Der Segen der Scheune

Holdrio,die Schreibblockade ist überwunden und es fließen die Wörter wieder „aus der Feder“!

Heute hatte der beste Ehemann von allen die rettende Idee: Wir lassen die Hitze ohne Murren ihrer natürlichen Bestimmung nachgehen und haben unsere Zelte in der Scheune aufgeschlagen.

Während ich einfach nur hier sitze und genieße formt sich  ein Gedicht fast wie von selbst.

Der Segen der Scheune

Ach wie glücklich

kann sich schätzen

jener Mensch

dem vor der Hitze

eine Zuflucht 

ist gegeben

Wie bereichert

und begnadet

wie bevorteilt 

ist sein Leben

Während Andere

hilflos darben

darf er gänzlich

ohne Schwitzen

in der kühlen 

Scheune sitzen

Neue Aufgaben

Der Mai neigt sich seinem Ende zu. Hier bei uns mutet das Wetter sommerlich an. In mir kribbelt es vor freudiger Aufregung. Es kommt etwas Neues auf mich zu.
Als Priska von uns gegangen war, wusste ich, dass ich mit der nun frei gewordenen Zeit unbedingt etwas Sinnvolles anfangen wollte. Ich bekam dann die Idee, mich ehrenamtlich bei der Offenen Hilfe einzubringen. Die Offene Hilfe ist einTeil der Lebenshilfe die den Freizeitbereich der Menschen mit Einschränkungen begleitet.
Gesagt getan, bewarb ich mich mit einem Angebot zur Klangentspannung und am nächsten Dienstag findet eine Schnupperstunde statt, zu der sich 5 Menschen angemeldet haben. Ich habe bisher im Bereich der Entspannung mit erwachsenen Menschen bei verschiedenen Volkshochschulen gearbeitet.
Dieses Angebot ist völlig anders, ganz neu, es ist ein Experiment, ein Abenteuer. Einen festgelegten Plan zur Gestaltung der Stunde kann ich mir nicht machen, denn der Umgang mit Menschen mit geistigen und körperlichen Einschränkungen verlangt Einfühlungsvermögen und Flexibilität.
Ein bischen was überlegt habe ich mir trotzdem und wir werden sehen…
Eine Phantasiereise soll es sein, die mit den Klängen der Klangschalen begleitet wird.
Das Thema ist ein sonniges Gartenerlebnis.
Dazu habe ich ein Bild gemalt, welches sich jede/r Teilnehmer/in als Erinnerung mitnehmen darf.

Gestern kam dann ein Anruf vom Chef, der mir anbot, meine Arbeitsstundenzahl als Betreuerin im Wohnheim der Lebenshilfe zu erhöhen.
Bisher war es ja nur ein sogenannter Minijob.
Ihr seht, es fügt sich alles zu einem sinnvollen Gesamtbild.
Ich bin dankbar und freue mich.

Herrlich ist es jetzt im Feld spazieren zu gehen. Überall blüht es.
Letzte Woche war ich mal wieder an einem meiner Lieblingsplätze, bei der Schaukelbank.

Von dort hat man einen schönen Ausblick auf ein kleines Biotop mit Benjeshecke und Insektenhotel. Ein Ort um die „Seele baumeln zu lassen“.

Euch allen wünsche ich ein entspanntes Wochenende.
Für mich diesmal arbeitsfrei und deshalb ebenfalls mit viel Zeit zur Entspannung.

Wirrwarr im Kopf

Ach ihr Lieben, ich danke euch von Herzen, die ihr hier bei mir so liebe Kommentare hinterlassen habt. Ich habe einige Tage nicht nachgeschaut. Irgendwie war in meinem Kopf ein Wirrwarr, ich wollte gerne schreiben aber ich habe nicht gewusst worüber.
Das ist wie wenn ein penetranter Nörgler sich auf meinen Kopf setzt und mir ins Ohr raunt: „Lass es doch, es interessiert doch niemanden, alles total überflüssig…“
Ich habe zur Zeit auch wenig Fotos, weil ich einfach viel zu wenig hinaus gehe in die Natur. Seit Priska nicht mehr bei mir ist, gelingt es mir nur selten, mich alleine auf den Weg zu machen. Mir ist irgendwie die Freude daran abhanden gekommen.
Natürlich weiß ich, dass es mir gut tun würde, Bewegung, frische Luft sind nicht nur der Gesundheit sonder auch der guten Laune dienlich.
Ab Sonntag aber wird das alles viel besser, da gehe ich nämlich auf Reisen zu einer ganz lieben internetten Freundin nach Leipzig. Ja genau, ich besuche die Gudrun und freue mich riesig darauf.
Ich werde meinen Fotoapparat mitnehmen und wahrscheinlich ganz viele Fotos mitbringen.
Ach da fällt mir ein, eines hab ich noch: Mein Abschiedsfoto vom Moselufer.
Bis zum Wiederlesen lasst es euch gut gehen.

