Warum mache ich das eigentlich

In der letzten Zeit habe ich mir des Öfteren Gedanken darüber gemacht, warum ich eigentlich Zeit investiere zum Bloggen. Was ist für mich die Motivation?
Da ich auch auf Facebook und Instagramm unterwegs bin werde ich ständig mit den Like Buttons konfrontiert. Klar, auf Facebook oder Instagramm benutze ich sie auch. Aber das hat für mich einen anderen „Charakter“, da ist die Reichweite viel größer. Es gibt massenhaft Informationen auf unzähligen Seiten und von den sogenannten Freunden werden doch meist eher kurze Statements abgegeben, oder mal ein Foto eingestellt.
Bloggen ist für mich anders, irgendwie als wenn ich die Tür zu „mein Wohnzimmer“ noch ein Stückchen weiter öffnen könnte, so dass dort Platz wird für die Begegnung mit Menschen, die ich sonst nicht treffen, ja noch nicht einmal kennen würde.
Bloggen ist für mich ein wertvoller Austausch, wie eine Gesprächsrunde bei der Erlebnisse Informationen oder Fotos ausgetauscht werden. Natürlich interessiert sich nicht Jeder für alles oder hat zu jedem Thema etwas zu sagen, aber wenn sich immer nur Einzelne und die Selben in das „Gespräch“ einbringen, dann entbehrt es der Lebendigkeit.
Wenn ich in einem Blog lese, dann sehe ich, dass sich der Blogger viel Mühe gegeben hat, um einen schönen Artikel zusammenzustellen.
Nicht zu jedem Artikel habe ich etwas zu sagen, z.B. weil ich mich mit dem betreffenden Thema noch nicht auseinandergesetzt habe oder weil meine Interessen auf einem anderen Gebiet liegen. Aber in den meisten Fällen nehme ich mir gerne die Zeit, ein paar anerkennende Worte zu schreiben, oder auch manchmal nur einen kleinen Gruß zu hinterlassen.
Ich mag nicht einfach nur auf den Knopf drücken (Like Button), quasi ein Häkchen hinter das von mir Gesehene zu machen und dann flott weiter zum nächsten Blog zu „springen“. Sicher, das wäre zeitsparender, also richtig effektiv, denn dann würde ich viel mehr Blogs mit dem gleichen Zeitaufwand schaffen, aber mit dieser Konsumhaltung würde mir schon bald die Freude verloren gehen.
Weniger ist oft viel mehr, finde ich!
Aus diesem Grund ist es für mich gar nicht schlimm, dass sich hier auf meinem Blog keine Like Buttons einrichten lassen, denn wäre es möglich, hätte ich zwar wahrscheinlich eine leise Ahnung davon, ob da Jemand und wer da draußen mitliest, aber trotzdem würde nicht mehr Menschen zu mir „in meinem Wohnzimmer kommen und sich zu mir an den Tisch setzten“.

So, und nun nehme ich euch mit auf meinen Herbstspaziergang, den ich vorgestern gemacht habe. Es war sozusagen ein Goldener Oktobertag der sich in den November verirrt hat. Wahrscheinlich hatte er getrödelt, sich zu lange verweilt mit Nüssen, Kastanien und Äpfeln ernten und in der Sonne sitzen und sich die Nase wärmen lassen; und so hat er dann den Anschluss verpasst und konnte erst vorgestern hier Einzug nehmen.
Seht selbst, welche Geschenke er mitgebracht hatte.

Machts gut, bis demnächst.

 

Grenzenlos

Grenzenlos

Ohne Begrenzungen grenzenlos glücklich?

Das Land der grenzenlosen Möglichkeiten.
Wenn wenn es das wirklich geben würde, wollte ich dort leben?

Während ich nachdenke fällt mir unmittelbar der Wechsel der Jahreszeiten ein.
In diesem Jahr hat es sich zwar geraume Zeit so angefühlt als ob der Sommer nicht enden wolle, aber nun ist er endgültig vorbei!
Es ist keineswegs so, dass ich dem Herbst ausschließlich gute Seiten abgewinnen kann. Die Tatsache, dass das Licht abnimmt und die Welt oft in graues Licht getaucht wird schlägt sich auch bei mir auf die Stimmung nieder, ich werde nachdenklicher, melancholischer, vielleicht sogar empfindsamer. Dennoch möchte ich diese Zeit auf keinen Fall missen, denn ich bin mir sicher, dass mir ohne sie etwas Entscheidendes fehlen würde.Im Herbst, auch gerade im Monat November, der oft als grässlich verschrien ist, habe ich schon unzählige faszinierende Naturstimmungen vorgefunden, die ich versucht habe fotografisch festzuhalten.

