Ein König sitzt stolz in seinem Zimmer – oder wie sich Schreibblockaden lösen lassen

„Ein König sitzt stolz in seinem Zimmer, prächtig umhüllt von Schein und Schimmer.“
Was für ein merkwürdiger Satz! Ich habe ihn zusammengesetzt aus lauter Wortplättchen, die ich kürzlich beim Flohmarkt gekauft habe. „Kühlschrankpoesie“ stand auf der Schachtel, die wie ein Schatzkästchen anmutete, gefüllt mit Wörtern auf kleinen magnetischen Plättchen. Ich dachte mir, das sei eventuell ein geeignetes Mittel um meine gelegentlichen Schreibblockaden zu lösen.
Aber was soll man denn bloß mit einem König anfangen, der stolz und selbstzufrieden in seinem Zimmer herum sitzt? Keine Ahnung! Umhüllt von Schein und Schimmer ist er wahrscheinlich unfähig über den Tellerrand seiner pompösen Welt hinaus zu blicken.
Ich bleibe in Gedanken an dem Wort „Tellerrand“ hängen. Jeder hat seinen eigenen Tellerrand. Kürzlich las ich, dass sich jeder mit seinem ureigenen Blickwinkel, der durch die individuellen Erfahrungen geprägt ist, quasi seine eigene Welt erschafft. Wir sehen also demnach nicht die Realität sondern das was wir dafür halten. Dann stellt sich natürlich die Frage, ob es überhaupt eine Realität gibt? Aber das ist wohl ein anderes Thema .
Aber ich kann es nicht ganz von der Hand weisen, denn habe ich doch schon oft erlebt, dass sich miese Laune bereitwillig wie eine Brille auf die Augen setzt und den ganzen Tag in graue Farben hüllt. Eine gleichsam erhellende Wirkung kann ein freudiges Erlebnis erzielen.
Schon erstaunlich, zu welchen Gedankenflügen mich ein selbstgenügsamer König verleitet. Meine Augen wandern wieder über die Metalltafel, die über und über mit Wörtern gefüllt ist. Bei meinem Streifzug sammle ich mir hier und da ein Wort ein, welches mich anzieht und ich forme meine Ausbeute Stück um Stück zu einem Reim:

Zärtlich pflücke tausend Zauber
küsst dein Blick das Himmelslicht
Tropft der Quelle zartes Lächeln
sonnentrunken ins Gesicht

An dieser Stelle passt nun das Foto, welches ich heute Morgen bei meiner Wanderung gemacht habe.

Es war ein sehr guter Morgen, weil ich ohne über die tausend Gründe nachzudenken, die mich hätten davon abhalten können in meine Laufschuhe zu schlüpfen, einfach loslief. Ohne Ziel habe ich mich „gehenlassen“ und bin schließlich nach 7,6 km glücklich und zufrieden wieder zu Hause angekommen.
Nun wünsche ich allen Lesern die bis hierhin durchgehalten haben eine gute Nacht oder je nachdem zu welcher Zeit ihr mich hier besucht einen guten Tag, ganz wie es beliebt! 😉



Teleportation

Ich sitze im Wohnzimmer auf meinem gemütlichen Sessel und schaue hinaus zum Fenster. Vor dem Fenster steht eine Palme auf deren Blättern sich die Sonnenstrahlen spiegeln. Ich genieße diesen Augenblick und das Gefühl, dass die Sonne durch meine Augen Raum in mir nimmt und meine Seele erhellt.

Mit meinen Gedanken wandere ich in meine Kindheit und suche nach Erinnerungen an Momente wie diesen. Meine Liebe und den besonderen Bezug zur Natur kommt mir in den Sinn und ich frage mich woher dieser stammt?

Meine Kindheit verbrachte ich in einem kleinen Dorf. Natur in unmittelbarer Umgebung ließ sich fast ausschließlich in Form von Ackerbau finden.

Ach ja, da gab es diesen kleinen Streifen mit Bäumen am Feldrand.
Ich erinnere mich daran, dass ich mit Freunden dort einmal ein Baumhaus gebaut habe und wenn wir uns dort aufhielten, war es uns völlig egal wie groß die Fläche mit Bäumen war, wir schauten nicht um uns herum sondern befanden uns gegenwärtig am perfekten Ort für unser Spiel. Es gab dort auch eine verfallene Burg die von einem Wassergraben umgeben war. Aufgrund ihrer Baufälligkeit konnte man nicht ganz an sie heran, aber wir bahnten uns einen Weg durch das Gestrüpp und schlichen dort heimlich herum. Das Gelände mutete für mich wie ein kleiner Urwald an. Ich kann heute noch das mulmige Gefühl in der Magengegend spüren, dass von kindlicher Phantasie geschürt wurde: „Was wäre, wenn diese Burg jetzt wo wir gerade so nah heran gekommen sind, plötzlich einstürzt?“

