Bin ich ein FLT?

Diese Frage habe ich mir heute morgen einmal wieder gestellt. Der Impuls kam aus einer Gruppe bei Facebook. Meine Antwort die ich mir dann schließlich selber gab sieht folgendermaßen aus:

Wird dein Rucksack dir zu schwer
Lohnt es sich doch meistens sehr
Eine Pause einzulegen
Und mal näher hinzusehen
Was du alles mit dir schleppst
Möglich dass du dann  entdeckst
Was du dir hast aufgeladen
Musst du gar nicht alles tragen
Denn es kann sehr schnell geschehen
Fremde Lasten trägst du unbesehen
Was zu dir gehört pack ein
Was nicht dein ist lasse sein!

(C) Beate Neufeld

Ihr könnt euch vielleicht denken, was FLT bedeutet? Fremdelastenträger! Mit dieser neuen Wortschöpfung verabschiede ich mich für diese Woche und wünsche euch ein unbeschwertes Wochenende.

 

 

Dualität

„WER WEIß WOZU DAS GUT WAR“?
Diesen Satz hatte ich aus dem Mund meiner Mutter schon seit meiner Kindheit oft gehört. Sie sprach ihn aus, wenn etwas geschehen war, was man durchaus als Mißgeschick oder Ungemach bezeichnen konnte.
Sein Sinn und die Wahrheit die dahinter steckt hat sich mir im Laufe des Lebens immer mehr erschlossen. Ich habe erfahren, dass sich vermeintliche Unglücksfälle im Rückblick oft als Chance herausgestellt haben. Chance für einen Lernprozess.
Ebenso gebrauchte meine Mutter zuweilen den Satz:
„ALLES HAT ZWEI SEITEN“.
Diese Aussage passt zum Einen auf die oben beschriebenen Situationen aber die Erfahrung hat mir gezeigt, dass sie auch auf mich selbst passt. Nun ja, evtl. muss ich sie nur ein wenig korrigieren, in dem ich sage: Wenn ich mich auf das Leben in all seiner Tiefe einlasse, dann erkenne ich, dass es durch das Raster der „Schwarz-Weiß-Malerei“ durchfällt. Es zeigt sich in zahlreichen Facetten. Nichts ist nur gut oder nur böse!  „ALLES HAT VIELE SEITEN“ , trifft also besser zu.
Wenn ich wirklich ehrlich zu mir selber bin,  dann erkenne ich, dass mein Wesen sowohl mit altruistischen als auch mit egoistischen Zügen ausgestattet ist.
In meiner Seele wohnen Liebe und Hass nebeneinander, auch wenn es nicht angenehm ist der Realität ins Auge zu sehen, aber so ist es nun mal.
Nur in dem Maße, in dem ich bereit bin, mich selber so anzunehmen wie ich bin, kann ich lernen auch meine Mitmenschen so anzunehmen wie sie sind.
Das ist ein lebenslanger Lernprozess, bei dem es immer wieder Rückschläge zu verzeichnen gibt.  Das darf sein,  denn wenn ich viele Seiten habe, dann muss und kann ich nicht perfekt sein. Ich meine, Perfektionismus würde in diesem Zusammenhang gleichbedeutend mit Stagnation sein.

Dualität

Überall auf der Welt leben Menschen die sich für den Frieden einsetzen.
In jedem Land dieser Erde wohnen Menschen die das Leben schützen.
An jedem Ort auf unserem Planeten existieren Menschen, die Grenzen in ihren Herzen überwinden.

Mörder leben in der Nachbarschaft von Pazifisten.
Attentäter wohnen im selben Haus mit Wohltätern.
Hass und Liebe existieren in deiner Seele nebeneinander  und so bist auch du mal Freund,  mal Feind.

