Schätzen und Schützen

Heute kam ich wieder an der Stelle vorbei, an der ich „meine Schnecke“ gestern traf. Heute war sie wieder da. Ob sie es wirklich war oder eine ihrer Artgenossen, die im Grünstreifen zahlreich wohnen, weiß ich nicht. Aber auf jeden Fall hatte diese Schnecke heute eine weitere Lektion für mich bereit. Zunächst sah es so aus als ob sie da hinunter wollte, aber dann überlegte sie es sich anders.

Sie zog sich zurück. Da dachte ich mir: Schnecken haben ihren individuellen Rückzugsort, immer dabei. Sie haben die Fähigkeit, gut auf sich zu achten und diese Fähigkeit ist sicher insbesondere bei Schnecken sehr ausgeprägt, denn durch ihre Langsamkeit haben sie ja keine Chance zu flüchten. Dann wurde mir bewusst, dass ich im Laufe meines Lebens immer mehr gelernt habe, mich zu schützen, Verantwortung für mich, für mein Wohlergehen zu übernehmen. Dazu gehören z.B. : Nein sagen, mich aus einer Situation heraus nehmen, mich nicht mit Anderen vergleichen, usw. Die Zeit der Pandemie hat bei mir die Selbstwahrnehmung enorm verstärkt. Ich habe mich viel besser kennengelernt und spüre noch deutlicher, was mir gut tut und was nicht. Ich habe durch die Herausforderungen dieser Zeit gelernt, besser auf mich aufzupassen, mich selber mehr zu schätzen und ernst zu nehmen. Da fällt mir auf, dass die Wörter „schätzen und schützen „ fast identisch sind.
Nur wenn ich mich schätze kann ich mich schützen! Ich habe den Werbeslogan „weil ich es mir wert bin“, in der letzten Zeit öfter gebraucht.

Ja und da schließt sich der Kreis, es passte heute mal wieder alles zusammen: Ich sah beim Vorbeigehen am Kohlfeld diesen Herztropfen. Was er mir wohl sagen möchte?

Warten auf bessere Zeiten?

Heute begegnete mir auf meinem Weg eine Schnecke.
Am Straßenrand war sie unterwegs in einen angrenzenden Streifen mit Gras.
Ich verweilte und dachte mir: Für die Schnecke ist dieses Fleckchen Erde ihre ganzes Leben. Sie fragt nicht nach dem was war oder was eventuell sein könnte, sie weiß nur was ist!
Es tat mir gut innezuhalten und mir bewusst zu machen, dass auch für mich dieser Moment an diesem Platz mein ganzes Leben ausmacht.
Ich habe nichts als diesen Augenblick und dann den nächsten Augenblick und dann wieder den nächsten Augenblick. Weder was vergangen ist noch was in der Zukunft sein wird existiert. 
Nur dieser Augenblick ist mein ganzes Leben.
Wenn mir das bewusst ist, dann möchte ich nicht länger warten auf eine „bessere, schönere und leichtere“ Zukunft! Denn wenn ich mich, sei es mir möglich, in einigen Jahren rückblickend an diesen Tag, dieses Jahr, diese Zeit erinnere, und mich frage, was ich erlebt habe, dann möchte ich mir nicht die Antwort geben müssen: „Ich habe auf bessere Zeiten gewartet.

Ich ging los
mit schwerem Gepäck.

Während ich lief
fiel Schritt für Schritt 
Ballast, 
wie Dreckklumpen,
von meinen Sohlen 
und mein Blick wurde frei
für die Schönheit der Natur.
Eine Brise Frühlingswind
umwehte mich,
öffnete mir Herz und Sinne
und ich sammelte Sonnenstrahlen,
Vogelgesang und Blütenduft.

Ich kehrte heim
mit Leichtigkeit im Gepäck.

