Chancen sehen und nutzen

Hallo Ihr Lieben,
nun krieche ich heute mal wieder aus meinem Schneckenhaus heraus. Ich habe eine Weile den Schutz um mich herum gebraucht, um nachzuspüren, nachzusinnen, mich zu sammeln, Kraft zu tanken…

Wir alle durchleben eine Zeit voller Herausforderungen.
Ich empfinde es wichtiger denn je, achtsam und spürsam mit mir selbst umzugehen, um meine Verbindung zu den Kraftquellen in mir nicht zu verlieren.

Jede Herausforderung birgt eine Chance in sich, das zeigt mir meine Lebenserfahrung.
Deshalb habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, wenn ich in einer schwierigen Lage bin, mich zu fragen, was ich jetzt daraus lernen kann.

Heute früh las ich auf Facebook in der Gruppe der Nachbarschaftshilfe unserer Verbandsgemeine ein Angebot von einer Lehrerin. Sie bietet aufgrund der vermehrten Schulschließungen kostenlose Nachhilfe und Hilfe zur Prüfungsvorbereitung für Schüler der Abschlussklassen in unserer Verbandsgemeinde an. Sie unterrichtet an einer Schule im benachbarten Bundesland Baden-Württemberg zur Zeit online von zu Hause aus.

Ich bekam eine Gänsehaut und mir wurde schlagartig bewusst, welche Chance sich für jeden Einzelnen in dieser Zeit bietet: Wir dürfen erkennen, dass wir in Wahrheit nicht getrennt voneinander sind, wir bilden eine einzige große Gemeinschaft. Alles was wir tun oder nicht tun hat letztendlich Auswirkungen auf uns alle!

Ich grüße euch alle und wünsche dir und mir, dass wir uns nicht von der Angst gefangen nehmen lassen sondern besonnen aus dem Herzen heraus in Verantwortung für uns und alle handeln.

Rahmen

Seit ich das Fotografieren zu meinem Hobby gemacht habe, sehe ich die Welt um mich herum viel bewusster, vor allem wenn ich in der Natur unterwegs bin. Ich scanne mit meinem Blick die Landschaft ab, so als ob ich einen unsichtbaren Rahmen in den Händen halte für den ich ein passendes Motiv suche. 

Wenn ich mit anderen Menschen unterwegs bin ist mir schon oft aufgefallen, dass unsere Blickwinkel verschieden sind. Was meine Aufmerksamkeit erregt ist für den Anderen unter Umständen nicht interessant und was er anziehend findet entgeht vielleicht meinem Blick. 

Jeder trägt halt seinen eigenen Rahmen mit sich.

Mir ist bewusst geworden, dass mein Erleben ganz maßgeblich mit meiner Wahrnehmung zusammenhängt. Worauf ich meine Aufmerksamkeit richte das „nimmt mich mit in seine Welt“. 

Kennt ihr die Geschichte von Narnia, in der ein Kind in einen Kleiderschrank steigt und durch die Rückwand in eine Parallelwelt gelangt? 

Wenn mein Stimmungsbarometer eher auf dem „absteigenden Ast“ ist, frage ich mich zuweilen, in welche Welt ich abgetaucht bin? Es kann sein, dass ich mich von einem unangenehmen Ereignis in eine wolkenverhangene und sorgenschwere Welt habe entführen lassen.  

Ich sehe das Bild eines Bilderrahmens und stelle mir vor, dass ich jeweils nur einen winzigen Ausschnitt der Welt sehen kann und daher mein Weltbild nicht allgemeingültig ist. Wenn ich versuche meinem Gegenüber mein Erleben zu erklären, dann kann er es nicht unbedingt leicht nachvollziehen, weil er die Welt aus einem anderen Blickwinkel sieht. 

Manchmal treffe ich Menschen, die einen ähnlichen Blickwinkel haben, dann entsteht im Gedankenaustausch ein Gefühl von Zusammengehörigkeit, es fühlt sich ein bisschen wie nach Hause kommen an. 

Aber es kann auch sehr anregend und bereichernd sein mit Menschen zu sprechen die ganz andere Ansichten haben. Dadurch habe ich die Chance meinen Blickwinkel zu verändern. 

