Farben für die Seele

Wenn es draußen immer früher dunkel wird und die Natur sich langsam zurück zieht, dann genieße ich diese besondere Stimmung. Heute als wir am späten Vormittag im Auto unterwegs waren, wanderte mein Blick über das Haardt-Gebirge, über dem die Regenwolken beinah wie eine dicke flauschige Decke hingen. Die Weinfelder zeigen noch die schönen warmen Herbstfarben in Gelb, Orange, Rot und Braun mit wenigen grünen Tupfen. Ich mag es, wenn der Nebel über die Landschaft zieht und ihr eine mystische Stimmung verleiht. Ich habe davon leider kein Foto für euch (warum denke ich jetzt bloß an Heidi Klum?) Aber auch mich überfällt manchmal eine Art Herbstblues und dann „male ich mir die Seele wieder bunt“.

Abends leuchten meine Teelichter oder Kerzen und auch der Tee schmeckt wieder so richtig gut! Am Feiertag habe ich mich mit zwei Freundinnen getroffen. Eine der Beiden hatte uns zum späten Frühstück eingeladen und wir hatten eine so schöne Zeit miteinander. Wisst ihr was, ich habe die Gelegenheit beim Schopf gepackt oder besser gesagt, den einen Hund auf den Schoß) gepackt. Auch das war ein wunderbares Gefühl, das meine Seele gestreichelt hat. Ich habe dieses Gefühl eines warmen, weichen Hundekörpers so nah bei mir sehr genossen. Die Bailey habe ich für euch fotografiert, als sie später auf dem Sofa lag.

Die ist so knuffig, diese Kleine. Und wisst ihr was, als ich beim Fotografieren war, stellte sich Pedro, der andere Familienhund, mit leicht vorwurfsvollem Blick neben dem Sofa in Position, als wolle er mir sagen:“ He du, schau mal, ich bin auch ein nicht zu verachtendes Fotomodell!“ Ich habe ihn sogleich mal beim „Wort“ genommen.

Wenn das Wetter es erlaubt, laufe ich gerne eine Runde an der frischen Luft. Am Wegesrand ließen sich zumindest in der letzten Woche als die folgenden Fotos entstanden sind noch kleine Schönheiten entdecken.

Ich habe sogar schon Sterne gebastelt. Dafür habe ich außer ein bisschen Klebstoff und ein paar Geschenkbändern nichts gekauft, sie sind aus Katalogpapier entstanden. Ich habe eine ganze Menge hergestellt, die werden auf dem Adventsbasar mit Erlös für den Tierschutz verkauft.

So, das war das Neueste von mir, ich grüße euch. Kommt gut in die neue Woche! Wer Lust hat kann im Blog Herzensauge meinen neuen Textlesen. Bis demnächst.

Eine herzige Begegnung

Ganz zeitig bin ich heute früh losgezogen zu „meinem Weiher“. Die Morgenstimmung wollte ich dort genießen. Und das war wirklich eine gute Idee an diesem wundervollen Herbsttag.

Auf dem Weg zum Weiher komme ich an einer Pferdekoppel vorbei. Als ich auf dem Hinweg daran vorbei lief und die Pferde eigentlich nicht beachtete, bemerkte ich plötzlich, dass ein Pferd ganz nahe am Zaun neben mir herlief. Es war der wunderschöne Hengst. Etwas erstaunt registrierte ich das Verhalten und sagte ihm, dass er ein sehr schönes Pferd ist. Später auf dem Rückweg sah ich schon von Weitem, dass er mich bemerkte und mir entgegen lief. Diesmal fotografierte ich ihn. Er blieb nahe am Zaun bei mir stehen und schaute mich mit seinen lieben Augen an. Wieder sprach ich mit ihm und sagte, dass ich mich sehr darüber freue, dass er zu mir kommt. Dann setzte ich meinen Rückweg fort. Als ich mich kurz vor dem Ende der Koppel noch einmal umdrehte, sah ich, dass er hinter mir her lief. Er blieb am Ende der Koppel bei mir stehen. Als ich mich noch einmal von ihm verabschiedet hatte, schaute er mir noch eine Weile nach. Diese Begegnung hat mich heute sehr berührt, für mich ist so etwas nicht selbstverständlich, ich betrachte das als Geschenk!

