Momente zwischen Raum und Zeit

Es gibt Momente, in denen die Welt plötzlich still zu stehen scheint, wie wenn ich unvermittelt in ein Netz zwischen Raum und Zeit falle.
In diesen Augenblicken bin ich hellwach, vollkommen präsent.
Da ist nichts was mich ablenkt, kein Gedanke an Vergangenheit oder Zukunft, nur das pure Sein.
Ich kann mich nicht entziehen, ich bin gefesselt und losgelöst zugleich.
Einen solchen Moment erlebte ich kürzlich, als ich von einer Freundin eine unendlich traurige Nachricht erhielt.
Wie vom Donner gerührt war ich.
Ich habe dieses Erlebnis in der Gestaltung eines Bildes und im Schreiben eines Gedichtes verarbeitet.
Ihr könnt beides in meinem Schreibblog Herzensauge sehen.
Heute Abend dachte ich darüber nach, wann ich solch einen Moment zum ersten Mal erlebt habe.
Soweit ich mich erinnere war es der Moment, in dem ich vom Unfalltod meines Schulkameraden und Freundes im Alter von 8 Jahren erfuhr.
Ich erinnere mich an zahlreiche solcher Momente, aber es waren nicht nur schmerzliche – sondern ebenso Augenblicke tiefster Freude oder wundersamer Führungen und himmlischer Hilfen.
Wenn ich im Nachspüren solcher besonderen Augenblicken mein Leben Revue passieren lasse, fühlt es sich plötzlich gar nicht mehr so schnellebig an und ich habe dann nicht mehr das Empfinden, dass meine Lebenszeit wie ein Schnellzug an mir vorbeigerast sei. Vielmehr ist es so, dass sich mit  jedem Augenblick, den ich mir in Erinnerung  rufe eine neue Tür meines Bewusstseins öffnet für den Reichtum meiner Erfahrungen.
Ein solcher Moment war für mich im letzten Jahr in unserem Urlaub, als ich diesem Schaf auf dem Deich begegnete, dass ganz nah zu mir kam, meine Schuhe beschnupperte und mir in die Augen schaute.

Nun werde ich eure lieben Kommentare, die sich hier angesammelt haben lesen und beantworten. Ich komme erst heute dazu.

 

Nun ist sie fertig

In den vergangenen Tagen habe ich immer wieder an meiner Collage gearbeitet und nun ist sie gerade fertig geworden.
Diese Betätigung hat mir viel Freude gemacht und mir über die grauen Tage hinweg geholfen.
Priska geht es im Moment gesundheitlich nicht sehr gut und da muss ich besonders auf mich achten, damit ich nicht zu sehr aus der Balance komme und mich beizeiten wieder „einpendele“:

Es ist gar nicht so einfach so ein Bild zu fotografieren. Die Farben kommen nicht so gut rüber und die Schrift erscheint recht unklar. Aber wer es näher betrachten möchte, kann es heranzoomen, dann müsste es gehen.
Ich habe die „schlauen Sprüche“ aus einem Kalender der  mich im vergangenen Jahr begleitet hat herausgeschnippselt. Ist ja nicht so, dass das alles total neue Erkenntnisse sind. Nein im Gegenteil, eigentlich habe ich das alles schon hundertmal gelesen, gehört und gedacht ich hätte es längst in mein Leben integriert. Aber immer wieder darf ich feststellen, dass es gut ist, an das Ein oder Andere gelegentlich erinnert zu werden.
Ich werde mir die Collage an geeigneter Stelle aufhängen und dann schaun wir mal.

Willkommen im neuen Jahr

Der Silvester Abend wurde in diesem Jahr ein sehr ruhiger und beschaulicher. Es ergab sich, dass mein Mann und ich mit unserem Hund, dass wir es uns in trauter Dreisamkeit zu Hause gemütlich machten, denn alle geladenen Gäste waren wegen Krankheit oder anderer Gründe verhindert.
So hatte ich Gelegenheit mein inneres Kind nach Herzenslust spielen zu lassen.
Es hatte Lust auf eine Collage für das neue Jahr. Sie ist noch am Werden, aber ich zeige euch schon mal wie sie jetzt aussieht. Es ist der Garten meines neuen Jahres.

Als ich das vorläufige Ergebnis auf mich wirken ließ, entstand ein Gedicht, das ihr im Blog Herzensauge lesen könnt.

