Eine schöne Begegnung

Unverhofft kommt oft, heißt es und an dieses Sprichwort wurde ich erinnert, als ich kürzlich mit einer freudigen Begegnung belohnt wurde. Es fiel mir an diesem Vormittag richtig schwer, mich zu einer Laufrunde zu motivieren und umso größer war meine Freude, als ich auf dem Weg, den ich neu für mich entdeckt habe, das liebevolle Miteinander von Mensch und Tier erleben durfte.

Der junge Mann streichelte das offensichtlich sehr liebesbedürftige Schaf. Es konnte gar nicht genug Streicheleinheiten bekommen, denn sobald sich der Mann erhob um weiter zu gehen, lief das Schaf hinter ihm her und stubste ihn an um ihn zum weiter streicheln zu animieren.

Irgendwann war Mensch aber weg und der Schafbock wendete sich seiner Mutter zu, die mit ihm und ein paar Hühnern auf dem Gelände lebt. Über die Familienverhältnisse habe ich mich von dem jungen Mann aufklären lassen.

Besonders berührt hat mich, wie zutraulich der Schafbock auch zu mir an den Zaun kam und sich durch den Maschendraht an der Nase streicheln ließ.

Ich nahm eine große Portion Gute Laune mit nach Hause. Ein paar Tage später entdeckte ich auch die für mich in diesem Jahr ersten Krokusse. Der Frühling lässt sich nicht aufhalten! Ich freue mich über das Erwachen der Natur.

Von meinem Kraftort und dem Wert des Zuhörens

Wenn ich das, was ich als Mangel empfinde loslassen kann,
werde ich frei um Fülle zu erleben.
Dann brauche ich keinen Urlaub in fernen Ländern,
es entfaltet sich hier an diesem Platz eine wunderbare Welt,
in die ich eintauche wie in ein unbekanntes Meer.
Dann öffnen sich die Augen des Herzens und empfangen
losgelöst von allen Erwartungen die Gaben des Augenblickes,
voller Staunen und Dankbarkeit.
Wenn ich den Blick abwende von dem, was mich scheinbar einschränkt,
erlebe ich eine Freiheit, die unantastbar hinter allen Grenzen wohnt.
(C) Beate Neufeld

Die Bilder in der Galerie zeigen meinen persönlichen Kraft-Ort, an dem ich mich ganz hineinfallen lassen kann in den Augenblick. Dann spielt alles was „im Außen ist“ keine Rolle. Ich fühle mich frei und voller Freude und Kraft und die pack ich mir dann ein und nehme sie mit.


Vor ein paar Tagen hörte ich einen Vortrag, in dem ein Mann von seinem Vorfahren sprach und wie sie sein Leben geprägt haben.
Es ging um eine Geschichte, die aus Urzeiten stammt und von Generation zu Generation weiter erzählt wird und die er von seiner Großmutter von Kindheit an unzählige Male, gehört hatte.
Eine wesentliche Botschaft hatte diese Großmutter zu vermitteln, nämlich die von der elementaren Wichtigkeit des Zuhörens.
Er berichtete, dass er außer den Büchern, die er für Schule und Studium lesen musste, niemals ein Buch gelesen habe. Er wollte nicht, dass diese Geschichte die seine Großmutter erzählt hatte in ihm „verblasste“, und dass sie untergeht im Überfluss der Informationen, die tagtäglich auf uns Menschen einströmen. Er führte weiter aus, dass er von seiner Familie, die ursprünglich und abgeschieden lebte, dazu bestimmt wurde, ein „Läufer“ zu sein. Ein Läufer hat die Aufgabe, wenn er von seinen Reisen zurück zur Familie kommt, alles zu berichten, was er gesehen und gehört hat und welche Menschen er getroffen hat. Er ist aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit sehr viel in der Welt herum gekommen. Ich glaube, dass die Schulung des Zuhörens ihn für seine besondere Aufgabe als Läufer vorbereitet hat und ihm einen sehr aufmerksamen und wachen „Blick“ eröffnet hat, mit dem er die „Melodie des Lebens“ mit allen Sinnen aufgenommen und sie zu seiner Familie gebracht hat.
Er berichtete, dass er einmal, als er nach längerer Zeit zurück kehrte einen Ort besuchte, von dem er wusste, dass eine seiner Ururgroßmütter dort gelebt und Zeremonien abgehalten hatte. Er schilderte, wie er durch dieses „Gelände“ ging, an dem es keine Überreste mehr gab, an dem nichts mehr darauf hindeutete, dass hier Jemand gelebt hatte. Es zog ihn schließlich an eine Stelle hin und er verweilte und spürte, dass genau hier seine Ahnin gelebt hatte. Und weil diese Frau zu Lebzeiten gesagt hatte, dass dieser Ort erhalten bleiben soll, dass er niemals bebaut werden dürfe, hat er sich dafür eingesetzt, dass diese Land nun unter Schutz steht.
Diese Lebensgeschichte hat etwas in mir berührt.

