Die Kraft der Verwandlung

Die Kraft der Verwandlung

So schöne Sonne auf meinem Sideboard heute Morgen.

Heute morgen, am dritten Tag der Fastenzeit wurde mir klar, worauf ich in den nächsten Wochen achten möchte. 
Beim Lesen eines Artikels über eine mir bekannte Person spürte ich, wie sich etwas in mir zusammenbraute. 
Obwohl eigentlich etwas Positives berichtet wurde, fühlte ich, dass sich in mir lauter negative, abwertende Gedanken und Emotionen ausbreiteten. 
Ich konzentrierte mich einen Moment bewusst auf das, was ich im Körper spürte. 
Das war ziemlich unangenehm.
Mir wurde bewusst, dass dieser Mensch bei mir in einer Schublade gelandet war, und dass meine Einstellung sowohl auf die betreffende Person als auch auf mich keine gute Auswirkung hat. 
Plötzlich kam mir ein Blitzgedanke:
Das muss so nicht bleiben, es ist deine Entscheidung, du kannst das verwandeln! 
Ich bat den Engel des Mitgefühls um Unterstützung und fühlte, wie sich langsam Wärme und Licht in mir ausbreiteten und visualisierte, wie dieses Licht zu diesem Menschen hin fließt und ihn umgibt.
Ich möchte in den nächsten Wochen achtsam mit meinen Emotionen sein und mich für die Kraft der Verwandlung öffnen und in mir wirken lassen.

Gestern wurde meine Bestellung geliefert: Mein Foto vom Wolkenengel habe ich auf Leinwand „ziehen lassen“ und heute Abend werden wir es hier im Wohnzimmer aufhängen. Es beglückt mich sehr.
Ebenfalls viel Freude bereitet mir mein neues Projekt: Ich male Motive zu meiner Osterhasengeschichte. Vielleicht wird einmal ein Bilderbuch daraus, wer weiß das schon?
Aber das Wichtigste daran ist die Freude beim Malen, das soll erst mal genug sein.

Ganz liebe Grüße zu euch, liebe Leser.

Belanglos?

Wenn ich mir überlege, was ich hier schreiben oder zeigen kann, erscheint mir im Moment alles belanglos. Aber dennoch möchte ich irgendwie versuchen, diese Blockade zu überwinden, denn es tut mir nicht gut zu schweigen. Manchmal ja, aber nicht dauerhaft!
Ich bin gerade dabei für eine liebe Freundin eine kleine Sammlung meiner Geschichten und Gedichte aufzuschreiben, die wie ich finde in diese Zeit gerade ganz gut passen. Ich weiß, dass sie sich darüber freuen wird. Bei dieser Gelegenheit bin ich dann über ein Gedicht vom Februar letzten Jahres „gestolpert“. Ich dachte mir, dass ich das jetzt auch gerade ganz gut gebrauchen kann.

Die Welt ist schlecht
Die Welt ist gut
Für Beides gibt es
Grund genug
Du findest das
Nachdem du suchst
Und ob du Jubelst
Oder fluchst
Das hast du selbst
In deiner Hand
Wohin dein Blick
Auch immer geht
Es zieht dich an
Wie ein Magnet
Du hast die Macht
Dich zu entscheiden
Du bist kein Opfer
Musst nicht leiden
Suchst du nach Freude
Und nach Licht
Dann hindert dich
Das Dunkel nicht
Die Welt ist schlecht
Die Welt ist gut
Für Beides gibt es
Grund genug

(c) Beate Neufeld

Ich beobachte bei mir, dass die Stimmung immer wildere Tänze aufführt, mal hoch mal runter, und das kenne ich von Zeiten vor der Pandemie nicht in diesen kurzen Intervallen. Also habe ich damit zu tun, mich immer wieder aus den stimmungsmäßigen Tiefpunkten aufzurappeln. Ich weiß, dass ich hier nichts Neues schreibe, dass es wahrscheinlich den allermeisten Menschen da draußen auch so geht. Aber dennoch hilft es ja auch manchmal darüber zu sprechen und zu schreiben, denn dadurch ändert sich die eigene „Position“. Ich bin nicht mehr in der Situation die mich belastet drin sondern werde, wenn ich darüber spreche oder schreibe, zum Beobachter derselben. Und dann bemerke ich, dass mich diese Situation niemals ganz ausmacht, dass da noch so Viel mehr ist. Dann wird der Blick wieder frei zum Beispiel für das wofür ich dankbar sein darf oder mir kommt eine Idee, was mir jetzt gut tun würde.
Ich male immer wieder gerne. Nun haben mittlerweile alle Steine, die ich im letzten Sommer bei einem Ausflug am Rhein gesammelt habe, ein buntes Kleid bekommen.