Abschied nehmen

Nachdem ich im Januar von meiner geliebten Hundedame Abschied nehmen musste, ist es jetzt an der Zeit auch den kleinen Garten hinter unserer Scheune loszulassen. Er wird zwecks Wohnbebauung verkauft. Zugegeben, im vergangenen Jahr habe wir uns kaum dort aufgehalten und so verwilderte er zunehmend. Nun sieht es dort hinten so aus.

In den letzten Wochen  habe ich öfter dort gesessen und an die vergangenen Jahre gedacht. Unsere beiden Mädels haben hier viel gespielt, es gab ein Gehege für unsere drei Kaninchen, es stand ein Swimmingpool dort und später ein Trampolin. Priska ist immer mit Vergnügen in den Garten gegangen. Man hat einen schönen Blick auf den Nachbargarten.


Ich höre Kinderlachen und Hundegebell, das leiseste Geräusch aus dem Nachbargarten hatte Priska dazu animiert vehement ihr Revier zu verteidigen. Es war ganz klar, sie war die Chefin im Garten!


Sie liebte es sich hier im Sommer zu sonnen.


Es gab immer etwas zu entdecken.

Und im Herbst bereitete es ihr großes Vergnügen, sich in den Blättern zu wälzen.

Mein Herz ist schwer, während ich diesen Beitrag verfasse, aber es ist auch wieder leicht, weil ich die Lebensfreude spüre, die Priska überall um sich herum versprüht hat.
Ich möchte bewusst Abschied nehmen und den Schmerz nicht verdrängen. Ich bin so unendlich dankbar, dass ich diese süße Maus hier bei mir haben durfte. Sie hat mir so unsagbar viel gegeben. Am Ende bleibt die Liebe!

 

 

 

 

 

Sonnenschein fangen

Zugegeben, mit meinen Hunderunden ohne Hund tue ich mich zunehmend schwerer.
Mir fehlt meistens die Motivation dazu. Ohne Priska fehlt der Antrieb.
Aber heute habe ich mich mal wieder aufgerafft, weil die Sonne draußen allzu verlockend strahlte. Es ist zwar immer noch frisch, aber ich konnte den nahenden  Frühling schon erahnen.
Kaum war ich aus der Haustüre heraus, begrüße mich schon ein Vogel auf dem Nachbarsdach mit einem fröhlichen Lied.

Kaum am Feldrand angelangt entdeckte ich die beginnende Blüte mancher Sträucher,an den obersten Zweigen, die der Sonne am nächsten  sind.

Überall zwitscherten die Vögel und nur vereinzelte Wolken zeigten sich am strahlend blauen Himmel.

Mir kam die Zeile aus demLied: „Im Frühtau zu Berge“ in den Sinn:
„Wir sind hinaus gegangen, den Sonnenschein zu fangen, kommt mit und versucht des auch einmal!“
In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen frohen Frühling.

 

Da bricht etwas auf

Seht mal, bei den Narzissen auf Priskas Grab tut sich was!
Und wisst ihr was, bei mir ist es genauso!

Ich habe es in meinem Leben immer wieder erfahren, dass alles miteinander verbunden ist und dass alles „zusammen passt“, vergleichbar mit einem Puzzle, was sich Stück für Stück zusammen fügt.
So ist kein Erlebnis, auch wenn es schmerzhaft ist, sinnlos.
Jede Veränderung im Leben birgt Chancen in sich.
Alles braucht seine Zeit und kommt zur richtigen Zeit „ans Licht“.

Ich habe 4 intensive Tage hinter mir. Ein grippaler Infekt hatte mich sozusagen auf mich selbst zurück geworfen. Intensive schmerzhafte Trauer, wichtige, wegweisende Erkenntnisse und ein Motivationsschub in Form einiger Impulse, die genau zur richtigen Zeit, nämlich gestern Abend, von meiner älteren Tochter kamen entfalteten in ihrem zeitlich perfekten Zusammenspiel ihre heilsame Wirkung.
Nun bricht auch in mir etwas auf und beginnt ganz zart seine Blüten zu entfalten.
Mir wurde bewusst, dass die Zeit, die ich nun nicht mehr mit Priska teilen kann, wertvoll ist und ich sie nun für neue Aufgaben nutzen darf!
Was das genau sein wird, das darf sich langsam entwickeln.
Zu gegebener Zeit werde ich es euch wissen lassen.

Ein wundervoller Spaziergang und ein Trosthund

Gestern haben wir uns getroffen, zwei Freundinnen und ich. Das Wetter war wirklich traumhaft schön, strahlend blauer Himmel, klar und kalt, wie es sich für den Winter „gehört“. Deshalb haben wir die Gunst der Stunde genutzt und einen langen Spaziergang unternommen.