(C)Beate Neufeld

 

Wink des Himmels

„Der Mensch denkt – Gott lenkt“.
Die Stimme meiner Mutter mit diesem Satz begleitet mich seit langer Zeit.
Manchmal um meiner Erfahrung von Fügung und Führung Nachdruck zu verleihen oder als Trost und Aufforderung „die Zügel loszulassen“; ich habe nämlich die Neigung alle Lebenssituationen unter Kontrolle haben zu wollen. Gestern dann hielt ich den Brief einer Freundin  in den Händen, in dem sie von der wundersamen Wende einer bis dahin aussichtlosen Situation erzählte, die sie restlos überfordert hatte.
Nachdem ich das Gelesene auf mich wirken ließ wurde mir bewusst, dass auch ich mich gerade wieder in der Position des Reiters befand, die Zügel fest in der Hand haltend und das „störrische Pferd“ in Form von einer Situation, die mich auszubremsen droht, mit verbissener Miene und verkrampfter Haltung mit aller Gewalt lenken zu wollen, aber wohin bloß?
Beim Lesen wurde mir wieder bewusst, dass ich es doch so oft im Leben schon erfahren habe, dass es für Vieles eine Lösung gibt, und dass die Lösung ganz anders aussieht als ich sie mir je vorstellen konnte.
Also vom hohen Ross absteigen, ich kann und muss nicht alles alleine lösen!
Das bedeutet nicht, dass ich die Verantwortung gänzlich abgebe und „den liebe Gott einen guten Mann“ sein lasse. Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass ich oft den „Wald vor lauter Bäumen nicht sehe“, aber wenn ich die Zügel loslasse und im wilden Trab anhalte, dann kann ich plötzlich erkennen was wirklich zu tun ist.
Nichts desto trotz durfte es auch schon oft so sein, dass die Lösung plötzlich fix und fertig vor der Haustür stand, es gab nichts mehr zu tun, ich durfte nur aufmachen, staunen und dankbar entgegennehmen.
Solche Erfahrungen machen mich demütig und schenken mir die Bestätigungen für meinen Glauben an die liebevollen Segnungen des „Himmels“.

Wie dankbar bin ich für diesen “ Wink des Himmels “ in Form eines Briefes, der mich aufrüttelte und mir Erleichterung brachte: „Es wird schon werden!“

Ich denke, dass auch diejenigen unter euch, die nicht an eine „höhere Macht“ oder etwas Ähnliches glauben, schon die Erfahrungen gemacht haben, dass die Lösung nicht immer von uns selber „gemacht“ werden kann .

Gerade in schwierigen Lebenssituationen ist es sehr hilfreich sich daran zurück zu erinnern. Es macht Mut und stärkt.

 

Ich mach‘ das jetzt, trotzdem!


