Normalität?

Bei all den Forderungen nach Rückkehr in die Normalität frage ich mich, was Normalität bedeutet? Wenn damit der Zustand unserer Welt vor der Coronakrise gemeint ist, dann bin ich mir im Klaren darüber, dass ich das nicht mehr will!

Ich hatte in den vergangenen Wochen genügend Motivation mein bisheriges Leben einmal viel intensiver und aus völlig neuen Blickwinkeln heraus zu reflektieren.
Mir wurden in mancherlei Hinsicht „die Augen geöffnet“.

Ich denke es ist gut, wenn ich meinen Fokus vom „So nicht mehr!“ auf das „Wie möchte ich fortan leben?“ richte.

Da mag schon mancher Pessimist munkeln: „Warte du mal ab, das dauert gar nicht lange und schon sind alle guten Vorsätze vergessen, so ist der Mensch nun einmal. Er ist ein „Gewohnheitstier“ (was für ein seltsamer Ausdruck!) und von Natur aus sich selbst der Nächste! 

Ich möchte mich fokussieren auf das was meiner Seele gut tut, auf die Lichtblicke meines Lebens, denn das gibt mir die Kraft und Zuversicht weiter zu gehen, im Vertrauen darauf, dass jeder Schritt, und sei er noch so klein, mich meinem Ziel näher bringt. 

Ich möchte mutig und geduldig sein, denn es kommt nicht darauf an keine Fehler zu machen! 

Auf was kommt es denn dann an? Allgemeingültig kann ich diese Frage nicht beantworten,  sondern nur für mich selbst.
Mir hilft es sehr, wenn ich meine Erkenntnisse in Gedichtform niederschreibe. Ich habe das bisher in diesem Blog nicht so oft „gezeigt“, es gab dafür meinen Schreibblog Herzensauge. Der ist momentan auch noch online, aber ich tendiere dazu, mich nicht mehr „aufzuteilen“. Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich daran arbeiten möchte, die Berwertungen ( auch über mich selbst ) loszulassen und mich ungefiltert so sein lassen möchte, wie ich bin. Es muss ja nicht jedem gefallen, es muss nicht jeder etwas mit meinem Geschreibles anfangen können. Jeder ist frei, hier im Blog zu lesen, zu überlesen oder auch nicht zu lesen…
Daher heute ein Gedicht, was kürzlich aus meiner Feder geflossen ist und zu meinen heutigen Gedankengängen passt:

das pure leben genügt

dein leben wird 
nicht besser
nicht schöner
nicht sinnvoller
nicht erfüllter
wenn du es
noch so sehr willst

dein leben ist
gut
schön
sinnvoll
erfüllt
wenn du
es nicht mehr willst

das pure leben genügt

Nun grüße ich euch recht herzlich und wünsche euch eine gute Zeit bis zum Wiederlesen.

Rückblick auf den April

Ein neuer Monat ist ins Land gezogen und hat sich mit dem alten die Klinke in die Hand gegeben.
Der April ist vergangen, nicht nur für mich wird er sicher tiefe Spuren in der Erinnerung hinterlassen.
Schon im März wurde uns allen die kollektive Handbremse gezogen, aber im April zeichnete sich immer deutlicher ab, mit welchen Auswirkungen wir uns nun lernen müssen zu arrangieren.

Zunächst fühlte ich mich wie überrollt von einer gewaltigen Flut, die mich hilflos und angsteinflößend in eine Art Starre versetzte. Aber schon bald im April gelang es mir, mich zu lösen und mir einen neuen Weg zu bahnen.

Ich empfand es als großes Glück, dass das Wetter so hell und klar und warm war. Dankbar nutze ich jeden Tag die Gelegenheit, mich in den Feldern rund um meinen Wohnort zu bewegen. Das half mir, mich immer wieder auszubalancieren in einer völlig unerwarteten, unbekannten und verunsichernden Lebenssituation, die gehörig in Schieflage geraten ist.

Mir wurde bewusst, dass es jetzt elementar wichtig ist, mich auf das zu besinnen, was mir gut tut und mich stärkt.
Der Verbindung zur Natur ist für mich schon immer eine der größten Kraftquellen in meinem Leben.

