Der Glitzerstein

Die Sonne schien und in der Ferne hatte sich eine schmale Wolkenreihe wie zu einer Kette am sonst makellos blauen Himmel aufgereiht. Wir hatten uns entschlossen die letzten Stunden unseres Urlaubs vor der Heimreise ganz entspannt am Ufer zu verweilen. Eine wohltuende Ruhe hatte sich über dieses Fleckchen Erde gelegt, so als ob ein vorwitzige Seemöwe sich auf den Uhrzeiger gesetzt und die Zeit ein wenig ausgebremst hätte.

Die Temperaturen und das Licht der Sonne waren fast sommerlich aber doch irgendwie anders. 

Es kam mir vor, als wären wir durch ein Zeitlücke in eine andere Dimension gelangt, irgendwo zwischen „nicht mehr Sommer und noch nicht Herbst“.

Als ich also am Ufer saß und meinen Blick  über die Steine zu meinen Füßen schweifen ließ, fand ich ihn, den Glitzerstein.

Ich entdeckte ihn zwischen all den anderen Steinen, weil sich die Sonne in tausend Pünktchen  auf seiner Oberfläche widerspiegelte.

Ich hob ihn auf und bewegte ihn in meiner Hand. Dabei fiel mir auf, dass der Stein sein Aussehen verändert, je nachdem aus welchem Blickwinkel ich ihn betrachte. 

Einmal völlig unauffällig und wenn ich den Stein dann um ein paar Millimeter drehe, beginnt er zu funkeln als wenn die Sonne ihr Licht in abertausend Lichtspritzern auf die Erde geworfen hätte und einige davon in diesem Stein eingebunden wären.

Ist es nicht auch ganz ähnlich mit meinem Leben, sinnierte ich? Je nachdem aus welchem Blickwinkel ich meine Lebenszeit betrachte, je nachdem wie ich es drehe und wende, kann ich mir die sonnigen Seiten ins Bewusstsein zurückrufen und darin den Segen des Lichts erkennen, der über meinem Lebensweg liegt und auch die dunklen Zeiten überdauert.

Identitätskrise

Es war am 30.Juli, an einem eigentlich perfekten Sommertag, als die Sonne ganz furchtbar traurig am Himmel hing. Sie fühlte sich irgendwie total schlaff, lustlos und zu nichts nutze. Dabei hatte sie sich in diesem Jahr ganz besonders ins Zeug gelegt und bereits gegen Ende des Frühlings begonnen sich warm zu laufen, ganz nach dem Motto: „Der frühe Vogel fängt den Wurm!“ Hochmotiviert war sie zur Hochform aufgelaufen, kaum dass der Sommer ins Land gezogen war.

Sie fühlte sich dabei so gut wie nie zuvor, endlich würde sie die Menschen einmal vollends zufrieden stellen und niemand würde verzweifelt das uralte, verstaubte Klagelied von dem legendären Holländer heraus kramen! Nein, in diesem Jahr sollte keiner, aber auch wahrhaftig Niemand sich dazu veranlasst fühlen, die Frage nach dem vermissten Sommer zu stellen, geschweige denn zu singen!

Aber was war geschehen, die Sonne musste fassungslos zusehen, wie ihr anstatt begeisterten Jubelrufen und Beifallsstürmen nur missmutige, erschöpfte und verärgerte Gesichter entgegenblickten.

Anfangs hatte sie angenommen, dass sie doch noch nicht genug gegeben hatte und sich einfach noch mehr anstrengen müsse. Sie mobilisierte also ihre letzten Kraftreserven und schaffte es tatsächlich, die Thermometer noch um einige Grade  herauf zu drücken. Aber je mehr sie über sich selbst hinauswuchs, desto mehr Ablehnung schlug ihr entgegen.

So kam es wie kommen musste. Sie fühlte sich von Tag zu Tag schlechter und bekam nun sozusagen hautnah zu spüren, was eine Sommerdepression ist. Der Mond hatte sich das mitleiderregende Spiel aus der Ferne eine Weile angesehen um dann schließlich in letzter Sekunde helfend einzugreifen. Er hatte schon längst seine psychologische Ader entdeckt und nahm sich emphatisch die Sonne zur Seite, als sie sich hinterm Horizont beim Sonnenuntergang begegneten.