Beate Neufeld

Goldblättchen und der Stein der Dankbarkeit

Immer wenn du die Aufmerksamkeit auf etwas Schönes und Wertvolles lenkst, legt sich ein Goldblättchen  in die Schatzkammer deines Herzens. 
Ja, es ist tatsächlich so, dass in jedem Herzen ein Platz für die Schätze des Lebens reserviert ist, leider bleibt er bei vielen Menschen leer. 
Aber es kommt zuweilen vor, dass ein Mensch im Laufe seines Lebens so viele Glücksmomente gesammelt hat, dass die Goldblättchen in seinem Herzen 
einen stattlichen Goldklumpen gebildet haben. 
Du wendest jetzt vielleicht ein, dass das Gewicht des Goldes
das Herz schwer machen würde. 
Aber in Wirklichkeit ist es ganz anders.
Je größer der Goldklumpen im Herzen wird, 
desto weniger Platz bleibt darin für Not und Leid. 
Alles was das Leben schwer macht, muss dem Goldklumpen weichen, 
denn sobald es mit ihm in Berührung kommt, zerbricht es in winzig kleine Stücke
und fällt vom Herzen ab. 
Deshalb sagen die Menschen, wenn sie eine glückliche Wendung erlebt haben,
dass ihnen ein Stein vom Herzen gefallen ist,
oder dass es ihnen ganz leicht um das Herz geworden ist.

Wenn ich euch auch leider nicht persönlich diesen Stein überreichen kann,
möchte ich es dennoch virtuell tun:

Heute schenke ich dir den Stein der Dankbarkeit.
Er ist so eine Art Zauberstein, denn er kann dir helfen,
Licht in das Dunkel deiner Seele zu bringen oder 
Schwere in Leichtigkeit zu verwandeln.
Nimm den Stein in deine Hand und schließe deine Augen.
Spüre sein Gewicht in deiner Hand.
Nun fühle im Körper wo das was dich belastet spürbar ist. 
Es tut gut, wenn du dich nicht dagegen wehrst,
sondern alles so sein lässt, wie es sich jetzt zeigt.
Alles darf sein, so wie es ist!
Du darfst sein, so wie du jetzt da bist!
Atme bewusst ein und aus und schicke deinen Atem 
liebevoll in die betreffende Region deines Körpers.
Dann stell dir die Frage, für was du im Moment dankbar sein darfst.
Keine belastende Situation kann so viel Raum einnehmen, 
dass nicht wenigsten ein Grund zur Dankbarkeit Platz darin hat! 
Wenn du dir bewusst gemacht hast, für was du dankbar bist, 
öffne deine Augen und betrachte das Muster auf deinem Stein. 
Welche Farbe spricht dich jetzt an? 
Nimm sie in deine Vorstellung und atme diese Farbe ein, 
das was dich beschwert hat kannst du in Gedanken ausatmen. 
Einige Minuten sind ausreichend!
Dann spüre nach, wie es dir jetzt geht.
Wie fühlt sich die Stelle deines Körpers, 
der du dich besonders zugewandt hast jetzt an?

Die Kraft der Verwandlung

Die Kraft der Verwandlung

So schöne Sonne auf meinem Sideboard heute Morgen.

Heute morgen, am dritten Tag der Fastenzeit wurde mir klar, worauf ich in den nächsten Wochen achten möchte. 
Beim Lesen eines Artikels über eine mir bekannte Person spürte ich, wie sich etwas in mir zusammenbraute. 
Obwohl eigentlich etwas Positives berichtet wurde, fühlte ich, dass sich in mir lauter negative, abwertende Gedanken und Emotionen ausbreiteten. 
Ich konzentrierte mich einen Moment bewusst auf das, was ich im Körper spürte. 
Das war ziemlich unangenehm.
Mir wurde bewusst, dass dieser Mensch bei mir in einer Schublade gelandet war, und dass meine Einstellung sowohl auf die betreffende Person als auch auf mich keine gute Auswirkung hat. 
Plötzlich kam mir ein Blitzgedanke:
Das muss so nicht bleiben, es ist deine Entscheidung, du kannst das verwandeln! 
Ich bat den Engel des Mitgefühls um Unterstützung und fühlte, wie sich langsam Wärme und Licht in mir ausbreiteten und visualisierte, wie dieses Licht zu diesem Menschen hin fließt und ihn umgibt.
Ich möchte in den nächsten Wochen achtsam mit meinen Emotionen sein und mich für die Kraft der Verwandlung öffnen und in mir wirken lassen.

Gestern wurde meine Bestellung geliefert: Mein Foto vom Wolkenengel habe ich auf Leinwand „ziehen lassen“ und heute Abend werden wir es hier im Wohnzimmer aufhängen. Es beglückt mich sehr.
Ebenfalls viel Freude bereitet mir mein neues Projekt: Ich male Motive zu meiner Osterhasengeschichte. Vielleicht wird einmal ein Bilderbuch daraus, wer weiß das schon?
Aber das Wichtigste daran ist die Freude beim Malen, das soll erst mal genug sein.

