Goldblättchen und der Stein der Dankbarkeit

Immer wenn du die Aufmerksamkeit auf etwas Schönes und Wertvolles lenkst, legt sich ein Goldblättchen  in die Schatzkammer deines Herzens. 
Ja, es ist tatsächlich so, dass in jedem Herzen ein Platz für die Schätze des Lebens reserviert ist, leider bleibt er bei vielen Menschen leer. 
Aber es kommt zuweilen vor, dass ein Mensch im Laufe seines Lebens so viele Glücksmomente gesammelt hat, dass die Goldblättchen in seinem Herzen 
einen stattlichen Goldklumpen gebildet haben. 
Du wendest jetzt vielleicht ein, dass das Gewicht des Goldes
das Herz schwer machen würde. 
Aber in Wirklichkeit ist es ganz anders.
Je größer der Goldklumpen im Herzen wird, 
desto weniger Platz bleibt darin für Not und Leid. 
Alles was das Leben schwer macht, muss dem Goldklumpen weichen, 
denn sobald es mit ihm in Berührung kommt, zerbricht es in winzig kleine Stücke
und fällt vom Herzen ab. 
Deshalb sagen die Menschen, wenn sie eine glückliche Wendung erlebt haben,
dass ihnen ein Stein vom Herzen gefallen ist,
oder dass es ihnen ganz leicht um das Herz geworden ist.

Wenn ich euch auch leider nicht persönlich diesen Stein überreichen kann,
möchte ich es dennoch virtuell tun:

Heute schenke ich dir den Stein der Dankbarkeit.
Er ist so eine Art Zauberstein, denn er kann dir helfen,
Licht in das Dunkel deiner Seele zu bringen oder 
Schwere in Leichtigkeit zu verwandeln.
Nimm den Stein in deine Hand und schließe deine Augen.
Spüre sein Gewicht in deiner Hand.
Nun fühle im Körper wo das was dich belastet spürbar ist. 
Es tut gut, wenn du dich nicht dagegen wehrst,
sondern alles so sein lässt, wie es sich jetzt zeigt.
Alles darf sein, so wie es ist!
Du darfst sein, so wie du jetzt da bist!
Atme bewusst ein und aus und schicke deinen Atem 
liebevoll in die betreffende Region deines Körpers.
Dann stell dir die Frage, für was du im Moment dankbar sein darfst.
Keine belastende Situation kann so viel Raum einnehmen, 
dass nicht wenigsten ein Grund zur Dankbarkeit Platz darin hat! 
Wenn du dir bewusst gemacht hast, für was du dankbar bist, 
öffne deine Augen und betrachte das Muster auf deinem Stein. 
Welche Farbe spricht dich jetzt an? 
Nimm sie in deine Vorstellung und atme diese Farbe ein, 
das was dich beschwert hat kannst du in Gedanken ausatmen. 
Einige Minuten sind ausreichend!
Dann spüre nach, wie es dir jetzt geht.
Wie fühlt sich die Stelle deines Körpers, 
der du dich besonders zugewandt hast jetzt an?

Eine schöne Begegnung

Unverhofft kommt oft, heißt es und an dieses Sprichwort wurde ich erinnert, als ich kürzlich mit einer freudigen Begegnung belohnt wurde. Es fiel mir an diesem Vormittag richtig schwer, mich zu einer Laufrunde zu motivieren und umso größer war meine Freude, als ich auf dem Weg, den ich neu für mich entdeckt habe, das liebevolle Miteinander von Mensch und Tier erleben durfte.

Der junge Mann streichelte das offensichtlich sehr liebesbedürftige Schaf. Es konnte gar nicht genug Streicheleinheiten bekommen, denn sobald sich der Mann erhob um weiter zu gehen, lief das Schaf hinter ihm her und stubste ihn an um ihn zum weiter streicheln zu animieren.

Irgendwann war Mensch aber weg und der Schafbock wendete sich seiner Mutter zu, die mit ihm und ein paar Hühnern auf dem Gelände lebt. Über die Familienverhältnisse habe ich mich von dem jungen Mann aufklären lassen.

Besonders berührt hat mich, wie zutraulich der Schafbock auch zu mir an den Zaun kam und sich durch den Maschendraht an der Nase streicheln ließ.

Ich nahm eine große Portion Gute Laune mit nach Hause. Ein paar Tage später entdeckte ich auch die für mich in diesem Jahr ersten Krokusse. Der Frühling lässt sich nicht aufhalten! Ich freue mich über das Erwachen der Natur.