Wer braucht schon ein Arbeitszimmer?

Seit unsere Mädels aus dem Haus sind haben wir den Luxus jeder für sich ein eigenes Zimmer als Arbeitszimmer nutzen zu können. Meines ist gleichzeitig auch noch Gästezimmer.
Aber wie sieht es schon seit Wochen fast ununterbrochen in unserem Wohnzimmer aus?
Seht selbst:

Den Grund für diese „merkwürdige Angewohnheit“ findet ihr, wenn ihr unter den Tisch schaut. 🙂
Das Arbeitszimmer ist nur über eine Raumspartreppe zu erreichen, sie ist also somit steiler als gewöhnliche Treppen sind. Da kommt unsere alte Dame nicht mehr hinauf und so müsste ich sie immer hin und her tragen. Aber da sie ununterbrochen an meiner Seite sein möchte, wäre der häufigeTransport eine sehr mühsame Angelegenheit.
Zum Glück ist im Wohnzimmer auch genügend Platz um meinem Hobby dem Basteln zu frönen.
Ich habe lange nichts gebloggt. Irgendwie rast die Zeit vorbei. Der Oktober hat sich schon längst verabschiedet. Eigentlich wollte ich zum Ende dieses Monats eine Rückschau halten, aber die meisten Fotos habe ich euch schon hier gezeigt.
Einige wenige noch nicht.
Dieses hier zeigt den Monat Oktober wie er uns hier an den meisten seiner Tage verwöhnt hat. Er hat seinem Namen “ Goldener Oktober“ alle Ehre gemacht.

Am letzen Tag des Oktobers war ich in meinem Lieblingsort hier in der Vorderpfalz, dem Ort meiner zweiten Heimat: Deidesheim.Da haben wir das Grab meiner Eltern besucht und für Allerheiligen ein Grabgesteck und eine Kerze hingebracht.
Mit Priska machten wir einen kleinen Spaziergang oberhalb des Friedhofes in den Weinbergen:

Von hier aus hat man einen schönen Blick auf Deidesheim.
Gestern war das Fest des St. Martin. Ich habe mich an meine Kindheit erinnert.
Wie gerne bin ich mit meiner Laterne am Abend mit dem Martinsumzug mitgelaufen. Hinterher haben wir Kinder an einigen Türen geklingelt, unser Martinslied vorgesungen und dafür Süßigkeiten bekommen.
Einmal hatte ich eine besonders schöne Laterne aus schwarzem Tonkarton mit vielen Märchenmotiven, die mit bunten Transparentpapier hinterlegt waren. Nein, selber gemacht war sie nicht, meine Eltern verkauften in unserem Geschäft verschiedene Laternen und diese hatte ich mir wahrscheinlich im Großhandel beim Einkauf ausgesucht. Denn sie war schon etwas Besonders, ich erinnere mich, dass es meistens solche Monde und Sonnen zum Auffalten gab.
Ich hatte hier so wie ich mich erinnere schon einmal davon erzählt, dass ausgerechnet diese Laterne in Flammen aufging und ich wie ihr euch denken könnt untröstlich war.
Davon hatte ich auch meiner größeren Tochter einmal erzählt und was soll ich sagen:  Sie hat mich rückwirkend noch wunderbar getröstet und hat mir eine winzige wunderschöne Laterne gebastelt, an der ich mich nun in jedem Jahr erfreue:
Sehr ihr, sie hat auch ein Märchenmotiv. Ich glaube es ist sehr gut zu erkennen, um welches Märchen es sich handelt. 🙂
Letztes Wochenende war ich bei einem Tanztag im nahegelegenen Bildungshaus eines Klosters. Dort findet in jedem Herbst jeweils ein Tanztag statt, der von zwei ganz lieben Frauen auf ihre so einzigartige wohltuende liebevolle Art gestaltet wird. Jeder dieser Tage steht unter einem Thema um welches sich die meditativen Tänze und Impulse ranken.
In diesem Jahr war das Thema: „Achtsam leben“.
Dabei ging es auch um das Thema Dankbarkeit:
Gerne nutze ich diese Jahreszeit in der es draußen dunkler und karger wird und die uns auf ihre Art nach Innen führen möchte, wenn wir es zulassen. Es gehört für mich dazu, dass manchmal die Stimmung auch etwas “ verhangen“ wird.
Es ist auch so, dass bei mir viele Erinnerungen wach werden in dieser Zeit. Die Türe zur Vergangenheit und auch zu den Menschen, die schon „voraus gegangen sind“ scheint weiter geöffnet zu sein.
In mir schwingt dann auch immer viel Dankbarkeit für all das Gute was ich erleben durfte.
Auf meinem Blog Herzensauge habe ich eine Karte und ein Gedicht gepostet, welche ich einmal zu diesem Thema gestaltet und geschrieben habe, weil sie im Moment so gut passen.

