Farben für die Seele

Versunken in meine Farben sitze ich in meinem Arbeitszimmer, das zur Zeit als Malatelier dient. Pinsel und Stifte tanzen geführt von meiner Hand über das Papier. Draußen ist die Welt schon seit Tagen nass, kalt und grau, ganz anders die Welt auf meinen Bildern: Da entfalten sich die Farben nach Lust und Laune und hinterlassen auch auf meiner Seele bunte Tupfer.

Wenn ich meiner Kreativität erlaube sich frei zu entfalten, bin ich ganz im Hier und Jetzt, da bleibt kein Raum für trübe Gedanken. Das ist für mich die beste Strategie um mir selber positive Kraft zu verschaffen. Und was ist eure Strategie, was tut euch gut und bringt euch in euer Gleichgewicht?

Worauf richte ich meine Aufmerksamkeit?

Der Pessimist findet überall Beweise dafür, dass die Welt schlecht ist und der Optimist lässt sich jeden Tag aufs Neue davon überzeugen, dass der Pessimist auf einem Auge blind ist.

Während meiner Weiterbildung zur Lehrerin für Stressprävention haben wir uns mit diversen Untersuchungen zur sogenannten „Unaufmerksamkeitsblindheit“ beschäftigt. Wer daran Interesse hat, kann hier und hier Informationen dazu finden. Mir ist dieses Thema heute in den Sinn gekommen, als ich den neuen Beitrag von Ruthie anschaute. „I see faces“ gibt es ja nun schon sehr lange Zeit und ich bin immer wieder erstaunt darüber, dass Ruthie immer neue Gesichter entdeckt. Ich habe dann meine Aufmerksamkeit heute mal auf Entdeckungsreise geschickt und ,siehe da, es haben mich gleich zwei Gesichter angeschaut:

Ich habe mir bewusst keine Vorsätze für das neue Jahr gemacht, denn ich glaube daran, dass jeder Tag, jede Minute oder sogar Sekunde die Möglichkeit zum Neubeginn bietet. Nicht erst seit heute anlässlich des Jahreswechsels übe ich mich also in der Gelassenheit. „Die Köllner“ (zu denen ich mich auch zählen darf) drücken es wie folgt aus: „Et ess wie et ess und et kütt wie et kütt“. Will heißen: „ Es ist wie es ist und es kommt wie es kommt.“

Mir ist ein gewisser Hang zur Kontrolle eigen, deshalb stellt mich mein „Naturell“ diesbezüglich immer wieder vor Herausforderungen. Annehmen was ist, bedeutet also auch, sich unangenehmen Gefühlen zu stellen, sich nicht gegen das was nicht zu ändern ist zur Wehr zu setzten und dabei unnötige Energien zu verschwenden.
Aber es soll auch nicht in eine resignierte Passivität oder Opferhaltung münden, daher gilt es zu erkennen wo Potential zur Veränderung ist. Und da sind wir wieder beim Thema „Unaufmerksamkeitsblindheit“. Ich möchte mich ganz bewusst auf die positiven Ereignisse des Lebens fokussieren, denn das weckt ungeahnte Kräfte die sich sinnvoll nutzen lassen, um nicht nur mir selbst das Leben sinnvoller und angenehmer zu gestalten. Ich werde sehen, welche Möglichkeiten sich auftun: Heute, morgen und an jedem neuen Tag.

Zeitsprung

Es war ein Tag der perfekt in das Bilderbuch des Goldenen Oktobers gepasst hätte. Vielleicht hat sich versehentlich eine Seite daraus gelöst und hat sich heute wie selbstverständlich auf das aufgeschlagene Buch des Novembers gelegt. Wir sind an den Rhein gefahren und insgesamt knapp 6 km gelaufen. Nach den vergangenen eher trüben Tagen tat es so gut die Sonne zu tanken.

Reich beschenkt und mit viel Sonne im Herzen lassen wir diesen Tag ausklingen. Liebe Grüße an euch alle. Was habt ihr heute gemacht?

Farben für die Seele

Wenn es draußen immer früher dunkel wird und die Natur sich langsam zurück zieht, dann genieße ich diese besondere Stimmung. Heute als wir am späten Vormittag im Auto unterwegs waren, wanderte mein Blick über das Haardt-Gebirge, über dem die Regenwolken beinah wie eine dicke flauschige Decke hingen. Die Weinfelder zeigen noch die schönen warmen Herbstfarben in Gelb, Orange, Rot und Braun mit wenigen grünen Tupfen. Ich mag es, wenn der Nebel über die Landschaft zieht und ihr eine mystische Stimmung verleiht. Ich habe davon leider kein Foto für euch (warum denke ich jetzt bloß an Heidi Klum?) Aber auch mich überfällt manchmal eine Art Herbstblues und dann „male ich mir die Seele wieder bunt“.