Ganz liebe Grüße zu euch, liebe Leser.

Belanglos?

Wenn ich mir überlege, was ich hier schreiben oder zeigen kann, erscheint mir im Moment alles belanglos. Aber dennoch möchte ich irgendwie versuchen, diese Blockade zu überwinden, denn es tut mir nicht gut zu schweigen. Manchmal ja, aber nicht dauerhaft!
Ich bin gerade dabei für eine liebe Freundin eine kleine Sammlung meiner Geschichten und Gedichte aufzuschreiben, die wie ich finde in diese Zeit gerade ganz gut passen. Ich weiß, dass sie sich darüber freuen wird. Bei dieser Gelegenheit bin ich dann über ein Gedicht vom Februar letzten Jahres „gestolpert“. Ich dachte mir, dass ich das jetzt auch gerade ganz gut gebrauchen kann.

Die Welt ist schlecht
Die Welt ist gut
Für Beides gibt es
Grund genug
Du findest das
Nachdem du suchst
Und ob du Jubelst
Oder fluchst
Das hast du selbst
In deiner Hand
Wohin dein Blick
Auch immer geht
Es zieht dich an
Wie ein Magnet
Du hast die Macht
Dich zu entscheiden
Du bist kein Opfer
Musst nicht leiden
Suchst du nach Freude
Und nach Licht
Dann hindert dich
Das Dunkel nicht
Die Welt ist schlecht
Die Welt ist gut
Für Beides gibt es
Grund genug

(c) Beate Neufeld

Ich beobachte bei mir, dass die Stimmung immer wildere Tänze aufführt, mal hoch mal runter, und das kenne ich von Zeiten vor der Pandemie nicht in diesen kurzen Intervallen. Also habe ich damit zu tun, mich immer wieder aus den stimmungsmäßigen Tiefpunkten aufzurappeln. Ich weiß, dass ich hier nichts Neues schreibe, dass es wahrscheinlich den allermeisten Menschen da draußen auch so geht. Aber dennoch hilft es ja auch manchmal darüber zu sprechen und zu schreiben, denn dadurch ändert sich die eigene „Position“. Ich bin nicht mehr in der Situation die mich belastet drin sondern werde, wenn ich darüber spreche oder schreibe, zum Beobachter derselben. Und dann bemerke ich, dass mich diese Situation niemals ganz ausmacht, dass da noch so Viel mehr ist. Dann wird der Blick wieder frei zum Beispiel für das wofür ich dankbar sein darf oder mir kommt eine Idee, was mir jetzt gut tun würde.
Ich male immer wieder gerne. Nun haben mittlerweile alle Steine, die ich im letzten Sommer bei einem Ausflug am Rhein gesammelt habe, ein buntes Kleid bekommen.

Anfang der Woche war es dann auch Zeit, um die Weihnachtsdeko abzuräumen. Ich habe unser Sideboard neu dekoriert und das macht Freude.

Und nun wende ich mich wieder meinen Aquarellfarben zu und pinsele in fröhlichen bunten Farben.

Ich habe bereits 4 weitere Motive vorgezeichnet. Die werden jetzt nach und nach „mit Leben erfüllt“. Im nächsten Monat würden normalerweise meine Entspannungskurse wieder losgehen, aber das danach sieht es im Moment gar nicht aus. Ach, das fehlt mir schon sehr: Ja, ich will nicht jammern, aber das darf ja auch mal geschrieben werden.
Wie haltet ihr euch munter, was tut euch gut?

Inventur 2020

Heute war es mir danach, das vergangene Jahr hier noch einmal in kurzen zusammenfassenden Rückblenden Revue passieren zu lassen und auf diese Weise noch einmal für mich gründlich Inventur zu machen. Für jeden Monat habe ich mir ein Foto ausgesucht und dazu geschrieben, was mir für den jeweiligen Monat wesentlich erscheint.

JANUAR
Zu Beginn des neuen Jahres war ich voller Tatendrang und mit ganz viel positiver Energie erfüllt. Ich schmiedete neue berufliche Pläne und begann auch sogleich erste Schritte in die Wege zu leiten. (Ich konnte nicht ahnen, dass ich sehr bald jäh ausgebremst würde und mein Vorhaben auf unbestimmte Zeit „im Sande verlaufen“ sollte.)