Vielleicht habt Ihr Euch jetzt erst mal die Stirn in Falten legend etwas verwundert am Kopf gekratzt und gefragt: Was will sie uns nun damit sagen?
Ich habe heute an meine Kindheit zurück gedacht, an eine ganz bestimmte Szene. Ein Onkel war zu Besuch. seines Zeichens ein sehr ambitionierter Hobbymaler. Er schaute mir über die Schulter, als ich entspannt und vergnügt ein Bild zu Papier brachte. Ich war vielleicht 8 Jahre alt. Er mäkelte, weil ich ein Lineal gebrauchte, um ein Haus zu zeichnen.
Ich erinnere mich nicht mehr an die Einzelheiten unsere Gespreäches, aber ich weiß, dass dieses Ereignis mich stark geprägt hat und die Auswirkungen bis vor nicht allzulanger Zeit meine Lust am Zeichnen und Malen blockiert hat. Ich hatte diesen Satz in mir: „Du kannst das nicht…!“
Heute ist es mir egal, ob “ ich das kann oder nicht“, ich tue es einfach für mich, weil ich Freude daran habe und nun geht es mir gut damit.
Es gibt so viele Gründe, die mich daran hindern können, etwas zu tun, was ich gerne mache, wozu ich Lust habe, was mir einfach gut tut. Zum Beispiel die Stimme in meinem Kopf die mir sagt: “ Dazu ist jetzt keine Zeit, es gibt so viel zu tun, du musst erst dies und das tun, das Leben ist doch nicht zum Vergnügen da, erst die Arbeit dann das Spiel…“
Heute gelingt es mir immer öfter, diese Stimme in mir zum Schweigen zu bringen und ich mache dann trotzdem genau das, was mir gerade Freude macht, und die Arbeit ist mir noch niemals davon gelaufen. Sie ist ganz geduldig mit mir und wartet, bis ich Zeit für sie habe.
Ich bin davon überzeugt bin, dass jeder Mensch mindestens eine besondere Begabung hat, die es wert ist entdeckt und gelebt zu werden. Begabungen verstehe ich nicht nur im künstlerischen Sinne, sondern es schließt alles ein, was mir Freude bereitet, was mir leicht fällt, zu dem ich mich hingezogen fühle. Vielleicht entdecke ich, dass ich besonders gerne anderen Menschen zuhöre, und ihnen damit eine Freude bereiten kann. Vielleicht macht es mir Spaß zu basteln und ich verschenke ab und zu eines meiner Werke oder ich spende es für einen Basar. Vielleicht wohnt in mir die Gabe, mich an der Natur zu erfreuen und ich gebe mir selber mindestens zweimal in der Woche eine Stunde Urlaub vom Alltag für eine kleine Wanderung.
Alles was ich in diesem Sinne tue wird nicht nur mir selber dienen, es wird als positive Kraft in die Welt hinaus fließen.
Alle Begabungen die wir “ ins Leben rufen“ werden gute Frucht bringen.
Das ist ganz besonders in dieser Zeit wichtig, in der der Fokus so oft auf allen möglichen negativen Ereignissen in der Welt liegt. Ich möchte mich nicht auslaugen und entkräften lassen, ich möchte Licht, Freude, positive Kraft, Mut und Hoffnung tanken und weiter fließen lassen, ganz natürlich und selbstverständlich, wie der Löwenzahn, der seine Schirmchen weiter fliegen lässt.

 

„Im Auge behalten“. . .

. . . lautet ein Ausspruch. Ich richte meine Aufmerksamkeit auf etwas Bestimmtes und dann „fällt es mir  ins Auge“. Gerade las ich den neuen Blogbeitrag von Ruthie für ihr Projekt:   „I see faces.“ Ich dachte daran, wie lange dieses Projekt schon besteht und staunte, dass immer noch und immer wieder Gesichter gefunden werden. Früher hatte ich auch schon ab und an mitgemacht. Ich dachte, ich sehe nicht oft solche Gesichter. Dann schaute ich mich bewusst in unserer Küche um und: Siehe da, ich erkannte ein Gesicht.

Da dachte ich mir:“ Ist es nicht oft genau so, dass  das was ich erwarte mir bestätigt wird, im Positiven wie im Negativen?“.Ich widme diesen Beitrag also heute dem Projekt von Ruthie.

Wenn der Herbstwind weht

Ich war heute beim Spaziergang unterwegs und es wehte ein ziemlich frischer, stürmischer Herbstwind. Als ich mich dabei ertappte, wie ich den Kopf senkte und das Gesicht verzog und eine gewisse ablehnende Haltung annahm: “ Hu, das ist aber unangenehm kalt heute“, überlegte ich mir, wie ich meine Einstellung zum Positiven wenden könnte.
Ich ging also in eine „Gehmeditation“ über und lies den inneren Widerstand bewusst los und stellte mir vor, wie dieser Wind, der an den Zweigen der Bäume rüttelt und die Blättern wegfegt, meinen Kopf durchweht und alles mitnimmt, was darin an unnötigem Ballast sich festgesetzt hat.
Es dauerte nicht lange bis ich eine Frische und Klarheit wahrnahm, die ich als wohltuend empfand.
Diese Erfahrung kann ich nutzen, um auch in gewissen belastenden Alltagssituation in eine positive Haltung zu kommen, die mein negatives Gedankenkarussell stoppt und ihm eine andere Richtung gibt.
Und dazu ist eine neue Gedichtkarte entstanden, die ich euch in meinem Schreibblog Herzensauge zeige.
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Ich sehe was 6

