Abschied nehmen

Nachdem ich im Januar von meiner geliebten Hundedame Abschied nehmen musste, ist es jetzt an der Zeit auch den kleinen Garten hinter unserer Scheune loszulassen. Er wird zwecks Wohnbebauung verkauft. Zugegeben, im vergangenen Jahr habe wir uns kaum dort aufgehalten und so verwilderte er zunehmend. Nun sieht es dort hinten so aus.

In den letzten Wochen  habe ich öfter dort gesessen und an die vergangenen Jahre gedacht. Unsere beiden Mädels haben hier viel gespielt, es gab ein Gehege für unsere drei Kaninchen, es stand ein Swimmingpool dort und später ein Trampolin. Priska ist immer mit Vergnügen in den Garten gegangen. Man hat einen schönen Blick auf den Nachbargarten.


Ich höre Kinderlachen und Hundegebell, das leiseste Geräusch aus dem Nachbargarten hatte Priska dazu animiert vehement ihr Revier zu verteidigen. Es war ganz klar, sie war die Chefin im Garten!


Sie liebte es sich hier im Sommer zu sonnen.


Es gab immer etwas zu entdecken.

Und im Herbst bereitete es ihr großes Vergnügen, sich in den Blättern zu wälzen.

Mein Herz ist schwer, während ich diesen Beitrag verfasse, aber es ist auch wieder leicht, weil ich die Lebensfreude spüre, die Priska überall um sich herum versprüht hat.
Ich möchte bewusst Abschied nehmen und den Schmerz nicht verdrängen. Ich bin so unendlich dankbar, dass ich diese süße Maus hier bei mir haben durfte. Sie hat mir so unsagbar viel gegeben. Am Ende bleibt die Liebe!

 

 

 

 

 

Blockaden auflösen

Weil sich mir mal wieder eine Schreibblockade in den Weg stellen wollte, habe ich nach einem Weg gesucht, diese zu überlisten. Plötzlich kam mir die Idee, von einem Kartenset mit Impulswörtern eine Karte zu ziehen und über diesen Begriff dann etwas zu schreiben.
Ich zog den Begriff Heiterkeit.
Wie kann ich über Heiterkeit schreiben an einem Tag wie heute, der mit so viel Traurigkeit begann? Seit ich von meiner geliebten Priska Abschied nehmen musste, darf ich jeden Tag ein bischen mehr darüber lernen, wie bunt das Leben ist.
Auf dieser Farbpalette finden sich alle Nuancen von strahlendweiß bis tiefschwarz, von sonnengelb bis nachtgrau und erst wenn diese Farben untereinander gemischt werden, entsteht ein lebendiges Bild.
Während mein Herz fast zerreißt, weil dein Platz neben mir leer ist fühle ich mich gleichzeit warm eingehüllt wie in einen Mantel den du mir mit deiner Liebe gewoben hast.
Ja das geht, es ist kein Widerspruch!
Nun war ich so richtig im Schreibfluss und in mir formten sich die Worte zu einem Gedicht.
Das könnt ihr auf meinem Schreibblog Herzensauge lesen.

Abschiedsritual

Heute hat der Tierbestatter die Urne mit Priskas Asche gebracht. Ich habe sie in einen großen Blumentopf in der Erde begraben und ein Topf mit ausgetriebenen Zwiebeln meiner Zweitlieblingsblume, der Osterglocke. als Zeichen des Lebens darauf gestellt. Zwei Herzen aus Bergkristall liegen nun als Grabschmuck darauf.
Im Laufe des Jahres wird  immer mal wieder eine andere blühende Pflanze dort stehen.
Im nächsten Jahr, wenn die Urne zerfallen ist, werde ich diese Erde aus dem Topf in einen größeren Kübel mit frischer Erde dazugeben und eine winterharte Pflanze setzen.
Die Trauer braucht Zeit, es ist ein Auf und Ab, was meine Stimmung bestrifft, aber es geht alles einen guten heilsamen Weg.

Im Schreibblog Herzensauge könnt ihr das Gedicht lesen, welches ich nach dem Abschiedsritual geschrieben habe.

Im Gedenken an G.

Heute hättest du Geburtstag,  wenn. . .
Lange ist es her…
Ich vergesse nie den Moment, als du mir sagtest, dass du ernsthaft krank bist…
„Warum, warum warum…?
Du warst für mich die Verkörperung von Lebenskraft und Lebenslust.
Selbst in dieser schweren Zeit hast du deine Gitarre genommen und für deine Mitpatienten im Krankenhaus gesungen.
Du durfstest dein Kind empfangen, obwohl die Ärzte eine Schwangerschaft für ausgeschlossen hielten.
Ein paar Jahre durftest du ihm Mutter sein.
Genauso bewusst wie du gelebt hast bist du gegangen, du hast deinen Abschiedsgottesdienst selber geplant.
Unser Chor hat dir die Lieder gesungen, die du dir gewünscht hast. Es war fast  wie zuvor, als du noch mitgesungen hast.
Du hast uns einen Abschiedsgruß hinterlassen den dein Mann uns vorgelesen hat.
Nur eine kleine Zeile ist mir davon in Erinnerung geblieben:
„Neues Leben findet sich“.
Das war dein unerschütterlicher Glaube.
Ich bin überzeugt davon, dass du dein neues Leben gefunden hast.
Mein Geburtstag steht nun vor der Tür und wenn es mir bestimmt ist, werde ich ihn in Dankbarkeit feiern.
Es ist nichts mehr selbstverständlich für mich…

03.04.2017