Kürzlich habe ich meine Empfindungen bei einem Gespräch über die Jahreszeiten zum Ausdruck gebracht und von den Anderen Beteiligten mehr oder weniger kopfschüttelndes Unverständnis gespürt.
Sie sagten einstimmig, dass sie davon träumen, dauerhaft im Sommer leben zu können, oder allenfalls im Wechsel mit frühlingshafter Witterung.
Warum würde ich mich,falls ich die Wahl hätte, freiwillig dafür entscheiden den Sommer gegen den Herbst und den Herbst gegen den Winter zu tauschen?
Ich glaube, genau deshalb, weil danach wieder der Frühling kommt!
Durch den Wechsel oder die Begrenzung der einzelnen Jahreszeiten erlebe ich ihre Qualität intensiver. Ich koste sie sozusagen aus und vermute, dass ich zum Beispiel das erfrischende Bad in einem See an einem heißen Sommertag oder auch nur ein Fußbad im Schlauchboot(siehe Galerie), niemals so sehr genießen könnte, wenn das alltäglich möglich wäre.

Mir ist das „Spiel der Jahreszeiten „ als Sinnbild des Lebens sehr nah und elementar wichtig!
Das Leben bietet unzählige Begrenzungen die Potential zur Entwicklung bieten.
Manche Begrenzung setzte ich mir selber und kann buchstäblich darüber hinaus wachsen.
Aber da sind auch die Begrenzungen die unumgänglich sind.
Nicht nur die Lebenszeit an sich sondern zum Beispiel auch die Begrenzungen die mir durch meine persönlichen Strukturen gegeben sind. Ich bin nicht grenzenlos begabt, vieles lässt sich lernen, aber bei weitem nicht alles.
Nachdem ich oft mit meinen persönlichen Begrenzungen gehadert habe, weil ich dem Vergleich mit anderen Menschen nicht standhalten konnte („die schafft das doch auch, warum ich nicht?“), weiß ich heute, dass ich durch diese Auseinandersetzung mit mir selber, durch dieses „Zurückgeworfensein“ auf mich mit meinen Begrenzungen, mir selbst näher gekommen bin.
Ich durfte entdecken, was in mir steckt, nämlich all das, was sich im Außen nicht finden lässt.

Nicht die schönste Aussicht

 

Nicht die schönste Aussicht, aber doch auch schön!

Heute Nachmittag bin ich zu Fuß ins Dorf gelaufen, weil ich einige Besorgungen machen und die Zeit gleichzeitig für einen kleinen Spaziergang und zum Kraft und Frischluft tanken nutzen wollte. Auf dem Rückweg setzte ich mich noch ein wenig auf die Bank die am Radweg steht, mit Blick auf die Felder.

Ich überlegte , ob ich ein Foto machen sollte und dachte mir: Naja, das ist ja nicht die schönste Aussicht, das kannst du im Blog nicht zeigen. Dann dachte ich mir: Warum muss denn immer alles „perfekt“ sein, so ist das Leben doch auch nicht.? Und dann dachte ich mir: Ich zeig das jetzt trotzdem, denn es ist doch schön genug! Ich sitze gerne hier und genieße die Ruhe und bin dankbar, dass hier eine Bank zum Verweilen steht.

Auch die Ruhe hier ist nicht „perfekt“, aber doch entspannend genug und andererseits habe ich heute beim „Nur hier sitzen“ (Gudrun ich denke an dich 🙂 ) wieder etwas Interessantes gehört:

Autofahrer die über den Radweg fahren sind Idioten. Das sagte eine Mutter im Vorbeiradeln zu ihrem Kind. Aha so so, wieder etwas dazugelernt. Kann ja niemals schaden!