Die Kraft der Verwandlung

Die Kraft der Verwandlung

So schöne Sonne auf meinem Sideboard heute Morgen.

Heute morgen, am dritten Tag der Fastenzeit wurde mir klar, worauf ich in den nächsten Wochen achten möchte. 
Beim Lesen eines Artikels über eine mir bekannte Person spürte ich, wie sich etwas in mir zusammenbraute. 
Obwohl eigentlich etwas Positives berichtet wurde, fühlte ich, dass sich in mir lauter negative, abwertende Gedanken und Emotionen ausbreiteten. 
Ich konzentrierte mich einen Moment bewusst auf das, was ich im Körper spürte. 
Das war ziemlich unangenehm.
Mir wurde bewusst, dass dieser Mensch bei mir in einer Schublade gelandet war, und dass meine Einstellung sowohl auf die betreffende Person als auch auf mich keine gute Auswirkung hat. 
Plötzlich kam mir ein Blitzgedanke:
Das muss so nicht bleiben, es ist deine Entscheidung, du kannst das verwandeln! 
Ich bat den Engel des Mitgefühls um Unterstützung und fühlte, wie sich langsam Wärme und Licht in mir ausbreiteten und visualisierte, wie dieses Licht zu diesem Menschen hin fließt und ihn umgibt.
Ich möchte in den nächsten Wochen achtsam mit meinen Emotionen sein und mich für die Kraft der Verwandlung öffnen und in mir wirken lassen.

Gestern wurde meine Bestellung geliefert: Mein Foto vom Wolkenengel habe ich auf Leinwand „ziehen lassen“ und heute Abend werden wir es hier im Wohnzimmer aufhängen. Es beglückt mich sehr.
Ebenfalls viel Freude bereitet mir mein neues Projekt: Ich male Motive zu meiner Osterhasengeschichte. Vielleicht wird einmal ein Bilderbuch daraus, wer weiß das schon?
Aber das Wichtigste daran ist die Freude beim Malen, das soll erst mal genug sein.

Ganz liebe Grüße zu euch, liebe Leser.

Ein Wolkenengel und der Geruch des Frühlings

Kennt ihr das auch, dass ihr unvermittelt einen Geruch in der Nase habt und damit verbunden eine Erinnerung an eine bestimmte Situation in der Vergangenheit? Mit dem Geruch ist dann auch eine Stimmung und ein Bild verbunden, fast so als wenn ich zurück gereist wäre. Ist schon spannend, was in uns alles abgespeichert ist. Das ist eine gute Möglichkeit, um mir selber aus einer trostlosen Stimmungslage wieder hinaus zu helfen, wenn ich mir bewusst solche schönen und aufbauenden Erinnerungen abrufe. Klappt vielleicht nicht immer, aber doch sehr häufig.
Auch Farben sorgen bei mir für gute Laune. Deshalb sind in letzter Zeit vier Bilder mit bunten Farben entstanden, einfach nur, weil es mir Freude macht.

Ja und natürlich habe ich letzte Woche die Gunst der Stunde genutzt und bin seit langer Zeit mal wieder am Weiher gewesen. Ach war das schön, ich bin früh losgelaufen und hatte im Rucksack mein Frühstück dabei.