Abends leuchten meine Teelichter oder Kerzen und auch der Tee schmeckt wieder so richtig gut! Am Feiertag habe ich mich mit zwei Freundinnen getroffen. Eine der Beiden hatte uns zum späten Frühstück eingeladen und wir hatten eine so schöne Zeit miteinander. Wisst ihr was, ich habe die Gelegenheit beim Schopf gepackt oder besser gesagt, den einen Hund auf den Schoß) gepackt. Auch das war ein wunderbares Gefühl, das meine Seele gestreichelt hat. Ich habe dieses Gefühl eines warmen, weichen Hundekörpers so nah bei mir sehr genossen. Die Bailey habe ich für euch fotografiert, als sie später auf dem Sofa lag.

Die ist so knuffig, diese Kleine. Und wisst ihr was, als ich beim Fotografieren war, stellte sich Pedro, der andere Familienhund, mit leicht vorwurfsvollem Blick neben dem Sofa in Position, als wolle er mir sagen:“ He du, schau mal, ich bin auch ein nicht zu verachtendes Fotomodell!“ Ich habe ihn sogleich mal beim „Wort“ genommen.

Wenn das Wetter es erlaubt, laufe ich gerne eine Runde an der frischen Luft. Am Wegesrand ließen sich zumindest in der letzten Woche als die folgenden Fotos entstanden sind noch kleine Schönheiten entdecken.

Ich habe sogar schon Sterne gebastelt. Dafür habe ich außer ein bisschen Klebstoff und ein paar Geschenkbändern nichts gekauft, sie sind aus Katalogpapier entstanden. Ich habe eine ganze Menge hergestellt, die werden auf dem Adventsbasar mit Erlös für den Tierschutz verkauft.

So, das war das Neueste von mir, ich grüße euch. Kommt gut in die neue Woche! Wer Lust hat kann im Blog Herzensauge meinen neuen Textlesen. Bis demnächst.

Kochbuch der Erinnerungen

Kochbuch der Erinnerungen

Immer wenn ein Blaubeerpfannkuchenin der Pfanne brutzelt, sehe ich es vor mir, wie meine Mutter mit roten Wangen und bunter Schürze in der Küche steht und diese spezielle hausfrauliche Energie verbreitet, die den Raum erfüllt und die ich heute noch spüren kann, genau wie den Geschmack auf meiner Zunge. 

Im Laufe meiner Kindheit habe ich solche besonderen Geschmackserlebnisse abgespeichert und mir einen Vorrat im Kochbuch der Erinnerungen angelegt.

Dazu gehören auch die Reibekuchen, oder sollte ich sie treffender „Regenkuchen“ nennen, die mein Vater mit voll freudiger Begeisterung zubereitet hat, allerdings nur, wenn Regenwetter war. Dann saß er hochmotiviert am Küchentisch und rieb eine Kartoffel nach der anderen. Er erzählte, dass früher nur dann Zeit war, solch ein aufwändigeres Essen zuzubereiten, wenn die Feldarbeit ruhte. 

Manchmal durfte ich mir von meiner Mutter ein Essen wünschen und das war dann ganz bestimmt: Kartoffelknödel mit Sauerbraten. Dieses Rezept steht zwar im Kochbuch der Erinnerungen, aber es wird von mir nicht selbst zubereitet, weil niemand aus der Familie diese Vorliebe mit mir teilt. 

Meine Mutter war eine gute Köchin. In jungen Jahren besuchte sie ein Mädchenpensionat. Ich konnte mir das nicht so richtig vorstellen. Es hatte für mich die Assoziation von einer Schulung zur Bediensteten in Haushalten der begüterten Gesellschaft. Aber ich glaube tatsächlich, dass es damals einfach zum guten Ton gehörte, wenn man es sich leisten konnte, seiner Tochter eine derartige Ausbildung angedeihen zu lassen, damit sie eine „tüchtige Hausfrau“ werde. 

Leider hatte meine Mutter den Großteil ihres Lebens wenig Zeit, all das Gelernte auszuleben, denn die Arbeit im eigenen Geschäft forderte sie mehr als genug.

Aber manchmal schaffte sie sich Raum, um unsere Küche in ein duftendes Koch- und Backparadies zu verwandeln. Sie war eine Meisterin im kunstvollen Verzieren von Torten, mehrstöckige versteht sich, je höher desto besser! Dieses Talent habe ich nicht geerbt, aber Pfannkuchen backe ich auch ganz gerne und gar nicht mal so schlecht.