Weggeschichten

Heute kann ich euch das Ergebnis meines neuesten Bastelprojektes zeigen.

Als ich einer meiner Töchter das Foto geschickt hatte war ihr Kommentar: Das waren doch nur 3 Könige! 🙂
Wenn ich schon mal am Basteln bin, dann bremst mich fast nix. Nein jetzt mal im Ernst: Wenn ich etwas für mich bastele, dann gibt es meist noch “ Ableger“ als Geschenkevorrat. Ihr werdet euch wundern, aber ich habe gestern ganz spontan schon
3 Könige an eine Freundin verschenkt,der es nicht so gut ging, als Trostpflaster sozusagen.
Deshalb ist auch das Gedicht entstanden, was ich gestern für meine Freundin geschrieben habe. Ihr könnt es in meinem Schreibblog Herzensauge nachlesen.
Ich bin nach dem Telefongespräch zu ihr gefahren und habe ihr die Könige und das Gedicht gebracht. Wir sind dann später noch bei wunderschönem Sonnschein mit Priska spazieren gegangen und die Feldblumen blühten fast sommerlich.

Das Gedicht erzählt von dem Weg der 3 Könige und auch in den Märchen werden immer wieder Weggeschichten erzählt. So eine Weggeschichte begegnete uns auch in dem Märchen, welches das Thema der Märchenbetrachtung am vergangenen Montag Abend war. Ich hatte euch versprochen, davon zu bereichten, wenn es mir gefallen hat.
Es war ein sehr anregender und guter Abend und ich werde auch künftig, so wie es mir möglich ist an diesen Abenden, die einmal im Monat stattfinden teilnehmen. Es wird über die Märchensymbolik gesprochen und über das was uns die Märchen mit auf unseren Lebensweg geben können.
Wer sich gerne mit Märchen beschäftigt, der kann hier eine etwas andere Fassung des Märchens: „Feuer im Herzen und Verstand im Kopf“, welches am Montag besprochen wurde, nachlesen.
Seid herzlich gegrüßt.