Und schon am Nachmittag zog sich die Wolkendecke schon wieder zu. In den nächsten Tagen konnte ich noch spüren, dass ich von der aufgetankten Sonne zehren konnte. Als es dann wieder „die Decke auf den Kopf fiel, nutzte ich die Gelegenheit, meinen Einkauf mit einem Spaziergang auf einem Weg durch die Weinberge bei Deidesheim zu verbinden. Ich hatte mich mit dem Regenschirm ausgerüstet, denn das Wetter ließ zu wünschen übrig. Dann zeigte sich die Sonne doch noch und ich war so froh, dass ich losgegangen war. Und eine Überraschung beglückte mich ganz besonders, es zeigte sich ein Wolkenengel.

Herzliche Grüße von mir zu euch.

Belanglos?

Wenn ich mir überlege, was ich hier schreiben oder zeigen kann, erscheint mir im Moment alles belanglos. Aber dennoch möchte ich irgendwie versuchen, diese Blockade zu überwinden, denn es tut mir nicht gut zu schweigen. Manchmal ja, aber nicht dauerhaft!
Ich bin gerade dabei für eine liebe Freundin eine kleine Sammlung meiner Geschichten und Gedichte aufzuschreiben, die wie ich finde in diese Zeit gerade ganz gut passen. Ich weiß, dass sie sich darüber freuen wird. Bei dieser Gelegenheit bin ich dann über ein Gedicht vom Februar letzten Jahres „gestolpert“. Ich dachte mir, dass ich das jetzt auch gerade ganz gut gebrauchen kann.

Die Welt ist schlecht
Die Welt ist gut
Für Beides gibt es
Grund genug
Du findest das
Nachdem du suchst
Und ob du Jubelst
Oder fluchst
Das hast du selbst
In deiner Hand
Wohin dein Blick
Auch immer geht
Es zieht dich an
Wie ein Magnet
Du hast die Macht
Dich zu entscheiden
Du bist kein Opfer
Musst nicht leiden
Suchst du nach Freude
Und nach Licht
Dann hindert dich
Das Dunkel nicht
Die Welt ist schlecht
Die Welt ist gut
Für Beides gibt es
Grund genug

(c) Beate Neufeld

Ich beobachte bei mir, dass die Stimmung immer wildere Tänze aufführt, mal hoch mal runter, und das kenne ich von Zeiten vor der Pandemie nicht in diesen kurzen Intervallen. Also habe ich damit zu tun, mich immer wieder aus den stimmungsmäßigen Tiefpunkten aufzurappeln. Ich weiß, dass ich hier nichts Neues schreibe, dass es wahrscheinlich den allermeisten Menschen da draußen auch so geht. Aber dennoch hilft es ja auch manchmal darüber zu sprechen und zu schreiben, denn dadurch ändert sich die eigene „Position“. Ich bin nicht mehr in der Situation die mich belastet drin sondern werde, wenn ich darüber spreche oder schreibe, zum Beobachter derselben. Und dann bemerke ich, dass mich diese Situation niemals ganz ausmacht, dass da noch so Viel mehr ist. Dann wird der Blick wieder frei zum Beispiel für das wofür ich dankbar sein darf oder mir kommt eine Idee, was mir jetzt gut tun würde.
Ich male immer wieder gerne. Nun haben mittlerweile alle Steine, die ich im letzten Sommer bei einem Ausflug am Rhein gesammelt habe, ein buntes Kleid bekommen.

Anfang der Woche war es dann auch Zeit, um die Weihnachtsdeko abzuräumen. Ich habe unser Sideboard neu dekoriert und das macht Freude.

Und nun wende ich mich wieder meinen Aquarellfarben zu und pinsele in fröhlichen bunten Farben.

Ich habe bereits 4 weitere Motive vorgezeichnet. Die werden jetzt nach und nach „mit Leben erfüllt“. Im nächsten Monat würden normalerweise meine Entspannungskurse wieder losgehen, aber das danach sieht es im Moment gar nicht aus. Ach, das fehlt mir schon sehr: Ja, ich will nicht jammern, aber das darf ja auch mal geschrieben werden.
Wie haltet ihr euch munter, was tut euch gut?