Ein Wolkenengel und der Geruch des Frühlings

Kennt ihr das auch, dass ihr unvermittelt einen Geruch in der Nase habt und damit verbunden eine Erinnerung an eine bestimmte Situation in der Vergangenheit? Mit dem Geruch ist dann auch eine Stimmung und ein Bild verbunden, fast so als wenn ich zurück gereist wäre. Ist schon spannend, was in uns alles abgespeichert ist. Das ist eine gute Möglichkeit, um mir selber aus einer trostlosen Stimmungslage wieder hinaus zu helfen, wenn ich mir bewusst solche schönen und aufbauenden Erinnerungen abrufe. Klappt vielleicht nicht immer, aber doch sehr häufig.
Auch Farben sorgen bei mir für gute Laune. Deshalb sind in letzter Zeit vier Bilder mit bunten Farben entstanden, einfach nur, weil es mir Freude macht.

Ja und natürlich habe ich letzte Woche die Gunst der Stunde genutzt und bin seit langer Zeit mal wieder am Weiher gewesen. Ach war das schön, ich bin früh losgelaufen und hatte im Rucksack mein Frühstück dabei.

Und schon am Nachmittag zog sich die Wolkendecke schon wieder zu. In den nächsten Tagen konnte ich noch spüren, dass ich von der aufgetankten Sonne zehren konnte. Als es dann wieder „die Decke auf den Kopf fiel, nutzte ich die Gelegenheit, meinen Einkauf mit einem Spaziergang auf einem Weg durch die Weinberge bei Deidesheim zu verbinden. Ich hatte mich mit dem Regenschirm ausgerüstet, denn das Wetter ließ zu wünschen übrig. Dann zeigte sich die Sonne doch noch und ich war so froh, dass ich losgegangen war. Und eine Überraschung beglückte mich ganz besonders, es zeigte sich ein Wolkenengel.

Herzliche Grüße von mir zu euch.

Sekundenblumen

Sekundenblumen

Mit der Zeit ist das so eine Sache. Sie wird geschätzt, gefürchtet, herbeigesehnt, verdrängt, ausgekostet und vertrödelt. 

Mal erscheint sie zäh wie ein Kaugummi oder vergehend wie im Flug.

Es ist erstaunlich wieviele sorgenschwere Gedanken in einer einzigen Minute Platz finden.

Ein Tag zählt 86.400 Sekunden. Was bleibt, wenn wir am Ende des Tages zurück blicken? Was bleibt, wenn wir am Ende auf unser Leben zurück blicken?

Zuweilen werden wir von ganz besonderen Erlebnissen beschenkt, die vielleicht nur wenige Sekunden andauern, aber das ist nicht wichtig, denn sie gehorchen nicht unserer herkömmlichen Zeitrechnung, sie sind wie aus der Zeit gefallen. Es ist als ob sich plötzlich ein Tor öffnet, ein Zugang zu einem sonst verborgenen Garten.

Ich nenne ihn den Garten der Sekundenblumen. Jede Blumen dieses Gartens erblüht nur für eine einzige Sekunde. Und nur wer in dieser Sekunde ganz gegenwärtig ist, kann sie erblicken. 

Vorgestern öffnete sich das Tor für mich in dem Moment, als ich in das Gesicht eines kleinen Kindes schaute, dass mir an der Hand seiner Großmutter auf dem Gehweg begegnete. 

Als das Kind mich sah, blieb es stehen, strahlte mich mit großen Augen voller Freude an, wandte sich kurz zur Oma und deutet dann mit dem Finger in meine Richtung, als wolle sie diese an der Freude teilhaben lassen. Ich winkte dem Kind im Vorbeigehen zu und spürte eine Welle von Liebe, die uns Drei in diesem Moment überflutete. 

Gestern öffnete sich für mich das Tor zu diesem Garten sogar mehrmals. Ich war zu Besuch bei einer Freundin. Die Hauskatze Lilly ist normalerweise nicht zutraulich, wir kennen uns schon seit sie bei meiner Freundin als winziges Katzenbaby eingezogen ist. Ein Findelkind, dass mutterlos vom Sohn des Hauses auf der Straße aufgelesen wurde. Die Struktur ihres Felles verrät, dass sie Gene von Wildkatzen in sich trägt. So ist sie auch in ihrem Verhalten ein recht wildes Mädchen, unberechenbar und mit Vorsicht zu genießen. 

Als ich sie gestern auf ihrem Platz auf dem Sofa liegen sah, begrüßte ich sie aus der Ferne und sprach leise ein paar Worte mit ihr. Ganz unvermittelt kommunizierte sie mit mir, in dem sie mir in „Katzensprache“ antwortete. In diesem Moment war ich sehr berührt und sah die erste Sekundenblume erblühen. 