Wenn ich Geburtstag hatte wünschte ich mir viele Jahre lang aus unerfindlichen Gründen immer ein und denselben Kuchen, nämlich  „Kalter Hund“. Es war jedes Mal die gleiche intensive Vorfreude und nachdem ich ein Stück davon gegessen hatte, fragte ich mich jedes Mal, was mich „geritten hatte“ mir diesen viel zu süßen und fettigen Kuchen zu wünschen. 

Wenn es Kartoffelpüree gab dann drückte ich dieses mit Vorliebe auf dem Teller platt, so dass ein Großteil des Tellers damit ausgefüllt war und grub mit meiner Gabel Straßen ins Püree. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich die Lust an dieser kreativen Esskultur verloren habe. 

Ich erinnere mich an den Nudelsalat mit einem  schweinchenrosafarbenen Dressing, ich denke es bestand hauptsächlich außer Mayonnaise und ein wenig Tomatenmark, in der Kindheit habe ich ihn geliebt und heute würde ich mich schütteln, wenn ich ihn serviert bekäme. 

Was lernen wir daraus: Der Geschmack und die Vorlieben mögen sich im Laufe des Lebens verändern, aber die kleinen Glücksmomente bleiben in unseren Erinnerungen immer abrufbar. 

Alles auf Anfang!

Ich weiß nicht mehr wie alt ich war, aber vermutlich war es während meiner Grundschulzeit, als ein Onkel bei uns zu Besuch war. Ich muss erklärend hinzufügen, dass dieser Onkel ein Hobbykünstler war, er malte sehr ambitioniert. Ich sehe mich am Küchentisch sitzen, vor mir ein Blatt Papier und ich male konzentriert und mit Freude ein Bild, dabei ziehe ich mir mit dem Lineal Linien für die Wände des Hauses. Ich höre die Stimme des Onkels hinter mir, der mir über die Schulter sieht. Seine genaue Wortwahl erinnere ich nicht, aber den Tonfall und die Belehrung, dass zum Malen kein Lineal benutzt wird. In diesem Moment wurde bei mir ein Schalter umgelegt, die Freude am Malen war weg und dafür hatte sich die Gewissheit „eingebrannt“, dass ich nicht malen sollte, weil ich es nicht kann!

Zum Glück besteht die Möglichkeit, den Hebel erneut in Bewegung zu setzten und den Schalter wieder in die ursprüngliche Position zu bringen. Alles auf Anfang sozusagen! Das habe ich irgendwann vor nicht allzu langer Zeit getan und es geht mir sehr gut damit. Es ist eine wahre Befreiung. Und die betrifft nicht nur den Bereich Malen sondern steht stellvertretend für das Perfektionsstreben im Allgemeinen. Wer sagt denn, dass wir perfekt sein müssen? Ist das überhaupt möglich? Für mich selbst habe ich erkannt, dass ich niemals perfekt sein kann und werde, und dass es nur darum geht, es so gut wie es mir möglich ist zu tun.

Botschaft

Gestern und heute zeigte sich endlich das Wetter von seiner besten Seite. Januartage wie aus dem Bilderbuch: Strahlender Sonnenschein mit angenehm klarer kalter Luft, die für mich belebend und wohltuend wirkt.

Heute ist ein besonderer Jahrestag, vor einem Jahr haben wir von Priska Abschied genommen und sie über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Es war eine unendlich schwere und schmerzvolle Entscheidung, die bisher schwerste meines Lebens. Ich habe unzählige Tränen vergossen im Laufe des letzten Jahres. Nun ist das sogenannte Trauerjahr vorüber und obwohl es sich nicht in jedem Fall exakt auf eine gewisse Zeitspanne festmachen lässt, für mich scheint es zu passen. Ich hatte für heute eigentlich mit verstärkter Trauer gerechnet und stattdessen fühle ich mich mit einem Gefühl von Neubeginn und freudiger Leichtigkeit beschenkt.
Christine Kempkes-Clüsserath , die ich durch das „Andere Zeiten Fastenforum“ kennenlernen durfte, hat mir mit ihren Beiträgen auf ihrer Seite bei Facebook „Lebens- und Trauerbegleitung“ und über ihren Youtube Kanal „Dienstags um Acht“, wertvolle Unterstüzung geschenkt, für die ich unendlich dankbar bin. Letzten Dienstag sprach sie in einem Beitrag darüber, dass Verstorbene durch ihr Leben eine Botschaft für uns bereit halten. Wenn wir uns dafür öffnen kann diese Botschaft uns stärkend den Weg weisen. Heute an diesem besonderen Tag spürte ich ganz deutlich, was Priska mir mit auf den Weg geben möchte.