Er schaffte es in relativ kurzer Zeit ihren Blickwinkel zu verändern,denn bekanntlich ist das der Schlüssel zum Erfolg jeder Therapie.

Einige simple Fragen, die er der Sonne stellte, relativierten die Dramatik der Situation. „Kannst du dich an den Sommer des letzten Jahres erinnern? Weißt du noch, wie die Menschen auf deine Inszenierung reagiert hatten? Ja richtig, ich erinnere mich auch noch sehr gut an ihre Klagen über zu viel Regen und dass es überhaupt zu bewölkt sei und viel zu ungemütlich und dass das ja wohl kein ordentlicher Sommer wäre“.

Der Sonne wurde schlagartig klar, dass sie es egal wie sie sich auch drehte und wendete wohl niemals allen Menschen recht machen könne und so trocknete sie sich ihr Tränen der Enttäuschung ab und ließ den Sommer Sommer sein und schmunzelte bei dem Gedanken an ihre Reaktionen auf den kommenden Winter.

Schreiben gegen die Sprachlosigkeit

Seit Tagen habe ich den Wunsch hier einen Artikel zu schreiben, aber immer wenn ich darüber nachdenke, was ich euch mitteilen möchte, stoße ich auf gähnende Leere im Schreibstübchen meines Gehirns. Hat sich da etwa ein kleiner Buchstabenfresser eingenistet, der sich heimlich seinen Bauch „vollgeschlagen“  hat? Ich kam zu der Überzeugung, dass ich jetzt nicht länger untätig zusehen möchte, sondern einfach mal ohne nach zu denken drauf los schreibe. 

Das Foto ist heute Abend in unserem „Nochgarten“ entstanden. Da wachsen schon Trauben am Weinstock. Ist schon ein eigenartiges Gefühl, dass da bald „kein Gras mehr wächst“. Es beschäftigt mich Suchdienst Feststellung, dass ich den Aufenthalt dort nie „ungetrübt“ genießen kann. Immerüberkommt mich die Trauerigkeit darüber, dass ich schon bald nicht mehr hier sitzen und das Grün und dieRuhe und das Vogelgezwitscher genießen kann. Dann denke ich jedes Mal, dass ich doch jetzt noch hier sein darf und jetzt noch froh darüber sein könnte. Schon verrückt, dass ich so oft nicht wirklich im Hier und Jetzt lebe sondern irgendwo „zwischen der Zeit festhänge“, in der Vergangenheit oder in dem was ich mir als  Zukunftsszenario vorstelle. Dabei bleibt das wirkliche Leben „auf der Strecke“.

So, nun habe ich dem Buchstabenfresser aber ein Schnippchen geschlagen!😀

Außerdem kann ich auf diese Art auch die Funktion meines neuen Smartphones testen, mit dem alten hatte die WordPress App nicht mehr gut funktioniert. Ich wünsche euch allen einen schönen entspannten Samstagabend und auch einen lebensfrohen Sonntag.

Vielleicht bist du glücklich und weißt es noch nicht?

In den vergangenen Tagen war das Thema Glück einmal wieder präsent für mich.
Es kam einfach so gänzlich unerwartet daher, es erschien bei einer Übung zum kreativen Schreiben und nahm sich Raum auf dem Papier. Es wollte zum Ausdruck kommen.
Und dann habe ich plötzlich bei meinen Entwürfen den Beginn einer Geschichte gefunden, der genau passte und das Thema Glück hat sich in seiner Nähe sichtlich wohlgefühlt. Deshalb haben sie Freundschaft geschlossen und haben sich zu einer Geschichte zusammengetan.
„ Vielleicht bist du schon glücklich und weißt es noch nicht?“
So könnte man den Grundgedanken dieser Geschichte formulieren.
In meinem Schreibblog Herzensauge könnt ihr die Geschichte lesen.