Hinter unserem Haus hatten wir einen kleinen Garten mit einer Wiese auf der eine sogenannte „Wäschespinne“ stand. „Tapsi“, unser Dackel hatte es sich zur Aufgabe gemacht die dort aufgehängte Wäsche mit dem ganzen Ernst und Eifer den seine kleine Hundeseele aufbrachte gegen etwaige Feinde zu verteidigen. Beim kleinsten Rascheln im Nachbargarten wurde er zum gefürchteten Raubtier, er fletschte seine Zähne und bellte was das Zeug hielt. Am Rand der Wiese befanden sich wenige, schmale Gemüsebeete und in einer Ecke stand ein Fliederbaum, dessen lila Blüten einen betörenden Duft verbreiteten. Unser Garten und zuweilen auch der Nachbargarten, der herrlich verwildert war und in den wir heimlich einstiegen um dort den Reiz des Verbotenen auszukosten, gehörten zu meine liebsten Spielplätzen. Seit ich denken kann hielt ich mich sehr gerne draußen auf.

In jugendlichem Alter zog ich mit meinen Eltern in die landschaftlich wunderschöne Vorderpfalz wo ich auch heute noch lebe. Im Vergleich zu dieser Landschaft verschwamm der Ort meiner Kindheit in meiner Erinnerung zu einem unscheinbaren Ort, wie in graue Alltagskleider gehüllt. Aber heute habe ich mich in meiner Gedankenreise zur Kindheit auf wundersame Weise in einem kleinen Paradies wiedergefunden.

Mir wird bewusst, dass mir schon als Kind die Fähigkeit zu eigen war, mich ohne Mühe mit spielerischer Leichtigkeit innerhalb von Sekunden in eine andere Welt zu begeben, wie so oft in Science-Fiktion- Filmen als Teleportation gezeigt. Deshalb war ich weitgehend unabhängig von den Gegebenheiten der Außenwelt, es brauchte nicht viel, nur ein winziger Streifen Natur reichte aus für die Reise in ein wunderbares Abenteuerland.

Eintauchen in den Moment
wie in einen See
auf dem Rücken liegend
mich vom Wasser tragen lassen
eins werden mit den Wolken über mir
und die Welt um mich herum vergessen


Abends im Garten

Vor einigen Tagen bin ich abends nochmal in den Garten gegangen und habe mich dort sehr wohl gefühlt. Es ist dann alles noch viel stiller als am Tag und die äußere Stille legt sich dann wie eine wohlige Decke über mich und lässt mich auch innerlich ruhiger werden.

Hier ist zwar nicht mein Schreibblog aber ich hatte einfach Freude daran, zu den abendlichen Fotos ein kleines Gedicht zu schreiben. 


Die Sträucher und Bäume kommen zur Ruh

Wald und Felder schließen die Augen zu

Ich schaue in ein gähnendes Blumengesicht 

Sogleich steckt´ s mich an und ich wehre mich nicht

Der lauten Welt sag ich jetzt gute Nacht

Von fern hör ich wie der Mond heimlich lacht

Den ganzen Tag hat er davon geträumt

Dass die Sonne ihm endlich seinen Platz frei räumt

Ich lasse mir den Spaß nicht verderben…

… und mache einfach weiter!
Danke für eure Rückmeldungen per Kommentar.
Gestern Nachmittag habe ich zum ersten Mal einen ausgiebigen Herbstspaziergang gemacht. Ich mag diese Stimmung sehr, wie ihr wisst. Ich habe es ja oft genug geschrieben.


Das Licht ist ganz anders als im Sommer, eine gewissen Melancholie und Dramatik liegt in der Luft. Manchmal ist es auch einfach Stille.
Plötzlich sah ich von Weitem, was?

Man erkennt es kaum, weil das was mir ins Auge fiel und der Ackerboden ähnliche Farben haben.
Aber wenn man näher kommt, dann sieht das schon ganz anders aus.

Und noch näher dann so:
Bei diesem Anblick kam mir eine Idee für ein Gedicht in den Sinn.

Von Weitem ist´s ein Hügelchen
Von Nahem ist´s ein Berg
Und wenn man wieder sich entfernt
dann wird der Ries zum Zwerg

Wenn ein Problem im Wege steht
ist riesengroß der Schreck
doch wenn ein Jahr ins Lande geht
scheint´s winzig wie ein Fleck

Also, macht´s gut, bis demnächst mal wieder!

 

Der Segen der Scheune

Holdrio,die Schreibblockade ist überwunden und es fließen die Wörter wieder „aus der Feder“!