Ich finde es ungemein wichtig sowohl mir selbst als auch meinen Mitmenschen zu gestatten „aus dem Rahmen zu fallen“. 

Ich trage die Verantwortung für meine Lebensgestaltung und möchte meinen eigenen Rahmen setzen und sollte meinen Mitmenschen das Gleiche auch zugestehen. 

Wenn wir einander damit nicht schaden, sollten wir uns gegenseitig die Freiheit und das natürliche Recht zugestehen das Leben so zu gestalten wie wir es möchten!

Natürlich passiert es auch mir sehr oft, dass ich in Gedanken mich selbst oder Andere bewerte und maßregele, ich bin ja schließlich nicht perfekt und kann und muss es auch  nicht sein, aber es ist doch schon ein Fortschritt, wenn ich mich hin und wieder an meinen Rahmen erinnere. 

Nun könnt ihr vielleicht verstehen, warum ich so gerne Bilder mit vielen  Rahmen male.

Freundliches Wetter

Gestern lachte die Sonne mit ihrem schönsten Lächeln vom Himmel herunter und offensichtlich bis in die Herzen der Menschen hinein. Ich traf bei meiner Laufrunde am Nachmittag auf lauter freundliche Menschen. Ich registrierte teils erstaunt teils freudig überrascht, dass ich mehrfach, bevor ich meinerseits reagieren konnte, schon von Weitem mit einem „gut gelaunten Hallo“ begrüßt wurde. Das war schon etwas Besonderes.

Das frische Grün fiel mir auf und die zwei geraden Furchen im Acker. Die Philosophin in mir erwachte und ich nahm diese Furchen sinnbildlich als Wege des Lebens war und sinnierte über Lebenswege. Sie verlaufen nur streckenweise gerade. Es gibt viele Kreuzungen und Abzweigungen, vielleicht verläuft der Weg plötzlich im Sand oder wird unwegsam und unbequem oder gar unbegehbar und wir müssen umkehren oder uns einen völlig neuen Weg bahnen. Oft stehen uns mehrere Möglichkeiten zur Auswahl und wir müssen uns entscheiden, ob wir links oder rechts gehen. Manchmal fällt die Entscheidung mit einer inneren Klarheit und Gewissheit, manchmal treffen wir eine Wahl ohne zu wissen, ob nicht der andere Weg „besser“ gewesen wäre. Im Rückblick betrachtet würde ich heute so manches im Leben anders handhaben, aber das kann ich nur aus meinem jetzigen Blickwinkel so sehen, auf meinem Weg habe ich so agiert wie ich es zu dem jeweiligen Zeitpunkt konnte. Es fällt mir nicht leicht, zu akzeptieren, dass ich Fehler gemacht habe, dass ich Menschen verletzt habe oder ihnen nicht das gegeben habe, was sie von mir gebraucht hätten. Ich lerne Stück für Stück meinen Hang zum Perfektionismus loszulassen. „Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden“, ich weiß nicht, von wem dieser Ausspruch stammt, aber er hat sich für mich als wahr herausgestellt.

Der Mond begleitete auch gestern meinen Weg. Ich mag das, wenn Er am strahlend blauem Himmel sichtbar wird. Wahrscheinlich weil ich mich zur Zeit mit der Biographiearbeit beschäftige kommen mir öfter allerlei Begebenheiten aus meiner Kindheit in den Sinn. Der Mond erinnert mich an eines der herausragenden Ereignisse: Die Übertragung der ersten bemannten Mondlandung im Fernsehen. Die ganze Familie war im Wohnzimmer versammelt und es lag eine kribbelige Spannung in der Luft. Ich war zu diesem Zeitpunkt 7 Jahre alt und durfte meine erste Coca Cola trinken, das war eine absolute Ausnahme zur Feier des Tages, sonst gab es dieses Getränk nicht, schon gar nicht für mich als jüngstes Mitglied der Familie. Ich denke, dass die Erinnerungen an die Fernsehübertragung nur deshalb so deutlich erscheinen, weil ich sie später in diversen Dokumentationen noch öfter zu Gesicht bekam. Allerdings war für mich als Kind die immense und nicht vorstellbare Entfernung des Mondes zur Erde schon sehr beeindruckend. Ich schaute auch gerne in den Sternenhimmel, wenn ich Gelegenheit dazu hatte.

