sein könnte, sie weiß nur was ist!
Es tat mir gut innezuhalten und mir bewusst zu machen, dass auch für mich dieser Moment an diesem Platz mein ganzes Leben ausmacht.
Ich habe nichts als diesen Augenblick und dann den nächsten Augenblick und dann wieder den nächsten Augenblick. Weder was vergangen ist noch was in der Zukunft sein wird existiert. 
Nur dieser Augenblick ist mein ganzes Leben.
Wenn mir das bewusst ist, dann möchte ich nicht länger warten auf eine „bessere, schönere und leichtere“ Zukunft! Denn wenn ich mich, sei es mir möglich, in einigen Jahren rückblickend an diesen Tag, dieses Jahr, diese Zeit erinnere, und mich frage, was ich erlebt habe, dann möchte ich mir nicht die Antwort geben müssen: „Ich habe auf bessere Zeiten gewartet.

Ich ging los
mit schwerem Gepäck.

Während ich lief
fiel Schritt für Schritt 
Ballast, 
wie Dreckklumpen,
von meinen Sohlen 
und mein Blick wurde frei
für die Schönheit der Natur.
Eine Brise Frühlingswind
umwehte mich,
öffnete mir Herz und Sinne
und ich sammelte Sonnenstrahlen,
Vogelgesang und Blütenduft.

Ich kehrte heim
mit Leichtigkeit im Gepäck.

Beate Neufeld

Goldblättchen und der Stein der Dankbarkeit

Immer wenn du die Aufmerksamkeit auf etwas Schönes und Wertvolles lenkst, legt sich ein Goldblättchen  in die Schatzkammer deines Herzens. 
Ja, es ist tatsächlich so, dass in jedem Herzen ein Platz für die Schätze des Lebens reserviert ist, leider bleibt er bei vielen Menschen leer. 
Aber es kommt zuweilen vor, dass ein Mensch im Laufe seines Lebens so viele Glücksmomente gesammelt hat, dass die Goldblättchen in seinem Herzen 
einen stattlichen Goldklumpen gebildet haben. 
Du wendest jetzt vielleicht ein, dass das Gewicht des Goldes
das Herz schwer machen würde. 
Aber in Wirklichkeit ist es ganz anders.
Je größer der Goldklumpen im Herzen wird, 
desto weniger Platz bleibt darin für Not und Leid. 
Alles was das Leben schwer macht, muss dem Goldklumpen weichen, 
denn sobald es mit ihm in Berührung kommt, zerbricht es in winzig kleine Stücke
und fällt vom Herzen ab. 
Deshalb sagen die Menschen, wenn sie eine glückliche Wendung erlebt haben,
dass ihnen ein Stein vom Herzen gefallen ist,
oder dass es ihnen ganz leicht um das Herz geworden ist.

Wenn ich euch auch leider nicht persönlich diesen Stein überreichen kann,
möchte ich es dennoch virtuell tun:

Heute schenke ich dir den Stein der Dankbarkeit.
Er ist so eine Art Zauberstein, denn er kann dir helfen,
Licht in das Dunkel deiner Seele zu bringen oder 
Schwere in Leichtigkeit zu verwandeln.
Nimm den Stein in deine Hand und schließe deine Augen.
Spüre sein Gewicht in deiner Hand.
Nun fühle im Körper wo das was dich belastet spürbar ist. 
Es tut gut, wenn du dich nicht dagegen wehrst,
sondern alles so sein lässt, wie es sich jetzt zeigt.
Alles darf sein, so wie es ist!
Du darfst sein, so wie du jetzt da bist!
Atme bewusst ein und aus und schicke deinen Atem 
liebevoll in die betreffende Region deines Körpers.
Dann stell dir die Frage, für was du im Moment dankbar sein darfst.
Keine belastende Situation kann so viel Raum einnehmen, 
dass nicht wenigsten ein Grund zur Dankbarkeit Platz darin hat! 
Wenn du dir bewusst gemacht hast, für was du dankbar bist, 
öffne deine Augen und betrachte das Muster auf deinem Stein. 
Welche Farbe spricht dich jetzt an? 
Nimm sie in deine Vorstellung und atme diese Farbe ein, 
das was dich beschwert hat kannst du in Gedanken ausatmen. 
Einige Minuten sind ausreichend!
Dann spüre nach, wie es dir jetzt geht.
Wie fühlt sich die Stelle deines Körpers, 
der du dich besonders zugewandt hast jetzt an?

Die Kraft der Verwandlung

Die Kraft der Verwandlung

So schöne Sonne auf meinem Sideboard heute Morgen.