Schon sehr oft habe ich das Thema Glück in Wort und Bild in Szene gesetzt. Es verfolgt mich eigentlich schon lange Zeit meines Lebens. Vielleicht liegt es daran, dass mein Name Beate “ Die Glückliche “ bedeutet.
Immer wieder habe ich erfahren, dass es gewisse Grundbedingungen für mich gibt, die mich glücklich machen, sozusagen das große Glück des Lebens, eine davon ist zum Beispiel das Geschenk der Freundschaft.
Heute Nachmittag darf ich wieder mit einer lieben Freundin zusammen sein und wir tun einander einfach gut, das macht mich glücklich.
Aber das Glück hat auch ganz viele kleine Ableger, zum Beispiel, wenn ich in der Natur unterwegs bin und mein Herzensauge das Wunder und die Schönheit von ganz unscheinbaren Pflänzchen wahrnimmt.
Ich wünsche euch, dass ihr an jedem Tag einen“ kleinen Ableger des Glückes“ entdecken dürft.

Da bricht etwas auf

Seht mal, bei den Narzissen auf Priskas Grab tut sich was!
Und wisst ihr was, bei mir ist es genauso!

Ich habe es in meinem Leben immer wieder erfahren, dass alles miteinander verbunden ist und dass alles „zusammen passt“, vergleichbar mit einem Puzzle, was sich Stück für Stück zusammen fügt.
So ist kein Erlebnis, auch wenn es schmerzhaft ist, sinnlos.
Jede Veränderung im Leben birgt Chancen in sich.
Alles braucht seine Zeit und kommt zur richtigen Zeit „ans Licht“.

Ich habe 4 intensive Tage hinter mir. Ein grippaler Infekt hatte mich sozusagen auf mich selbst zurück geworfen. Intensive schmerzhafte Trauer, wichtige, wegweisende Erkenntnisse und ein Motivationsschub in Form einiger Impulse, die genau zur richtigen Zeit, nämlich gestern Abend, von meiner älteren Tochter kamen entfalteten in ihrem zeitlich perfekten Zusammenspiel ihre heilsame Wirkung.
Nun bricht auch in mir etwas auf und beginnt ganz zart seine Blüten zu entfalten.
Mir wurde bewusst, dass die Zeit, die ich nun nicht mehr mit Priska teilen kann, wertvoll ist und ich sie nun für neue Aufgaben nutzen darf!
Was das genau sein wird, das darf sich langsam entwickeln.
Zu gegebener Zeit werde ich es euch wissen lassen.

Wolkenfenster und ein neuer Rahmen

Als ich heute im Wohnzimmer in meinem Sessel saß und aus dem Fenster schaute, blieb mein Blick an den vorbeiziehenden Wolken hängen, schon als Kind habe ich das sehr gerne getan, im Sommer auf dem Rücken in der Wiese liegend.
Diese Beschäftigung empfinde ich als total entspannend. Dieses Wolkenspiel ist für mich ein Sinnbild des Lebens. Das Leben ist ja auch ein stetiger Wandel, was manchmal sehr tröstlich sein kann, manchmal auch sehr schmerzlich, je nach Situation und Blickwinkel.

Heute habe ich diesen Anblick dazu genutzt, mich im Annehmen oder Loslassen zu üben, je nachdem wie man es betrachten will. Schon seltsam, dass zwei auf den ersten Blick total gegensätzliche Begriffe ein und den selben Prozess beschreiben können.
Bei mir ist es der Trauerprozess.
„Lolassen bedeutet nicht Loswerden“, das habe ich im letzten Jahr einmal irgendwo gelesen und es hat mir sehr geholfen, den Prozess des Loslassen besser zu verstehen und auch leichter in mein Leben zu integrieren. Bis dato hatte ich immer Probleme, wenn jemand sagte: “ Das musst du annehmen!“  In mir rebellierte es dann.
„Ich will das doch nicht annemen, ich will das doch so gar nicht wie das ist.“
Diese Aussage die ich las, machte mir deutlich, dass es notwendig ( im wahrsten Sinne des Wortes –  Not-wendig) ist, das Unabänderliche anzunehmen, d,h, mich gegen die unangenehmen Gefühle, mich gegen den Schmerz der Trauer nicht zur  Wehr zu setzten sondern ihn zuzulassen.“ Durch die Trauer hindurch gehen“ ist wahrscheinlich eine gute Beschreibung, es heißt ja auch: „da muss ich jetzt durch“.
Das gilt ja keineswegs nur für Trauersituationen, es gibt ja immer wieder im Leben Gegebenheiten, die wir als lästig, unpassend, hinderlich usw, erleben.
Sicher, nicht immer ist dann das Hinnehmen die beste Lösung! Es gilt herauszufinden, ob es gut und möglich ist, an der betreffenden Situation etwas aktiv zu verändern.
Aber wenn wir uns dazu nicht in der Lage sehen, dann ist es hilfreich, sie anzunehmen.
Jetzt aber genug der Philosophie!

