Basteln am Küchentisch

Im Dorf in dem ich wohne hat sich in letzter Zeit eine Menge in Sachen Naturschutz getan. Unser Ort hat am Wettbewerb „Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt“ erfolgreich mit einem Projekt https://www.roe-gro-inselderartenvielfalt.de/ teilgenommen.

Morgen findet die Auftaktveranstaltung teil und wir hoffen auf einigermaßen schönes oder doch zumindest trockenes Wetter. Es gibt Vorträge rund um das Thema und verschiedene Werk-, Mal- und Bastelangebote. Familie Neufeld ist auch aktiv mit dabei: Der beste Ehemann von allen baut mit den Familien Nistkästen für Vögel und ich bastele mit Kindern (und Eltern). Deshalb wurde unser Küchentisch kurzerhand zur Bastelwerkstatt umfunktioniert

Was wird das wohl? Es entstehen für die Kleinsten einzelne Vögel aus Katalog- und Buntpapier, wenn die Eltern mithelfen möchten kann auch ein Vogelmobile daraus entstehen, die etwas älteren Kinder schaffen das sicher auch eigenständig.

Also ich bin dann mal wieder in der Küche, falls ihr mich sucht. 😮

Ein bisschen was geht immer

Hallo ihr Lieben, falls jemand hier vorbei schaut, kann er sehen, wie meine selber gebastelte Lampion-Lichterkette aussieht. Mit den Fotos erfülle ich gerne den Wunsch von Martina
Der Heißkleber ist gerade frisch getrocknet und ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Es war schon ein wenig aufwendig, aber ich finde es hat sich gelohnt. Es folgt noch eine zweite Kette, aber da müssen nur noch die bereits fertiggestellten Lampions dran geklebt werden. Der beste aller Ehemänner hat prophezeit, dass die Chancen nicht schlecht stehen, dass die Sauna morgen fertig gestellt wird und wir sie im Sonntag dann einweihen können. Für die Gemütlichkeit im Ruheraum habe ich mit den Lichterketten schon mal gut vorgesorgt.

Ich habe die Lampions immer in ganz kleinen Schritten gefaltet mit viel Pause dazwischen. Besonders frisch habe ich mich in der letzten Woche nicht gefühlt, aber seit gestern Abend geht es wieder gut. Ich wurde letzte Woche am Donnerstag zum zweiten Mal geimpft und das hat mein Immunsystem ganz gut beschäftigt.

Nun wünsche ich euch ein freudvolles Wochenende.

Lichtblicke

Heute war endlich mal wieder ein Tag, an dem die Sonne sich richtig lange hinter den Wolken hervor getraut hat. Herrlich war das, im Sonnenschein durch die Felder zu laufen. Das hebt die Stimmung und gibt neuen Schwung.

Mir ist besonders die strahlende Farbe des Mooses oder der Flechten? auf dem Birkenstamm aufgefallen, fast wie Neonfarben. Die beiden nächsten Fotos sind noch von letzter Woche.

Heute hat mir aber nicht nur die Sonne Freude bereitet, sondern auch eine doppelt schöne Entdeckung im Dorf. Es gibt sie noch, die Zeichen der Menschenfreundlichkeit!

Es gibt also tatsächlich jetzt auch bei uns in unserem kleinen Dorf ein öffentliches Bücherregal zum Tauschen oder sich Beschenken lassen. Das hatte ich mir schon lange gewünscht: Voila, da steht es und ich werde gerne auch hin und wieder Bücher hineinstellen und mir gegebenenfalls eines mitnehmen. Ich finde das total klasse, denn nicht jedes Buch, dass ich gelesen habe möchte ich behalten. Natürlich schmeiße ich Bücher nicht einfach weg, ich habe sie zum Beispiel für den Flohmarkt zum Erlös für den Tierschutz gespendet oder über die Facebook Seite unserer Verbandsgemeinde, in der Dinge kostenlos abgegeben werden, verschenkt. Ich finde es total schön, dass jetzt dieses Regal da steht, so eine Einrichtung bringt eine liebevolle Atmosphäre in das Dorf!
Als ich näher kam, sah ich dann den zweiten Grund zur Freude.

So eine schöne Idee!
Solche Aktionen machen Mut und geben Kraft. Es geht nur, wenn wir aufeinander zugehen, wenn wir Solidarität entwickeln, soziale Intelligenz ist mehr denn je gefragt!
Also dann, lasst es euch gut gehen, ich bin dann mal weg, ich habe ein Projekt, dem ich mich widme.