Hinter den Wolken wohnt die Sonne

„Ich hoffe, Sie konnten sich trotzdem ein bischen erholen, trotz des schlechten Wetters? “ , sagte die Vermieterin unserer Ferienwohnung im Wangerland in Ostfriesland zu uns beim Abschied. Ich antwortete ihr, dass mir der Urlaub gut gefallen habe, weil wir das Glück hatten, dass die Regenpausen lang genug waren, um einige schöne Unternehmungen zu machen.
Als ich vorhin  den gestrigen Besuch bei einer Freundin und  unsere Gespräche in mir nachklingen ließ, blieb ich beim Thema : „Perfektionismus“ hängen.
Mir ist  im Laufe des Lebens mein Streben nach Perfektion bewusst geworden und in den unterschiedlichsten Situationen begegnet. Irgendwann habe ich dann verstanden, dass ich niemals perfekt sein werde, ja dass es meiner Erfahrung nach das Perfekte gar nicht gibt. „Es gibt immer was, was den Himmel hebt“, lautet ein Sprichwort, was ich hier in meiner zweiten Heimat, der Pfalz kennengelernt habe.
Diese Aussage bringt es genau auf den Punkt: Es ist nie gut genug, weder mein Mitmensch, noch ich selbst, nicht mal mein gestriger Tag oder  eben der letzte Urlaub. Es gibt doch immer etwas auszusetzen, so viele Gründe die gegen die Zufriedenheit sprechen. Manchmal geht es sogar noch viel weiter,  und wir werden Zeit unseres Lebens von Schuldgefühlen geplagt, weil wir uns selber unsere Schwächen und Unzulänglichkeiten nicht verzeihen können. Warum? Weil wir uns unsere eigenen Begrenzungen nicht eingestehen geschweige denn erlauben wollen. Das ist  äußerst tragisch, denn wir scheitern praktisch ständig an unseren eigenen perfektionistischen Ansprüchen. Wann haben wir das letzte Mal erlebt, dass wir vollkommen zufrieden mit einem Ergebnis, einem Erlebnis, einer Begegnung waren?
Ab dem Punkt in meinem Leben an dem wir klar wurde, dass ich niemals ausgelernt haben werde, dass das Leben ständige Entwicklung und Veränderung ist, konnte ich im Rückblick auf verschiedene Lebenssituationen einen anderen Blickwinkel einnehmen. Ich erkannte, dass ich aus dem Stand meiner derzeitigen Erfahrung und Entwicklung vieles heute anders machen würde, aber dass ich es in der jeweiligen vergangenen Lebenssituation nicht anders „gekonnt“ habe. Ich habe mein Bestes gegeben, aber das Beste geben bedeutet eben nicht, dass ich keine Fehler machen darf, sondern nur, dass ich mein Möglichkeiten ausgeschöpft habe.
Mit diesem Blickwinkel der die Möglichkeiten ins Visir nimmt und nicht nur die Begrenzungen,  werden wir in nahezu jeder Situation etwas Gutes oder Wertvolles finden und wir werden mit uns selbst und dann auch mit  unseren Mitmenschen weniger oft ins Gericht gehen und Milde walten lassen.
Selbst mitten im friesischen Schietwetter gibt es immer wieder bezaubernde Lichtblicke, die uns zeigen, dass hinter den Wolken die Sonne wohnt. Es folgen ein paar Handyfotos von verschiedenen Unternehmungen. Ich habe noch viele Fotos die ich mit meiner kleinen Kamera gemacht habe auf der Festplatte. Davon werde ich euch auch noch im Laufe der Zeit das ein oder andere zeigen.

Hundestrand-Schillig

Wilhelmshaven

Besuch bei den Schafen auf dem Deich

Blick auf das Haus in dem unsere Ferienwohnung war (am Ende der Straße, rechts).

Wangermeer

Blick auf das „Zwischenahner Meer“.

Für heute soll es genügen. Ich habe außer Fotos noch ein paar kleine Filmchen gemacht. Liebe Grüße und bis bald.

 

 

 

Bin ich ein FLT?

Diese Frage habe ich mir heute morgen einmal wieder gestellt. Der Impuls kam aus einer Gruppe bei Facebook. Meine Antwort die ich mir dann schließlich selber gab sieht folgendermaßen aus:

Wird dein Rucksack dir zu schwer
Lohnt es sich doch meistens sehr
Eine Pause einzulegen
Und mal näher hinzusehen
Was du alles mit dir schleppst
Möglich dass du dann  entdeckst
Was du dir hast aufgeladen
Musst du gar nicht alles tragen
Denn es kann sehr schnell geschehen
Fremde Lasten trägst du unbesehen
Was zu dir gehört pack ein
Was nicht dein ist lasse sein!

(C) Beate Neufeld

Ihr könnt euch vielleicht denken, was FLT bedeutet? Fremdelastenträger! Mit dieser neuen Wortschöpfung verabschiede ich mich für diese Woche und wünsche euch ein unbeschwertes Wochenende.

 

 

