Like Button

Ich wurde nach dem Verbleib meines Like Buttons gefragt. Es ist so, dass mein Bruder meine Webseiten auf „seinen“ Server  umgezogen hat und sie über ein WordPress Plugin läuft. Über Sharrif lässt sich die Funtionalität um ein Like Button nur auf „normalen“ Webseiten erweitern. Es ist also leider nicht zu ändern.

Käschte lese

Wisst ihr was das heißt:“Käschte lese“?

Ich habe es getan und zwar vorgestern. Als ich am Waldparkplatz aus dem Auto stieg, fragte mich ein Mann nach dem Weg zur Michaelskapelle. Klar konnte ich ihm weiterhelfen, denn das ist ja eines meiner beliebtesten Ziele von diesem Standpunkt aus. Als er sah, dass ich zum Boden nach den Kastanien schaute meinte er zu mir: „Lohnt sich das in diesem Jahr?“

Ich antwortete: „Ach, die sind so klein“. Als ich weiter lief lagen doch erstaunlich viele Kastanien auf dem Weg. Als ich das letzte Mal im Wald war, hatte der Wind nur lauter winzig kleine Kastanien heruntergepustet. Ichhatte mir dieses Phönomen mit der Trockenheit in diesem Sommer erklärt. Nun sah ich aber, dass die Exemplare auf dem Weg zwar nicht so dick wie in den vergangenen Jahren waren, aber auch nicht winzig, so mittelmäßig eben. Dann dachte ich mir: Warum sollte ich mich nicht mit diesen etwas kleineren Kastanien zufrieden geben, sie sind doch ein Geschenk des Waldes! Also ließ ich die Kapelle zunächst mal hinter mir und wanderte weiter zu meiner „Kastaniensammelstelle“. Die Ausbeute war nicht besonders groß aber auch nicht besonders klein, so mittelmäßig eben. Ich erinnerte mich an meine Erkenntnis der mir der letzte Ausflug in den Wald bescherte: Es muss nicht immer alles perfekt sein! Ich freute mich an meiner mittelmäßigen Ausbeute und lief zurück zur Kspelle. Dort hingegen durfte ich dieses Mal eine perfekte Ruhe genießen. 

Ich weiß, ihr kennt den Ausblick schon, aber sooft ich dort sitze und schaue, entfaltet sich jedes Mal eine andere Stimmung. Als ich den Waldweg zurück zum Auto lief erfreuten mich die vielen Lichtpunkte, die die Herbstsonne auf den Waldboden malte.

Mir kam plötzlich eine Frage in den Sinn: Wenn der Herbst singen könnte, wie würde sein Lied wohl klingen? Und während ich zum Auto wanderte formte sich ein Gedicht welches ich zu Hause aufschrieb. Ihr könnt es im Schreibblog Herzensauge nachlesen. In unserem Garten steht auch  ein Kastanienbaum, den wir als Ableger von einer Freundin, die am Wald wohnte bekommen hatten. Vor vielen Jahren haben wir ihn gepflanzt und die Früchte waren bisher sehr wenig und ganz klein. In diesem Jahr schenkt er uns riesig große Früchte: Ein Abschiedsgeschenk? Es ist schön und traurig  zugleich, denn wenn der Garten bebaut wird, ist seine Zeit gezählt.

Nun wisst ihr inzwischen was „Käschte lese“ heißt, gell? Die dicksten obenauf habe ich im Garten gesammelt.

Richtigstellung

Ich betrachte es als meine Pflicht hier meine Aussagen über die Regelungen des Datenschutzgesetztes, was die Veröffentlichungen von Fotos mit Personenbetrifft, richtig zu stellen.
Ich war offensichtlich falsch informierte, d.h. ich bin den massenhaft grasierenden Gerüchten auf den Leim gegangen.
Es ist tatsächlich so, dass die neue Datenschutzverordnung keine Neuerungen bezüglich des sogenannten Kunsturheberrechtes einbezieht.
Es ist also alles beim Alten!
Mein Bruder hat mich darüber aufgeklärt und ich habe daraufhin eine Website gefunden, die die gesetzliche Regelung klar und deutlich darlegt.
Wer das gerne nachlesen möchte gelangt über den Link auf die betreffende Website.