Wenn während der Fahrt zum Einkauf mein Blick auf Hochhäuser an der Straße fällt, macht sich in mir tiefes Mitgefühl breit für die Menschen, die nicht wie ich das Glück haben ländlich zu wohnen und mit ein paar Schritten in den Feldern sind. Ich denke darüber nach, wie es vor allem den Familien mit Kindern ergeht, die den größten Teil des Tages in ihrer engen Wohnung verbringen müssen.

Meine Emotionen und Gedanken habe ich in einem Gedicht zusammengefasst:

Der April 2020

Ganz wie es seinem Naturell entspricht
hielt er sich nicht an Konventionen
sondern zeigte sich im Sommerkleid.
Himmelblau und sonnenhell
lockte er hinaus ins Feld.
Dankbar und beglückt 
tauchte ich ein in die Insel der Stille
und wandelte wie in einer 
unwirklichen Parallel-Welt.
Eine kleine Weile abgeschirmt
und unberührt von dem
was im Außen sein Unwesen treibt 
wurde er mir zum Seelenretter,
legte tröstend ein Pflaster 
auf mein angstvolles Herz.
Mit allen Sinnen trank ich
aus seinem Füllhorn
heilsames Lebenselixier.

Passt gut auf euch auf und bleibt gesund.

Machen wir das Beste daraus

Heute sagte ich zu dem besten aller Ehemänner: „ Wenn ich derzeit so durch die Natur spaziere und diese friedliche Landschaft auf mich wirken lasse, diese Lebenskraft und Fülle, dann komme ich mir vor, als hätte ich eine Parallelwelt betreten“.

Das hier ist der Blick auf das Haardt-Gebirge von unserer Lieblingsbank aus, die (und noch einige andere) mein Mann selbst gebaut hat. Er ist der Bankier des Ortes sozusagen. :-0

Hier seht ihr den Weg wo die Bank steht. Wie gerne sitze ich hier und lasse die Seele baumeln! Kürzlich haben wir einen Rucksack auf unsere kleine Wanderung durch die Felder mitgenommen und hier ein Picknick gemacht. Ja,warum denn nicht, wir machen das Beste aus der derzeitigen Situation und wissen das, was uns das Leben an Schönem bietet, dankbar zu genießen. Es muss ja nicht immer ein Ausflug mit dem Auto zu einem unbekannten und verhältnismäßig weit gelegenen Ausflugsziel sein: Es tut auch die Bank am Ortsrand!

Eigentlich war ich mir schon immer darüber bewusst, wie gut es mit tut, auf dem Land zu wohnen, aber derzeit bekommt das Alles noch einmal einen ganz besonderen Stellenwert. Wir sind mit ein paar Schritten in der Natur und das ist wahrer Seelenbalsam.

Natürlich ist nicht ein Tag wie der Andere, es gibt auch bei mir Höhen und Tiefen und dann schlägt das Stimmungsbarometer auch mal Purzelbäume. So ging es mir kürzlich an meinem Geburtstag, als ich daran dachte, dass eigentlich mein Geburtstagswunsch nach schönem Wetter in Erfüllung gegangen ist, ohne dass ich dieses nun für die geplante Geburtstagsfeier im Hof mit 20 Gästen nutzen konnte. Außerdem fehlten mir insbesondere meine beiden Mädels sehr! Da flossen die Tränen und auch der nächste Tag war noch wie nebelverhangen. Aber das ist doch normal und darf auch so sein, nur nicht verdrängen, einfach rauslassen und sein lassen. Dann verfliegt die Trübsal und es ist wieder Platz für Sonnenschein.

Heute war ein ganz besonders schöner Tag.
Ich hatte in der Nachbarschaftsgruppe auf Facebook gelesen, dass eine Frau aus dem Nachbarort Minze, die sie aus ihrem Garten ausgegraben hat, zum Verschenken vor das Gartentor stellt. Da bin ich hingefahren und habe mir welche geholt. Die werde ich morgen gleich mal einpflanzen. Ein paar Ostereier habe ich gefärbt, dann waren Robert und ich auf unserer Runde. Danach haben wir im Hof gesessen und gelesen, gegrillt und ich bekam die Idee, eine kleine Osterüberraschung für eine liebe Freundin zu basteln. Gesagt, getan. Diese habe ich ihr dann heute Abend heimlich an die Haustüre gehängt.

Der kleine Bach, der durch unsere Felder läuft. Hier hat Priska sehr gerne gebadet.