Sekundenblumen

Sekundenblumen

Mit der Zeit ist das so eine Sache. Sie wird geschätzt, gefürchtet, herbeigesehnt, verdrängt, ausgekostet und vertrödelt. 

Mal erscheint sie zäh wie ein Kaugummi oder vergehend wie im Flug.

Es ist erstaunlich wieviele sorgenschwere Gedanken in einer einzigen Minute Platz finden.

Ein Tag zählt 86.400 Sekunden. Was bleibt, wenn wir am Ende des Tages zurück blicken? Was bleibt, wenn wir am Ende auf unser Leben zurück blicken?

Zuweilen werden wir von ganz besonderen Erlebnissen beschenkt, die vielleicht nur wenige Sekunden andauern, aber das ist nicht wichtig, denn sie gehorchen nicht unserer herkömmlichen Zeitrechnung, sie sind wie aus der Zeit gefallen. Es ist als ob sich plötzlich ein Tor öffnet, ein Zugang zu einem sonst verborgenen Garten.

Ich nenne ihn den Garten der Sekundenblumen. Jede Blumen dieses Gartens erblüht nur für eine einzige Sekunde. Und nur wer in dieser Sekunde ganz gegenwärtig ist, kann sie erblicken. 

Vorgestern öffnete sich das Tor für mich in dem Moment, als ich in das Gesicht eines kleinen Kindes schaute, dass mir an der Hand seiner Großmutter auf dem Gehweg begegnete. 

Als das Kind mich sah, blieb es stehen, strahlte mich mit großen Augen voller Freude an, wandte sich kurz zur Oma und deutet dann mit dem Finger in meine Richtung, als wolle sie diese an der Freude teilhaben lassen. Ich winkte dem Kind im Vorbeigehen zu und spürte eine Welle von Liebe, die uns Drei in diesem Moment überflutete. 

Gestern öffnete sich für mich das Tor zu diesem Garten sogar mehrmals. Ich war zu Besuch bei einer Freundin. Die Hauskatze Lilly ist normalerweise nicht zutraulich, wir kennen uns schon seit sie bei meiner Freundin als winziges Katzenbaby eingezogen ist. Ein Findelkind, dass mutterlos vom Sohn des Hauses auf der Straße aufgelesen wurde. Die Struktur ihres Felles verrät, dass sie Gene von Wildkatzen in sich trägt. So ist sie auch in ihrem Verhalten ein recht wildes Mädchen, unberechenbar und mit Vorsicht zu genießen. 

Als ich sie gestern auf ihrem Platz auf dem Sofa liegen sah, begrüßte ich sie aus der Ferne und sprach leise ein paar Worte mit ihr. Ganz unvermittelt kommunizierte sie mit mir, in dem sie mir in „Katzensprache“ antwortete. In diesem Moment war ich sehr berührt und sah die erste Sekundenblume erblühen. 

Dieses Verhalten kannte ich bisher nur von dem Kater einer anderen Freundin, der mich gewöhnlich bei meinen Besuchen immer an der Haustüre sitzend mit einer längere „Ansprache“ begrüßte. Bei Lilli hingegen hatte ich dergleichen in ihrem jetzt bereits 13 jährigen Leben niemals beobachtet. 

Es ging dann noch weiter, denn Lilli strich kurz darauf schnurrend um meine Beine und rieb ihren Kopf an meiner  Hand. Ich weiß, dass das eine Liebesbekundung ist. 

Der Höhepunkt der freudigen Überraschungen folgte dann später am Nachmittag, als ich mich auf den Sessel gesetzt hatte, um dem Akkordeon-Spiel meiner Freundin zu lauschen. Lilli kam schnurrend auf meinen Schoß und ließ sich genüsslich streicheln und kraulen und schlief schließlich dort entspannt ein.  

Durch die liebevollen Zuwendung von Lilli durfte ich gestern zahlreiche Sekundenblumen erblühen sehen. 