Ich möchte noch einen ganz praktischen Tip weitergeben, der eigentlich wie ich gerade bemerke, die praktische Umsetzung des oben Beschriebenen ist, was die Gegebenheiten betrifft, die man ändern kann!
Ich bekam gestern ein kleines Bild geschenkt, das eine Freundin für mich bei einer Ausstellung gekauft hatte und dann selber eingerahmt hatte. Das Bild gefällt mir sehr gut, aber die Einrahmung dazu gefiel mir gar nicht.
Der Hintergrund war leuchtend orange und der Rahmen glänzend silbern.
Früher hätte ich dann das Bild irgendwo so wie es war im Schrank verschwinden lassen, um es irgendwann zu entsorgen.
Heute dachte ich, nein, ich kann es doch verändern!
Dann nahm ich es aus dem Rahmen, malte den Rahmen mit Acrylfarben an und es kam dann auf einen für mich farbig passenden Hintergrund.
Ist ja alles Geschmacksache!
So sieht es jetzt aus:
Und das Schöne ist, ich habe es meiner Freundin geschrieben und ihr dieses Foto auch geschickt, weil ich beschlossen hatte, ehrlich zu sein und dachte, es ist besser ich lasse sie es sofort wissen, bevor sie es irgendwann in unserer Wohnung entdeckt.
Sie hat sehr positiv darauf reagiert. Sie freute sich, dass ich soviel Freude an dem Bild habe und wir haben beschlossen im Frühjahr einmal die Ausstellung des Künstlers zu besuchen, der ganz in ihrer Nähe wohnt.
Euch allen einen schönen Montag Abend.

 

Die Dankbarkeit ist größer

Die Dankbarkeit ist größer als die Trauer!

In den letzten Tagen habe ich meine Festplatte nach den Fotos aus Priskas Leben abgesucht. Es sind so unzählig viele, dass ich noch nicht über das Jahr 2013 hinweg gekommen bin. Beim Anschauen der zahlreichen Fotos und Videos ist mir einmal mehr bewusst geworden, dasss das Leben ganz und gar nicht so „vorbeirast“ wie es mir manchmal im Rückblick schon erschienen ist.
Wir hatten so unzählig viele wunderschöne und unvergessliche Stunden miteinander.
Ein langes und schönes Hundeleben hatte Priska und dafür bin ich sehr sehr dankbar.
Ich habe es mir seit Anfang diesen Jahres zur Gewohnheit gemacht in einem Kalenderbuch stichpunktartig Tag für Tag die Ereignisse festzuhalten, die mir gut getan haben, für die ich dankbar bin.
Ich glaube, dass sich auf diese Weise das Zeitgefühl ändert und ich dem Empfinden, dass die Zeit wie in einem Hochgeschwindigkeitszug vorbeirauscht,entgegenwirken kann. Schaun wir mal?
Durch diese erhöhte Aufmerksamkeit gelingt es mir auch besser  darauf zu achten mir etwas Gutes zu tun. Dazu gehören zum Beispiel die sportliche Betätigung im Fitnesstudio, Saunabesuche, Aufenthalte in der Natur, Lesen, Basteln, Freunde besuchen.
Im Gespräch höre ich im Allgemeinen ganz oft Äußerungen wie: “ Ach dazu fehlt mir die Zeit, der Tag geht immer so schnell herum, ich komme zu nichts.“
Wenn ich mir die Zeit nicht nehme habe ich sie auch nicht!
Prioritäten setzten ist die Devise!
Das habe ich nicht zuletzt durch den so frühen Tod meines Bruders gelernt.
Nachdem er gegangen war, habe ich mich oft bei Entscheidungen gefragt:
Ist dir das wirklich wichtig?