Anfang der Woche war es dann auch Zeit, um die Weihnachtsdeko abzuräumen. Ich habe unser Sideboard neu dekoriert und das macht Freude.

Und nun wende ich mich wieder meinen Aquarellfarben zu und pinsele in fröhlichen bunten Farben.

Ich habe bereits 4 weitere Motive vorgezeichnet. Die werden jetzt nach und nach „mit Leben erfüllt“. Im nächsten Monat würden normalerweise meine Entspannungskurse wieder losgehen, aber das danach sieht es im Moment gar nicht aus. Ach, das fehlt mir schon sehr: Ja, ich will nicht jammern, aber das darf ja auch mal geschrieben werden.
Wie haltet ihr euch munter, was tut euch gut?

Inventur 2020

Heute war es mir danach, das vergangene Jahr hier noch einmal in kurzen zusammenfassenden Rückblenden Revue passieren zu lassen und auf diese Weise noch einmal für mich gründlich Inventur zu machen. Für jeden Monat habe ich mir ein Foto ausgesucht und dazu geschrieben, was mir für den jeweiligen Monat wesentlich erscheint.

JANUAR
Zu Beginn des neuen Jahres war ich voller Tatendrang und mit ganz viel positiver Energie erfüllt. Ich schmiedete neue berufliche Pläne und begann auch sogleich erste Schritte in die Wege zu leiten. (Ich konnte nicht ahnen, dass ich sehr bald jäh ausgebremst würde und mein Vorhaben auf unbestimmte Zeit „im Sande verlaufen“ sollte.)

FEBRUAR
Im Laufe des Monats zeichnete sich immer deutlicher ab, dass sich etwas Unheilvolles zusammen braute. Mitte des Monats besuchte ich noch mit drei Freunden die vorerst letzte kulturelle Veranstaltung. Am Ende des Monats, noch vor dem offiziellen Lockdown, entschlossen wir, die Gruppe von Freunden, die sich regelmäßig zu Spiele-Abenden trafen, ihn dieses Mal ausfallen zu lassen. 

MÄRZ
Wir wurden schon von Beginn des Lockdowns fast konstant über die gesamte Zeit mit ungewöhnlich sonnigem Wetter beschenkt. Das war eine Wohltat für die gestresste Seele, immer wieder in den nahen Feldern in der Natur Kraft tanken zu können. Wenn ich zum Einkauf aus dem Dorf in die Stadt fuhr, schaute ich voller Mitgefühl auf die hohen Wohnblocks und konnte mir wahrscheinlich nicht annähernd ausmalen, wie es den Familien mit Kindern erging, die in der Stadt ohne Garten in der Wohnung festsaßen. Den Stein den mein Foto zeigt fand ich bei einer der täglichen Spaziergänge im Feld und er motivierte mich, meinerseits Mutmachsteine zu bemalen und auszulegen. 

APRIL
Das Bewusstsein dafür, dass wir Gemeinschaftswesen sind, wuchs beständig im Laufe der Herausforderungen die uns allen mehr oder weniger abverlangt wurden. Es gab im Dorf und Umkreis zahlreiche positive Entwicklungen, die zeigten, dass wir lernfähig sind unseren Blick über den Tellerrand hinaus zu weiten. 

MAI
Da der geplante Urlaub ausfiel, unternahmen wir zahlreiche Tagesausflüge. Die Kopfweide auf dem Foto sahen wir in einem landschaftlich reizvollen  Naturschutzgebiet in Hessen. Die Erkenntnis, dass das Gute oft so nah liegt, bestätigte sich für uns immer wieder. Wir fuhren auch nicht jeden Tag weite Strecken, für einen Ausflug bot sich zum Beispiel auch ein fußläufig zu erreichender kleiner Weiher an. Wenn wir dort saßen, waren wir „wie in einer anderen Welt“. 