Heute hatte der beste Ehemann von allen die rettende Idee: Wir lassen die Hitze ohne Murren ihrer natürlichen Bestimmung nachgehen und haben unsere Zelte in der Scheune aufgeschlagen.

Während ich einfach nur hier sitze und genieße formt sich  ein Gedicht fast wie von selbst.

Der Segen der Scheune

Ach wie glücklich

kann sich schätzen

jener Mensch

dem vor der Hitze

eine Zuflucht 

ist gegeben

Wie bereichert

und begnadet

wie bevorteilt 

ist sein Leben

Während Andere

hilflos darben

darf er gänzlich

ohne Schwitzen

in der kühlen 

Scheune sitzen

Freizeitaktivitäten

Es wird Zeit, mich wieder einmal zu melden um euch zu erzählen, was ich in meiner Freizeit in letzterZeit  gemacht habe.
Kürzlich war ich mit meinem Mann im Museumfür Puppentheaterkultur in Bad Kreuznach.
Ich liebe ja das Puppentheater und nutze jede Gelegenheit, mir Aufführungen solcher Art anzusehen. So war der Rundgang durch das Museum eine wahre Freude für mich.
Es gibt dort unter anderem ganz alte Filme zu sehen in denen man beobachten kann, wie früher die Schausteller ihre Bühnen transportiert und aufgebaut haben.
Man kann auch viel über die Entwicklung des Puppenspieles erfahren.
Welch unterschiedliche Arten von Puppen es dort zu sehen gab hat mich sehr fasziniert.
Schön war auch, dass es öfter Stationen gab, an denen man unterschiedliche Puppen anfassen durfte.

Ich habe das Gestalten mit Draht für mich neu entdeckt.

Das ist mein Erstlingswerk, es hängt am Fenster und ist am Abend bei geschlossenen Fensterläden fotografiert, deshalb die Schatten. Aber ein bissel kann man es erkennen, gell?

Dieses Drahtmandala ist heute Abend entstanden und es wird das Gastgeschenk für eine Freundin, bei der ich morgen zusammen mit einer anderen Freundin zum Mittagessen eingeladen bin.
Gestern Abend war ich bei einem Konzert und als ich meine Freundin abholen wollte und noch etwas auf sie warten musste, bin ich ein bischen auf der Straße hin und her gelaufen. Dabei habe ich das Foto gemacht und dann heute Abend dazu noch ein Gedicht geschrieben:

Als ich gestern so um die Ecke ging
hörte ich ein zaghaftes Bingelingling.
Verwundert und neugierig blieb ich stehen
doch weit und breit konnte ich nicht sehen
woher es kam, dieses leise Gebimmel
über mir sah ich den wolkigen Himmel,
unter mir nur die staubige Straße
doch endlich  vernahm ich am Ende der Gasse
aus einer Ecke in Nachbars Garten
ein Klingeln und Klimpern, ein Läuten und Locken,
es riefen nach dem Frühling die Osterglocken.

 

Bin ich ein FLT?

Diese Frage habe ich mir heute morgen einmal wieder gestellt. Der Impuls kam aus einer Gruppe bei Facebook. Meine Antwort die ich mir dann schließlich selber gab sieht folgendermaßen aus:

Wird dein Rucksack dir zu schwer
Lohnt es sich doch meistens sehr
Eine Pause einzulegen
Und mal näher hinzusehen
Was du alles mit dir schleppst
Möglich dass du dann  entdeckst
Was du dir hast aufgeladen
Musst du gar nicht alles tragen
Denn es kann sehr schnell geschehen
Fremde Lasten trägst du unbesehen
Was zu dir gehört pack ein
Was nicht dein ist lasse sein!

(C) Beate Neufeld

Ihr könnt euch vielleicht denken, was FLT bedeutet? Fremdelastenträger! Mit dieser neuen Wortschöpfung verabschiede ich mich für diese Woche und wünsche euch ein unbeschwertes Wochenende.

 

 

Herzlich Willkommen hier in meinem neuen Blog!

Schön, dass Du den Weg hierher gefunden hast. Ich freue mich sehr über jeden Besuch und jeden Kommentar.
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Schaun wir mal, über was es sich in Zukunft hier zu plaudern lohnt.
Heute war ein recht ausgefüllter Tag. Ich habe ein bischen mit der Bildbearbeitung herumgespielt und dabei ist folgenden Karte entstanden:
Die Welt ist bunt
Außerdem habe ich eine Freundin besucht und es wurde in der Bastelstube schon herumprobiert und getüftelt, denn Weihnachten ist ja nicht mehr allzu weit entfernt. 😉
Nun wünsche ich Euch einen frohen Abend, bis bald.