Zickenalarm

Heute war es endlich soweit, ich habe das Weihnachtsgeschenk meiner Töchter eingelöst: Ein Fotokurs. Es war für mich ein Crashkurs, denn ich war bisher bei meiner digitalen Spiegelreflexkamera noch nicht über den Automatikmodus hinaus gekommen. Ich bin so ziemlich „beschreibungsresistent“, soll heißen, wenn ich im Web Bedienungstips lese, dann verstehe ich diese nicht wirklich. Ich brauche jemanden neben mir, der mir das zeigt.
Nun waren das heute seeehr viele Informationen auf einmal und ich habe mir beiweitem nicht alles merken können, aber es bleibt die Hoffnung, dass ich es nun soweit verstanden habe, dass ich mir nun mit Nachlesen helfen kann. Fortan gilt es fleißig zu üben, um die Kamera richtig kennenzulernen.
Ich habe mir fest vorgenommen, den Automatikmodus ab heute völlig zu ignorieren.Schaumamaaal, das ist doch schon was und durchaus auch ausbaufähig.

 

Die Datenschutzverordnung als Spaßbremse

In der zweiten Urlaubswoche habe ich so viel Schönes und Interessantes gesehen und erlebt, aber beim Durchsehen der Fotos habe ich festgestellt, dass ich keine wirklich eindrucksvollen Berichte erstellen kann, weil auf sehr vielen Fotos Menschen zu sehen sind, meist zwar weit weg, aber die neuen Datenschutzrichtlinien lassen mich davon absehen sie zu zeigen und der Spaß am Bloggen wird schon sehr davon beeinträchtigt.
Wir haben zwei Freilichtmuseen besucht, die beide auf ihre Weise sehenswert sind.
In dem Freilichtmuseen, das wir gestern besucht haben fand ein Thementag statt.
Es ging um die Zeit direkt nach Ende des zweiten Weltkrieges, die Zeit der Besatzung durch Amerika. „Living History nannte sich dieses Event, an zwei Tagen wurden den ganzen Tag über verschiedene Szenen, z.B. Schwarzmarkt, Typhusimpfung, usw. nachgestellt. Das Museum war die gesamte Zeit über belebt, d.h., in den Häusern und auf den Straßen spielten Menschen in der Zeit entsprechender Kleidung den damaligen Alltag nach. Es wurde in den Häusern gekocht, gebacken, gespielt, genäht… und, und und. Haushaltgegenstände, Kleidung, Spielzeug, alles Originale aus der Zeit.
Ein total faszinierendes Erlebnis war das für mich und ich kam mir vor, als sei ich in diese Zeit gereist.
Ein anderes Thema ist die Frage nach dem Sinn des Bloggens.
Diese stelle ich mir schon eine ganze Weile und bin noch zu keinem endgültigen Schluss gekommen.
Wer liest hier eigentlich, einige wenige treue Leser, die ihre Kommentare hinterlassen, aber ob und wer hier sonst noch liest weiß ich nicht?
Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar von euch und ich glaube für mich ist ein wichtiger Punkt warum ich blogge der Austausch den ich wertvoll finde.

Der Gute Laune Tag

Gerhard, so will ich ihn mal nennen, zeigt sich in der Regel von seiner rauhen, unzugänglichen, aufbrausenden, nörgelnden, jähzornigen Seite. Wenn man ihn direkt anspricht bekommt man nur selten eine Antwort und wenn ausnahmsweise doch, dann spricht er sie in genervtem Tonfall, sehr leise  und vermeidet dabei meist den Blickkontakt.

Es ist keineswegs so, dass er Sprachschwierigkeiten hat, denn er kann sich erstaunlich gewählt und in vollständigen Sätzen ausdrücken , die er aber fast ausschließlich zu sich selber sagt.

Er sammelt gerne alle möglichen Sachen und wenn er ertappt wird und sie dem eigentlichen Besitzer zurück bringen muss, ist seine Laune dann endgültig auf dem absoluten Tiefpunkt.

Gerhard ist ungefähr Mitte Fünfzig und wohnt schon sehr lange in seinem Zimmer des Wohnheimes. Ein Mensch mit geistigem Handicap, der auf Betreuung angewiesen ist. 

Zuweilen kommt seine andere Seite zum Vorschein, dann ist er zu Späßen und Neckereien aufgelegt und wenn sein Gegenüber darauf eingeht, kann er so heftig lachen, dass sein Gesicht ganz rot anläuft und seine Augen zu tränen beginnen.

An solchen entspannten Tagen begrüßt er mich sogar auf seine spezielle Art, mit gespielt mauligem Tonfall höre ich dann wenn ich zur Tür herein komme: „Oooch, immer die Beate do!“ (Soll heißen: Hallo Beate, schön dass du heute da bist!)

Er liebt seine Legobausteine und seine Stofftiere. Zwei davon sind seine engen Verbündeten und so etwas wie sein Tor zur Außenwelt, denn sie tun das für ihn, was er ihnen aufträgt. Sie kommen und knuffen die Betreuer in die Seite, manchmal streicheln sie über einen Arm oder geben einen Kuss auf die Wange. Ein Stofftier trägt den Namen einer ehemaligen Betreuerin, die Gerhard sehr mochte und die bereits berentet ist, nennen wir sie Moni. 