JUNI
In diesem Jahr habe ich einmal mehr erlebt, wie wichtig und heilsam für mich der kreative Ausdruck ist. Ich habe gelernt, mich selber und meine Bedürfnisse ernst zu nehmen und achtsam und wertschätzend für mich selbst zu sorgen. Mit dieser Selbstfürsorge ist es mir gelungen mein Stresslevel immer wieder zu senken und mich seelisch zumindest vorübergehend im Gleichgewicht zu halten. Es blieb ein stetes Auf- und Ab über das ganze Jahr hinweg.

Juli
Nie werde ich vergessen, wie glücklich ich war, nach so langer Zeit meine Töchter wieder zu sehen. Die Sehnsucht hatte mich fast „erdrückt“. Das Foto entstand bei einem Ausflug mit der älteren Tochter in einer Straußenfarm.

AUGUST
Ich habe in diesem Jahr die Erfahrung gemacht, dass es gerade in herausfordernden Zeiten umso wichtiger ist, den Blick zu weiten für die Lichtblicke und Hoffnungszeichen. Ich fand sie erstaunlicherweise immer wieder, immer öfter, je mehr ich mich darauf fokussierte. 

SEPTEMBER
In diesem Jahr wurde ich sozusagen gezwungen „seelische Inventur“ zu machen. Ich durfte, wenn es auch anstrengend und schmerzhaft war, einen Teil meiner Vergangenheit aufarbeiten. So kam es auch, dass ich auch im Äußeren bewusst Wege wählte, die ich schon lange nicht mehr gegangen war. Das Foto zeigt einen Ort in unseren Feldern, wo ich Jahre zuvor mit meiner geliebten verstorbenen Hündin oft unterwegs gewesen bin.

OKTOBER
Auch der Oktober bot noch viele Tage um  Sonnenstrahlen zu sammeln. 
Ich erinnere mich noch gerne an unsere letzte Tagestour an Rhein und Mosel. Wir haben im Laufe  des Jahres hin und wieder unsere Campingstühle und einen kleinen Imbiss sowie gefüllte Kaffee-Thermos-Becher eingepackt und uns irgendwo am Wasser einen schönen Platz zum „Seele-Baumeln-Lassen“ gesucht. 

November
Besonders schöne Stimmungen in der Natur färben auch auf die eigene Stimmungslage des Gemütes ab. Ich habe mich in diesem Jahr häufig an den Satz erinnert, den ich einmal in einem Seminar gehört hatte: „Wenn nichts mehr geht, dann geh!“ Oh ja, ich bin sehr oft gegangen in diesem Jahr!

DEZEMBER
Mein schönstes Weihnachtsgeschenk war das gemeinsame Fest in der Familie mit beiden Töchtern. Das Foto zeigt den Ausblick bei unserer kleinen Waldwanderung am ersten Weihnachtstag. 
Ein weiterer und abschließender Lichtblick war das Streamingkonzert von „Mrs. Greenbird“. Diese beiden lieben Menschen, die Musik mit und aus dem Herzen machen, sind einfach ein Geschenk für mich.

Gute Laune-Backen

Gibt es eigentlich so etwas wie ein Neujahrs-Loch? Wenn ja dann war es das, was mich gestern verschluckt hatte und aus dem ich mich zum Glück abends wieder „herauswurschteln“ konnte. Deshalb beschloss ich heute, als mir der Tag zur Begrüßung ein eher graues Gesicht zeigte, mir die Stimmung auf eigene Faust zu erhellen.

Eigentlich wollte eine Freundin am Nachmittag zu Besuch kommen. Als sie absagte, dachte ich mir: „Die Torte backst du jetzt trotzdem, ein Teil davon lässt sich gut einfrieren und warum sollen wir nicht auch alleine den Beginn des neuen Jahres feiern?“
Gesagt, getan. Ich registrierte erfreut, dass ich während der Zubereitung beschwingt vor mich hin summte.
Der positive Elan reichte auch noch für ein selber gebackenes Brot. „So geht das“, dachte ich. „Gute Laune lässt sich backen! Das werde ich mir merken!“ 😉

In diesen Tagen ist „Das Gute Neue Jahr“ in aller Munde. Hoffnungsvoll oder bangend wird es gewünscht oder herbeigesehnt. Nicht selten heißt es: „Mal abwarten was das neue Jahr für uns bereit hält und hoffentlich wird es besser als das alte Jahr!“
Es scheint so, als ob das neue Jahr schon irgendwo fix und fertig „auf Halde liegt“ und nun auf die Lieferung gewartet wird.
Na hoffen wir mal, dass das Überraschungspacket keine faulen Eier enthält oder sich beim Auspacken herausstellt, dass ein Teil der Ladung schon zu Bruch gegangen ist!
Ich hörte zu und dachte bei mir: „Ne so wird das nix, wenn wir nicht kapieren, dass das neue Jahr nicht im Fertig-Bausatz geliefert wird sondern dass es nur in Eigenproduktion zu haben ist!