Gedankenflattern

Als ich heute im Blog von Martina „Buchstabenwiese“ kommentierte, flossen erstaunlich viele Worte aus mir heraus. Mir wurde bewusst, dass ich soeben eine Schreibblockade, wie sie mich in letzter Zeit oft ereilt, überwunden hatte. Während dem Schreiben wurde mir noch einmal deutlich, wie wichtig es für mein seelisches Wohl ist, achtsam mit meinen Gedanken umzugehen. Unzählige Gedanken ganz unterschiedlicher Qualität flattern unablässig in meinem Kopf hin und her, ein und aus. Sie sind zunächst leicht und zart wie Schmetterlingsflügel, erst wenn ich sie festhalte, sozusagen einfange, dann setzten sie sich nieder und nehmen Raum ein und wirken gleichzeitig wie Magnete,die weitere Gedanken gleicher Qualität anziehen. Dieses Wirkungsprinzip  kann mir zur Kraftquelle für ein erfülltes und frohes Leben dienen, ebenso kann es seine Wirkung dahingehend entfalten,  dass ich mich kraftlos und ausgelaugt fühle und ich mich mit bleischweren Schritten durch das Leben quäle.Damit ich die wohltuenden von den belastenden Gedanken besser unterscheiden, also sozusagen die Richtung  ausmachen kann, aus der sie jeweils heranflattern, habe ich ihnen Namen gegeben, die allerdings nicht alle meine eigene Erfindung sind. Vom „Inneren Kritiker“ habe ich in psychologischer Fachliteratur gelesen: Er ist es der seine ganze Energie darauf verwendet, alles was ich tue oder bin zu bewerten, natürlich meist sehr negativ. Der Lastenträger wurde von mir so benannt, weil er sich z.B. ständig damit beschäftigt, sich Problemen aufzuladen, die bei näherem Hinspüren überhaupt nicht in meinen Verantwortungsbereich gehören. Ich habe bei Martina schon geschrieben, dass es mir sehr hilft, wenn sich belastende Gedanken bei mir niedergelassen habe, kreativ zu werden. Da habe ich schon mehr als einmal festgestellt, dass ich plötzlich vor einem Bild saß welches, ohne dass ich darüber nachdachte auf das Papier geflossen ist. Direkt aus dem Herzen  heraus, denn sobald sich der Kopf einschaltet, klappt es nicht, dann ist der Kritiker stärker, der mir weißmachen will, dass ich überhaupt nichts zustande bringe.

 

 

 

 

 

 

 

Dualität

„WER WEIß WOZU DAS GUT WAR“?
Diesen Satz hatte ich aus dem Mund meiner Mutter schon seit meiner Kindheit oft gehört. Sie sprach ihn aus, wenn etwas geschehen war, was man durchaus als Mißgeschick oder Ungemach bezeichnen konnte.
Sein Sinn und die Wahrheit die dahinter steckt hat sich mir im Laufe des Lebens immer mehr erschlossen. Ich habe erfahren, dass sich vermeintliche Unglücksfälle im Rückblick oft als Chance herausgestellt haben. Chance für einen Lernprozess.
Ebenso gebrauchte meine Mutter zuweilen den Satz:
„ALLES HAT ZWEI SEITEN“.
Diese Aussage passt zum Einen auf die oben beschriebenen Situationen aber die Erfahrung hat mir gezeigt, dass sie auch auf mich selbst passt. Nun ja, evtl. muss ich sie nur ein wenig korrigieren, in dem ich sage: Wenn ich mich auf das Leben in all seiner Tiefe einlasse, dann erkenne ich, dass es durch das Raster der „Schwarz-Weiß-Malerei“ durchfällt. Es zeigt sich in zahlreichen Facetten. Nichts ist nur gut oder nur böse!  „ALLES HAT VIELE SEITEN“ , trifft also besser zu.
Wenn ich wirklich ehrlich zu mir selber bin,  dann erkenne ich, dass mein Wesen sowohl mit altruistischen als auch mit egoistischen Zügen ausgestattet ist.
In meiner Seele wohnen Liebe und Hass nebeneinander, auch wenn es nicht angenehm ist der Realität ins Auge zu sehen, aber so ist es nun mal.
Nur in dem Maße, in dem ich bereit bin, mich selber so anzunehmen wie ich bin, kann ich lernen auch meine Mitmenschen so anzunehmen wie sie sind.
Das ist ein lebenslanger Lernprozess, bei dem es immer wieder Rückschläge zu verzeichnen gibt.  Das darf sein,  denn wenn ich viele Seiten habe, dann muss und kann ich nicht perfekt sein. Ich meine, Perfektionismus würde in diesem Zusammenhang gleichbedeutend mit Stagnation sein.

Dualität

Überall auf der Welt leben Menschen die sich für den Frieden einsetzen.
In jedem Land dieser Erde wohnen Menschen die das Leben schützen.
An jedem Ort auf unserem Planeten existieren Menschen, die Grenzen in ihren Herzen überwinden.

Mörder leben in der Nachbarschaft von Pazifisten.
Attentäter wohnen im selben Haus mit Wohltätern.
Hass und Liebe existieren in deiner Seele nebeneinander  und so bist auch du mal Freund,  mal Feind.

(C)Beate Neufeld