Vom Knusperbrot zum Märchen

Gestern war bei mir Brotbacktag. Die Dose mit unserem Knusperbrot war am Vorabend leer geworden, also musste Nachschub her. Bei dieser Aktion habe ich den halben Tag zu tun, aber es macht eben auch Freude.

Auf dem Foto kann man nicht erkennen, wie groß die Teigmenge tatsächlich ist, aber es reicht dann für 6 Bleche. Die Masse, bestehend aus: Hirseflocken, gemahlenem Amaranth, Sonnenblumenkernen, Kürbiskernen, Leinsamen und Sesamsamen, Wasser, Brotgewürz, Kräutersalz und ein wenig Öl, wird ganz dünn ausgerollt und muss lange, mehr trocknen als backen. Das Brot hat seinen Namen auch deshalb bekommen, weil es sich prima eignet, um es genüsslich als gesunde Leckerei anstatt sonstigem Knabberzeug zu „knuspern“.
Knabbern, knuspern, das sind schon zwei Bezeichnungen. Wie sagt ihr dazu?
Das Wort „knuspern“ hat mich an das Märchen von Hänsel und Gretel erinnert. Wer kennt ihn nicht, den Spruch der Hexe: „Knusper, knusper, Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?“
Ich beschäftige mich oft und gerne mit Märchen. Eine liebe Freundin ist von Beruf Märchenerzählerin und durch sie bin ich der Märchenwelt sehr viel näher gekommen. Sie hat nicht nur ein fast unerschöpflich erscheinendes Repertoire an Märchen die sie frei erzählen kann sondern auch ein tiefes Wissen über Herkunft, Märchendeutung, etc.
Einmal im Monat nehme ich an einem Abend mit einer Märchenbetrachtung teil, der von einer anderen befreundeten Märchenerzählerin veranstaltet wird. Es kann sehr inspirierend und aufschlussreich sein, wenn jeder Teilnehmer nachspürt, was ihn besonders beschäftigt und man das Märchen im Gesprächskreis dann in seinen einzelnen Abschnitten gemeinsam „erforscht“. Nicht selten bin ich von diesem Abend nach Hause gefahren mit einem wichtigen und hilfreichen Impuls für meine aktuelle Lebenssituation.