Und noch etwas: Der Walter macht seine Frau nochmal fertig. Das sagte die ältere Dame zu ihrem Begleiter und ich schließe daraus, dass er Walter heißt und die Beiden verheiratet sind. Manche Frauen haben es wohl nicht so leicht mit ihren Ehemännern.

Der Glitzerstein

Die Sonne schien und in der Ferne hatte sich eine schmale Wolkenreihe wie zu einer Kette am sonst makellos blauen Himmel aufgereiht. Wir hatten uns entschlossen die letzten Stunden unseres Urlaubs vor der Heimreise ganz entspannt am Ufer zu verweilen. Eine wohltuende Ruhe hatte sich über dieses Fleckchen Erde gelegt, so als ob ein vorwitzige Seemöwe sich auf den Uhrzeiger gesetzt und die Zeit ein wenig ausgebremst hätte.

Die Temperaturen und das Licht der Sonne waren fast sommerlich aber doch irgendwie anders. 

Es kam mir vor, als wären wir durch ein Zeitlücke in eine andere Dimension gelangt, irgendwo zwischen „nicht mehr Sommer und noch nicht Herbst“.

Als ich also am Ufer saß und meinen Blick  über die Steine zu meinen Füßen schweifen ließ, fand ich ihn, den Glitzerstein.

Ich entdeckte ihn zwischen all den anderen Steinen, weil sich die Sonne in tausend Pünktchen  auf seiner Oberfläche widerspiegelte.

Ich hob ihn auf und bewegte ihn in meiner Hand. Dabei fiel mir auf, dass der Stein sein Aussehen verändert, je nachdem aus welchem Blickwinkel ich ihn betrachte. 

Einmal völlig unauffällig und wenn ich den Stein dann um ein paar Millimeter drehe, beginnt er zu funkeln als wenn die Sonne ihr Licht in abertausend Lichtspritzern auf die Erde geworfen hätte und einige davon in diesem Stein eingebunden wären.

Ist es nicht auch ganz ähnlich mit meinem Leben, sinnierte ich? Je nachdem aus welchem Blickwinkel ich meine Lebenszeit betrachte, je nachdem wie ich es drehe und wende, kann ich mir die sonnigen Seiten ins Bewusstsein zurückrufen und darin den Segen des Lichts erkennen, der über meinem Lebensweg liegt und auch die dunklen Zeiten überdauert.

Lebensschätze

In der Regel leben wir so, als wäre unsere Zeit unbegrenzt.
Natürlich wissen wir, dass wir sterbliche Wesen sind, aber in unserem Kulturkreis ist der Großteil der Menschen zu wahren Meistern der Verdrängung geworden.
Auch ich zähle mich zu ihnen und das, obwohl mein Leben für mich von Kindheit an immer wieder Lektionen bereit gehalten hat, die mir die Endlichkeit des Lebens vor Augen führte, so zum Beispiel im Alter von 8 Jahren, als ein Freund von mir starb.
Ihr könnt diese Episode in meinem Schreibblog Herzensauge lesen.

Im Hinblick auf die Vergänglichkeit kann sich so manches Problem als weniger bedeutungsvoll herausstellen. Wenn ich in einer belastenden Situation feststecke, kann es durchaus hilfreich sein, mir vorzustellen, wie ich in etwa 2 Jahren wohl rückblickend darüber denke.
Oder wenn mir der heutige Tag scheinbar nur Anlass zu Ärger und mieser Laune gegeben hat, dann kann die Frage, wie ich empfinden würde, wenn ich wüsste, dass es der Letzte wäre alles verändern.
Ich habe mir auf diese Weise schon öfter über die meinen Kreislauf belastende Hitze dieses Sommers hinweg geholfen in dem ich mir vorstellte, dass in wenigen Wochen schon Herbst ist und dann die dunklere Jahreszeit beginnt, in dem ich mich manchmal nach Sonnenlicht sehne.

Ich sitze hier am Notebook und tippe
diese Zeilen und denke daran, wie unermesslich viele Stunden mir das
Leben schon geschenkt hat. Einige, wenige sind mir noch in
Erinnerung, meist solche in denen mich „das Leben auf die ein oder
andere Art durchgerüttelt hat“. Sie haben es geschafft, sich einen
Platz in den ungeschriebenen Memoiren meines Lebens zu ergattern.