Das Positive wertschätzen

Wenn ich in der Medienlandschaft unterwegs bin muss ich ganz gut auf mich aufpassen, damit ich nicht von dem allgemeinen Wulst an Negativität und Wehklagen überrollt werde. Natürlich habe ich keine rosarote Brille auf, aber ich bin davon überzeugt, dass es in dieser Zeit ganz besonders wichtig ist, den Blick für das Positive nicht zu verlieren. Wo sollen wir denn die Motivation und Kraft zum Leben hernehmen, wenn wir uns immer wieder auf das konzentrieren, was im Argen liegt? Das gilt natürlich nicht nur für den Blick auf unsere Gesellschaft und Politik, sondern auch für das persönliche Umfeld. Ich weiß wovon ich spreche, denn ich ertappe mich auch oft dabei, mit dem zu hadern, was gerade ist. Wenn es doch nur anders wäre, wenn ich dieses oder Jenes hätte, dann… Kürzlich musste ich mich selbst einmal herzhaft aufrütteln und mir sagen: Hallo, du lebst gerade jetzt, das ist dein Leben, du verplemperst wertvolle Zeit, wenn du immer im Wartemodus bist und diesen Moment nicht auskostest! Deshalb bin ich heute mit meinem Frühstück im Rucksack einfach losgelaufen an einen schönen Platz im Feld und habe ein Picknick gemacht. Ich möchte dankbar dafür sein, dass ich das einfach so machen kann. Kostet ja kein Geld und die Zeit habe ich auch. Wollt ihr mal sehen, wo ich gesessen habe?

So ruhig, nur der Wind, die Vögel und in der Ferne die Kirchenglocken. Einen Hasen habe ich da ich vorbeihoppeln sehen. Nach dem Frühstück wanderte ich noch ein schönes Stückel weiter.

In diesem Jahr fällt mir auf, dass das Bewusstsein für die Natur wieder wächst, es gab rund um unseren Ort mehrer Felder mit Bienenpflanzen und heute als ich das hier sah, hüpfte mein Herz:

Für mich ist der Aufenthalt in der Natur eine unendlich wertvolle Kraftquelle. Ich bin dankbar, dass ich ländlich wohnen darf und nur „ein paar Schritte“ laufen muss um die Landschaft genießen zu können. Die Wegwarten leuchteten heute so schön.

Und die hier wendet sich der Sonne zu, genau wie ich, deshalb schauen wir in die gleiche Richtung.

Das Licht ist immer da, auch wenn manchmal die Wolken davor sind.

Liebe Grüße an euch alle da draußen.

Das Osterlachen

Das Osterlachen

Es war einmal ein sehr sehr kleiner Osterhase. Er war so außergewöhnlich klein, dass er nicht einmal beim Anmalen der Ostereier zu gebrauchen war, denn kein Pinsel passte in seine winzigen Pfoten.Wenn die anderen Osterhasen loszogen um die Eier zu verstecken, musste er zu Hause bleiben, weil er zu schwach war um die Körbe zu tragen.Am Tag vor Ostern holten wie in jedem Jahr in aller Frühe die Hasen die Eier aus dem Hühnerstall damit sie rechtzeitig gekocht waren, denn schließlich brauchten sie genügend Zeit um sie danach anzumalen und in die Körbe zu verteilen.

In diesem Jahr hielt es der kleinste Hase einfach nicht mehr aus und schlich heimlich still und leise hinter den Anderen her und stibitze klammheimlich ein einzelnes Ei. Damit er unentdeckt bliebe, versteckte er sich damit im hohen Gras. Als die Anderen weg waren schleppte er das Ei etappenweise weiter. Er musste immer wieder eine Pause zum Verschnaufen einlegen und so erreichte er schließlich von der Anstrengung schon ziemlich wackelig auf den Beinen die Wiese vor dem Kirchplatz. Dort aber geschah das Missgeschick, denn als er das Ei beherzt ergreifen wollte, um es weiter zu transportieren, kippte er nach hinten und konnte nur noch hilflos zuschauen, wie das Ei auf das Gras kullerte und zerbrach. Der kleine Hase schämte sich so sehr, dass er sich nicht mehr nach Hause traute. Niemand sollte ihn so sehen, denn er war über und über mit Eigelb bekleckert.
Not macht bekanntlich erfinderisch und so setzte er sich in die eine Hälfte der Eierschale und zog die andere Hälfte über seinen winzigen Hasenkopf. So verharrte er und wusste nicht was er nun tun sollte.

