Die Schönheit der Vergänglichkeit

Noch ist der Tag frisch, er liegt vor mir wie ein weißes Blatt. Was werde ich darauf schreiben? Welche Worte werde ich wählen?

Noch ist der Tag frisch, er liegt vor mir mit all seinen Ideen. Was werde ich denken? Welchen Gedanken werden mich leiten?

Noch ist der Tag frisch, er liegt vor mir mit all seinen Stunden. Was werde ich tun? Wo führt mein Weg mich heute hin?

Noch ist der Tag frisch, er liegt vor mir mit all seinen Möglichkeiten. Wie wird meine Wahl ausfallen, worauf lenke ich meine Kraft?

Noch ist der Tag frisch, er liegt vor mir mit den ihm eigenen Gegebenheiten. Mal kann ich wählen, mal muss ich hinnehmen. Heute habe ich mich dafür entschieden, die Schönheit in der Vergänglichkeit zu entdecken.

Das Positive wertschätzen

Wenn ich in der Medienlandschaft unterwegs bin muss ich ganz gut auf mich aufpassen, damit ich nicht von dem allgemeinen Wulst an Negativität und Wehklagen überrollt werde. Natürlich habe ich keine rosarote Brille auf, aber ich bin davon überzeugt, dass es in dieser Zeit ganz besonders wichtig ist, den Blick für das Positive nicht zu verlieren. Wo sollen wir denn die Motivation und Kraft zum Leben hernehmen, wenn wir uns immer wieder auf das konzentrieren, was im Argen liegt? Das gilt natürlich nicht nur für den Blick auf unsere Gesellschaft und Politik, sondern auch für das persönliche Umfeld. Ich weiß wovon ich spreche, denn ich ertappe mich auch oft dabei, mit dem zu hadern, was gerade ist. Wenn es doch nur anders wäre, wenn ich dieses oder Jenes hätte, dann… Kürzlich musste ich mich selbst einmal herzhaft aufrütteln und mir sagen: Hallo, du lebst gerade jetzt, das ist dein Leben, du verplemperst wertvolle Zeit, wenn du immer im Wartemodus bist und diesen Moment nicht auskostest! Deshalb bin ich heute mit meinem Frühstück im Rucksack einfach losgelaufen an einen schönen Platz im Feld und habe ein Picknick gemacht. Ich möchte dankbar dafür sein, dass ich das einfach so machen kann. Kostet ja kein Geld und die Zeit habe ich auch. Wollt ihr mal sehen, wo ich gesessen habe?

So ruhig, nur der Wind, die Vögel und in der Ferne die Kirchenglocken. Einen Hasen habe ich da ich vorbeihoppeln sehen. Nach dem Frühstück wanderte ich noch ein schönes Stückel weiter.

In diesem Jahr fällt mir auf, dass das Bewusstsein für die Natur wieder wächst, es gab rund um unseren Ort mehrer Felder mit Bienenpflanzen und heute als ich das hier sah, hüpfte mein Herz:

Für mich ist der Aufenthalt in der Natur eine unendlich wertvolle Kraftquelle. Ich bin dankbar, dass ich ländlich wohnen darf und nur „ein paar Schritte“ laufen muss um die Landschaft genießen zu können. Die Wegwarten leuchteten heute so schön.

Und die hier wendet sich der Sonne zu, genau wie ich, deshalb schauen wir in die gleiche Richtung.

Das Licht ist immer da, auch wenn manchmal die Wolken davor sind.

Liebe Grüße an euch alle da draußen.

Botschaft

Gestern und heute zeigte sich endlich das Wetter von seiner besten Seite. Januartage wie aus dem Bilderbuch: Strahlender Sonnenschein mit angenehm klarer kalter Luft, die für mich belebend und wohltuend wirkt.

Heute ist ein besonderer Jahrestag, vor einem Jahr haben wir von Priska Abschied genommen und sie über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Es war eine unendlich schwere und schmerzvolle Entscheidung, die bisher schwerste meines Lebens. Ich habe unzählige Tränen vergossen im Laufe des letzten Jahres. Nun ist das sogenannte Trauerjahr vorüber und obwohl es sich nicht in jedem Fall exakt auf eine gewisse Zeitspanne festmachen lässt, für mich scheint es zu passen. Ich hatte für heute eigentlich mit verstärkter Trauer gerechnet und stattdessen fühle ich mich mit einem Gefühl von Neubeginn und freudiger Leichtigkeit beschenkt.
Christine Kempkes-Clüsserath , die ich durch das „Andere Zeiten Fastenforum“ kennenlernen durfte, hat mir mit ihren Beiträgen auf ihrer Seite bei Facebook „Lebens- und Trauerbegleitung“ und über ihren Youtube Kanal „Dienstags um Acht“, wertvolle Unterstüzung geschenkt, für die ich unendlich dankbar bin. Letzten Dienstag sprach sie in einem Beitrag darüber, dass Verstorbene durch ihr Leben eine Botschaft für uns bereit halten. Wenn wir uns dafür öffnen kann diese Botschaft uns stärkend den Weg weisen. Heute an diesem besonderen Tag spürte ich ganz deutlich, was Priska mir mit auf den Weg geben möchte.