Dieses Verhalten kannte ich bisher nur von dem Kater einer anderen Freundin, der mich gewöhnlich bei meinen Besuchen immer an der Haustüre sitzend mit einer längere „Ansprache“ begrüßte. Bei Lilli hingegen hatte ich dergleichen in ihrem jetzt bereits 13 jährigen Leben niemals beobachtet. 

Es ging dann noch weiter, denn Lilli strich kurz darauf schnurrend um meine Beine und rieb ihren Kopf an meiner  Hand. Ich weiß, dass das eine Liebesbekundung ist. 

Der Höhepunkt der freudigen Überraschungen folgte dann später am Nachmittag, als ich mich auf den Sessel gesetzt hatte, um dem Akkordeon-Spiel meiner Freundin zu lauschen. Lilli kam schnurrend auf meinen Schoß und ließ sich genüsslich streicheln und kraulen und schlief schließlich dort entspannt ein.  

Durch die liebevollen Zuwendung von Lilli durfte ich gestern zahlreiche Sekundenblumen erblühen sehen. 

Danke, liebes altes Jahr

Heute, am vorletzten Tag dieses Jahres, nehme ich mir Zeit zur Rückschau.
Ein Wort habe ich gesucht, mit dem ich meine abschließende Empfindung bezüglich dieses Lebensabschnittes beschreiben kann.
Das Wort lautet: Dankbarkeit.
Es war nicht nur für mich ein Jahr mit ganz besonderen Herausforderungen.
Ein sehr bewegtes Jahr, wie eine Wanderung bei der sich Höhen und Tiefen ständig abwechselten.
Ich durfte neues lernen über mich und über das Leben im Allgemeinen.
Zutiefst dankbar bin ich für Vieles.
Ich bin dankbar für die Liebe und Zuwendung der Menschen, die mir nahestehen und dass wir alle gesund durch das Jahr gekommen sind.
Ich bin dankbar für das wunderbare Frühlingswetter, was die Zeit des ersten Lockdowns so sehr erleichtert hat.
Ich bin dankbar für unseren Wohnort, der mir die Möglichkeit bietet, mich in der Natur zu bewegen und dabei immer wieder neue Kraft zu tanken.
Ich bin dankbar, dass ich im August gemeinsam mit einer Freundin ein kleines Konzert im Freien mit zweien meiner Lieblingsmusikern erleben durfte.
Ich bin dankbar für die zahlreichen wunderbaren Musikerlebnisse per Stream, ein Fest für die Seele.
Ich bin dankbar, auch wenn meine Arbeit im Bereich Stressprävention brach lag und 21 Termine abgesagt werden mussten, denn es blieb dennoch ein Abend im September, den ich mit einer Freundin zusammen gestalte habe und der wurde zu einem ganz besonderen Erlebnis für meine Freundin und mich und für die 5 Menschen die gekommen waren.
Ich bin dankbar, dass ich die Zeit zum kreativen Ausdruck nutzen konnte, ich glaube ich war noch nie so kreativ wie in diesem Jahr.
Noch so Einiges könnte ich aufzählen, für das ich dankbar bin, aber das führt hier zu weit.
Ich gehe mit Zuversicht in das neue Jahr und wünsche euch allen ein liebevolles neues Jahr.

Blick von der Michaelskapelle auf Deidesheim in der weihnachtlichen Nachtmittags-Sonne.

Siehst du das Licht?
Du sagst, du siehst es nicht.
Verändere deine Sicht!
Du wirst es nur mit Augen sehen die nach innen blicken.

Siehst du das Licht?
Du sagst, du siehst es nicht.
Weite deinen Blick!
Du wirst es nur mit Augen sehen die sich über den Horizont erheben.

(c) Beate Neufeld

Tiefer Blicken

Weißt du, ich könnte
so im Vorbeilaufen
zu mir selber sagen:
„Das ist doch einfach nur ein Sonnenstrahl,
da scheint halt die Sonne in den Baum.“
Ich kann aber auch stehen bleiben
und tiefer blicken und mir sagen:
„Danke, du bist ein Geschenk,
ein Stern der vom Himmel gefallen ist,
nur für mich in diesem Augenblick!“

Weißt du, ich könnte
so im Vorbeilaufen
zu mir selber sagen:
„Das ist doch einfach nur ein Blatt,
da ist halt der Tau dran festgefroren.“
Ich kann aber auch stehen bleiben
und tiefer blicken und mir sagen:
„Danke, du bist ein Geschenk,
eine Blume die der Winter 
auf das Blatt gezaubert hat,
nur für mich in diesem Augenblick!“

(C) Beate Neufeld im Dezember 2020

Gesammelte Sonnenstrahlen

Allzu schnell geschieht es, dass ich mich wie in einem Netz aus alltagsgrauen Gedanken einfangen lasse und mit dem was ist und wie es ist hadere. Aber wenn ich mich besinne, meine Augen nach innen lenke, dann kann ich sie sehen und spüren, die gesammelten Sonnenstrahlen.