Irgendwann musste er vor Erschöpfung eingeschlafen sein und so kam es, dass er am Ostermorgen von einem kleinen Jungen entdeckt wurde, der auf der Suche nach seinem Osternest war. Der kleine Hase bot einen so lustigen Anblick, dass das Kind laut zu lachten begann.
Es kamen nach und nach noch andere Kinder und deren Eltern dazu und sie steckten sich gegenseitig mit ihrem Lachen an

Ein Pfarrer, der unterwegs zur Kirche war, wurde von dem Anblick ebenfalls dermaßen erheitert, dass er das Schmunzeln nicht aus seinem Gesicht bekam.
Selbst als er schließlich zur Kanzel ging um die Osterpredigt zu halten, war es ihm unmöglich ernst zu bleiben und so erzählte er den Gläubigen, von der Begegnung mit dem kleinen Hasen. Bald wurde auch die Kirche mit einem freudigen Lachen erfüllt.
Als die Menschen sich am Ausgang der Kirche vom Pfarrer verabschiedeten, sagten sie, das sie noch niemals zuvor in der Kirche so viel Freude empfunden hatten.
Diese Äußerungen wiederum stimmten den Pfarrer sehr nachdenklich.
Ihm wurde bewusst, dass das Evangelium, welches zu verkünden seine Aufgabe war, seinem Namen „ Die Frohe Botschaft“ bisher wohl keine Ehre gemacht hatte.
Er fragte sich, ob es nicht eigentlich selbstverständlich sein müsse, dass die Menschen die Kirche nach jedem Gottesdienst froher verlassen müssten, als sie gekommen seien?
Ihm war klar, dass es nicht in seiner Macht stand weitreichende Änderungen in die Wege zu leiten, er war schließlich nicht der Papst, aber er beschloss von nun an wenigstens zu jedem Osterfest eine heitere Geschichte von der Kanzel herab zu erzählen.
Es dauerte gar nicht allzu lange bis sich das herum gesprochen hatte und erstaunlicherweise sogar von der Obrigkeit geduldet und als allgemeiner Brauch unter der Bezeichnung „Osterlachen“ eine lange Zeit über gepflegt wurde.


Das Osterlachen gab es tatsächlich in früheren Zeiten und erwacht hoffentlich in heutiger Zeit immer mehr zu neuem Leben.

Ich wünsche euch in diesem Sinne ein freudiges Osterfest.






Lichterzauber

Am vergangenen Wochenende habe ich mit meinem Mann einen Ausflug in den Luisenpark gemacht, es gab eine ganz besondere Veranstaltung: „Winterlichter“. Ab 18 Uhr ist ein Teil des Parks in zauberhaftes Licht getaucht. Da erscheinen die Bäume in leuchtend bunten Kleidern, allerhand Lichtspiele , Projektionen und beleuchtete Figuren entführen die Besucher in eine magische Lichtzauberwelt. Ich nehm euch mal ein Stückelmit, schaut in der Galerie. Die Bilder lassen sich durch Anklicken größer darstellen.


Ich hoffe ihr habt alle den Weg mit mir wieder hinaus gefunden! :-O


Botschaft

Gestern und heute zeigte sich endlich das Wetter von seiner besten Seite. Januartage wie aus dem Bilderbuch: Strahlender Sonnenschein mit angenehm klarer kalter Luft, die für mich belebend und wohltuend wirkt.

Heute ist ein besonderer Jahrestag, vor einem Jahr haben wir von Priska Abschied genommen und sie über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Es war eine unendlich schwere und schmerzvolle Entscheidung, die bisher schwerste meines Lebens. Ich habe unzählige Tränen vergossen im Laufe des letzten Jahres. Nun ist das sogenannte Trauerjahr vorüber und obwohl es sich nicht in jedem Fall exakt auf eine gewisse Zeitspanne festmachen lässt, für mich scheint es zu passen. Ich hatte für heute eigentlich mit verstärkter Trauer gerechnet und stattdessen fühle ich mich mit einem Gefühl von Neubeginn und freudiger Leichtigkeit beschenkt.
Christine Kempkes-Clüsserath , die ich durch das „Andere Zeiten Fastenforum“ kennenlernen durfte, hat mir mit ihren Beiträgen auf ihrer Seite bei Facebook „Lebens- und Trauerbegleitung“ und über ihren Youtube Kanal „Dienstags um Acht“, wertvolle Unterstüzung geschenkt, für die ich unendlich dankbar bin. Letzten Dienstag sprach sie in einem Beitrag darüber, dass Verstorbene durch ihr Leben eine Botschaft für uns bereit halten. Wenn wir uns dafür öffnen kann diese Botschaft uns stärkend den Weg weisen. Heute an diesem besonderen Tag spürte ich ganz deutlich, was Priska mir mit auf den Weg geben möchte.