Mein neues Bastelprojekt ist noch in Arbeit. Ich zeig es schon mal sozusagen auf „halbem Wege“:
Lasst es euch gut gehen!

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Heute war hier bei uns wunderbares Sonnenwetter und es ist ungewöhnlich warm geworden, um die 13 Grad, nachdem es gestern noch Höchsttemperaturen um die 6 Grad hatte.
Kein Wunder, dass ich ein duseliges Gefühl und leichte Kopfschmerzen hatte.
Ich bin dann am späten Vormittag noch mit Priska losgefahren, weil ich mit ihr zu meine kleinen Lieblingsweiher wollte. Früher konnten wir da zu Fuß vom Haus aus hinlaufen. Der einfacher Weg dauert ca. 50 MInuten bei flottem Tempo. Das geht mit Priska nun leider nicht mehr, einmal in der ersten Jahreshälfte haben wir das noch gemacht, aber da merkte ich, dass sie überfordert war. Ich habe inzwischen eine gute Möglichkeit gefunden, wie wir von einem benachbarten Ort aus in einem kurzen Fußweg zum Weiher gelangen können. Wo ein Wille ist, ist eben auch ein Weg. Und so haben wir heute diesen schönen Ausflug gemacht und es war einfach nur wohltuend bei herrlichem Sonnenschein.

Ich habe zwei Reiher beobachten können,die zunächst als wir ankamen am Ufer saßen und dann auf die Bäume flogen. Bevor ich das Handy zum Fotografieren auspacken konnte, waren sie wieder fort.
Es war so friedlich heute, niemand war außer uns da.

Wir sind ganz gemütlich zweimal um den Weiher gelaufen und haben auch  zwischendurch kurz auf einer Bank verweilt.
Die Pappeln sind schon ganz kahl geworden.


Letztes Wochenende habe ich das ganze Haus weihnachtlich geschmückt.
So früh habe ich das noch nie getan, aber mir war einfach danach, warum also nicht?
Ich freue mich auf morgen Abend, da hütet Robert die Priska und ich kann mit meinen zwei Lieblingsfreundinnen zu einem Märchenabend im Nachbarort fahren.
Märchen tun meiner Seele gut. Brigitta ist die Märchenerzählerin, die auch die Abende mit den Märchenbetrachtungen veranstaltet. Morgen erzählt sie und zwischendurch spielt eine Harfinistin. Das ist eine perfekte Mischung, finde ich.
Jetzt habe ich doch wieder so viel geschrieben und dabei habe ich mich selber antreiben müssen, überhaupt damit zu beginnen. Kennt ihr solche Gedanken wie: “ Ach was soll ich denn schreiben, wen interessiert das schon…“, usw.?
“ Ich mach das jetzt trotzdem „, habe ich mir gesagt, und das sollte ich viel öfter zu mir selber sagen! Punkt!

 