Inventur 2020

Heute war es mir danach, das vergangene Jahr hier noch einmal in kurzen zusammenfassenden Rückblenden Revue passieren zu lassen und auf diese Weise noch einmal für mich gründlich Inventur zu machen. Für jeden Monat habe ich mir ein Foto ausgesucht und dazu geschrieben, was mir für den jeweiligen Monat wesentlich erscheint.

JANUAR
Zu Beginn des neuen Jahres war ich voller Tatendrang und mit ganz viel positiver Energie erfüllt. Ich schmiedete neue berufliche Pläne und begann auch sogleich erste Schritte in die Wege zu leiten. (Ich konnte nicht ahnen, dass ich sehr bald jäh ausgebremst würde und mein Vorhaben auf unbestimmte Zeit „im Sande verlaufen“ sollte.)

FEBRUAR
Im Laufe des Monats zeichnete sich immer deutlicher ab, dass sich etwas Unheilvolles zusammen braute. Mitte des Monats besuchte ich noch mit drei Freunden die vorerst letzte kulturelle Veranstaltung. Am Ende des Monats, noch vor dem offiziellen Lockdown, entschlossen wir, die Gruppe von Freunden, die sich regelmäßig zu Spiele-Abenden trafen, ihn dieses Mal ausfallen zu lassen. 

MÄRZ
Wir wurden schon von Beginn des Lockdowns fast konstant über die gesamte Zeit mit ungewöhnlich sonnigem Wetter beschenkt. Das war eine Wohltat für die gestresste Seele, immer wieder in den nahen Feldern in der Natur Kraft tanken zu können. Wenn ich zum Einkauf aus dem Dorf in die Stadt fuhr, schaute ich voller Mitgefühl auf die hohen Wohnblocks und konnte mir wahrscheinlich nicht annähernd ausmalen, wie es den Familien mit Kindern erging, die in der Stadt ohne Garten in der Wohnung festsaßen. Den Stein den mein Foto zeigt fand ich bei einer der täglichen Spaziergänge im Feld und er motivierte mich, meinerseits Mutmachsteine zu bemalen und auszulegen. 

APRIL
Das Bewusstsein dafür, dass wir Gemeinschaftswesen sind, wuchs beständig im Laufe der Herausforderungen die uns allen mehr oder weniger abverlangt wurden. Es gab im Dorf und Umkreis zahlreiche positive Entwicklungen, die zeigten, dass wir lernfähig sind unseren Blick über den Tellerrand hinaus zu weiten. 

MAI
Da der geplante Urlaub ausfiel, unternahmen wir zahlreiche Tagesausflüge. Die Kopfweide auf dem Foto sahen wir in einem landschaftlich reizvollen  Naturschutzgebiet in Hessen. Die Erkenntnis, dass das Gute oft so nah liegt, bestätigte sich für uns immer wieder. Wir fuhren auch nicht jeden Tag weite Strecken, für einen Ausflug bot sich zum Beispiel auch ein fußläufig zu erreichender kleiner Weiher an. Wenn wir dort saßen, waren wir „wie in einer anderen Welt“. 

JUNI
In diesem Jahr habe ich einmal mehr erlebt, wie wichtig und heilsam für mich der kreative Ausdruck ist. Ich habe gelernt, mich selber und meine Bedürfnisse ernst zu nehmen und achtsam und wertschätzend für mich selbst zu sorgen. Mit dieser Selbstfürsorge ist es mir gelungen mein Stresslevel immer wieder zu senken und mich seelisch zumindest vorübergehend im Gleichgewicht zu halten. Es blieb ein stetes Auf- und Ab über das ganze Jahr hinweg.

Juli
Nie werde ich vergessen, wie glücklich ich war, nach so langer Zeit meine Töchter wieder zu sehen. Die Sehnsucht hatte mich fast „erdrückt“. Das Foto entstand bei einem Ausflug mit der älteren Tochter in einer Straußenfarm.

AUGUST
Ich habe in diesem Jahr die Erfahrung gemacht, dass es gerade in herausfordernden Zeiten umso wichtiger ist, den Blick zu weiten für die Lichtblicke und Hoffnungszeichen. Ich fand sie erstaunlicherweise immer wieder, immer öfter, je mehr ich mich darauf fokussierte. 