Im Eis fand ich am Wegesrand heute Vormittag ein Eisbild.das diese Botschaft verdeutlicht: Ich sehe eine Frau die mit einem Eimer aus der Quelle des Lebens schöpft.

Neue Aufgaben

Der Mai neigt sich seinem Ende zu. Hier bei uns mutet das Wetter sommerlich an. In mir kribbelt es vor freudiger Aufregung. Es kommt etwas Neues auf mich zu.
Als Priska von uns gegangen war, wusste ich, dass ich mit der nun frei gewordenen Zeit unbedingt etwas Sinnvolles anfangen wollte. Ich bekam dann die Idee, mich ehrenamtlich bei der Offenen Hilfe einzubringen. Die Offene Hilfe ist einTeil der Lebenshilfe die den Freizeitbereich der Menschen mit Einschränkungen begleitet.
Gesagt getan, bewarb ich mich mit einem Angebot zur Klangentspannung und am nächsten Dienstag findet eine Schnupperstunde statt, zu der sich 5 Menschen angemeldet haben. Ich habe bisher im Bereich der Entspannung mit erwachsenen Menschen bei verschiedenen Volkshochschulen gearbeitet.
Dieses Angebot ist völlig anders, ganz neu, es ist ein Experiment, ein Abenteuer. Einen festgelegten Plan zur Gestaltung der Stunde kann ich mir nicht machen, denn der Umgang mit Menschen mit geistigen und körperlichen Einschränkungen verlangt Einfühlungsvermögen und Flexibilität.
Ein bischen was überlegt habe ich mir trotzdem und wir werden sehen…
Eine Phantasiereise soll es sein, die mit den Klängen der Klangschalen begleitet wird.
Das Thema ist ein sonniges Gartenerlebnis.
Dazu habe ich ein Bild gemalt, welches sich jede/r Teilnehmer/in als Erinnerung mitnehmen darf.

Gestern kam dann ein Anruf vom Chef, der mir anbot, meine Arbeitsstundenzahl als Betreuerin im Wohnheim der Lebenshilfe zu erhöhen.
Bisher war es ja nur ein sogenannter Minijob.
Ihr seht, es fügt sich alles zu einem sinnvollen Gesamtbild.
Ich bin dankbar und freue mich.

Herrlich ist es jetzt im Feld spazieren zu gehen. Überall blüht es.
Letzte Woche war ich mal wieder an einem meiner Lieblingsplätze, bei der Schaukelbank.

Von dort hat man einen schönen Ausblick auf ein kleines Biotop mit Benjeshecke und Insektenhotel. Ein Ort um die „Seele baumeln zu lassen“.

Euch allen wünsche ich ein entspanntes Wochenende.
Für mich diesmal arbeitsfrei und deshalb ebenfalls mit viel Zeit zur Entspannung.

Fotografenherz

Heute morgen, fuhr ich eine Tochter zur Arbeit.
Sie arbeitet neben dem Studium dort wo ich durch sie mein neues Betätigungsfeld gefunden habe.
Da sie weiter weg wohnt übernachtet sie an diesen Tagen der Einfachheit halber meist bei uns.
Und da war sie wieder da, die missliche Situation, wie schon so oft, wenn ich zum Beispiel gerade auf einer Bundesstraße oder eben an einer anderen Stelle mit dem Auto unterwegs bin, die keine Möglichkeit zum Halt bietet: Ich sehe ein wundervoll bezauberndes Motiv welches mein Fotografenherz höher schlagen lässt und muss es einfach „ziehen lassen“.
Das tut mir weh und  ich bedauere es jedes Mal sehr.
Heute war es ein Sonnenaufgang, ein kräftig orangroter Ball, der genau zwischen einer Baumkrone hing.
Deshalb war die Zeit gekommen mir mithilfe eines Gedichtes  „Luft zu machen“.

Fotografenherz
Wo ich gehe wo ich stehe,
ob ich laufe oder fahre,
überall, das ist kein Scherz
begleitet mich mein Fotografenherz.

Ach,  es ist ein groß Verdruss
wenn ich Auto fahren muss
ohne Möglichkeit zum Halt
dann ereilt mich Leiden bald
weil gerade immer dann
wenn ich nicht fotografieren kann,
wenn die Hände mir gebunden,
schlägt es gar zu tiefe Wunden,
denn von überall ringsumher,
und das tut weh gar umso mehr,
springen mich Motive an
von denen nie eins wiederkam.