Ja und dann gab es gestern noch eine freudige Überraschung, ich sah am Wegesrand die ersten Gänseblümchen. Habt ihr euch früher auch Kränze daraus gebunden und ins Haar gesteckt? Ich habe als Kind auch gerne winzige Blumensträuße daraus gemacht, die fanden dann im Eierbecher ihren Platz. Heute pflücke ich keine Blumen mehr, ich mag sie am liebsten „lebendig“ in der Natur anschauen. So, das war es für dieses Mal, ich habe nun kein Foto mehr für euch.

Bewegung und Ruhe

Heute bin ich nun nach einer Pause mal wieder hier und möchte euch ein paar Zeilen hinterlassen. Dieser erste Monat des neuen Jahres war bis heute sehr bewegt im positiven Sinne, ja ich glaube dieses Wort trifft die Qualität ganz gut. Manchmal ist das bei mir so, wenn ich innerlich bewegt bin, dass ich dann nach außen eher ruhig werde. Ich glaube es liegt daran, dass ich Ruhe brauche, um alles zu verarbeiten. Aber in der Natur ist im Moment ja auch Ruhe eingekehrt und das wirkt sich auch auf mich aus, manchmal brauchen wir Zeit zum Kraftsammeln. In diesemJahr ist es mir wieder so bewusst geworden, als ich die Weihnachtsdekorationen eingepackt hatte, dass ich die nun entstandene Leere im Zimmer so richtig genießen kann. Ich lasse es meist eine ganze Zeit so und es ist für mich wie eine wohltuendes bewusstes Atemholen. Vor ein paar Tagen las ich in unserer Tageszeitung im Regionalteil einen Bericht über zwei Künstlerinnen, die gemeinsam ihre Bilder ausstellen. Eine der Beiden gestaltet auf eine für mich sehr ansprechende Weise ihre Bilder mit so einer Art gemalter Monatscollage, in der sie auf ihre Erlebnisse in dieser Zeit darstellt, jeder Tag hat ein eigenes Kästchen mit gezeichneten Symbolen. Weil mir zur Zeit die Worte fehlen um all das auszudrücken, was ich erlebt habe, habe ich hier auf meinem IPad ganz simpel und ohne künstlerischen Anspruch den bisherigen Monatsverlauf gezeichnet, inspiriert von den beschriebenen Monatscollagen aber in lockerer Form und nicht speziell für jeden Tag ein Kästchen. Es hat Freude gemacht und den Rückblick auf diese Weise empfinde ich als wohltuend.

Ganz liebe Grüße an euch da draußen. Ich möchte heute einmal Danke sagen für jeden lieben Kommentar, den ich hier lesen darf, für mich ein spürbares und wertvolles Zeichen der Verbundenheit mit euch.

Ein König sitzt stolz in seinem Zimmer – oder wie sich Schreibblockaden lösen lassen

„Ein König sitzt stolz in seinem Zimmer, prächtig umhüllt von Schein und Schimmer.“
Was für ein merkwürdiger Satz! Ich habe ihn zusammengesetzt aus lauter Wortplättchen, die ich kürzlich beim Flohmarkt gekauft habe. „Kühlschrankpoesie“ stand auf der Schachtel, die wie ein Schatzkästchen anmutete, gefüllt mit Wörtern auf kleinen magnetischen Plättchen. Ich dachte mir, das sei eventuell ein geeignetes Mittel um meine gelegentlichen Schreibblockaden zu lösen.
Aber was soll man denn bloß mit einem König anfangen, der stolz und selbstzufrieden in seinem Zimmer herum sitzt? Keine Ahnung! Umhüllt von Schein und Schimmer ist er wahrscheinlich unfähig über den Tellerrand seiner pompösen Welt hinaus zu blicken.
Ich bleibe in Gedanken an dem Wort „Tellerrand“ hängen. Jeder hat seinen eigenen Tellerrand. Kürzlich las ich, dass sich jeder mit seinem ureigenen Blickwinkel, der durch die individuellen Erfahrungen geprägt ist, quasi seine eigene Welt erschafft. Wir sehen also demnach nicht die Realität sondern das was wir dafür halten. Dann stellt sich natürlich die Frage, ob es überhaupt eine Realität gibt? Aber das ist wohl ein anderes Thema .
Aber ich kann es nicht ganz von der Hand weisen, denn habe ich doch schon oft erlebt, dass sich miese Laune bereitwillig wie eine Brille auf die Augen setzt und den ganzen Tag in graue Farben hüllt. Eine gleichsam erhellende Wirkung kann ein freudiges Erlebnis erzielen.
Schon erstaunlich, zu welchen Gedankenflügen mich ein selbstgenügsamer König verleitet. Meine Augen wandern wieder über die Metalltafel, die über und über mit Wörtern gefüllt ist. Bei meinem Streifzug sammle ich mir hier und da ein Wort ein, welches mich anzieht und ich forme meine Ausbeute Stück um Stück zu einem Reim:

Zärtlich pflücke tausend Zauber
küsst dein Blick das Himmelslicht
Tropft der Quelle zartes Lächeln
sonnentrunken ins Gesicht

An dieser Stelle passt nun das Foto, welches ich heute Morgen bei meiner Wanderung gemacht habe.

Es war ein sehr guter Morgen, weil ich ohne über die tausend Gründe nachzudenken, die mich hätten davon abhalten können in meine Laufschuhe zu schlüpfen, einfach loslief. Ohne Ziel habe ich mich „gehenlassen“ und bin schließlich nach 7,6 km glücklich und zufrieden wieder zu Hause angekommen.
Nun wünsche ich allen Lesern die bis hierhin durchgehalten haben eine gute Nacht oder je nachdem zu welcher Zeit ihr mich hier besucht einen guten Tag, ganz wie es beliebt! 😉



Teleportation

Ich sitze im Wohnzimmer auf meinem gemütlichen Sessel und schaue hinaus zum Fenster. Vor dem Fenster steht eine Palme auf deren Blättern sich die Sonnenstrahlen spiegeln. Ich genieße diesen Augenblick und das Gefühl, dass die Sonne durch meine Augen Raum in mir nimmt und meine Seele erhellt.

Mit meinen Gedanken wandere ich in meine Kindheit und suche nach Erinnerungen an Momente wie diesen. Meine Liebe und den besonderen Bezug zur Natur kommt mir in den Sinn und ich frage mich woher dieser stammt?

Meine Kindheit verbrachte ich in einem kleinen Dorf. Natur in unmittelbarer Umgebung ließ sich fast ausschließlich in Form von Ackerbau finden.

Ach ja, da gab es diesen kleinen Streifen mit Bäumen am Feldrand.
Ich erinnere mich daran, dass ich mit Freunden dort einmal ein Baumhaus gebaut habe und wenn wir uns dort aufhielten, war es uns völlig egal wie groß die Fläche mit Bäumen war, wir schauten nicht um uns herum sondern befanden uns gegenwärtig am perfekten Ort für unser Spiel. Es gab dort auch eine verfallene Burg die von einem Wassergraben umgeben war. Aufgrund ihrer Baufälligkeit konnte man nicht ganz an sie heran, aber wir bahnten uns einen Weg durch das Gestrüpp und schlichen dort heimlich herum. Das Gelände mutete für mich wie ein kleiner Urwald an. Ich kann heute noch das mulmige Gefühl in der Magengegend spüren, dass von kindlicher Phantasie geschürt wurde: „Was wäre, wenn diese Burg jetzt wo wir gerade so nah heran gekommen sind, plötzlich einstürzt?“

Hinter unserem Haus hatten wir einen kleinen Garten mit einer Wiese auf der eine sogenannte „Wäschespinne“ stand. „Tapsi“, unser Dackel hatte es sich zur Aufgabe gemacht die dort aufgehängte Wäsche mit dem ganzen Ernst und Eifer den seine kleine Hundeseele aufbrachte gegen etwaige Feinde zu verteidigen. Beim kleinsten Rascheln im Nachbargarten wurde er zum gefürchteten Raubtier, er fletschte seine Zähne und bellte was das Zeug hielt. Am Rand der Wiese befanden sich wenige, schmale Gemüsebeete und in einer Ecke stand ein Fliederbaum, dessen lila Blüten einen betörenden Duft verbreiteten. Unser Garten und zuweilen auch der Nachbargarten, der herrlich verwildert war und in den wir heimlich einstiegen um dort den Reiz des Verbotenen auszukosten, gehörten zu meine liebsten Spielplätzen. Seit ich denken kann hielt ich mich sehr gerne draußen auf.