SEPTEMBER
In diesem Jahr wurde ich sozusagen gezwungen „seelische Inventur“ zu machen. Ich durfte, wenn es auch anstrengend und schmerzhaft war, einen Teil meiner Vergangenheit aufarbeiten. So kam es auch, dass ich auch im Äußeren bewusst Wege wählte, die ich schon lange nicht mehr gegangen war. Das Foto zeigt einen Ort in unseren Feldern, wo ich Jahre zuvor mit meiner geliebten verstorbenen Hündin oft unterwegs gewesen bin.

OKTOBER
Auch der Oktober bot noch viele Tage um  Sonnenstrahlen zu sammeln. 
Ich erinnere mich noch gerne an unsere letzte Tagestour an Rhein und Mosel. Wir haben im Laufe  des Jahres hin und wieder unsere Campingstühle und einen kleinen Imbiss sowie gefüllte Kaffee-Thermos-Becher eingepackt und uns irgendwo am Wasser einen schönen Platz zum „Seele-Baumeln-Lassen“ gesucht. 

November
Besonders schöne Stimmungen in der Natur färben auch auf die eigene Stimmungslage des Gemütes ab. Ich habe mich in diesem Jahr häufig an den Satz erinnert, den ich einmal in einem Seminar gehört hatte: „Wenn nichts mehr geht, dann geh!“ Oh ja, ich bin sehr oft gegangen in diesem Jahr!

DEZEMBER
Mein schönstes Weihnachtsgeschenk war das gemeinsame Fest in der Familie mit beiden Töchtern. Das Foto zeigt den Ausblick bei unserer kleinen Waldwanderung am ersten Weihnachtstag. 
Ein weiterer und abschließender Lichtblick war das Streamingkonzert von „Mrs. Greenbird“. Diese beiden lieben Menschen, die Musik mit und aus dem Herzen machen, sind einfach ein Geschenk für mich.

Gute Laune-Backen

Gibt es eigentlich so etwas wie ein Neujahrs-Loch? Wenn ja dann war es das, was mich gestern verschluckt hatte und aus dem ich mich zum Glück abends wieder „herauswurschteln“ konnte. Deshalb beschloss ich heute, als mir der Tag zur Begrüßung ein eher graues Gesicht zeigte, mir die Stimmung auf eigene Faust zu erhellen.

Eigentlich wollte eine Freundin am Nachmittag zu Besuch kommen. Als sie absagte, dachte ich mir: „Die Torte backst du jetzt trotzdem, ein Teil davon lässt sich gut einfrieren und warum sollen wir nicht auch alleine den Beginn des neuen Jahres feiern?“
Gesagt, getan. Ich registrierte erfreut, dass ich während der Zubereitung beschwingt vor mich hin summte.
Der positive Elan reichte auch noch für ein selber gebackenes Brot. „So geht das“, dachte ich. „Gute Laune lässt sich backen! Das werde ich mir merken!“ 😉

In diesen Tagen ist „Das Gute Neue Jahr“ in aller Munde. Hoffnungsvoll oder bangend wird es gewünscht oder herbeigesehnt. Nicht selten heißt es: „Mal abwarten was das neue Jahr für uns bereit hält und hoffentlich wird es besser als das alte Jahr!“
Es scheint so, als ob das neue Jahr schon irgendwo fix und fertig „auf Halde liegt“ und nun auf die Lieferung gewartet wird.
Na hoffen wir mal, dass das Überraschungspacket keine faulen Eier enthält oder sich beim Auspacken herausstellt, dass ein Teil der Ladung schon zu Bruch gegangen ist!
Ich hörte zu und dachte bei mir: „Ne so wird das nix, wenn wir nicht kapieren, dass das neue Jahr nicht im Fertig-Bausatz geliefert wird sondern dass es nur in Eigenproduktion zu haben ist!

Das gute neue Jahr 
kommt nicht 
einfach so,
wenn wir 
zaghaft bangend
oder
zuversichtlich hoffend
darauf warten.