Moni darf in einem Puppenstuhl am Tisch sitzen, wenn wir zusammen essen. Aber nur, wenn Gerhard einigermaßen gut gestimmt ist. Dann versucht sie auch schon mal ihre Nase in meine Kaffeetasse zu stecken oder schmatzt extra laut und holt sich eine „entrüstete Rüge“ von mir ab, sehr zur Erheiterung von Gerhard.

Das andere Stofftier ist erst seit einigen Monaten im Besitz von Gerhard, es gehörte zuvor einem Mitbewohner der gestorben ist. Gerhard wählte dieses Stofftier, als jeder aus der Wohngruppe sich etwas als Erinnerung aussuchen durfte und gab ihm den Namen von dem verstorbenen Mitbewohner.

In der letzten Woche als ich Dienst hatte, war so ein Gute Laune Tag von Gerhard.

Er ließ sich sogar dazu motivieren, mit mir zum nahegelegenen Markt zu gehen, um einige Einkäufe zu erledigen. Moni musste natürlich mit und wurde von Gerhard in seine Tasche gesetzt. Ich zog den kleinen Handwagen für die Einkäufe hinter mir her und lud Moni ein, im Wagen Platz zu nehmen. Gerhard setzte sie sofort mit sichtlichem Vergnügen hinein. Auf dem Rückweg nahm Moni oben auf den Einkäufen Platz und als ich sie so auf den direkt aus der Kühlung kommenden Milchflaschen sitzen sah, sagte ich mit sorgenvoller Stimme zu ihr: „Ach du liebe Zeit Moni, du bekommst ja einen ganz kalten Po, hoffentlich holst du dir keinen Schnupfen!“

Gerhard ging sofort mit seinem komödiantischen Talent darauf ein und machte Niesgeräusche. Jedesmal wenn Moni nieste, hielt ich an, zog ein Taschentuch aus der Tasche, hielt es vor Monis Nase und machte ein sehr lautes Schneuzgeräusch.

Gerhard und ich hatten beide einen großen Spaß an unserem gemeinsamen Spiel.

Was das Schneckenhaus zu erzählen hat

In unserem Garten fand ich ein leeres Schneckenhaus.

Seine einstige Bewohnerin hatte im Laufe der Zeit viele Eier gelegt aus denen zahlreiche Schnecken ins Leben geschlüpft sind.

Einst wurde auch sie genau wie jede ihrer Nachkommen mit einem winzigen Schneckenhaus geboren, das im Laufe des Lebens mit ihr gewachsen und als kleine Spitze erkennbar bleibt.

Mein Finger zeichnet die Windungen der Rillen von der Spitze bis zum Rand nach.

Während ich das Schneckenhaus in meiner Hand halte lausche ich seinen Erzählungen vom Werden und Vergehen, von Geburt und Tod und der Kraft des Leben die alles durchdringt.

Mir wird bewusst, dass in Allem was lebt bereits ein Hauch von Abschied spürbar ist. Anfang und Ende sind miteinander verwoben.

Lebensschätze

In der Regel leben wir so, als wäre unsere Zeit unbegrenzt.
Natürlich wissen wir, dass wir sterbliche Wesen sind, aber in unserem Kulturkreis ist der Großteil der Menschen zu wahren Meistern der Verdrängung geworden.
Auch ich zähle mich zu ihnen und das, obwohl mein Leben für mich von Kindheit an immer wieder Lektionen bereit gehalten hat, die mir die Endlichkeit des Lebens vor Augen führte, so zum Beispiel im Alter von 8 Jahren, als ein Freund von mir starb.
Ihr könnt diese Episode in meinem Schreibblog Herzensauge lesen.

Im Hinblick auf die Vergänglichkeit kann sich so manches Problem als weniger bedeutungsvoll herausstellen. Wenn ich in einer belastenden Situation feststecke, kann es durchaus hilfreich sein, mir vorzustellen, wie ich in etwa 2 Jahren wohl rückblickend darüber denke.
Oder wenn mir der heutige Tag scheinbar nur Anlass zu Ärger und mieser Laune gegeben hat, dann kann die Frage, wie ich empfinden würde, wenn ich wüsste, dass es der Letzte wäre alles verändern.
Ich habe mir auf diese Weise schon öfter über die meinen Kreislauf belastende Hitze dieses Sommers hinweg geholfen in dem ich mir vorstellte, dass in wenigen Wochen schon Herbst ist und dann die dunklere Jahreszeit beginnt, in dem ich mich manchmal nach Sonnenlicht sehne.