Hinter den Wolken wohnt die Sonne

„Ich hoffe, Sie konnten sich trotzdem ein bischen erholen, trotz des schlechten Wetters? “ , sagte die Vermieterin unserer Ferienwohnung im Wangerland in Ostfriesland zu uns beim Abschied. Ich antwortete ihr, dass mir der Urlaub gut gefallen habe, weil wir das Glück hatten, dass die Regenpausen lang genug waren, um einige schöne Unternehmungen zu machen.
Als ich vorhin  den gestrigen Besuch bei einer Freundin und  unsere Gespräche in mir nachklingen ließ, blieb ich beim Thema : „Perfektionismus“ hängen.
Mir ist  im Laufe des Lebens mein Streben nach Perfektion bewusst geworden und in den unterschiedlichsten Situationen begegnet. Irgendwann habe ich dann verstanden, dass ich niemals perfekt sein werde, ja dass es meiner Erfahrung nach das Perfekte gar nicht gibt. „Es gibt immer was, was den Himmel hebt“, lautet ein Sprichwort, was ich hier in meiner zweiten Heimat, der Pfalz kennengelernt habe.
Diese Aussage bringt es genau auf den Punkt: Es ist nie gut genug, weder mein Mitmensch, noch ich selbst, nicht mal mein gestriger Tag oder  eben der letzte Urlaub. Es gibt doch immer etwas auszusetzen, so viele Gründe die gegen die Zufriedenheit sprechen. Manchmal geht es sogar noch viel weiter,  und wir werden Zeit unseres Lebens von Schuldgefühlen geplagt, weil wir uns selber unsere Schwächen und Unzulänglichkeiten nicht verzeihen können. Warum? Weil wir uns unsere eigenen Begrenzungen nicht eingestehen geschweige denn erlauben wollen. Das ist  äußerst tragisch, denn wir scheitern praktisch ständig an unseren eigenen perfektionistischen Ansprüchen. Wann haben wir das letzte Mal erlebt, dass wir vollkommen zufrieden mit einem Ergebnis, einem Erlebnis, einer Begegnung waren?
Ab dem Punkt in meinem Leben an dem wir klar wurde, dass ich niemals ausgelernt haben werde, dass das Leben ständige Entwicklung und Veränderung ist, konnte ich im Rückblick auf verschiedene Lebenssituationen einen anderen Blickwinkel einnehmen. Ich erkannte, dass ich aus dem Stand meiner derzeitigen Erfahrung und Entwicklung vieles heute anders machen würde, aber dass ich es in der jeweiligen vergangenen Lebenssituation nicht anders „gekonnt“ habe. Ich habe mein Bestes gegeben, aber das Beste geben bedeutet eben nicht, dass ich keine Fehler machen darf, sondern nur, dass ich mein Möglichkeiten ausgeschöpft habe.
Mit diesem Blickwinkel der die Möglichkeiten ins Visir nimmt und nicht nur die Begrenzungen,  werden wir in nahezu jeder Situation etwas Gutes oder Wertvolles finden und wir werden mit uns selbst und dann auch mit  unseren Mitmenschen weniger oft ins Gericht gehen und Milde walten lassen.
Selbst mitten im friesischen Schietwetter gibt es immer wieder bezaubernde Lichtblicke, die uns zeigen, dass hinter den Wolken die Sonne wohnt. Es folgen ein paar Handyfotos von verschiedenen Unternehmungen. Ich habe noch viele Fotos die ich mit meiner kleinen Kamera gemacht habe auf der Festplatte. Davon werde ich euch auch noch im Laufe der Zeit das ein oder andere zeigen.

Hundestrand-Schillig

Wilhelmshaven

Besuch bei den Schafen auf dem Deich

Blick auf das Haus in dem unsere Ferienwohnung war (am Ende der Straße, rechts).

Wangermeer

Blick auf das „Zwischenahner Meer“.

Für heute soll es genügen. Ich habe außer Fotos noch ein paar kleine Filmchen gemacht. Liebe Grüße und bis bald.

 

 

 

Bin ich ein FLT?

Diese Frage habe ich mir heute morgen einmal wieder gestellt. Der Impuls kam aus einer Gruppe bei Facebook. Meine Antwort die ich mir dann schließlich selber gab sieht folgendermaßen aus:

Wird dein Rucksack dir zu schwer
Lohnt es sich doch meistens sehr
Eine Pause einzulegen
Und mal näher hinzusehen
Was du alles mit dir schleppst
Möglich dass du dann  entdeckst
Was du dir hast aufgeladen
Musst du gar nicht alles tragen
Denn es kann sehr schnell geschehen
Fremde Lasten trägst du unbesehen
Was zu dir gehört pack ein
Was nicht dein ist lasse sein!

(C) Beate Neufeld

Ihr könnt euch vielleicht denken, was FLT bedeutet? Fremdelastenträger! Mit dieser neuen Wortschöpfung verabschiede ich mich für diese Woche und wünsche euch ein unbeschwertes Wochenende.