Aber was ist mit den Sternstunden meines Lebens, sie sind
anscheinend dazu prädestiniert, ein Schattendasein zu
führen?
Kürzlich habe ich mich dazu entschlossen, mich den
Erinnerungen an meine Kindheit zu widmen. Ich habe mich z.B. gefragt,
welche Bilder auftauchen, wenn ich an meine Kindergartenzeit denke,
wie das Außengelände ausgesehen hat, wie es innen aussah, womit ich
gerne gespielt habe, an welche Erlebnisse im Kindergartenalltag ich
mich erinnere. Auf diese Weise ist schon in kurzer Zeit recht Vieles
wieder ins Bewusstsein gerückt, was lange verborgen war.
Zum
Beispiel fielen mir zwei meiner Lieblingslieder ein, die unsere
Kindergartenschwester mit uns gesungen hat und ich konnte nachspüren,
was ich beim Singen empfunden habe, das war so etwas wie Helle,
Heiterkeit, Geborgenheit, tiefes Vertrauen in das Leben. Mir wurde
bewusst, wie wertvoll und wichtig diese Ordensschwester, die meine
Kindergartengruppe geleitet hat, für mein Leben war. Sie hatte mir
einiges mitzugeben, was mich positiv geprägt hat.
Ich habe eine
Ahnung, dass sich noch ganz viele Lebensschätze entdecken lassen,
wenn ich mich dafür öffne.

Abendgedanken

20.15 Uhr
Ich sitze in unserem Hof.
Es ist wieder Stille eingekehrt, nachdem in den vergangenen Tagen unsere beiden Kinder zu Besuch bei uns waren.
Ein wenig Wehmut schwingt noch in mir nach.
Mein Blick geht nach oben und ich beobachte das Stück Himmel über mir.
Wolken schweben langsam vorrüber.
Schwalben ziehen munter ihre Kreise.
Ein sanfter Wind streichelt mein Gesicht.
Das Leben fließt unablässig weiter, es gibt keinen Halt und kein Zurück, die Wolken zeigen es mir.
Ich lasse es geschehen.
Mir kommt mein derzeitiges Lieblingslied in den Sinn, in dem es heißt:
„… und ich will vertraun wie ein Vogel im Wind, der niemals fürchtet, dass er fällt…“
Ich summe die Melodie leise vor mich hin.
Die Wehmut ist mit den Wolken fortgezogen.
Meine Gedanken die zuvor noch unruhig hin und her geflattert sind, haben sich beruhigt.
Es fühlt sich an, als wenn ich wieder zu mir selbst nach Hause gekommen bin.

Wie gut es mir immer wieder tut, einfach da zu sitzen und die Wolken zu beobachten.
Das ist eines meiner liebsten Entspannungsrituale.
Vor längerer Zeit habe ich eine Bildkarte gestaltet, die zu meinem heutigen Beitrag passt.
Wenn ihr mal „rüberhüpfen“ mögt, in meinen Schreiblog Herzensauge, dann könnt ihr sie sehen.
Alles Liebe für euch, bis bald.

Abschied nehmen

Nachdem ich im Januar von meiner geliebten Hundedame Abschied nehmen musste, ist es jetzt an der Zeit auch den kleinen Garten hinter unserer Scheune loszulassen. Er wird zwecks Wohnbebauung verkauft. Zugegeben, im vergangenen Jahr habe wir uns kaum dort aufgehalten und so verwilderte er zunehmend. Nun sieht es dort hinten so aus.

In den letzten Wochen  habe ich öfter dort gesessen und an die vergangenen Jahre gedacht. Unsere beiden Mädels haben hier viel gespielt, es gab ein Gehege für unsere drei Kaninchen, es stand ein Swimmingpool dort und später ein Trampolin. Priska ist immer mit Vergnügen in den Garten gegangen. Man hat einen schönen Blick auf den Nachbargarten.


Ich höre Kinderlachen und Hundegebell, das leiseste Geräusch aus dem Nachbargarten hatte Priska dazu animiert vehement ihr Revier zu verteidigen. Es war ganz klar, sie war die Chefin im Garten!