So, nun grüße ich euch alle und proste euch zu mit meiner Lieblingstasse. Lasst es euch gut gehen und lasst die Osterfreude in euer Herz!

Das ist dein Leben

Zack, da war er da, der besondere Moment, irgendwann Anfang dieser Woche. Ich saß im Wohnzimmer in meinem Sessel und wurde von einem Gedanken sozusagen wachgerüttelt:
“ Beate, das hier ist dein Leben, auch jetzt in dieser herausfordernden Zeit, mitten im Wechselbad der Emotionen, mitten im Kontrollverlust und dem Bedürfnis nach Sicherheit! Das ist dein Leben, genau hier und immer nur jetzt in diesem Augenblick‘!“
Ich hörte dieser inneren Stimme zu, spürte nach und wusste plötzlich, dass ich aus dieser Starre die sich über mich gelegt hatte und die meine Lebenskraft und -freude ausgebremst hatte augenblicklich heraus wollte. Ich dachte mir, wenn ich irgendwann rückschauend mein Leben betrachte, wollte ich nicht auf ein „schwarzes Loch“ , sozusagen eine tote Zeit mitten im Leben blicken.
Nein, ich möchte nicht länger in der Warteschleife verharren, bis diese Krise endlich vorbei ist. Jetzt und nur jetzt findet mein Leben statt und ich werde mich nicht länger ausbremsen lassen sondern mich auf den Weg machen und den Fußspuren des Glücks folgen, es lässt sich jeden Tag finden, es kommt mir auf meinem Weg entgegen!
Ich habe diese Gedanken in Gedichtform verpackt und auf meinem Blog Herzensauge könnt ihr es wenn ihr mögt lesen.
Ich mache mich jetzt gleich mal auf den Weg hinaus in die Sonne und lasse mir die Freude daran nicht mehr verderben, auch wenn mich die Ausweichmanöver zeitweilig stressen. Die Freude wird größer sein!
Ich bin so froh, dass uns hier in dieser Zeit die Sonne so oft verwöhnt hat, ich bin dankbar, dass wir im Hof sitzen können und ich bin froh, dass ich zur Zeit eine sehr kreative Phase erlebe. Ich habe sogar so viele Ideen, dass die Zeit mehr als ausgefüllt ist. Ich bin dankbar, dass es die Möglichkeit gibt per Skype oder Facetime mit Familie und Freunden
zu kommunizieren, das ist ein guter Ersatz für ausbleibende Treffen.

Und dann gibt es ja auch noch ihn: Meinen „Meditations-Guru“, so nenne ich ihn scherzhaft.

Er zeigt mir, dass es unendlich gut tut, immer wieder in die Ruhe und Stille zu gehen ( wie wohltuend ist auch die Stille auf der Straße und am Himmel zur Zeit! ) und einfach nur dazusein!
Liebe Gudrun, ich kann diesen Satz nicht schreiben, ohne an dich zu denken. Du weißt warum! Und ich habe den Wunsch fest in meinem Herzen, dass wir Beide uns in nicht zu ferner Zeit einmal wiedersehen und „einfach nur hier sitzen“! :-0

Euch allen, meine lieben Leser wünsche ich von Herzen:
Lebensmut, Lebensfreude und Lebenskraft. Bleibt gesund und seid behütet.

Chancen sehen und nutzen

Hallo Ihr Lieben,
nun krieche ich heute mal wieder aus meinem Schneckenhaus heraus. Ich habe eine Weile den Schutz um mich herum gebraucht, um nachzuspüren, nachzusinnen, mich zu sammeln, Kraft zu tanken…

Wir alle durchleben eine Zeit voller Herausforderungen.
Ich empfinde es wichtiger denn je, achtsam und spürsam mit mir selbst umzugehen, um meine Verbindung zu den Kraftquellen in mir nicht zu verlieren.

Jede Herausforderung birgt eine Chance in sich, das zeigt mir meine Lebenserfahrung.
Deshalb habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, wenn ich in einer schwierigen Lage bin, mich zu fragen, was ich jetzt daraus lernen kann.

Heute früh las ich auf Facebook in der Gruppe der Nachbarschaftshilfe unserer Verbandsgemeine ein Angebot von einer Lehrerin. Sie bietet aufgrund der vermehrten Schulschließungen kostenlose Nachhilfe und Hilfe zur Prüfungsvorbereitung für Schüler der Abschlussklassen in unserer Verbandsgemeinde an. Sie unterrichtet an einer Schule im benachbarten Bundesland Baden-Württemberg zur Zeit online von zu Hause aus.