Das gute neue Jahr 
kommt nicht 
einfach so,
wenn wir 
zaghaft bangend
oder
zuversichtlich hoffend
darauf warten.

Das neue Jahr 
wird nur 
so gut,
wie wir 
liebevoll achtsam
und
entschlossen tatkräftig 
es werden lassen.

(c) Beate Neufeld
03.01.2021

Danke, liebes altes Jahr

Heute, am vorletzten Tag dieses Jahres, nehme ich mir Zeit zur Rückschau.
Ein Wort habe ich gesucht, mit dem ich meine abschließende Empfindung bezüglich dieses Lebensabschnittes beschreiben kann.
Das Wort lautet: Dankbarkeit.
Es war nicht nur für mich ein Jahr mit ganz besonderen Herausforderungen.
Ein sehr bewegtes Jahr, wie eine Wanderung bei der sich Höhen und Tiefen ständig abwechselten.
Ich durfte neues lernen über mich und über das Leben im Allgemeinen.
Zutiefst dankbar bin ich für Vieles.
Ich bin dankbar für die Liebe und Zuwendung der Menschen, die mir nahestehen und dass wir alle gesund durch das Jahr gekommen sind.
Ich bin dankbar für das wunderbare Frühlingswetter, was die Zeit des ersten Lockdowns so sehr erleichtert hat.
Ich bin dankbar für unseren Wohnort, der mir die Möglichkeit bietet, mich in der Natur zu bewegen und dabei immer wieder neue Kraft zu tanken.
Ich bin dankbar, dass ich im August gemeinsam mit einer Freundin ein kleines Konzert im Freien mit zweien meiner Lieblingsmusikern erleben durfte.
Ich bin dankbar für die zahlreichen wunderbaren Musikerlebnisse per Stream, ein Fest für die Seele.
Ich bin dankbar, auch wenn meine Arbeit im Bereich Stressprävention brach lag und 21 Termine abgesagt werden mussten, denn es blieb dennoch ein Abend im September, den ich mit einer Freundin zusammen gestalte habe und der wurde zu einem ganz besonderen Erlebnis für meine Freundin und mich und für die 5 Menschen die gekommen waren.
Ich bin dankbar, dass ich die Zeit zum kreativen Ausdruck nutzen konnte, ich glaube ich war noch nie so kreativ wie in diesem Jahr.
Noch so Einiges könnte ich aufzählen, für das ich dankbar bin, aber das führt hier zu weit.
Ich gehe mit Zuversicht in das neue Jahr und wünsche euch allen ein liebevolles neues Jahr.

Blick von der Michaelskapelle auf Deidesheim in der weihnachtlichen Nachtmittags-Sonne.

Siehst du das Licht?
Du sagst, du siehst es nicht.
Verändere deine Sicht!
Du wirst es nur mit Augen sehen die nach innen blicken.

Siehst du das Licht?
Du sagst, du siehst es nicht.
Weite deinen Blick!
Du wirst es nur mit Augen sehen die sich über den Horizont erheben.

(c) Beate Neufeld

Lichtblicke

Heute war endlich mal wieder ein Tag, an dem die Sonne sich richtig lange hinter den Wolken hervor getraut hat. Herrlich war das, im Sonnenschein durch die Felder zu laufen. Das hebt die Stimmung und gibt neuen Schwung.

Mir ist besonders die strahlende Farbe des Mooses oder der Flechten? auf dem Birkenstamm aufgefallen, fast wie Neonfarben. Die beiden nächsten Fotos sind noch von letzter Woche.

Heute hat mir aber nicht nur die Sonne Freude bereitet, sondern auch eine doppelt schöne Entdeckung im Dorf. Es gibt sie noch, die Zeichen der Menschenfreundlichkeit!