Im Eis fand ich am Wegesrand heute Vormittag ein Eisbild.das diese Botschaft verdeutlicht: Ich sehe eine Frau die mit einem Eimer aus der Quelle des Lebens schöpft.

Sternstunden

„Ich würde so gerne mal wieder…, aber ich habe keine Zeit!“ Dieser Satz gehört vermutlich zu den meist gesprochenen. Es scheint so, als ob es eine Zeitverwaltungsbehörde gibt, deren Mitarbeiter diese willkürlich und vollkommen ungerecht aufteilen, so dass die meisten Menschen einfach immer „in die Röhre gucken“ und niemals genug davon abbekommen, während einige wenige Privilegierte immer wieder eine Extraportion „ in den Rachen geworfen bekommen.“

Und dabei hat jeder Tag 24 Stunden und selbst für Diejenigen, deren Arbeitswoche weit mehr als 40 Stunden hat, bleibt an jedem Tag mindestens eine geschenkte Stunde Zeit zur ganz persönlichen Verfügung, wenn wir bereit sind sie anzunehmen. Mit dem Annehmen ist das so eine Sache. Nicht wenige Menschen haben Probleme damit, Geschenke anzunehmen ohne gleich „wieder etwas gut machen“  zu können. Auch mit dem Annehmen von Lob oder Komplimenten tun sich Viele schwer, sie reagieren dann mit einem beschämten Unwohlsein. Ich vermute, dass letztendlich ein und derselbe Satz über diesem Phänomen steht. „ Ich bin es nicht wert!“

Wir orientieren uns oft unbewusst an unseren Mitmenschen und streben danach, es ihnen gleich zu tun, um nicht aus der Rolle zu fallen, um Anerkennung zu bekommen und uns aufzuwerten. „ Ich kann doch nicht…, was sollen dann die Anderen denken? Wenn die/der das schafft, dann muss ich doch auch“, usw.

Gestern als ich über all das nachdachte, kam mir die Idee für das Geschenk als „Mitbringsel“, wenn ich mich morgen mit meinen zwei liebsten Freundinnen treffe.

Ich wünsche dir und mir und uns allen an jedem Tag unseres Lebens eine Sternstunde, die wir gerne annehmen!

Vielleicht habt ihr Freude daran, in meinem Blog Herzensauge nachzuschauen, da gibt es ein Gedicht zum heutigen Thema.

Begegnungen in der Stille

Gestern war mein letzter Urlaubstag und da der Ehemann schon wieder arbeitet nutzte ich ihn für einen Besuch im nahegelegenen Wildpark. Bisher waren wir immer gemeinsam dort und jeweils am Wochenende. Da sind natürlich sehr viele Menschen dort unterwegs. Gestern war ich ganz alleine und es war ruhig dort. Eine ganz besondere Stimmung breitete sich aus: Die Stille des Herbstes.

Besonders faszinierend war, dass das Niederwild welches dort frei herumläuft gar nicht scheu war sondern mich bis auf 5 bis 10 Meter herankommen ließ. Ein besonderes Erlebnis welches mich glücklich gemacht hat.

 

Grauselig ungemütlich und flauschelig gemütlich

Das ist durchaus kein Widerspruch, denn wenn das Wetter genau so ist wie es heute nun mal so ist,dann kann es drinnen umso gemütlicher sein.

Heute musste ich nicht lange überlegen, was ich koche, als ich zum Fenster herausschaute wusste ich es. Mein Vater nannte solches Wetter „Reibekuchenwetter“, weil er von Kindheit an erlebt hatte, dass wenn die Feldarbeit aufgrund des Wetters ruhen musste, Zeit war um dieses etwas aufwändigere Gericht zuzubereiten. Nö, eben nicht die Packung aufreißen und den fertigen Reibekuchenteig in die Pfanne hauen, sondern die Kartoffeln frisch und mit der Hand reiben. Also konnte ich heute nicht anders, ist halt genetisch bedingt ! 😉 Also wurden Kartoffeln gerieben und Äpfel gestückelt und schließlich bruzelte es in den Pfannen und duftete verführerisch süß-würzig nach Apfelbrei.

Und was nun? Ich sitze in eine Decke gemummelt auf dem Sofa und werkele.

Was wird denn das? Ach, ich spanne euch nicht länger auf die Folter und zeige es euch.

Und am Fenster leuchtet es.

Ich wünsche euch auch einen flauschelig gemütlichen Sonntagabend.