Ich bekam eine Gänsehaut und mir wurde schlagartig bewusst, welche Chance sich für jeden Einzelnen in dieser Zeit bietet: Wir dürfen erkennen, dass wir in Wahrheit nicht getrennt voneinander sind, wir bilden eine einzige große Gemeinschaft. Alles was wir tun oder nicht tun hat letztendlich Auswirkungen auf uns alle!

Ich grüße euch alle und wünsche dir und mir, dass wir uns nicht von der Angst gefangen nehmen lassen sondern besonnen aus dem Herzen heraus in Verantwortung für uns und alle handeln.

Rahmen

Seit ich das Fotografieren zu meinem Hobby gemacht habe, sehe ich die Welt um mich herum viel bewusster, vor allem wenn ich in der Natur unterwegs bin. Ich scanne mit meinem Blick die Landschaft ab, so als ob ich einen unsichtbaren Rahmen in den Händen halte für den ich ein passendes Motiv suche. 

Wenn ich mit anderen Menschen unterwegs bin ist mir schon oft aufgefallen, dass unsere Blickwinkel verschieden sind. Was meine Aufmerksamkeit erregt ist für den Anderen unter Umständen nicht interessant und was er anziehend findet entgeht vielleicht meinem Blick. 

Jeder trägt halt seinen eigenen Rahmen mit sich.

Mir ist bewusst geworden, dass mein Erleben ganz maßgeblich mit meiner Wahrnehmung zusammenhängt. Worauf ich meine Aufmerksamkeit richte das „nimmt mich mit in seine Welt“. 

Kennt ihr die Geschichte von Narnia, in der ein Kind in einen Kleiderschrank steigt und durch die Rückwand in eine Parallelwelt gelangt? 

Wenn mein Stimmungsbarometer eher auf dem „absteigenden Ast“ ist, frage ich mich zuweilen, in welche Welt ich abgetaucht bin? Es kann sein, dass ich mich von einem unangenehmen Ereignis in eine wolkenverhangene und sorgenschwere Welt habe entführen lassen.  

Ich sehe das Bild eines Bilderrahmens und stelle mir vor, dass ich jeweils nur einen winzigen Ausschnitt der Welt sehen kann und daher mein Weltbild nicht allgemeingültig ist. Wenn ich versuche meinem Gegenüber mein Erleben zu erklären, dann kann er es nicht unbedingt leicht nachvollziehen, weil er die Welt aus einem anderen Blickwinkel sieht. 

Manchmal treffe ich Menschen, die einen ähnlichen Blickwinkel haben, dann entsteht im Gedankenaustausch ein Gefühl von Zusammengehörigkeit, es fühlt sich ein bisschen wie nach Hause kommen an. 

Aber es kann auch sehr anregend und bereichernd sein mit Menschen zu sprechen die ganz andere Ansichten haben. Dadurch habe ich die Chance meinen Blickwinkel zu verändern. 

Ich finde es ungemein wichtig sowohl mir selbst als auch meinen Mitmenschen zu gestatten „aus dem Rahmen zu fallen“. 

Ich trage die Verantwortung für meine Lebensgestaltung und möchte meinen eigenen Rahmen setzen und sollte meinen Mitmenschen das Gleiche auch zugestehen. 

Wenn wir einander damit nicht schaden, sollten wir uns gegenseitig die Freiheit und das natürliche Recht zugestehen das Leben so zu gestalten wie wir es möchten!

Natürlich passiert es auch mir sehr oft, dass ich in Gedanken mich selbst oder Andere bewerte und maßregele, ich bin ja schließlich nicht perfekt und kann und muss es auch  nicht sein, aber es ist doch schon ein Fortschritt, wenn ich mich hin und wieder an meinen Rahmen erinnere. 

Nun könnt ihr vielleicht verstehen, warum ich so gerne Bilder mit vielen  Rahmen male.