FEBRUAR
Im Laufe des Monats zeichnete sich immer deutlicher ab, dass sich etwas Unheilvolles zusammen braute. Mitte des Monats besuchte ich noch mit drei Freunden die vorerst letzte kulturelle Veranstaltung. Am Ende des Monats, noch vor dem offiziellen Lockdown, entschlossen wir, die Gruppe von Freunden, die sich regelmäßig zu Spiele-Abenden trafen, ihn dieses Mal ausfallen zu lassen. 

MÄRZ
Wir wurden schon von Beginn des Lockdowns fast konstant über die gesamte Zeit mit ungewöhnlich sonnigem Wetter beschenkt. Das war eine Wohltat für die gestresste Seele, immer wieder in den nahen Feldern in der Natur Kraft tanken zu können. Wenn ich zum Einkauf aus dem Dorf in die Stadt fuhr, schaute ich voller Mitgefühl auf die hohen Wohnblocks und konnte mir wahrscheinlich nicht annähernd ausmalen, wie es den Familien mit Kindern erging, die in der Stadt ohne Garten in der Wohnung festsaßen. Den Stein den mein Foto zeigt fand ich bei einer der täglichen Spaziergänge im Feld und er motivierte mich, meinerseits Mutmachsteine zu bemalen und auszulegen. 

APRIL
Das Bewusstsein dafür, dass wir Gemeinschaftswesen sind, wuchs beständig im Laufe der Herausforderungen die uns allen mehr oder weniger abverlangt wurden. Es gab im Dorf und Umkreis zahlreiche positive Entwicklungen, die zeigten, dass wir lernfähig sind unseren Blick über den Tellerrand hinaus zu weiten. 

MAI
Da der geplante Urlaub ausfiel, unternahmen wir zahlreiche Tagesausflüge. Die Kopfweide auf dem Foto sahen wir in einem landschaftlich reizvollen  Naturschutzgebiet in Hessen. Die Erkenntnis, dass das Gute oft so nah liegt, bestätigte sich für uns immer wieder. Wir fuhren auch nicht jeden Tag weite Strecken, für einen Ausflug bot sich zum Beispiel auch ein fußläufig zu erreichender kleiner Weiher an. Wenn wir dort saßen, waren wir „wie in einer anderen Welt“. 

JUNI
In diesem Jahr habe ich einmal mehr erlebt, wie wichtig und heilsam für mich der kreative Ausdruck ist. Ich habe gelernt, mich selber und meine Bedürfnisse ernst zu nehmen und achtsam und wertschätzend für mich selbst zu sorgen. Mit dieser Selbstfürsorge ist es mir gelungen mein Stresslevel immer wieder zu senken und mich seelisch zumindest vorübergehend im Gleichgewicht zu halten. Es blieb ein stetes Auf- und Ab über das ganze Jahr hinweg.

Juli
Nie werde ich vergessen, wie glücklich ich war, nach so langer Zeit meine Töchter wieder zu sehen. Die Sehnsucht hatte mich fast „erdrückt“. Das Foto entstand bei einem Ausflug mit der älteren Tochter in einer Straußenfarm.

AUGUST
Ich habe in diesem Jahr die Erfahrung gemacht, dass es gerade in herausfordernden Zeiten umso wichtiger ist, den Blick zu weiten für die Lichtblicke und Hoffnungszeichen. Ich fand sie erstaunlicherweise immer wieder, immer öfter, je mehr ich mich darauf fokussierte. 

SEPTEMBER
In diesem Jahr wurde ich sozusagen gezwungen „seelische Inventur“ zu machen. Ich durfte, wenn es auch anstrengend und schmerzhaft war, einen Teil meiner Vergangenheit aufarbeiten. So kam es auch, dass ich auch im Äußeren bewusst Wege wählte, die ich schon lange nicht mehr gegangen war. Das Foto zeigt einen Ort in unseren Feldern, wo ich Jahre zuvor mit meiner geliebten verstorbenen Hündin oft unterwegs gewesen bin.

OKTOBER
Auch der Oktober bot noch viele Tage um  Sonnenstrahlen zu sammeln. 
Ich erinnere mich noch gerne an unsere letzte Tagestour an Rhein und Mosel. Wir haben im Laufe  des Jahres hin und wieder unsere Campingstühle und einen kleinen Imbiss sowie gefüllte Kaffee-Thermos-Becher eingepackt und uns irgendwo am Wasser einen schönen Platz zum „Seele-Baumeln-Lassen“ gesucht. 