Ich sehe was-logo

Wie habe ich mich heute morgen gefreut, als ich einen Beitrag von der lieben Bärbel- Minibares zu meinem Projekt in Ihrem Blog sah.
Klickt auf den Namen und Ihr könnt ihn Euch anschauen.
Sie hat das Thema heute wirklich so umgesetzt, wie das Spiel aus meiner Kindheit: Ich sehe was, was du nicht siehst.
Ich habe heute einen Beitrag, der einen etwas subtileren Blickwinkel zeigt.
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Oft inspirieren mich solche Blickwinkel zu Gedichten, wie auch hier:

Engel
Verbindung zwischen Himmel und Erde

Unbegreiflich
und dennoch
bringen sie mir
immer wieder
ein Stück Himmel
zum Greifen nah

Unsichtbar
und dennoch
legen sie
immer wieder
himmlischen Glanz
unübersehbar
mir zu Füßen

Unbeweisbar
und dennoch
wirken ihre Kräfte
immer wieder
himmlische Wunder
unzweifelhaft in mein Leben

(C) Beate Neufeld

P.S.: Ich fr eue mich über jeden Beitrag von Euch zum Projekt.
Bitte den Link zu Eurem Beitrag einfach in den Kommentaren hintzerlassen.

Für Empathie und Toleranz

Ich schreibe heute diesen Artikel als Beitrag zu der Blogparade
„Schreiben gegen Rechts“ von Bunt und Farbenfroh.
Für Empathie und Toleranz
Der Titel dieser Blogparade löst bei mir ein wenig Unbehagen aus, weil ich davon überzeugt bin, dass Gedanken und Worte Wirkung  haben.
Gegen ist demnach ein Wort, dass ich in Verbindung mit Kraftanstrengung zur Abwehr verbinde und ich es so erlebe, dass ich im Kampf gegen etwas,z.B: „Rechts“, den Menschen, die rechts denken und handeln gleichzeitig große Macht einräume.
Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, meine Kraft für etwas einzusetzen.
In diesem Fall für Empathie und Toleranz.
So möchte ich heute schreiben für:

Mitmenschlichkeit
Liebvolles Miteinander
Hilfsbereitschaft
Verantwortungsbewusstsein
Vertrauen
Offenheit
Achtung der Vielfalt und Individualität
Gemeinschaft
Freundschaft
Zuwendung
u.v.m.
Ich bin überzeugt davon, dass Jede und Jeder in seinem Umfeld viel bewirken kann, um diese Werte hochzuhalten und zu stärken.
Hier in unserer Verbandsgemeinde in der ich meinen Wohnsitz habe, erlebe ich eine große Hilfsbereitschaft und Engagement, um den bei uns lebenden Flüchtlingen zu helfen, menschenwürdig zu leben und sich zu integrieren.
Jeder hat die Möglichkeit, sich so wie er kann und möchte einzubringen. Ob es nun das Organisieren und Spenden von Möbeln,Haushaltsgegenständen und Bekleidung ist, das Unterrichten der deutschen Sprache oder das Instandsetzen von Fahrrädern, das Kuchenbacken für das Willkommenskaffee oder das Engagement für die Freizeitgestaltung der neuen Mitbewohner.
Hier „packen Viele gerne mit an“ und das freut mich sehr!
Jedes Engagement für Empathie und Toleranz beeinflusst das Gewicht in der Waagschale in eine bestimmte Richtung auszuschlagen.

Das Leben ist bunt

Ich bin bunt und du bist bunt,
dein Nachbar ist bunt und sogar dein Hund.

Bunt sind meine Gedanken und Taten,
bunt sind meine Erfahrungen und Begabungen.
Niemand sieht die Welt ganz genauso bunt gemustert wie ich.

Bunt sind deine Ansichten und deine Erlebnisse,
du siehst die Welt in deinem ganz individuellen Bunt
und wenn du mir davon erzählst kann ich das Muster nur erahnen.

Ich lasse dir dein Bunt und du lässt mir mein Bunt
und so können wir gemeinsam ein wundervolles Bild malen.
Indem sich unsere Farben vermischen, entsteht ein einzigartiges Muster,
das von der Vielfalt und dem Reichtum des Lebens erzählt.

(C) Beate Neufeld