Freundliches Wetter

Gestern lachte die Sonne mit ihrem schönsten Lächeln vom Himmel herunter und offensichtlich bis in die Herzen der Menschen hinein. Ich traf bei meiner Laufrunde am Nachmittag auf lauter freundliche Menschen. Ich registrierte teils erstaunt teils freudig überrascht, dass ich mehrfach, bevor ich meinerseits reagieren konnte, schon von Weitem mit einem „gut gelaunten Hallo“ begrüßt wurde. Das war schon etwas Besonderes.

Das frische Grün fiel mir auf und die zwei geraden Furchen im Acker. Die Philosophin in mir erwachte und ich nahm diese Furchen sinnbildlich als Wege des Lebens war und sinnierte über Lebenswege. Sie verlaufen nur streckenweise gerade. Es gibt viele Kreuzungen und Abzweigungen, vielleicht verläuft der Weg plötzlich im Sand oder wird unwegsam und unbequem oder gar unbegehbar und wir müssen umkehren oder uns einen völlig neuen Weg bahnen. Oft stehen uns mehrere Möglichkeiten zur Auswahl und wir müssen uns entscheiden, ob wir links oder rechts gehen. Manchmal fällt die Entscheidung mit einer inneren Klarheit und Gewissheit, manchmal treffen wir eine Wahl ohne zu wissen, ob nicht der andere Weg „besser“ gewesen wäre. Im Rückblick betrachtet würde ich heute so manches im Leben anders handhaben, aber das kann ich nur aus meinem jetzigen Blickwinkel so sehen, auf meinem Weg habe ich so agiert wie ich es zu dem jeweiligen Zeitpunkt konnte. Es fällt mir nicht leicht, zu akzeptieren, dass ich Fehler gemacht habe, dass ich Menschen verletzt habe oder ihnen nicht das gegeben habe, was sie von mir gebraucht hätten. Ich lerne Stück für Stück meinen Hang zum Perfektionismus loszulassen. „Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden“, ich weiß nicht, von wem dieser Ausspruch stammt, aber er hat sich für mich als wahr herausgestellt.

Der Mond begleitete auch gestern meinen Weg. Ich mag das, wenn Er am strahlend blauem Himmel sichtbar wird. Wahrscheinlich weil ich mich zur Zeit mit der Biographiearbeit beschäftige kommen mir öfter allerlei Begebenheiten aus meiner Kindheit in den Sinn. Der Mond erinnert mich an eines der herausragenden Ereignisse: Die Übertragung der ersten bemannten Mondlandung im Fernsehen. Die ganze Familie war im Wohnzimmer versammelt und es lag eine kribbelige Spannung in der Luft. Ich war zu diesem Zeitpunkt 7 Jahre alt und durfte meine erste Coca Cola trinken, das war eine absolute Ausnahme zur Feier des Tages, sonst gab es dieses Getränk nicht, schon gar nicht für mich als jüngstes Mitglied der Familie. Ich denke, dass die Erinnerungen an die Fernsehübertragung nur deshalb so deutlich erscheinen, weil ich sie später in diversen Dokumentationen noch öfter zu Gesicht bekam. Allerdings war für mich als Kind die immense und nicht vorstellbare Entfernung des Mondes zur Erde schon sehr beeindruckend. Ich schaute auch gerne in den Sternenhimmel, wenn ich Gelegenheit dazu hatte.

Ja und dann gab es gestern noch eine freudige Überraschung, ich sah am Wegesrand die ersten Gänseblümchen. Habt ihr euch früher auch Kränze daraus gebunden und ins Haar gesteckt? Ich habe als Kind auch gerne winzige Blumensträuße daraus gemacht, die fanden dann im Eierbecher ihren Platz. Heute pflücke ich keine Blumen mehr, ich mag sie am liebsten „lebendig“ in der Natur anschauen. So, das war es für dieses Mal, ich habe nun kein Foto mehr für euch.