Ich sitze hier am Notebook und tippe
diese Zeilen und denke daran, wie unermesslich viele Stunden mir das
Leben schon geschenkt hat. Einige, wenige sind mir noch in
Erinnerung, meist solche in denen mich „das Leben auf die ein oder
andere Art durchgerüttelt hat“. Sie haben es geschafft, sich einen
Platz in den ungeschriebenen Memoiren meines Lebens zu ergattern.

Aber was ist mit den Sternstunden meines Lebens, sie sind
anscheinend dazu prädestiniert, ein Schattendasein zu
führen?
Kürzlich habe ich mich dazu entschlossen, mich den
Erinnerungen an meine Kindheit zu widmen. Ich habe mich z.B. gefragt,
welche Bilder auftauchen, wenn ich an meine Kindergartenzeit denke,
wie das Außengelände ausgesehen hat, wie es innen aussah, womit ich
gerne gespielt habe, an welche Erlebnisse im Kindergartenalltag ich
mich erinnere. Auf diese Weise ist schon in kurzer Zeit recht Vieles
wieder ins Bewusstsein gerückt, was lange verborgen war.
Zum
Beispiel fielen mir zwei meiner Lieblingslieder ein, die unsere
Kindergartenschwester mit uns gesungen hat und ich konnte nachspüren,
was ich beim Singen empfunden habe, das war so etwas wie Helle,
Heiterkeit, Geborgenheit, tiefes Vertrauen in das Leben. Mir wurde
bewusst, wie wertvoll und wichtig diese Ordensschwester, die meine
Kindergartengruppe geleitet hat, für mein Leben war. Sie hatte mir
einiges mitzugeben, was mich positiv geprägt hat.
Ich habe eine
Ahnung, dass sich noch ganz viele Lebensschätze entdecken lassen,
wenn ich mich dafür öffne.

So oder so?

Ich sitze in unserem Hof

Als mein Blick die Mauer des Nachbarhauses streift, fallen mir die eigenwillig überstehenden Steine auf und ich denke an eine Geschichte, die von einem Mönch erzählt, der zum ersten Mal gemauert hat und seine liebe Mühe hatte, die Steine gerade auszurichten. Er ging sehr perfektionistisch ans Werk und haderte später jedes Mal, wenn er die fertige Mauer ansah, mit der Tatsache, dass zwei schief stehende Steine die Mauer verunstalteten. Bei Führungen von Besuchergruppen über das Klostergelände mied er diesen Teil der Mauer, weil er sich dafür schämte. Eines Tages wollte ein Besucher unbedingt das gesamte Gelände besichtigen. Er äußerte sich begeistert über die Schönheit des Gebäudes und der Mönch fragte ihn daraufhin, ob er denn die mangelhafte Stelle in der Mauer nicht gesehen habe. Der Besucher sagte, dass er freilich die beiden Steine erblickt habe, aber dass er ebenso die 99 Prozent der ebenmäßig gemauerten Steine gesehen habe.

AUF DEN BLICKWINKEL KOMMT ES AN.

Ich kann jetzt an den morgigen Arbeitstag denken, an dem ich zu einer ungemütlich frühen Zeit noch fast in der Nacht aufstehen muss 

oder das zarte erfrischende Lüftchen genießen, dass mein Gesicht und die Arme streichelt, während ich hier im schattigen Hof sitze und eine Tasse  Milchkaffee mit Schaum trinke.

Ich kann jetzt über die bevorstehende Hitze jammern

oder bedenken, wie es mir in vergangenen Sommern ging, die man kaum als solchen identifizieren konnte.

Ich kann jetzt mit dem Schmerz der Trauer um Priska hadern, der immer noch ab und an wiederkehrt 

oder dankbar sein, dass ich sie an meiner Seite haben durfte.

AUF DEN BLICKWINKEL KOMMT ES AN.

Ich kann jetzt über die negativen Entwicklungen in unserer Gesellschaft und Weltgeschichte klagen oder Augen, Ohren, Herz und Sinne offen halten für die Zeichen der Liebe und die Wunder des Lebens.

AUF DEN BLICKWINKEL KOMMT ES AN

Natürlich will ich hier nicht dazu aufrufen sich hinter einer rosaroten Brille zu verstecken, aber ich denke es ist in diesen Zeiten unendlich wichtig, sich nicht von niederschmetternden Prognosen und Schreckensmeldungen überrollen zu lassen sondern die positiven Lebenskräfte zu mobilisieren und zu stärken!

Wir sind keine Besitzer eines eigenen Pools aber wir können unser Schlauchboot zu einer erfrischenden Fußbadeanstalt umfunktionieren.

Lasst es euch gut gehen und genießt die Sommertage die uns bleiben, der Herbst steht schon vor der Tür!