Das neue Jahr 
wird nur 
so gut,
wie wir 
liebevoll achtsam
und
entschlossen tatkräftig 
es werden lassen.

(c) Beate Neufeld
03.01.2021

Danke, liebes altes Jahr

Heute, am vorletzten Tag dieses Jahres, nehme ich mir Zeit zur Rückschau.
Ein Wort habe ich gesucht, mit dem ich meine abschließende Empfindung bezüglich dieses Lebensabschnittes beschreiben kann.
Das Wort lautet: Dankbarkeit.
Es war nicht nur für mich ein Jahr mit ganz besonderen Herausforderungen.
Ein sehr bewegtes Jahr, wie eine Wanderung bei der sich Höhen und Tiefen ständig abwechselten.
Ich durfte neues lernen über mich und über das Leben im Allgemeinen.
Zutiefst dankbar bin ich für Vieles.
Ich bin dankbar für die Liebe und Zuwendung der Menschen, die mir nahestehen und dass wir alle gesund durch das Jahr gekommen sind.
Ich bin dankbar für das wunderbare Frühlingswetter, was die Zeit des ersten Lockdowns so sehr erleichtert hat.
Ich bin dankbar für unseren Wohnort, der mir die Möglichkeit bietet, mich in der Natur zu bewegen und dabei immer wieder neue Kraft zu tanken.
Ich bin dankbar, dass ich im August gemeinsam mit einer Freundin ein kleines Konzert im Freien mit zweien meiner Lieblingsmusikern erleben durfte.
Ich bin dankbar für die zahlreichen wunderbaren Musikerlebnisse per Stream, ein Fest für die Seele.
Ich bin dankbar, auch wenn meine Arbeit im Bereich Stressprävention brach lag und 21 Termine abgesagt werden mussten, denn es blieb dennoch ein Abend im September, den ich mit einer Freundin zusammen gestalte habe und der wurde zu einem ganz besonderen Erlebnis für meine Freundin und mich und für die 5 Menschen die gekommen waren.
Ich bin dankbar, dass ich die Zeit zum kreativen Ausdruck nutzen konnte, ich glaube ich war noch nie so kreativ wie in diesem Jahr.
Noch so Einiges könnte ich aufzählen, für das ich dankbar bin, aber das führt hier zu weit.
Ich gehe mit Zuversicht in das neue Jahr und wünsche euch allen ein liebevolles neues Jahr.

Blick von der Michaelskapelle auf Deidesheim in der weihnachtlichen Nachtmittags-Sonne.

Siehst du das Licht?
Du sagst, du siehst es nicht.
Verändere deine Sicht!
Du wirst es nur mit Augen sehen die nach innen blicken.

Siehst du das Licht?
Du sagst, du siehst es nicht.
Weite deinen Blick!
Du wirst es nur mit Augen sehen die sich über den Horizont erheben.

(c) Beate Neufeld

Weihnachtswunsch

Weihnachtswunsch

Die Wünsche 
sind in diesen Tagen sind 
nicht selten von ganz anderer Art, 
als in den Jahren zuvor.
Wer wünschte sich schon mit seinen Freunden
über den Weihnachtsmarkt spazieren zu können
oder einen spontanen Kurzbesuch bei den Nachbar,
um ihnen ein kleines Geschenk zum Fest zu überreichen?
Wer trug den Wunsch im Herzen
einem Bekannten, den er auf der Straße trifft,
zur Begrüßung die Hände schütteln zu dürfen
oder ein Konzert zu besuchen
und dabei sein Lieblingslied laut mitzusingen?

Die Wünsche 
in dieser Zeit
weisen uns den Weg in unsere eigene Mitte,
unser Herz weiß, was wirklich zählt.
Ich wünsche mir für dich und mich,
dass wir zu unserer wahren Natur erwachen 
und unsere tiefsten Träume
zum Leben erwecken.
In mir wächst der Wunsch, 
dass wir alle gemeinsam 
die Chance ergreifen,
um unsere Erde zu einem 
besseren Ort zu machen.

(C) Beate Neufeld
24.12.2020

Möge euer Weihnachtsfest mit Freude und Liebe erfüllt sein.