Sie liebte es sich hier im Sommer zu sonnen.


Es gab immer etwas zu entdecken.

Und im Herbst bereitete es ihr großes Vergnügen, sich in den Blättern zu wälzen.

Mein Herz ist schwer, während ich diesen Beitrag verfasse, aber es ist auch wieder leicht, weil ich die Lebensfreude spüre, die Priska überall um sich herum versprüht hat.
Ich möchte bewusst Abschied nehmen und den Schmerz nicht verdrängen. Ich bin so unendlich dankbar, dass ich diese süße Maus hier bei mir haben durfte. Sie hat mir so unsagbar viel gegeben. Am Ende bleibt die Liebe!

 

 

 

 

 

Wolkenfenster und ein neuer Rahmen

Als ich heute im Wohnzimmer in meinem Sessel saß und aus dem Fenster schaute, blieb mein Blick an den vorbeiziehenden Wolken hängen, schon als Kind habe ich das sehr gerne getan, im Sommer auf dem Rücken in der Wiese liegend.
Diese Beschäftigung empfinde ich als total entspannend. Dieses Wolkenspiel ist für mich ein Sinnbild des Lebens. Das Leben ist ja auch ein stetiger Wandel, was manchmal sehr tröstlich sein kann, manchmal auch sehr schmerzlich, je nach Situation und Blickwinkel.

Heute habe ich diesen Anblick dazu genutzt, mich im Annehmen oder Loslassen zu üben, je nachdem wie man es betrachten will. Schon seltsam, dass zwei auf den ersten Blick total gegensätzliche Begriffe ein und den selben Prozess beschreiben können.
Bei mir ist es der Trauerprozess.
„Lolassen bedeutet nicht Loswerden“, das habe ich im letzten Jahr einmal irgendwo gelesen und es hat mir sehr geholfen, den Prozess des Loslassen besser zu verstehen und auch leichter in mein Leben zu integrieren. Bis dato hatte ich immer Probleme, wenn jemand sagte: “ Das musst du annehmen!“  In mir rebellierte es dann.
„Ich will das doch nicht annemen, ich will das doch so gar nicht wie das ist.“
Diese Aussage die ich las, machte mir deutlich, dass es notwendig ( im wahrsten Sinne des Wortes –  Not-wendig) ist, das Unabänderliche anzunehmen, d,h, mich gegen die unangenehmen Gefühle, mich gegen den Schmerz der Trauer nicht zur  Wehr zu setzten sondern ihn zuzulassen.“ Durch die Trauer hindurch gehen“ ist wahrscheinlich eine gute Beschreibung, es heißt ja auch: „da muss ich jetzt durch“.
Das gilt ja keineswegs nur für Trauersituationen, es gibt ja immer wieder im Leben Gegebenheiten, die wir als lästig, unpassend, hinderlich usw, erleben.
Sicher, nicht immer ist dann das Hinnehmen die beste Lösung! Es gilt herauszufinden, ob es gut und möglich ist, an der betreffenden Situation etwas aktiv zu verändern.
Aber wenn wir uns dazu nicht in der Lage sehen, dann ist es hilfreich, sie anzunehmen.
Jetzt aber genug der Philosophie!

Ich möchte noch einen ganz praktischen Tip weitergeben, der eigentlich wie ich gerade bemerke, die praktische Umsetzung des oben Beschriebenen ist, was die Gegebenheiten betrifft, die man ändern kann!
Ich bekam gestern ein kleines Bild geschenkt, das eine Freundin für mich bei einer Ausstellung gekauft hatte und dann selber eingerahmt hatte. Das Bild gefällt mir sehr gut, aber die Einrahmung dazu gefiel mir gar nicht.
Der Hintergrund war leuchtend orange und der Rahmen glänzend silbern.
Früher hätte ich dann das Bild irgendwo so wie es war im Schrank verschwinden lassen, um es irgendwann zu entsorgen.
Heute dachte ich, nein, ich kann es doch verändern!
Dann nahm ich es aus dem Rahmen, malte den Rahmen mit Acrylfarben an und es kam dann auf einen für mich farbig passenden Hintergrund.
Ist ja alles Geschmacksache!
So sieht es jetzt aus:
Und das Schöne ist, ich habe es meiner Freundin geschrieben und ihr dieses Foto auch geschickt, weil ich beschlossen hatte, ehrlich zu sein und dachte, es ist besser ich lasse sie es sofort wissen, bevor sie es irgendwann in unserer Wohnung entdeckt.
Sie hat sehr positiv darauf reagiert. Sie freute sich, dass ich soviel Freude an dem Bild habe und wir haben beschlossen im Frühjahr einmal die Ausstellung des Künstlers zu besuchen, der ganz in ihrer Nähe wohnt.
Euch allen einen schönen Montag Abend.