Heute morgen, am dritten Tag der Fastenzeit wurde mir klar, worauf ich in den nächsten Wochen achten möchte. 
Beim Lesen eines Artikels über eine mir bekannte Person spürte ich, wie sich etwas in mir zusammenbraute. 
Obwohl eigentlich etwas Positives berichtet wurde, fühlte ich, dass sich in mir lauter negative, abwertende Gedanken und Emotionen ausbreiteten. 
Ich konzentrierte mich einen Moment bewusst auf das, was ich im Körper spürte. 
Das war ziemlich unangenehm.
Mir wurde bewusst, dass dieser Mensch bei mir in einer Schublade gelandet war, und dass meine Einstellung sowohl auf die betreffende Person als auch auf mich keine gute Auswirkung hat. 
Plötzlich kam mir ein Blitzgedanke:
Das muss so nicht bleiben, es ist deine Entscheidung, du kannst das verwandeln! 
Ich bat den Engel des Mitgefühls um Unterstützung und fühlte, wie sich langsam Wärme und Licht in mir ausbreiteten und visualisierte, wie dieses Licht zu diesem Menschen hin fließt und ihn umgibt.
Ich möchte in den nächsten Wochen achtsam mit meinen Emotionen sein und mich für die Kraft der Verwandlung öffnen und in mir wirken lassen.

Gestern wurde meine Bestellung geliefert: Mein Foto vom Wolkenengel habe ich auf Leinwand „ziehen lassen“ und heute Abend werden wir es hier im Wohnzimmer aufhängen. Es beglückt mich sehr.
Ebenfalls viel Freude bereitet mir mein neues Projekt: Ich male Motive zu meiner Osterhasengeschichte. Vielleicht wird einmal ein Bilderbuch daraus, wer weiß das schon?
Aber das Wichtigste daran ist die Freude beim Malen, das soll erst mal genug sein.

Ganz liebe Grüße zu euch, liebe Leser.

Sekundenblumen

Sekundenblumen

Mit der Zeit ist das so eine Sache. Sie wird geschätzt, gefürchtet, herbeigesehnt, verdrängt, ausgekostet und vertrödelt. 

Mal erscheint sie zäh wie ein Kaugummi oder vergehend wie im Flug.

Es ist erstaunlich wieviele sorgenschwere Gedanken in einer einzigen Minute Platz finden.

Ein Tag zählt 86.400 Sekunden. Was bleibt, wenn wir am Ende des Tages zurück blicken? Was bleibt, wenn wir am Ende auf unser Leben zurück blicken?

Zuweilen werden wir von ganz besonderen Erlebnissen beschenkt, die vielleicht nur wenige Sekunden andauern, aber das ist nicht wichtig, denn sie gehorchen nicht unserer herkömmlichen Zeitrechnung, sie sind wie aus der Zeit gefallen. Es ist als ob sich plötzlich ein Tor öffnet, ein Zugang zu einem sonst verborgenen Garten.

Ich nenne ihn den Garten der Sekundenblumen. Jede Blumen dieses Gartens erblüht nur für eine einzige Sekunde. Und nur wer in dieser Sekunde ganz gegenwärtig ist, kann sie erblicken. 

Vorgestern öffnete sich das Tor für mich in dem Moment, als ich in das Gesicht eines kleinen Kindes schaute, dass mir an der Hand seiner Großmutter auf dem Gehweg begegnete. 

Als das Kind mich sah, blieb es stehen, strahlte mich mit großen Augen voller Freude an, wandte sich kurz zur Oma und deutet dann mit dem Finger in meine Richtung, als wolle sie diese an der Freude teilhaben lassen. Ich winkte dem Kind im Vorbeigehen zu und spürte eine Welle von Liebe, die uns Drei in diesem Moment überflutete. 

Gestern öffnete sich für mich das Tor zu diesem Garten sogar mehrmals. Ich war zu Besuch bei einer Freundin. Die Hauskatze Lilly ist normalerweise nicht zutraulich, wir kennen uns schon seit sie bei meiner Freundin als winziges Katzenbaby eingezogen ist. Ein Findelkind, dass mutterlos vom Sohn des Hauses auf der Straße aufgelesen wurde. Die Struktur ihres Felles verrät, dass sie Gene von Wildkatzen in sich trägt. So ist sie auch in ihrem Verhalten ein recht wildes Mädchen, unberechenbar und mit Vorsicht zu genießen. 

Als ich sie gestern auf ihrem Platz auf dem Sofa liegen sah, begrüßte ich sie aus der Ferne und sprach leise ein paar Worte mit ihr. Ganz unvermittelt kommunizierte sie mit mir, in dem sie mir in „Katzensprache“ antwortete. In diesem Moment war ich sehr berührt und sah die erste Sekundenblume erblühen. 