Im Eis fand ich am Wegesrand heute Vormittag ein Eisbild.das diese Botschaft verdeutlicht: Ich sehe eine Frau die mit einem Eimer aus der Quelle des Lebens schöpft.

Gute Wünsche

Nun ist der Heilige Abend gekommen, langsam kehrt die Stille ein im Haus und hoffentlich auch im Herzen. Noch klingen die beschwerlichen Wochen in mir nach, die hinter mir liegen. Mein größter Wunsch ist, dass ich sie auch da liegen lassen kann und mit neuem Mut und frischer Kraft vorausschauen darf.

Viele liebevolle Weihnachtskarten haben mich erreicht, die meine Seele aufleuchten lassen. Ein wertvolles Geschenk, wenn wir von lieben Menschen solch eine Wertschätzung entgegengebracht bekommen.

Es sind auch Karten von Blogfreunden darunter. Sie sind ein frohmachendes Zeichen der Verbundenheit, ich sage den Schreibern dieser Karten, aber ebenso allen lieben Besuchern meiner Plauderpause und dem Schreibblog Herzensauge ganz herzlichen Dank. Besonders über die vielen anteilnehmenden und wertschätzenden Kommentare freue ich mich immer wieder und sie sind über das Jahr ein Licht auf meinem Weg.

Mögen wir, du und ich, zwischen neben, unter, über, hinter all den Lichterketten und Kerzen das Licht wahrnehmen, das in unserem Herzen wohnt. Mögen wir still werden und zwischen den hektischen und lauten Begebenheiten unseres Lebens immer auch die schönen und frohmachenden Begegnungen wahrnehmen, die unsere Lebensfreude nähren. Mögen wir in Dankbarkeit das segnende Licht der Menschen empfangen, die neben uns an unserer Seite durch das Leben gehen. Mögen wir unter unseren Füßen den kraftspendenden Halt und die Verbundenheit unserer Wurzeln spüren, die uns mit dem Licht verbinden, das uns Leben spendet. Mögen wir mit unseren Blick über unseren kleinen und begrenzten Horizont hinaus schauen und das Licht der Hoffnung erblicken. Möge uns hinter allen Sorgen, Ängsten, Zweifeln und Nöten immer wieder das Licht der Erneuerung aufstrahlen.

Ich bin in Dankbarkeit und mit den besten Wünschen mit euch verbunden und freue mich auf unsere Begegnungen hier in der „internetten Welt“.

Lichtblicke

Nicht nur in dieser Jahreszeit, in der die Sonnenstunden täglich kürzer werden und in der auch sonst der Tag von grauen Wolken verhangen ist, auch in Phasen des Lebens, in denen es etwas beschwerlich wird, sind Lichtblicke ganz besonders wertvoll. 

Ich saß gestern ziemlich müde und ausgelaugt im Sessel und da kam plötzlich die Sonne hinter den Wolken hervor,  um durch das Fenster zu mir zu Besuch zu kommen. Wie eine liebe Freundin, die es gut mit mir meint,  hüllte sie mich mit liebevoller Wärme und Licht ein. Ich schloss meine Augen und tankte dankbar auf. Ich war in letzter Zeit nicht oft im Internet, deshalb habe ich eure lieben Kommentare, die ebenfalls ein Lichtblick für mich sind, erst heute entdeckt und beantwortet. Dieses Erlebnis spiegelt meine derzeitige Lebenssituation wieder, in der nun endlich nach längerer schwieriger Entscheidungsphase wieder Licht am Horizont zu sehen ist. Seid herzlich gegrüßt und passt gut auf euch auf!

Der Segen der Scheune

Holdrio,die Schreibblockade ist überwunden und es fließen die Wörter wieder „aus der Feder“!

Heute hatte der beste Ehemann von allen die rettende Idee: Wir lassen die Hitze ohne Murren ihrer natürlichen Bestimmung nachgehen und haben unsere Zelte in der Scheune aufgeschlagen.

Während ich einfach nur hier sitze und genieße formt sich  ein Gedicht fast wie von selbst.