 

Die Dankbarkeit ist größer

Die Dankbarkeit ist größer als die Trauer!

In den letzten Tagen habe ich meine Festplatte nach den Fotos aus Priskas Leben abgesucht. Es sind so unzählig viele, dass ich noch nicht über das Jahr 2013 hinweg gekommen bin. Beim Anschauen der zahlreichen Fotos und Videos ist mir einmal mehr bewusst geworden, dasss das Leben ganz und gar nicht so „vorbeirast“ wie es mir manchmal im Rückblick schon erschienen ist.
Wir hatten so unzählig viele wunderschöne und unvergessliche Stunden miteinander.
Ein langes und schönes Hundeleben hatte Priska und dafür bin ich sehr sehr dankbar.
Ich habe es mir seit Anfang diesen Jahres zur Gewohnheit gemacht in einem Kalenderbuch stichpunktartig Tag für Tag die Ereignisse festzuhalten, die mir gut getan haben, für die ich dankbar bin.
Ich glaube, dass sich auf diese Weise das Zeitgefühl ändert und ich dem Empfinden, dass die Zeit wie in einem Hochgeschwindigkeitszug vorbeirauscht,entgegenwirken kann. Schaun wir mal?
Durch diese erhöhte Aufmerksamkeit gelingt es mir auch besser  darauf zu achten mir etwas Gutes zu tun. Dazu gehören zum Beispiel die sportliche Betätigung im Fitnesstudio, Saunabesuche, Aufenthalte in der Natur, Lesen, Basteln, Freunde besuchen.
Im Gespräch höre ich im Allgemeinen ganz oft Äußerungen wie: “ Ach dazu fehlt mir die Zeit, der Tag geht immer so schnell herum, ich komme zu nichts.“
Wenn ich mir die Zeit nicht nehme habe ich sie auch nicht!
Prioritäten setzten ist die Devise!
Das habe ich nicht zuletzt durch den so frühen Tod meines Bruders gelernt.
Nachdem er gegangen war, habe ich mich oft bei Entscheidungen gefragt:
Ist dir das wirklich wichtig?

Mein neues Bastelprojekt ist noch in Arbeit. Ich zeig es schon mal sozusagen auf „halbem Wege“:
Lasst es euch gut gehen!

Wolkenlücke

So kann es gehen: Heute Nachmittag schnappte ich mir hochmotiviert von einer großen Wolkenlücke meine Jacke und zog los zur Hunderunde ohne Hund.
Zurück kam ich pitschepatsche nass.
Auf der letzten Wegstrecke, beim Übergang vom Feld zum Ortseingang, traf ich auf einen ebenso nassen älteren Mann mit einem älteren Hund (er war schon grau um die Nase). Der Mann sagte zu mir: “ So ein Sauwetter!“ und wir lachten ein wenig verzweifelt.
Der Hund wechselte sofort die Wegseite und ging ganz eng neben mir her und stupste mich mit seiner Nase dabei an. Ich kraulte ihn ein bischen und freute mich über diesen Vertrauens- und Sympathiebeweis.

Dieses Bild machte ich kurz bevor es wieder anfing zu regnen.
Ich dachte mir, dass man bei dem derzeitigen Wetter ganz schön bescheiden wird und sich doch schon über ein wenig Helligkeit freuen kann.
Irgendwann wird er Einzug halten, der Frühling.
Bis dahin helfe ich mir z.B. mit einem gelben Tulpenstrauß, wie ich ihn mir heute vom
Einkauf mitbrachte.
Ich habe auch schon lustige bunte Vögel für unsere Wohnzimmerfenster gebastelt.

Schaun wir mal, das wird schon.