Dieses Verhalten kannte ich bisher nur von dem Kater einer anderen Freundin, der mich gewöhnlich bei meinen Besuchen immer an der Haustüre sitzend mit einer längere „Ansprache“ begrüßte. Bei Lilli hingegen hatte ich dergleichen in ihrem jetzt bereits 13 jährigen Leben niemals beobachtet. 

Es ging dann noch weiter, denn Lilli strich kurz darauf schnurrend um meine Beine und rieb ihren Kopf an meiner  Hand. Ich weiß, dass das eine Liebesbekundung ist. 

Der Höhepunkt der freudigen Überraschungen folgte dann später am Nachmittag, als ich mich auf den Sessel gesetzt hatte, um dem Akkordeon-Spiel meiner Freundin zu lauschen. Lilli kam schnurrend auf meinen Schoß und ließ sich genüsslich streicheln und kraulen und schlief schließlich dort entspannt ein.  

Durch die liebevollen Zuwendung von Lilli durfte ich gestern zahlreiche Sekundenblumen erblühen sehen. 

Inventur 2020

Heute war es mir danach, das vergangene Jahr hier noch einmal in kurzen zusammenfassenden Rückblenden Revue passieren zu lassen und auf diese Weise noch einmal für mich gründlich Inventur zu machen. Für jeden Monat habe ich mir ein Foto ausgesucht und dazu geschrieben, was mir für den jeweiligen Monat wesentlich erscheint.

JANUAR
Zu Beginn des neuen Jahres war ich voller Tatendrang und mit ganz viel positiver Energie erfüllt. Ich schmiedete neue berufliche Pläne und begann auch sogleich erste Schritte in die Wege zu leiten. (Ich konnte nicht ahnen, dass ich sehr bald jäh ausgebremst würde und mein Vorhaben auf unbestimmte Zeit „im Sande verlaufen“ sollte.)

FEBRUAR
Im Laufe des Monats zeichnete sich immer deutlicher ab, dass sich etwas Unheilvolles zusammen braute. Mitte des Monats besuchte ich noch mit drei Freunden die vorerst letzte kulturelle Veranstaltung. Am Ende des Monats, noch vor dem offiziellen Lockdown, entschlossen wir, die Gruppe von Freunden, die sich regelmäßig zu Spiele-Abenden trafen, ihn dieses Mal ausfallen zu lassen. 

MÄRZ
Wir wurden schon von Beginn des Lockdowns fast konstant über die gesamte Zeit mit ungewöhnlich sonnigem Wetter beschenkt. Das war eine Wohltat für die gestresste Seele, immer wieder in den nahen Feldern in der Natur Kraft tanken zu können. Wenn ich zum Einkauf aus dem Dorf in die Stadt fuhr, schaute ich voller Mitgefühl auf die hohen Wohnblocks und konnte mir wahrscheinlich nicht annähernd ausmalen, wie es den Familien mit Kindern erging, die in der Stadt ohne Garten in der Wohnung festsaßen. Den Stein den mein Foto zeigt fand ich bei einer der täglichen Spaziergänge im Feld und er motivierte mich, meinerseits Mutmachsteine zu bemalen und auszulegen. 

APRIL
Das Bewusstsein dafür, dass wir Gemeinschaftswesen sind, wuchs beständig im Laufe der Herausforderungen die uns allen mehr oder weniger abverlangt wurden. Es gab im Dorf und Umkreis zahlreiche positive Entwicklungen, die zeigten, dass wir lernfähig sind unseren Blick über den Tellerrand hinaus zu weiten. 

MAI
Da der geplante Urlaub ausfiel, unternahmen wir zahlreiche Tagesausflüge. Die Kopfweide auf dem Foto sahen wir in einem landschaftlich reizvollen  Naturschutzgebiet in Hessen. Die Erkenntnis, dass das Gute oft so nah liegt, bestätigte sich für uns immer wieder. Wir fuhren auch nicht jeden Tag weite Strecken, für einen Ausflug bot sich zum Beispiel auch ein fußläufig zu erreichender kleiner Weiher an. Wenn wir dort saßen, waren wir „wie in einer anderen Welt“. 

JUNI
In diesem Jahr habe ich einmal mehr erlebt, wie wichtig und heilsam für mich der kreative Ausdruck ist. Ich habe gelernt, mich selber und meine Bedürfnisse ernst zu nehmen und achtsam und wertschätzend für mich selbst zu sorgen. Mit dieser Selbstfürsorge ist es mir gelungen mein Stresslevel immer wieder zu senken und mich seelisch zumindest vorübergehend im Gleichgewicht zu halten. Es blieb ein stetes Auf- und Ab über das ganze Jahr hinweg.