Bewegung und Ruhe

Heute bin ich nun nach einer Pause mal wieder hier und möchte euch ein paar Zeilen hinterlassen. Dieser erste Monat des neuen Jahres war bis heute sehr bewegt im positiven Sinne, ja ich glaube dieses Wort trifft die Qualität ganz gut. Manchmal ist das bei mir so, wenn ich innerlich bewegt bin, dass ich dann nach außen eher ruhig werde. Ich glaube es liegt daran, dass ich Ruhe brauche, um alles zu verarbeiten. Aber in der Natur ist im Moment ja auch Ruhe eingekehrt und das wirkt sich auch auf mich aus, manchmal brauchen wir Zeit zum Kraftsammeln. In diesemJahr ist es mir wieder so bewusst geworden, als ich die Weihnachtsdekorationen eingepackt hatte, dass ich die nun entstandene Leere im Zimmer so richtig genießen kann. Ich lasse es meist eine ganze Zeit so und es ist für mich wie eine wohltuendes bewusstes Atemholen. Vor ein paar Tagen las ich in unserer Tageszeitung im Regionalteil einen Bericht über zwei Künstlerinnen, die gemeinsam ihre Bilder ausstellen. Eine der Beiden gestaltet auf eine für mich sehr ansprechende Weise ihre Bilder mit so einer Art gemalter Monatscollage, in der sie auf ihre Erlebnisse in dieser Zeit darstellt, jeder Tag hat ein eigenes Kästchen mit gezeichneten Symbolen. Weil mir zur Zeit die Worte fehlen um all das auszudrücken, was ich erlebt habe, habe ich hier auf meinem IPad ganz simpel und ohne künstlerischen Anspruch den bisherigen Monatsverlauf gezeichnet, inspiriert von den beschriebenen Monatscollagen aber in lockerer Form und nicht speziell für jeden Tag ein Kästchen. Es hat Freude gemacht und den Rückblick auf diese Weise empfinde ich als wohltuend.

Ganz liebe Grüße an euch da draußen. Ich möchte heute einmal Danke sagen für jeden lieben Kommentar, den ich hier lesen darf, für mich ein spürbares und wertvolles Zeichen der Verbundenheit mit euch.

Ein König sitzt stolz in seinem Zimmer – oder wie sich Schreibblockaden lösen lassen

„Ein König sitzt stolz in seinem Zimmer, prächtig umhüllt von Schein und Schimmer.“
Was für ein merkwürdiger Satz! Ich habe ihn zusammengesetzt aus lauter Wortplättchen, die ich kürzlich beim Flohmarkt gekauft habe. „Kühlschrankpoesie“ stand auf der Schachtel, die wie ein Schatzkästchen anmutete, gefüllt mit Wörtern auf kleinen magnetischen Plättchen. Ich dachte mir, das sei eventuell ein geeignetes Mittel um meine gelegentlichen Schreibblockaden zu lösen.
Aber was soll man denn bloß mit einem König anfangen, der stolz und selbstzufrieden in seinem Zimmer herum sitzt? Keine Ahnung! Umhüllt von Schein und Schimmer ist er wahrscheinlich unfähig über den Tellerrand seiner pompösen Welt hinaus zu blicken.
Ich bleibe in Gedanken an dem Wort „Tellerrand“ hängen. Jeder hat seinen eigenen Tellerrand. Kürzlich las ich, dass sich jeder mit seinem ureigenen Blickwinkel, der durch die individuellen Erfahrungen geprägt ist, quasi seine eigene Welt erschafft. Wir sehen also demnach nicht die Realität sondern das was wir dafür halten. Dann stellt sich natürlich die Frage, ob es überhaupt eine Realität gibt? Aber das ist wohl ein anderes Thema .
Aber ich kann es nicht ganz von der Hand weisen, denn habe ich doch schon oft erlebt, dass sich miese Laune bereitwillig wie eine Brille auf die Augen setzt und den ganzen Tag in graue Farben hüllt. Eine gleichsam erhellende Wirkung kann ein freudiges Erlebnis erzielen.
Schon erstaunlich, zu welchen Gedankenflügen mich ein selbstgenügsamer König verleitet. Meine Augen wandern wieder über die Metalltafel, die über und über mit Wörtern gefüllt ist. Bei meinem Streifzug sammle ich mir hier und da ein Wort ein, welches mich anzieht und ich forme meine Ausbeute Stück um Stück zu einem Reim:

Zärtlich pflücke tausend Zauber
küsst dein Blick das Himmelslicht
Tropft der Quelle zartes Lächeln
sonnentrunken ins Gesicht

An dieser Stelle passt nun das Foto, welches ich heute Morgen bei meiner Wanderung gemacht habe.