Ich habe da noch ein paar Bilder für euch. Sie sind im September aufgenommen und erinnern an wohltuende Sonnenstunden in der Natur.

Und jetzt nehm ich den Pinsel zur Hand und male die Pilzköpfe an, die ich vor Tagen aus Salzteig geformt habe. Was daraus wird? Wenn es gelingt dann zeige ich es euch, versprochen!

Ach es gibt noch etwas für mich Erfreuliches zu berichten. In diesem am 13. Oktober erschienenen Sammelband mit Weihnachtsgeschichten ist auch eine Geschichte „aus meiner Feder“ abgedruckt.

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Eine Dose Ravioli umarmen

Bevor der August sich nun verabschiedet möchte ich hier doch gerne noch einige Zeilen und Fotos hinterlassen. Wenn ich auf das Datum des letzten Beitrages schaue, wird mir bewusst, wie sehr ich bei all den „Turbulenzen“ in unserer Welt die Ruhe und den Rückzug brauche. Nicht dass ich jegliche Kontakte vermeide und mich zu Hause vergrabe, nein so ist das nicht! Aber manchmal fehlen mir einfach die Worte um hier zu schreiben und ich gestehe ich mir das selber auch zu. Weniger ist manchmal mehr, Smalltalk ist nicht zwingend schlecht, aber er liegt mir nicht!

Mit einer lieben Freundin habe ich einen Spaziergang im Wald unternommen. Wir liefen an diesem kleinen Bach entlang und lauschten seinem „Gesang“. Der Weg war nicht sehr weit, aber meine Freundin machte mich darauf aufmerksam, dass der Klang sich entlang des Bachlaufs immer wieder veränderte. Spannend fand ich das.

Es gibt sogar einen kleinen Wasserfall zu bestaunen. Die Waldluft, das Grün der Bäume und das Wasser waren einfach nur wohltuend. Dankbarkeit empfand ich darüber, dass der Wald nicht weit ist und ich ihn besuchen kann.

Dann war unsere jüngere Tochter auf Kurzbesuch. Ich freue mich immer riesig wenn ich die Töchter sehen kann. Das obige Foto habe ich bei unserer Abendrunde durch die Felder gemacht.

Der beste Ehemann von allen und ich sind beide sehr gerne am Rhein hier in der Nähe oder auch mal an Neckar und Mosel, die für uns bei einem Tagesausflug erreichbar sind. Hier oben der Blick auf den Rheindamm bei Frankenthal, nicht weit von unserem Wohnort.

Wir waren letzten Sonntag dort und es war sehr windig und wunderbar sonnig.

Sowohl das Gleiten der Wolken am Himmel als auch das vorbeifließende Wasser zu beobachten, empfinde ich als entspannend. Irgendwie kann es dann geschehen, dass auch „innerlich“ etwas in Fluss kommt.

Gestern bei meiner Laufrunde ist mir unter anderem diese pralle Weintraube ins Auge gefallen: Fülle der Natur.

Zur Ernte bereit! Das Erntedankfest naht. Auch bei diesem Anblick wächst die Dankbarkeit in mir für alles was der Erntekorb des Lebens für mich bereit hält.
Gestern als ich bei der ehrenamtlichen Lebensmittelausgabe für Menschen mit „finanziellem Engpass“ in unserer Verbandsgemeinde mithalf hatte ich ein zu Herzen gehendes Erlebnis. Ein Mann dem ich auf Wunsch eine Dose Ravioli weitergeben durfte, umarmte diese glücklich strahlend. Er erzählte mir, wie gerne er diese isst.
Wieder einmal wurde mir deutlich aufgezeigt, dass eben nichts selbstverständlich ist!
Gerade in einer Zeit wie dieser ist es besonders wichtig, Augen und Herz zu öffnen für alles was gut ist im Leben, denn das vergessen wir sehr schnell, bei all den Unwegsamkeiten und Schreckensmeldungen die auf uns einströmen!