November
Besonders schöne Stimmungen in der Natur färben auch auf die eigene Stimmungslage des Gemütes ab. Ich habe mich in diesem Jahr häufig an den Satz erinnert, den ich einmal in einem Seminar gehört hatte: „Wenn nichts mehr geht, dann geh!“ Oh ja, ich bin sehr oft gegangen in diesem Jahr!

DEZEMBER
Mein schönstes Weihnachtsgeschenk war das gemeinsame Fest in der Familie mit beiden Töchtern. Das Foto zeigt den Ausblick bei unserer kleinen Waldwanderung am ersten Weihnachtstag. 
Ein weiterer und abschließender Lichtblick war das Streamingkonzert von „Mrs. Greenbird“. Diese beiden lieben Menschen, die Musik mit und aus dem Herzen machen, sind einfach ein Geschenk für mich.

Gute Laune-Backen

Gibt es eigentlich so etwas wie ein Neujahrs-Loch? Wenn ja dann war es das, was mich gestern verschluckt hatte und aus dem ich mich zum Glück abends wieder „herauswurschteln“ konnte. Deshalb beschloss ich heute, als mir der Tag zur Begrüßung ein eher graues Gesicht zeigte, mir die Stimmung auf eigene Faust zu erhellen.

Eigentlich wollte eine Freundin am Nachmittag zu Besuch kommen. Als sie absagte, dachte ich mir: „Die Torte backst du jetzt trotzdem, ein Teil davon lässt sich gut einfrieren und warum sollen wir nicht auch alleine den Beginn des neuen Jahres feiern?“
Gesagt, getan. Ich registrierte erfreut, dass ich während der Zubereitung beschwingt vor mich hin summte.
Der positive Elan reichte auch noch für ein selber gebackenes Brot. „So geht das“, dachte ich. „Gute Laune lässt sich backen! Das werde ich mir merken!“ 😉

In diesen Tagen ist „Das Gute Neue Jahr“ in aller Munde. Hoffnungsvoll oder bangend wird es gewünscht oder herbeigesehnt. Nicht selten heißt es: „Mal abwarten was das neue Jahr für uns bereit hält und hoffentlich wird es besser als das alte Jahr!“
Es scheint so, als ob das neue Jahr schon irgendwo fix und fertig „auf Halde liegt“ und nun auf die Lieferung gewartet wird.
Na hoffen wir mal, dass das Überraschungspacket keine faulen Eier enthält oder sich beim Auspacken herausstellt, dass ein Teil der Ladung schon zu Bruch gegangen ist!
Ich hörte zu und dachte bei mir: „Ne so wird das nix, wenn wir nicht kapieren, dass das neue Jahr nicht im Fertig-Bausatz geliefert wird sondern dass es nur in Eigenproduktion zu haben ist!

Das gute neue Jahr 
kommt nicht 
einfach so,
wenn wir 
zaghaft bangend
oder
zuversichtlich hoffend
darauf warten.

Das neue Jahr 
wird nur 
so gut,
wie wir 
liebevoll achtsam
und
entschlossen tatkräftig 
es werden lassen.

(c) Beate Neufeld
03.01.2021

Danke, liebes altes Jahr

Heute, am vorletzten Tag dieses Jahres, nehme ich mir Zeit zur Rückschau.
Ein Wort habe ich gesucht, mit dem ich meine abschließende Empfindung bezüglich dieses Lebensabschnittes beschreiben kann.
Das Wort lautet: Dankbarkeit.
Es war nicht nur für mich ein Jahr mit ganz besonderen Herausforderungen.
Ein sehr bewegtes Jahr, wie eine Wanderung bei der sich Höhen und Tiefen ständig abwechselten.
Ich durfte neues lernen über mich und über das Leben im Allgemeinen.
Zutiefst dankbar bin ich für Vieles.
Ich bin dankbar für die Liebe und Zuwendung der Menschen, die mir nahestehen und dass wir alle gesund durch das Jahr gekommen sind.
Ich bin dankbar für das wunderbare Frühlingswetter, was die Zeit des ersten Lockdowns so sehr erleichtert hat.
Ich bin dankbar für unseren Wohnort, der mir die Möglichkeit bietet, mich in der Natur zu bewegen und dabei immer wieder neue Kraft zu tanken.
Ich bin dankbar, dass ich im August gemeinsam mit einer Freundin ein kleines Konzert im Freien mit zweien meiner Lieblingsmusikern erleben durfte.
Ich bin dankbar für die zahlreichen wunderbaren Musikerlebnisse per Stream, ein Fest für die Seele.
Ich bin dankbar, auch wenn meine Arbeit im Bereich Stressprävention brach lag und 21 Termine abgesagt werden mussten, denn es blieb dennoch ein Abend im September, den ich mit einer Freundin zusammen gestalte habe und der wurde zu einem ganz besonderen Erlebnis für meine Freundin und mich und für die 5 Menschen die gekommen waren.
Ich bin dankbar, dass ich die Zeit zum kreativen Ausdruck nutzen konnte, ich glaube ich war noch nie so kreativ wie in diesem Jahr.
Noch so Einiges könnte ich aufzählen, für das ich dankbar bin, aber das führt hier zu weit.
Ich gehe mit Zuversicht in das neue Jahr und wünsche euch allen ein liebevolles neues Jahr.