Ich lege mir ein Album an
das keiner jemals sehen kann,
abgestellt in der hintersten Kammer
des Fotografenherzes,
welch ein Jammer.

So, das musste einfach mal  raus! :-0

Tatsächlich habe ich dann heute doch noch Trost gefunden, denn ich war bei bestem Frühlingswetter mit meiner Tochter im nahegelegenen Wildpark und konnte nach Lust und Laune fotografieren.
Ich werde euch noch mehr Bilder zeigen, heute nur zum Schluss ein kleines Schmankerl:


Fütterung der Wildpferde

Heute mal ganz anders

Einen Tag für ganz für mich, mit einer ausgewogenen Mischung aus Fitness und Wellness hatte ich mir heute verordnet, und den bekam ich auch, nur ganz anders als geplant.
Mindestens zehntausend Schritte (nö ich besitze keinen Schrittzähler, ist nur so ein Synonym für ambitionierte sportliche Betätigung) wollte ich laufen und mir danach noch ein Wellnesserlebnis in der Sauna gönnen.
Dann fand ich alles was mein Herz begehrte nach vermutlich nur schlappen 1500 Schritten. So kann es gehen, wenn man ganz spontan einen anderen Weg einschlägt, am murmelnden Bächlein entlang, mit zwei kleinen Schneeglöckcheninseln, die aussahen, als ob der Herr Frühling sie selbst mit beschwingtem Pinsel hingetupft hatte  und begleitet vom munteren Zwitschern der Vögel, die offensichtlich genauso begeistert wie ich den ersten Frühlingstag genießen wollten.

Nur wenige Schritte später lockte mich am Feldrand sogar eine Bank aus gesägten Holzstämmen und es kam mir vor, als ob sie extra für mich dort liegen gelassen wurden. Auch gut, das ist Fitness für die Seele, dachte ich mir und ließ mich nur zu gerne vom schmunzelnden Gesicht der Sonne einladen, mich hier niederzulassen und ihre zarte Wärme zu genießen.

Während ich genüsslich mein Gesicht in ihren Strahlen badete, kam mir in den Sinn, dass ich mir heute die Saunakosten ersparen könnte, denn das hier war doch wohl Wellness in Perfektion und dazu noch gratis. Ich verweilte also anstatt zu trimmen und dachte mit Genugtuung an die anderen Saunagäste, die sich mühsam einen Platz auf der Liege erkämpfen mussten, weil ganz nach deutscher Marnier, die Plätze von denen die zuerst kamen mit Handtuch und Decke belegt wurden, so dass für alle Nachzügler ein freier Platz fast wie der Gewinn in einer Lotterie anmutete. Angesichts dieser Erinnerung nahm ich mitleidig lächelnd die nur um wenige Grade niedrigeren Temperaturen in Kauf. Ich bin ja schließlich genügsam, es muss ja nicht immer um die 100 Grad sein, auch ohne zu schwitzen kann der Körper entspannen, dachte ich bei mir.

Zum ersten Mal in diesem Jahr zog mir die Sonne meine Jacke aus und malte für mich mit den Ästen auf dem Baumstamm der neben mir lag ein zartes Schattenmuster.

Lustige Schäfchenwolken schmückten den perfekt blauen Himmel und das beruhigende Gluggern des Bächleins hinter mir bereitete mir ein Fest für die Sinne.
Hier ein kleines Video.
Irgendwann machte ich mich fast beflügelt auf den Rückweg und war vollkommen zufrieden mit mir und der Welt. Als ich schon fast zu Hause war, wurde ich jäh aus meinen beseelten Träumen gerissen, denn ich bemerkte, dass meine Kamera fehlte. Schnell wurde mir klar, dass ich sie in einem Zuge mit meiner Jacke am Baumstamm abgelegt hatte.
Nun kam ich also doch noch so richtig in Schwung, denn ich lief flotten Schrittes in gutem Walkingtempo zurück zum dem Ort an dem ich mich ganz dem Naturerlebnis hingegeben hatte.
Was soll ich sagen, diese fast perfekt anmutende Achtsamkeitsübung hatte ihre kleinen Tücken, denn ich wurde ausgerechnet von ihr dazu verleitet ganz unachtsam meine Kamera zu vergessen.
Nun ja wer will schon vollkommen sein, ist doch langweilig, oder?