In jugendlichem Alter zog ich mit meinen Eltern in die landschaftlich wunderschöne Vorderpfalz wo ich auch heute noch lebe. Im Vergleich zu dieser Landschaft verschwamm der Ort meiner Kindheit in meiner Erinnerung zu einem unscheinbaren Ort, wie in graue Alltagskleider gehüllt. Aber heute habe ich mich in meiner Gedankenreise zur Kindheit auf wundersame Weise in einem kleinen Paradies wiedergefunden.

Mir wird bewusst, dass mir schon als Kind die Fähigkeit zu eigen war, mich ohne Mühe mit spielerischer Leichtigkeit innerhalb von Sekunden in eine andere Welt zu begeben, wie so oft in Science-Fiktion- Filmen als Teleportation gezeigt. Deshalb war ich weitgehend unabhängig von den Gegebenheiten der Außenwelt, es brauchte nicht viel, nur ein winziger Streifen Natur reichte aus für die Reise in ein wunderbares Abenteuerland.

Eintauchen in den Moment
wie in einen See
auf dem Rücken liegend
mich vom Wasser tragen lassen
eins werden mit den Wolken über mir
und die Welt um mich herum vergessen


Die Schönheit der Vergänglichkeit

Noch ist der Tag frisch, er liegt vor mir wie ein weißes Blatt. Was werde ich darauf schreiben? Welche Worte werde ich wählen?

Noch ist der Tag frisch, er liegt vor mir mit all seinen Ideen. Was werde ich denken? Welchen Gedanken werden mich leiten?

Noch ist der Tag frisch, er liegt vor mir mit all seinen Stunden. Was werde ich tun? Wo führt mein Weg mich heute hin?

Noch ist der Tag frisch, er liegt vor mir mit all seinen Möglichkeiten. Wie wird meine Wahl ausfallen, worauf lenke ich meine Kraft?

Noch ist der Tag frisch, er liegt vor mir mit den ihm eigenen Gegebenheiten. Mal kann ich wählen, mal muss ich hinnehmen. Heute habe ich mich dafür entschieden, die Schönheit in der Vergänglichkeit zu entdecken.

Herbstfreude

Heute Nachmittag hat mich die Herbstsonne, als sie sich schließlich doch noch aus ihrem Versteck getraut hat, hinaus ins Feld gelockt. Eigentlich wollte ich gar nicht mehr hinaus, aber dann war ich richtig froh, dass ich die Gunst der Stunde genutzt hatte. Ein Weilchen habe ich auf einer schönen Bank unter einem Birkenbaum gesessen und habe dem Rasseln und Rauschen der Blätter gelauscht. Ein Gedicht ist entstanden, dass ihr im Blog Herzensauge lesen könnt.


Eine besondere Stimmung liegt über der Landschaft, Abschied liegt in der Luft, aber kein trauriger, sondern einer der von der Vorfreude auf das Wiedersehen erzählt. Vorgestern war ich noch einmal am Weiher und habe auch dort und auf dem Weg das Herbstkleid bestaunt, dass sich über die Natur gelegt hat.

Lebensspuren

Als ich gestern im Feld unterwegs war, fielen mir die vielen Schmetterlinge auf, allesamt von der gleichen Art, ich nehme an es waren Kohlweißlinge. 

Ich staunte nicht schlecht, dass sie noch in so großer Zahl und geschäftig unterwegs waren. 

Ich braucht mehrere Anläufe, bis es mir gelang, einen von ihnen zu fotografieren.

Ein sogenannter „abgeflatterter“ Schmetterling kam mir vor die Linse, das Leben hatte schon deutliche Spuren an seinen Flügeln hinterlassen.