Es war ein sehr guter Morgen, weil ich ohne über die tausend Gründe nachzudenken, die mich hätten davon abhalten können in meine Laufschuhe zu schlüpfen, einfach loslief. Ohne Ziel habe ich mich „gehenlassen“ und bin schließlich nach 7,6 km glücklich und zufrieden wieder zu Hause angekommen.
Nun wünsche ich allen Lesern die bis hierhin durchgehalten haben eine gute Nacht oder je nachdem zu welcher Zeit ihr mich hier besucht einen guten Tag, ganz wie es beliebt! 😉



Teleportation

Ich sitze im Wohnzimmer auf meinem gemütlichen Sessel und schaue hinaus zum Fenster. Vor dem Fenster steht eine Palme auf deren Blättern sich die Sonnenstrahlen spiegeln. Ich genieße diesen Augenblick und das Gefühl, dass die Sonne durch meine Augen Raum in mir nimmt und meine Seele erhellt.

Mit meinen Gedanken wandere ich in meine Kindheit und suche nach Erinnerungen an Momente wie diesen. Meine Liebe und den besonderen Bezug zur Natur kommt mir in den Sinn und ich frage mich woher dieser stammt?

Meine Kindheit verbrachte ich in einem kleinen Dorf. Natur in unmittelbarer Umgebung ließ sich fast ausschließlich in Form von Ackerbau finden.

Ach ja, da gab es diesen kleinen Streifen mit Bäumen am Feldrand.
Ich erinnere mich daran, dass ich mit Freunden dort einmal ein Baumhaus gebaut habe und wenn wir uns dort aufhielten, war es uns völlig egal wie groß die Fläche mit Bäumen war, wir schauten nicht um uns herum sondern befanden uns gegenwärtig am perfekten Ort für unser Spiel. Es gab dort auch eine verfallene Burg die von einem Wassergraben umgeben war. Aufgrund ihrer Baufälligkeit konnte man nicht ganz an sie heran, aber wir bahnten uns einen Weg durch das Gestrüpp und schlichen dort heimlich herum. Das Gelände mutete für mich wie ein kleiner Urwald an. Ich kann heute noch das mulmige Gefühl in der Magengegend spüren, dass von kindlicher Phantasie geschürt wurde: „Was wäre, wenn diese Burg jetzt wo wir gerade so nah heran gekommen sind, plötzlich einstürzt?“

Hinter unserem Haus hatten wir einen kleinen Garten mit einer Wiese auf der eine sogenannte „Wäschespinne“ stand. „Tapsi“, unser Dackel hatte es sich zur Aufgabe gemacht die dort aufgehängte Wäsche mit dem ganzen Ernst und Eifer den seine kleine Hundeseele aufbrachte gegen etwaige Feinde zu verteidigen. Beim kleinsten Rascheln im Nachbargarten wurde er zum gefürchteten Raubtier, er fletschte seine Zähne und bellte was das Zeug hielt. Am Rand der Wiese befanden sich wenige, schmale Gemüsebeete und in einer Ecke stand ein Fliederbaum, dessen lila Blüten einen betörenden Duft verbreiteten. Unser Garten und zuweilen auch der Nachbargarten, der herrlich verwildert war und in den wir heimlich einstiegen um dort den Reiz des Verbotenen auszukosten, gehörten zu meine liebsten Spielplätzen. Seit ich denken kann hielt ich mich sehr gerne draußen auf.

In jugendlichem Alter zog ich mit meinen Eltern in die landschaftlich wunderschöne Vorderpfalz wo ich auch heute noch lebe. Im Vergleich zu dieser Landschaft verschwamm der Ort meiner Kindheit in meiner Erinnerung zu einem unscheinbaren Ort, wie in graue Alltagskleider gehüllt. Aber heute habe ich mich in meiner Gedankenreise zur Kindheit auf wundersame Weise in einem kleinen Paradies wiedergefunden.

Mir wird bewusst, dass mir schon als Kind die Fähigkeit zu eigen war, mich ohne Mühe mit spielerischer Leichtigkeit innerhalb von Sekunden in eine andere Welt zu begeben, wie so oft in Science-Fiktion- Filmen als Teleportation gezeigt. Deshalb war ich weitgehend unabhängig von den Gegebenheiten der Außenwelt, es brauchte nicht viel, nur ein winziger Streifen Natur reichte aus für die Reise in ein wunderbares Abenteuerland.

Eintauchen in den Moment
wie in einen See
auf dem Rücken liegend
mich vom Wasser tragen lassen
eins werden mit den Wolken über mir
und die Welt um mich herum vergessen