Der fliegende Nikolaus

Herr Gutenbüchel war in der ganzen Siedlung in der er wohnte bekannt wie ein bunter Hund. Während die Erwachsenen ihn eher mit einer Mischung aus zurückhaltender Skepsis und einem verständnislosem Kopfschütteln betrachteten, sorgte seine lustige, unkonventionelle, kreative und überaus freundliche Art dafür, dass er bei uns Kindern einen dicken „Stein im Brett“ hatte. Er nutzte jede Gelegenheit um uns zu überraschen und ein Lachen auf unser Gesicht zu zaubern.
Seine Spezialität waren selbst gefaltete Papierflugzeuge, die er zu unserer Freude oft überraschend von seinem Balkon zu uns herunter fliegen ließ, wenn wir an seinem Haus vorüber liefen.
Im Laufe seines Lebens hatte er seine Faltkünste derart perfektioniert, dass uns Kindern nicht selten der Mund vor Staunen offen stehen blieb, wenn wir die außerordentlichen Flugbahnen beobachteten.
Durch sein Vorbild angespornt übten wir uns im Nacheifern, aber keines der von uns selbst gefalteten Flugzeuge flog auch nur annähernd so weit oder so hoch.
An diesen ganz besonderen Nikolaustag von dem ich euch erzählen möchte, erinnere mich noch als ob es erst im Advent des vergangenen Jahres gewesen wäre, dabei ist das Erlebnis gut und gerne 50 Jahre her. 
Zur Mittagszeit hatten wir Kinder, kaum aus der Schule zurückgekehrt, unseren Ranzen geschwind in die Ecke gefeuert, denn wie üblich hatte uns der Lehrer zur Feier des Tages die Hausaufgaben erlassen. Nach dem Mittagessen trafen wir uns zum Spiel draußen im Hof hinter den Wohnblocks. 
An diesem Tag waren wir wie in jedem Jahr von kribbeliger Vorfreude erfüllt, denn es war Tradition, dass bis zum frühen Abend der Nikolaus seine Geschenke verteilte. Wir durften nicht eher nach Hause, bis dass wir von der Mutter gerufen wurden. 
Dann verlief alles nach einem lieb gewonnenen Ritual: Kaum dass ich die Wohnungstür geöffnet hatte, stürzte ich in mein Kinderzimmer, dort stand dann jeweils eine bunte Tüte gefüllt mit Mandarinen, Lebkuchen und einem Schokoladennikolaus. Dazu gab es ein kleines Geschenk, sozusagen als Vorgeschmack auf Weihnachten. Kennt ihr diese kleinen Bilderbücher, es waren eher Heftchen mit jeweils nur einer Geschichte darin? Ich habe sie sehr gemocht und war glücklich eines davon zu erhalten.
Aber nun zurück zu unserem Erlebnis an diesem ganz besonderen Nikolaustag:
Wir Fünf vom Hinterhof, eine eingeschworene Freundestruppe, machten uns nachdem wir eine Weile Fußball gespielt hatten auf den Weg durch das Dorf. Wir wollten mal ordentlich die Augen aufmachen und schauen, ob wir nicht doch irgendwo einen Blick auf den Nikolaus  erhaschen konnten. Irgendwo musste er ja zu sehen sein auf seinem Weg zu den Häusern wo er die Geschenke verteilte.
Gerade als wir durch die Schustergasse an dem Haus in dem Herr Gutenbüschel wohnte vorbei liefen, trauten wir unseren Augen nicht, denn plötzlich wie aus heiterem Himmel erblickten wir erst ein, zwei, drei dann immer mehr Fallschirmchen, die in elegantem Schwebeflug über unseren Köpfen zu Boden glitten. Aber was für eine Überraschung: Als wir den ersten in unserer Hand hielten, sahen wir , dass ein winziger Nikolaus, aus einem Korken gebastelt, sich an dem Fallschirm aus Papiertaschentuch festhielt. 
Herr Gutenbüschel hatte ganze Arbeit geleistet und uns mit einer Horde von Nikoläusen sozusagen überschüttet. Mit einem breiten und überaus zufriedenem Grinsen auf dem Gesicht strahlte er uns spitzbübisch an. 
Wir hüpften vor Freude und winkten ihm dankbar zu.

(C) Beate Neufeld , inspiriert von einer Kindheitserinnerung einer Freundin und frei erfunden ausgeschmückt und weitergesponnen