Der Anblick berührt mich in meinem Inneren und ich spüre den Empfindungen nach.

Ich denke darüber nach, welche Spuren das Leben bei mir hinterlassen hat? 

Ich glaube nicht, dass wir als unbeschriebenes Blatt auf diese Welt kommen, aber das ist mein persönlicher Glaube und der ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. 

Ungeachtet dessen kann ich zahlreiche Spuren entdecken, die mein derzeitiges Leben von Kindheit an bis jetzt hinterlassen hat. 

Diese Spuren sind natürlich ähnlich wie bei dem Schmetterling auch äußerlich sichtbar und spürbar. Jedoch bin ich auch innerlich heute eine Andere als die, die vor gut 57 Jahren auf diese Welt kam. 

Manches Blessuren die sich in meine Seele eingegraben haben schmerzen mich noch heute, andere Wunden sind verheilt und nur die Narben sind noch zu erahnen. 

Alles was ich erlebt habe, hat mich zu der gemacht, die ich heute bin. 

Im Laufe der Jahre kann ich immer deutlicher das Lernpotential all dessen was mich geprägt hat erkennen und konnte und kann mich dann auch Stück für Stück mit den Erlebnissen aussöhnen, die mir „die Flügel gestutzt“ haben.

Einfach mal drauflos erzählt

Wenn ich angestrengt nach einem Thema suche, über das es sich nach meiner Meinung hier zu schreiben lohnt, dann entsteht im Kopf nicht selten ein Gedankenknäuel, das sich irgendwann verheddert und meinen Schreibfluss lahm legt. Deshalb habe ich heute beschlossen einfach mal drauf los zu schreiben, mal sehen welche Worte und Sätze sich hier zeigen wollen. „Muss ja nicht immer alles durchgeplant werden, kann ja auch mal spontan sein, oder?“, flötet mein inneres Kind. „Na ja, aber ist das dann auch sinnvoll, will das Einer lesen?“, meldet sich der innere Kritiker zu Wort.
Ach wisst ihr was ihr Beiden, ich lass euch jetzt mal alleine diskutieren und zeige derweil ein paar Fotos die sich auf dem Smartphone in den letzten Wochen angesammelt haben und plaudere ein bissel dazu.


Die beiden Fotos sind bei einem Spaziergang entstanden, den ich mit einer Freundin in den Weinbergen in Neustadt an der Weinstraße gemacht habe, als ich sie kürzlich besuchte. Das erste Foto zeigt im Hintergrund die Kirche von Hambach, ein Stadtteil von Neustadt und auf dem zweiten könnt ihr mit etwas Mühe das Hambacher Schloss erkennen. Ich genieße die Abwechslung, wenn ich mal woanders als im Umkreis unseres Dorfes laufen kann. So bin ich in der letzten Woche an einem Nachmittag spontan an das Rheinufer bei Frankenthal gefahren, dass ist nicht sehr weit weg von meinem Wohnort. Da kann man sowohl ausgiebig laufen, als auch ganz entspannt am Ufer sitzen und die Seele baumeln lassen.

Und wenn man ganz großes Glück hat, dann bekommt man spontanen Besuch von einem schwarzen Pudel im Gegenlicht. Als ich da am Ufer saß hab ich auch mal den Blick nach rückwärts gewendet, denn das lohnt sich tatsächlich manchmal, obwohl ein kluger Spruch besagt, man solle nie zurück sondern immer vorwärts schauen.Also ich habe nämlich im Rückwärtsschauen Blümchen entdeckt, die ich dann fotografisch „gepflückt“ und einem Geburtstagskind per Karte geschickt habe.

Aber auch bei uns in den Feldern rund um das Dorf gibt es immer wieder Neues zu entdecken, schon alleine deshalb, weil die Landschaft sich im Jahreslauf stetig verändert. Bei einem meiner letzten Spatziergänge leuchteten die Getreidefelder so wundervoll golden.

Ganz besonders gerne mag ich solche kleinen Schönheiten, die sich dem Auge des Betrachters nur dann offenbaren, wenn er näher hinschaut. In diesem Sinne wünsche ich euch, dass auch ihr viele kleine Schönheiten entdecken werdet, bis wir uns hier wiederlesen.