Juli
Nie werde ich vergessen, wie glücklich ich war, nach so langer Zeit meine Töchter wieder zu sehen. Die Sehnsucht hatte mich fast „erdrückt“. Das Foto entstand bei einem Ausflug mit der älteren Tochter in einer Straußenfarm.

AUGUST
Ich habe in diesem Jahr die Erfahrung gemacht, dass es gerade in herausfordernden Zeiten umso wichtiger ist, den Blick zu weiten für die Lichtblicke und Hoffnungszeichen. Ich fand sie erstaunlicherweise immer wieder, immer öfter, je mehr ich mich darauf fokussierte. 

SEPTEMBER
In diesem Jahr wurde ich sozusagen gezwungen „seelische Inventur“ zu machen. Ich durfte, wenn es auch anstrengend und schmerzhaft war, einen Teil meiner Vergangenheit aufarbeiten. So kam es auch, dass ich auch im Äußeren bewusst Wege wählte, die ich schon lange nicht mehr gegangen war. Das Foto zeigt einen Ort in unseren Feldern, wo ich Jahre zuvor mit meiner geliebten verstorbenen Hündin oft unterwegs gewesen bin.

OKTOBER
Auch der Oktober bot noch viele Tage um  Sonnenstrahlen zu sammeln. 
Ich erinnere mich noch gerne an unsere letzte Tagestour an Rhein und Mosel. Wir haben im Laufe  des Jahres hin und wieder unsere Campingstühle und einen kleinen Imbiss sowie gefüllte Kaffee-Thermos-Becher eingepackt und uns irgendwo am Wasser einen schönen Platz zum „Seele-Baumeln-Lassen“ gesucht. 

November
Besonders schöne Stimmungen in der Natur färben auch auf die eigene Stimmungslage des Gemütes ab. Ich habe mich in diesem Jahr häufig an den Satz erinnert, den ich einmal in einem Seminar gehört hatte: „Wenn nichts mehr geht, dann geh!“ Oh ja, ich bin sehr oft gegangen in diesem Jahr!

DEZEMBER
Mein schönstes Weihnachtsgeschenk war das gemeinsame Fest in der Familie mit beiden Töchtern. Das Foto zeigt den Ausblick bei unserer kleinen Waldwanderung am ersten Weihnachtstag. 
Ein weiterer und abschließender Lichtblick war das Streamingkonzert von „Mrs. Greenbird“. Diese beiden lieben Menschen, die Musik mit und aus dem Herzen machen, sind einfach ein Geschenk für mich.

Gute Laune-Backen

Gibt es eigentlich so etwas wie ein Neujahrs-Loch? Wenn ja dann war es das, was mich gestern verschluckt hatte und aus dem ich mich zum Glück abends wieder „herauswurschteln“ konnte. Deshalb beschloss ich heute, als mir der Tag zur Begrüßung ein eher graues Gesicht zeigte, mir die Stimmung auf eigene Faust zu erhellen.

Eigentlich wollte eine Freundin am Nachmittag zu Besuch kommen. Als sie absagte, dachte ich mir: „Die Torte backst du jetzt trotzdem, ein Teil davon lässt sich gut einfrieren und warum sollen wir nicht auch alleine den Beginn des neuen Jahres feiern?“
Gesagt, getan. Ich registrierte erfreut, dass ich während der Zubereitung beschwingt vor mich hin summte.
Der positive Elan reichte auch noch für ein selber gebackenes Brot. „So geht das“, dachte ich. „Gute Laune lässt sich backen! Das werde ich mir merken!“ 😉

In diesen Tagen ist „Das Gute Neue Jahr“ in aller Munde. Hoffnungsvoll oder bangend wird es gewünscht oder herbeigesehnt. Nicht selten heißt es: „Mal abwarten was das neue Jahr für uns bereit hält und hoffentlich wird es besser als das alte Jahr!“
Es scheint so, als ob das neue Jahr schon irgendwo fix und fertig „auf Halde liegt“ und nun auf die Lieferung gewartet wird.
Na hoffen wir mal, dass das Überraschungspacket keine faulen Eier enthält oder sich beim Auspacken herausstellt, dass ein Teil der Ladung schon zu Bruch gegangen ist!
Ich hörte zu und dachte bei mir: „Ne so wird das nix, wenn wir nicht kapieren, dass das neue Jahr nicht im Fertig-Bausatz geliefert wird sondern dass es nur in Eigenproduktion zu haben ist!

Das gute neue Jahr 
kommt nicht 
einfach so,
wenn wir 
zaghaft bangend
oder
zuversichtlich hoffend
darauf warten.

Das neue Jahr 
wird nur 
so gut,
wie wir 
liebevoll achtsam
und
entschlossen tatkräftig 
es werden lassen.

(c) Beate Neufeld
03.01.2021