Es tat so unendlich gut, die frische Luft zu atmen und die Sonnenstrahlen zu tanken.


Hinten in der Mitte des Bildes könnt ihr das Hambacher Schloss mehr erahnen als sehen. Eine geschichtsträchtige Stätte aus Sicht der Weingärten um Edenkoben fotografiert.

Es sind übrigens Handy Fotos, meine Kamera war zu Hause.
Hier auf dem letzten Foto vom Rückweg gefielen mir die Vögel in den Bäümen.
Sie haben gestern richtig schön gesungen, fast wie im Frühling.
Eine meiner Freundinnen hat mir gestern ein sehr rühriges Geschenk gemacht:
Ein kleiner Hund (Steiff Tier, das den Knopf schon verloren hat) aus ihrer Kindheit. Er ist einem Drahthaarfoxterrier nachempfunden,wie man sie früher immer gestilt hat, nur die Farbe stimmt nicht.
Sie sagte zu mir, dass er mich trösten solle, damit ich nicht allzu traurig bin.

Mir ist das großartige Geschenk der Freundschaft gestern wieder einmal ganz besonders bewusst geworden.

Die Dankbarkeit ist größer

Die Dankbarkeit ist größer als die Trauer!

In den letzten Tagen habe ich meine Festplatte nach den Fotos aus Priskas Leben abgesucht. Es sind so unzählig viele, dass ich noch nicht über das Jahr 2013 hinweg gekommen bin. Beim Anschauen der zahlreichen Fotos und Videos ist mir einmal mehr bewusst geworden, dasss das Leben ganz und gar nicht so „vorbeirast“ wie es mir manchmal im Rückblick schon erschienen ist.
Wir hatten so unzählig viele wunderschöne und unvergessliche Stunden miteinander.
Ein langes und schönes Hundeleben hatte Priska und dafür bin ich sehr sehr dankbar.
Ich habe es mir seit Anfang diesen Jahres zur Gewohnheit gemacht in einem Kalenderbuch stichpunktartig Tag für Tag die Ereignisse festzuhalten, die mir gut getan haben, für die ich dankbar bin.
Ich glaube, dass sich auf diese Weise das Zeitgefühl ändert und ich dem Empfinden, dass die Zeit wie in einem Hochgeschwindigkeitszug vorbeirauscht,entgegenwirken kann. Schaun wir mal?
Durch diese erhöhte Aufmerksamkeit gelingt es mir auch besser  darauf zu achten mir etwas Gutes zu tun. Dazu gehören zum Beispiel die sportliche Betätigung im Fitnesstudio, Saunabesuche, Aufenthalte in der Natur, Lesen, Basteln, Freunde besuchen.
Im Gespräch höre ich im Allgemeinen ganz oft Äußerungen wie: “ Ach dazu fehlt mir die Zeit, der Tag geht immer so schnell herum, ich komme zu nichts.“
Wenn ich mir die Zeit nicht nehme habe ich sie auch nicht!
Prioritäten setzten ist die Devise!
Das habe ich nicht zuletzt durch den so frühen Tod meines Bruders gelernt.
Nachdem er gegangen war, habe ich mich oft bei Entscheidungen gefragt:
Ist dir das wirklich wichtig?

Mein neues Bastelprojekt ist noch in Arbeit. Ich zeig es schon mal sozusagen auf „halbem Wege“:
Lasst es euch gut gehen!

Ein neuer Lebensabschnitt

Gestern habe ich fast den ganzen Tag nur geweint. Ich bin dann um 23 Uhr total platt ins Bett gefallen und heute morgen bin ich aufgewacht und alles fühlte sich irgendwie anders an, leichter, so wenn ein Riesenstein von der Seele genommen wurde. Ich hatte das Gefühl, dass ich jetzt wirklich bereit bin mein Leben ohne Priska an meiner Seite zu akzeptieren. Die Sonne schien seit Tagen wieder und das passte zu meinem positiven Gefühl. So machte ich mich auf zu meiner ersten Hunderunde ohne Hund.
Zuvor dachte ich, dass das sicher schwer und schmerzlich werden würde, aber das war es gar nicht. Ich war selber sehr erstaunt darüber.
Gestern hatte ich noch gedacht,dass ich meine Verabredung zum Konzert mit Freunden für heute abend bestimmt absagen müsse, wegen meiner Tränen.
Aber es kam ganz anders. Gerade bin ich wieder zu Hause und es war ein richtig schöner Abend. Ob meine Stimmung so bleibt weiß ich nicht, ich werde es nehmen wie es kommt, ich wehre mich nicht gegen Traurigkeit und Tränen. Alles darf sein wie es ist.
Einen schönen Abend und eine guten Start in die neue Woche wünsche ich euch.