Ich kam nun also doch noch, auch ganz ohne Sauna, ordentlich ins Schwitzen und glücklich trug ich meine wiedergefundene Kamera im sportlichen Schritt nach Hause, denn wenn man einmal in Schwung ist, geht es beinahe wie von selbst. So kam es, dass ich sie doch noch erreichte, die ausgewogene Fitness-Wellness Balance.

Wolkenfenster und ein neuer Rahmen

Als ich heute im Wohnzimmer in meinem Sessel saß und aus dem Fenster schaute, blieb mein Blick an den vorbeiziehenden Wolken hängen, schon als Kind habe ich das sehr gerne getan, im Sommer auf dem Rücken in der Wiese liegend.
Diese Beschäftigung empfinde ich als total entspannend. Dieses Wolkenspiel ist für mich ein Sinnbild des Lebens. Das Leben ist ja auch ein stetiger Wandel, was manchmal sehr tröstlich sein kann, manchmal auch sehr schmerzlich, je nach Situation und Blickwinkel.

Heute habe ich diesen Anblick dazu genutzt, mich im Annehmen oder Loslassen zu üben, je nachdem wie man es betrachten will. Schon seltsam, dass zwei auf den ersten Blick total gegensätzliche Begriffe ein und den selben Prozess beschreiben können.
Bei mir ist es der Trauerprozess.
„Lolassen bedeutet nicht Loswerden“, das habe ich im letzten Jahr einmal irgendwo gelesen und es hat mir sehr geholfen, den Prozess des Loslassen besser zu verstehen und auch leichter in mein Leben zu integrieren. Bis dato hatte ich immer Probleme, wenn jemand sagte: “ Das musst du annehmen!“  In mir rebellierte es dann.
„Ich will das doch nicht annemen, ich will das doch so gar nicht wie das ist.“
Diese Aussage die ich las, machte mir deutlich, dass es notwendig ( im wahrsten Sinne des Wortes –  Not-wendig) ist, das Unabänderliche anzunehmen, d,h, mich gegen die unangenehmen Gefühle, mich gegen den Schmerz der Trauer nicht zur  Wehr zu setzten sondern ihn zuzulassen.“ Durch die Trauer hindurch gehen“ ist wahrscheinlich eine gute Beschreibung, es heißt ja auch: „da muss ich jetzt durch“.
Das gilt ja keineswegs nur für Trauersituationen, es gibt ja immer wieder im Leben Gegebenheiten, die wir als lästig, unpassend, hinderlich usw, erleben.
Sicher, nicht immer ist dann das Hinnehmen die beste Lösung! Es gilt herauszufinden, ob es gut und möglich ist, an der betreffenden Situation etwas aktiv zu verändern.
Aber wenn wir uns dazu nicht in der Lage sehen, dann ist es hilfreich, sie anzunehmen.
Jetzt aber genug der Philosophie!

Ich möchte noch einen ganz praktischen Tip weitergeben, der eigentlich wie ich gerade bemerke, die praktische Umsetzung des oben Beschriebenen ist, was die Gegebenheiten betrifft, die man ändern kann!
Ich bekam gestern ein kleines Bild geschenkt, das eine Freundin für mich bei einer Ausstellung gekauft hatte und dann selber eingerahmt hatte. Das Bild gefällt mir sehr gut, aber die Einrahmung dazu gefiel mir gar nicht.
Der Hintergrund war leuchtend orange und der Rahmen glänzend silbern.
Früher hätte ich dann das Bild irgendwo so wie es war im Schrank verschwinden lassen, um es irgendwann zu entsorgen.
Heute dachte ich, nein, ich kann es doch verändern!
Dann nahm ich es aus dem Rahmen, malte den Rahmen mit Acrylfarben an und es kam dann auf einen für mich farbig passenden Hintergrund.
Ist ja alles Geschmacksache!
So sieht es jetzt aus:
Und das Schöne ist, ich habe es meiner Freundin geschrieben und ihr dieses Foto auch geschickt, weil ich beschlossen hatte, ehrlich zu sein und dachte, es ist besser ich lasse sie es sofort wissen, bevor sie es irgendwann in unserer Wohnung entdeckt.
Sie hat sehr positiv darauf reagiert. Sie freute sich, dass ich soviel Freude an dem Bild habe und wir haben beschlossen im Frühjahr einmal die Ausstellung des Künstlers zu besuchen, der ganz in ihrer Nähe wohnt.
Euch allen einen schönen Montag Abend.