Kleiderwechsel

Endlich, jetzt hat er sich doch noch, fast in allerletzter Minute, dazu entschlossen, sich in seinem vertrauten Kleid zu zeigen. Ich hatte ihn nicht erkannt, obwohl er die ganze Zeit da war. Er wollte vielleicht nur mutig sein und sich mal ganz anders präsentieren, wer weiß. Auf jeden Fall hat mein Herz vor Freude ein paar Luftsprünge gemacht, als ich ihn endlich wiedererkannte.

Ihr wisst schon, wen ich meine? Ja natürlich den Mai mit all seiner bezaubernden und beflügelnden Leichtigkeit und Schönheit. Die Vögel singen ihm ihre Jubellieder und ich schwelge im Blütenmeer der Frühlingswiese. Endlich draußen sitzen und am blauen Himmel die Wattewölkchen beobachten. Herrlich!

Dieses Foto hatte ich am frühen Abend des Pfingstsonntages gemacht. Das war für mich das erste Mal, dass ich längere Zeit auf meiner Lieblingsbank im Feld sitzen konnte. Mich beeindruckte dieses Wolkengemälde. Am nächsten Tag unternahm ich mit meinem Bruder, der zu Besuch war, einen Ausflug zum Weiher und wir hatten die Freude, die Gänse mit ihrem Nachwuchs anzutreffen . (In der Galerie könnt ihr die Fotos beim Anklicken in voller Größe ansehen.)

Sie waren so zutraulich, dass sie ganz nah an meinen Bruder herankamen und nachschauten, ob er etwas zu fressen in der Hand hielt (hatte er aber nicht!). Ich habe da noch ein paar Fotos für euch, die in den letzten Maientagen entstanden sind. Die möchte ich euch nicht vorenthalten.

Der Holunderbusch zeigte seine erste Blüte.
Die erste Blüte am Holunderbusch.

Manchmal entdeckt man verborgene kleine Paradiese. Dieses hier habe ich schon vor ein paar Jahren entdeckt und bin immer wieder beglückt, wenn ich in diese „kleine Welt“ eintreten darf. Ich lüfte für euch in der Galerie mal das Geheimnis.

Heute ist nun tatsächlich der allerletzte Tag im Mai. Endlich können eine Freundin und ich den schon lange geplanten Ausflug zu „ihrem See“ machen, den ich noch nicht gesehen habe. Wir haben so lange auf einen sonnigen und warmen Tag gewartet, damit wir dort eine Weile sitzen und die Seele baumeln lassen können. Wahrscheinlich werde ich von dort einige Fotos mitbringen und sie dann als Nachlese vom Mai zeigen. Schauen wir mal dann sehen wir schon! Bis dahin schicke ich euch liebe Grüße.

Wertschätzung

Am Sonntag machten wir einen Ausflug zum Schlosspark Schwetzingen.

Kann man eigentlich durch solch eine imposante Anlage profan spazieren gehen oder kommt der Gang nicht eher dem Flanieren gleich?

Meine Gedankenwelt wurde lebhaft angeregt. War dieser Reichtum für den jeweiligen Kurfürsten, der all das für sich beanspruchte,  selbstverständlich oder waren ihm seine Privilegien bewusst? Das riesige Schloss und die weitläufige Gartenanlage diente bemerkenswerter Weise immerhin nur als Sommerresidenz! 

Was macht den Wert eines Menschen aus? 
Lässt er sich überhaupt messen? 
Wenn ja, wer setzt dann die Maßstäbe? 

Gehören Besitz und Bildung  dazu, die berufliche Funktion und Arbeitsstelle? 
Gesundheit, Freundeskreis…, die Liste ließe sich sicher noch um Vieles erweitern.
Was bleibt wenn all das um uns herum wegfällt?
Das nackte Sein. Ist das genug um wertvoll zu sein? 
Bin ich wertvoll wenn Andere mich dafür halten oder kommt es darauf an, was ich selber in mir entdecken kann?

Ich hatte am Wochenende Post von einer Freundin bekommen, die mir mitteilte, dass sie ganz plötzlich und unvorbereitet ihren Arbeitsplatz verloren hat und sich nun sozusagen in einem luftleeren Raum befindet. Sie schwankt zwischen Hoffnung auf einen Neuanfang und lähmender Frustration. Jetzt erst wird ihr bewusst, was sie all die Jahre „hatte“.

Mir hängt heute auch immer noch nach, dass ich meine Arbeitsstelle Anfang 2019 aufgeben musste, aus eigener Entscheidung meiner Gesundheit zuliebe. 
Ein sehr ambivalentes Gefühl, denn ich habe die Arbeit an sich geliebt, sie hat mich sehr erfüllt, aber die „Rahmenbedingungen“ haben mich überfordert, der Stress der dadurch entstand nahm überhand.

Eine lange Zeit danach habe ich mich immer noch wertlos gefühlt. 
Langsam wächst in mir „eine Pflanze“ die immer stärker und größer wird. 
Der Same dieser Pflanze war bereits in mir angelegt und wartete darauf sich entfalten zu können.

Ein Strauß aber keine Blumen

Mein „großes Mädel“ ist zu Besuch und da nutzen wir natürlich die Gunst der Stunde auch für gemeinsame Unternehmungen. Gestern haben wir eine Straußenfarm besucht. Hier leben mehrere „Straußenfamilien“, die in der Regel aus einem Hahn und 5 bis 6 Hennen besteht.

Diese Farm ist eine sogenannte Aufzuchtfarm, deshalb kann man hier, wenn man zur rechten Zeit kommt total niedliche Küken beobachten. Diese hier waren erst vor ein bis zwei Tagen geschlüpft.

Es ist ein richtig schöner Ort, denn das Gelände ist parkähnlich angelegt und bietet verschiedene Sitzgelegenheiten zum Schauen und Genießen.

Ein besonderes Schmuckstück ist der Seidenbaum mit seiner einzigartig schönen Blüte.

Man kann auch eine kleine Wanderung durch das Außengelände unternehmen, wo sich mehrere Straußengehege befinden. Wir sind noch eine Stück weiter um einen Campingplatz und See gelaufen. Hier hat sich seit meinem letzten Besuch auch einiges getan, das Gelände ist sehr schön gestaltet, z.B. ein Bachlauf wurde angelegt.

Auf den nahegelegenen Feldern konnten wir Störche beobachten.

Es war sehr schwül gestern, deshalb haben wir die Wanderung nicht noch weiter ausgedehnt, rund 4 km schienen uns ausreichend. Wir haben uns als Abschluss auf der Terrasse des zugehörigen Restaurants noch ein Getränk genehmigt.