Der Segen der Scheune

Ach wie glücklich

kann sich schätzen

jener Mensch

dem vor der Hitze

eine Zuflucht 

ist gegeben

Wie bereichert

und begnadet

wie bevorteilt 

ist sein Leben

Während Andere

hilflos darben

darf er gänzlich

ohne Schwitzen

in der kühlen 

Scheune sitzen

Neue Aufgaben

Der Mai neigt sich seinem Ende zu. Hier bei uns mutet das Wetter sommerlich an. In mir kribbelt es vor freudiger Aufregung. Es kommt etwas Neues auf mich zu.
Als Priska von uns gegangen war, wusste ich, dass ich mit der nun frei gewordenen Zeit unbedingt etwas Sinnvolles anfangen wollte. Ich bekam dann die Idee, mich ehrenamtlich bei der Offenen Hilfe einzubringen. Die Offene Hilfe ist einTeil der Lebenshilfe die den Freizeitbereich der Menschen mit Einschränkungen begleitet.
Gesagt getan, bewarb ich mich mit einem Angebot zur Klangentspannung und am nächsten Dienstag findet eine Schnupperstunde statt, zu der sich 5 Menschen angemeldet haben. Ich habe bisher im Bereich der Entspannung mit erwachsenen Menschen bei verschiedenen Volkshochschulen gearbeitet.
Dieses Angebot ist völlig anders, ganz neu, es ist ein Experiment, ein Abenteuer. Einen festgelegten Plan zur Gestaltung der Stunde kann ich mir nicht machen, denn der Umgang mit Menschen mit geistigen und körperlichen Einschränkungen verlangt Einfühlungsvermögen und Flexibilität.
Ein bischen was überlegt habe ich mir trotzdem und wir werden sehen…
Eine Phantasiereise soll es sein, die mit den Klängen der Klangschalen begleitet wird.
Das Thema ist ein sonniges Gartenerlebnis.
Dazu habe ich ein Bild gemalt, welches sich jede/r Teilnehmer/in als Erinnerung mitnehmen darf.

Gestern kam dann ein Anruf vom Chef, der mir anbot, meine Arbeitsstundenzahl als Betreuerin im Wohnheim der Lebenshilfe zu erhöhen.
Bisher war es ja nur ein sogenannter Minijob.
Ihr seht, es fügt sich alles zu einem sinnvollen Gesamtbild.
Ich bin dankbar und freue mich.

Herrlich ist es jetzt im Feld spazieren zu gehen. Überall blüht es.
Letzte Woche war ich mal wieder an einem meiner Lieblingsplätze, bei der Schaukelbank.

Von dort hat man einen schönen Ausblick auf ein kleines Biotop mit Benjeshecke und Insektenhotel. Ein Ort um die „Seele baumeln zu lassen“.

Euch allen wünsche ich ein entspanntes Wochenende.
Für mich diesmal arbeitsfrei und deshalb ebenfalls mit viel Zeit zur Entspannung.

Wirrwarr im Kopf

Ach ihr Lieben, ich danke euch von Herzen, die ihr hier bei mir so liebe Kommentare hinterlassen habt. Ich habe einige Tage nicht nachgeschaut. Irgendwie war in meinem Kopf ein Wirrwarr, ich wollte gerne schreiben aber ich habe nicht gewusst worüber.
Das ist wie wenn ein penetranter Nörgler sich auf meinen Kopf setzt und mir ins Ohr raunt: „Lass es doch, es interessiert doch niemanden, alles total überflüssig…“
Ich habe zur Zeit auch wenig Fotos, weil ich einfach viel zu wenig hinaus gehe in die Natur. Seit Priska nicht mehr bei mir ist, gelingt es mir nur selten, mich alleine auf den Weg zu machen. Mir ist irgendwie die Freude daran abhanden gekommen.
Natürlich weiß ich, dass es mir gut tun würde, Bewegung, frische Luft sind nicht nur der Gesundheit sonder auch der guten Laune dienlich.
Ab Sonntag aber wird das alles viel besser, da gehe ich nämlich auf Reisen zu einer ganz lieben internetten Freundin nach Leipzig. Ja genau, ich besuche die Gudrun und freue mich riesig darauf.
Ich werde meinen Fotoapparat mitnehmen und wahrscheinlich ganz viele Fotos mitbringen.
Ach da fällt mir ein, eines hab ich noch: Mein Abschiedsfoto vom Moselufer.
Bis zum Wiederlesen lasst es euch gut gehen.

Abschied nehmen

Nachdem ich im Januar von meiner geliebten Hundedame Abschied nehmen musste, ist es jetzt an der Zeit auch den kleinen Garten hinter unserer Scheune loszulassen. Er wird zwecks Wohnbebauung verkauft. Zugegeben, im vergangenen Jahr habe wir uns kaum dort aufgehalten und so verwilderte er zunehmend. Nun sieht es dort hinten so aus.

In den letzten Wochen  habe ich öfter dort gesessen und an die vergangenen Jahre gedacht. Unsere beiden Mädels haben hier viel gespielt, es gab ein Gehege für unsere drei Kaninchen, es stand ein Swimmingpool dort und später ein Trampolin. Priska ist immer mit Vergnügen in den Garten gegangen. Man hat einen schönen Blick auf den Nachbargarten.


Ich höre Kinderlachen und Hundegebell, das leiseste Geräusch aus dem Nachbargarten hatte Priska dazu animiert vehement ihr Revier zu verteidigen. Es war ganz klar, sie war die Chefin im Garten!


Sie liebte es sich hier im Sommer zu sonnen.


Es gab immer etwas zu entdecken.

Und im Herbst bereitete es ihr großes Vergnügen, sich in den Blättern zu wälzen.

Mein Herz ist schwer, während ich diesen Beitrag verfasse, aber es ist auch wieder leicht, weil ich die Lebensfreude spüre, die Priska überall um sich herum versprüht hat.
Ich möchte bewusst Abschied nehmen und den Schmerz nicht verdrängen. Ich bin so unendlich dankbar, dass ich diese süße Maus hier bei mir haben durfte. Sie hat mir so unsagbar viel gegeben. Am Ende bleibt die Liebe!