Es gibt also tatsächlich jetzt auch bei uns in unserem kleinen Dorf ein öffentliches Bücherregal zum Tauschen oder sich Beschenken lassen. Das hatte ich mir schon lange gewünscht: Voila, da steht es und ich werde gerne auch hin und wieder Bücher hineinstellen und mir gegebenenfalls eines mitnehmen. Ich finde das total klasse, denn nicht jedes Buch, dass ich gelesen habe möchte ich behalten. Natürlich schmeiße ich Bücher nicht einfach weg, ich habe sie zum Beispiel für den Flohmarkt zum Erlös für den Tierschutz gespendet oder über die Facebook Seite unserer Verbandsgemeinde, in der Dinge kostenlos abgegeben werden, verschenkt. Ich finde es total schön, dass jetzt dieses Regal da steht, so eine Einrichtung bringt eine liebevolle Atmosphäre in das Dorf!
Als ich näher kam, sah ich dann den zweiten Grund zur Freude.

So eine schöne Idee!
Solche Aktionen machen Mut und geben Kraft. Es geht nur, wenn wir aufeinander zugehen, wenn wir Solidarität entwickeln, soziale Intelligenz ist mehr denn je gefragt!
Also dann, lasst es euch gut gehen, ich bin dann mal weg, ich habe ein Projekt, dem ich mich widme.

Tiefer Blicken

Weißt du, ich könnte
so im Vorbeilaufen
zu mir selber sagen:
„Das ist doch einfach nur ein Sonnenstrahl,
da scheint halt die Sonne in den Baum.“
Ich kann aber auch stehen bleiben
und tiefer blicken und mir sagen:
„Danke, du bist ein Geschenk,
ein Stern der vom Himmel gefallen ist,
nur für mich in diesem Augenblick!“

Weißt du, ich könnte
so im Vorbeilaufen
zu mir selber sagen:
„Das ist doch einfach nur ein Blatt,
da ist halt der Tau dran festgefroren.“
Ich kann aber auch stehen bleiben
und tiefer blicken und mir sagen:
„Danke, du bist ein Geschenk,
eine Blume die der Winter 
auf das Blatt gezaubert hat,
nur für mich in diesem Augenblick!“

(C) Beate Neufeld im Dezember 2020

Gesammelte Sonnenstrahlen

Allzu schnell geschieht es, dass ich mich wie in einem Netz aus alltagsgrauen Gedanken einfangen lasse und mit dem was ist und wie es ist hadere. Aber wenn ich mich besinne, meine Augen nach innen lenke, dann kann ich sie sehen und spüren, die gesammelten Sonnenstrahlen.

Ich habe da noch ein paar Bilder für euch. Sie sind im September aufgenommen und erinnern an wohltuende Sonnenstunden in der Natur.

Und jetzt nehm ich den Pinsel zur Hand und male die Pilzköpfe an, die ich vor Tagen aus Salzteig geformt habe. Was daraus wird? Wenn es gelingt dann zeige ich es euch, versprochen!

Ach es gibt noch etwas für mich Erfreuliches zu berichten. In diesem am 13. Oktober erschienenen Sammelband mit Weihnachtsgeschichten ist auch eine Geschichte „aus meiner Feder“ abgedruckt.

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Federleicht

Kürzlich blieb ich im Feld vor einer Pferdekoppel stehen und da fiel mein Blick auf diese Feder, die am Boden lag. Und dann führte diese Feder so eine Art Zwiegespräch mit mir. Sie erzählte mir von Schwere und Leichtigkeit. Mir wurde bewusst, dass ich selbst es bin, die einen wesentlichen Einfluss darauf hat, ob mein Leben sich schwer oder leicht anfühlt. Ja die Lebensfreude und Leichtigkeit sind in diesem Jahr zunächst stellenweise, dann immer mehr „auf der Strecke geblieben“. Ich weiß, dass es nicht nur mir so ergeht. 
Wenn etwas nicht so läuft wie es nach unserer Meinung sein sollte, sind wir schnell dabei voller Entrüstung zu sagen:
„So geht das aber gar nicht, da werde ich mich aber mal gründlich beschweren!“
Auch wenn wir die Schuld bei uns selbst entdecken sind wir schnell dabei mit uns ins „Gericht“  zu gehen. 
Wir verurteilen uns selber für das was wir nach unserer Meinung hätten anders machen und können müssen! 
Wir beschweren uns!
Unsere Sprache ist so sinnig!
Lassen wir uns das doch einmal „auf der Zunge zergehen“!
Wer mehr Leichtigkeit in sein Leben bringen möchte, der sollte damit aufhören sich (selbst) immer wieder zu beschweren!
Wie geht das nun mit dem „Leichter werden“? 
Ich sehe nur einen Weg: Das was ist zunächst mal so anzunehmen wie es ist und nicht dagegen anzukämpfen.
Natürlich meine ich damit nicht, dass ich in die Opferrolle verfalle und alles hinnehmen muss. Nein, das kann es auch nicht sein. Aber ich habe für mich entdeckt, dass es mir wesentlich besser geht, wenn ich mich darin übe „locker zu lassen“, Frieden zu schließen mit dem was ist. Auszusortieren was „auf meiner Baustelle“ liegt und das was nicht in meiner „Macht“ liegt.
Gestern als ich mit einer Freundin telefonierte und wir über diese Thema sprachen kam mir wieder einmal das Gebet in den Sinn, dessen Worte es auf den Punkt bringen:

Gott gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann
und die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden.

Reinhold Niebuhr

Und oft liegt das Gute was ich für mich und andere tun kann so nah. Oft erscheint es so unbedeutend, so unscheinbar und wenn ich mich darauf einlasse, dann hat es doch in Wahrheit so große Auswirkung.

Eine Dose Ravioli umarmen

Bevor der August sich nun verabschiedet möchte ich hier doch gerne noch einige Zeilen und Fotos hinterlassen. Wenn ich auf das Datum des letzten Beitrages schaue, wird mir bewusst, wie sehr ich bei all den „Turbulenzen“ in unserer Welt die Ruhe und den Rückzug brauche. Nicht dass ich jegliche Kontakte vermeide und mich zu Hause vergrabe, nein so ist das nicht! Aber manchmal fehlen mir einfach die Worte um hier zu schreiben und ich gestehe ich mir das selber auch zu. Weniger ist manchmal mehr, Smalltalk ist nicht zwingend schlecht, aber er liegt mir nicht!

Mit einer lieben Freundin habe ich einen Spaziergang im Wald unternommen. Wir liefen an diesem kleinen Bach entlang und lauschten seinem „Gesang“. Der Weg war nicht sehr weit, aber meine Freundin machte mich darauf aufmerksam, dass der Klang sich entlang des Bachlaufs immer wieder veränderte. Spannend fand ich das.

Es gibt sogar einen kleinen Wasserfall zu bestaunen. Die Waldluft, das Grün der Bäume und das Wasser waren einfach nur wohltuend. Dankbarkeit empfand ich darüber, dass der Wald nicht weit ist und ich ihn besuchen kann.

Dann war unsere jüngere Tochter auf Kurzbesuch. Ich freue mich immer riesig wenn ich die Töchter sehen kann. Das obige Foto habe ich bei unserer Abendrunde durch die Felder gemacht.

Der beste Ehemann von allen und ich sind beide sehr gerne am Rhein hier in der Nähe oder auch mal an Neckar und Mosel, die für uns bei einem Tagesausflug erreichbar sind. Hier oben der Blick auf den Rheindamm bei Frankenthal, nicht weit von unserem Wohnort.

Wir waren letzten Sonntag dort und es war sehr windig und wunderbar sonnig.

Sowohl das Gleiten der Wolken am Himmel als auch das vorbeifließende Wasser zu beobachten, empfinde ich als entspannend. Irgendwie kann es dann geschehen, dass auch „innerlich“ etwas in Fluss kommt.

Gestern bei meiner Laufrunde ist mir unter anderem diese pralle Weintraube ins Auge gefallen: Fülle der Natur.

Zur Ernte bereit! Das Erntedankfest naht. Auch bei diesem Anblick wächst die Dankbarkeit in mir für alles was der Erntekorb des Lebens für mich bereit hält.
Gestern als ich bei der ehrenamtlichen Lebensmittelausgabe für Menschen mit „finanziellem Engpass“ in unserer Verbandsgemeinde mithalf hatte ich ein zu Herzen gehendes Erlebnis. Ein Mann dem ich auf Wunsch eine Dose Ravioli weitergeben durfte, umarmte diese glücklich strahlend. Er erzählte mir, wie gerne er diese isst.
Wieder einmal wurde mir deutlich aufgezeigt, dass eben nichts selbstverständlich ist!
Gerade in einer Zeit wie dieser ist es besonders wichtig, Augen und Herz zu öffnen für alles was gut ist im Leben, denn das vergessen wir sehr schnell, bei all den Unwegsamkeiten und Schreckensmeldungen die auf uns einströmen!