Blick von der Michaelskapelle auf Deidesheim in der weihnachtlichen Nachtmittags-Sonne.

Siehst du das Licht?
Du sagst, du siehst es nicht.
Verändere deine Sicht!
Du wirst es nur mit Augen sehen die nach innen blicken.

Siehst du das Licht?
Du sagst, du siehst es nicht.
Weite deinen Blick!
Du wirst es nur mit Augen sehen die sich über den Horizont erheben.

(c) Beate Neufeld

Lichtblicke

Heute war endlich mal wieder ein Tag, an dem die Sonne sich richtig lange hinter den Wolken hervor getraut hat. Herrlich war das, im Sonnenschein durch die Felder zu laufen. Das hebt die Stimmung und gibt neuen Schwung.

Mir ist besonders die strahlende Farbe des Mooses oder der Flechten? auf dem Birkenstamm aufgefallen, fast wie Neonfarben. Die beiden nächsten Fotos sind noch von letzter Woche.

Heute hat mir aber nicht nur die Sonne Freude bereitet, sondern auch eine doppelt schöne Entdeckung im Dorf. Es gibt sie noch, die Zeichen der Menschenfreundlichkeit!

Es gibt also tatsächlich jetzt auch bei uns in unserem kleinen Dorf ein öffentliches Bücherregal zum Tauschen oder sich Beschenken lassen. Das hatte ich mir schon lange gewünscht: Voila, da steht es und ich werde gerne auch hin und wieder Bücher hineinstellen und mir gegebenenfalls eines mitnehmen. Ich finde das total klasse, denn nicht jedes Buch, dass ich gelesen habe möchte ich behalten. Natürlich schmeiße ich Bücher nicht einfach weg, ich habe sie zum Beispiel für den Flohmarkt zum Erlös für den Tierschutz gespendet oder über die Facebook Seite unserer Verbandsgemeinde, in der Dinge kostenlos abgegeben werden, verschenkt. Ich finde es total schön, dass jetzt dieses Regal da steht, so eine Einrichtung bringt eine liebevolle Atmosphäre in das Dorf!
Als ich näher kam, sah ich dann den zweiten Grund zur Freude.

So eine schöne Idee!
Solche Aktionen machen Mut und geben Kraft. Es geht nur, wenn wir aufeinander zugehen, wenn wir Solidarität entwickeln, soziale Intelligenz ist mehr denn je gefragt!
Also dann, lasst es euch gut gehen, ich bin dann mal weg, ich habe ein Projekt, dem ich mich widme.

Tiefer Blicken

Weißt du, ich könnte
so im Vorbeilaufen
zu mir selber sagen:
„Das ist doch einfach nur ein Sonnenstrahl,
da scheint halt die Sonne in den Baum.“
Ich kann aber auch stehen bleiben
und tiefer blicken und mir sagen:
„Danke, du bist ein Geschenk,
ein Stern der vom Himmel gefallen ist,
nur für mich in diesem Augenblick!“

Weißt du, ich könnte
so im Vorbeilaufen
zu mir selber sagen:
„Das ist doch einfach nur ein Blatt,
da ist halt der Tau dran festgefroren.“
Ich kann aber auch stehen bleiben
und tiefer blicken und mir sagen:
„Danke, du bist ein Geschenk,
eine Blume die der Winter 
auf das Blatt gezaubert hat,
nur für mich in diesem Augenblick!“

(C) Beate Neufeld im Dezember 2020