Loslassen

Ich weiß schon gar nicht mehr, wie es sich anfühlt unbeschwert zu sein. Wenn ich aufwache spüre ich schon dieses angespannte Grummeln im Solarplexus was  mir das Durchatmen erschwert.
Ich will sie weghaben die unangenehmen Gefühle, die auf meiner Seele lasten. Tagein, tagsaus frage ich mich, wie ich bloß den Knopf zum Abschalten finden kann. Ich  bin so damit beschäftigt loslassen zu wollen, dass ich gar nicht mehr registriere, dass Loslassen das Gegenteil von Aktion ist. Ich aber bin in Aktion, betreibe Hochleistungssport um mich gegen das zu wehren was mich belastet, weil ich endlich meine Ruhe haben will und wieder mit  Leichtigkeit und Freude, Lebenslust und Kraft durch das Leben gehen möchte.
Vor ein paar Tagen wurde mir bewusst, dass ich mein Ziel nur dann erreiche, wenn ich bereit bin, den Weg zu gehen, durchzugehen, mich nicht länger daran vorbei zu mogeln. Der Weg führt durch diese unangenehmen Gefühle hindurch, sie wollen gesehen und beachtet werden. Nun übe ich mich darin, sie jeden Morgen zu begrüßen, sie „an die Hand zu nehmen“ und zu sagen:  “ Schaun wir mal, was wir heute miteinander erleben. “

Vielleicht fragt ihr euch, was mich belastet. Nur soviel: Es hat mir Priskas sehr wechselhaftem Gesundheitszustand zu tun und damit, dass ich mich mit dem Gedanken anfreunden muss,  irgendwann über kurz oder lang eine Entscheidung treffen zu müssen, die ich niemals treffen wollte. Ich weiß nicht wie es kommt und wann es kommt und was richtig ist weiß ich schon gar nicht.
LOSLASSEN, ZULASSEN, SEINLASSEN.

Heute geht es ihr gut, meiner kleinen Herzenshündin.

Durchatmen

Heute Vormittag war ich sehr dankbar für ein klein wenig Abkühlung in Form von einer leichten Brise. Seit Tagen hatte mich die Hitzewelle sozusagen lahmgelegt, weil diese Witterung und ich einfach nicht kompatibel sind. Nein, ich will hier jetzt nicht über das Wetter jammern,  denn es ist schließlich Sommer und wenn es derzeit kühl und grau wäre, dann wäre das alles andere als schön.Ich denke, dass es gerade diese Gegensätze sind, die wir hier in unseren Breitengraden auch gerade durch die Jahreszeiten erleben dürfen, die uns unsere Sinne öffnen für die Schönheit der Natur insbesondere  und des Lebens im allgemeinen. Niemals hätte ich diese Brise heute morgen so ausgekostet, wenn ich zuvor die Hitze nicht gespürt hätte. Niemals würden die leuchtenden Sommerfarben mein Herz so sehr erfreuen, wenn ich den kargen Winter nicht erlebt hätte. Also ist alles gut so wie es ist!
Und unserer alten Dame hat die kleine Abkühlung auch gut getan!
Wie ich diese kleinen Farbtupfer im Kornfeld liebe!

Sommerwind
labende Kühlung
auf erhitzter Haut
dankbar genieße ich erquickende
Belebung

 

 

Ein Wasser bitte für den Hund

Hallo ihr Lieben,

bei uns ist es heute richtig sommerlich heiß und da haben wir für den Spaziergang den kühlen Wald gewählt. Nichts desto trotz sind wir ins Schwitzen gekommen. Meine Füße waren zudem noch warm verpackt in den Schuhen wärend „der beste Ehemann von allen“ (ich mag einfach diesen Ausspruch von Kishon) wohlweislich leichtes Schuhwerk gewählt hatte. Mensch und Hund waren auf jeden Fall glücklich zum Abschluss im Waldlokal einkehren zu können.

„Hallo Frau Bedienung, guck mal meine Zunge wird schon immer länger, während ich vor der trockenen Trinkschüssel warte. Gehts ein bissel schneller bittö?“

Na endlich! Schaut mal, wir hatten uns ein richtig gemütliches Plätzchen ausgesucht.

Und nun genießen wir die Sonntagsruhe im kühlen Wohnzimmer. Und ihr so?

Du, ich mag dich

Heute nutze ich die Gunst der Stunde um mich mal wieder zu melden. Mit Priskas Gesundheitszustand ist es ein ständiges Auf-und Ab. Das kostet mich sehr viel Kraft. Aber heute geht es ihr bisher gut und wir haben eine kleinen Spaziergang gemacht, denn heute Nachmittag möchte ich mit Priska zu einer Freundin fahren, die auch einen Hund hat. Er läuft nur noch sehr langsam, weil er schon „ein alter Herr “ ist und da war es gut, vorher noch ein bissel für etwas flottere Bewegung zu sorgen.Ich habe mich an den Mohnblumen vor dem Kornfeld erfreut. Jedes Jahr ein geliebter Anblick. Ihr wundert euch über meine Überschrift, die in keinem Zusammenhang mit dem bisher Geschriebenen steht? Ich wollte euch noch berichten, dass ich inzwischen gut „angekommen “ bin an meiner Arbeitsstelle. Zwischen mir und den meisten  Bewohnern der beiden Wohngruppen in denen ich arbeite hat sich inzwischen ein gutes Vertrauensverhältnis aufgebaut. Mir geht das Herz auf, wenn ich mit einem Lächeln begrüßt werde oder ein froher Ruf klingt den Flur entlang: „Hallo Beate, bist du heute bei uns?“ Eine Bewohnerin hat  beim letzten Mal gesagt: „Du, ich mag dich.“ Das ist einfach unbezahlbar.

Liebe Grüße an euch, bis bald.

 

 

Grüße am Sonntag

In den letzten Tagen konnte ich ein wenig zur Ruhe kommen, durchatmen, Kraft tanken. Es ist seit Anfang des Jahres nicht leicht, weil Priskas Gesundheitszustand sehr wechselhaft ist, eigentlich ein stetes Auf -und Ab. Ihr Immunsystem ist leider nicht stark genug um mit dem Klamydienbefall klarzukommen. Die Behandlung beim Tierarzt zeigt aber jedes Mal ganz erstaunlich schnell Erfolg und sie ist wieder fit. Nur hält das bisher nicht dauerhaft an. Ich möchte mich hier gar nicht zu a usführlich auf dieses Thema einlassen, nur als Erklärung,  warum ich des Öfteren mal schweigsam bin. Ich zeige euch lieber einen Film auf YouTube,  den ich letzte Woche im Garten vom Tierarzt gemacht habe. Ich brachte Priska in einer ziemlich schlechten Verfassung hin, sie war total schwach und apathisch,  konnte sich nur sehr schleppend und unsicher bewegen. Hier sehr ihr sie, und das ist kein Scherz, kurz nach der Behandlung.

Ihr schmeckt auch ihr Futter wieder und besonders die Erdbeeren.

Seit längerer Zeit habe ich mich entschlossen, Priska nicht mehr alleine im Haus zu lassen, denn sie hat wahrscheinlich wegen ihrem beeinträchtigtem Hör- und Sehsinn massive Ängste entwickelt. Es ist im Laufe der Zeit immer schlimmer geworden. Das schränkt mich natürlich in meiner Mobilität und in meiner Freizeitgestaltung enorm ein und belastet mich zusätzlich. Ich möchte keine Mitleid einfordern, denn ich habe mich vor 14 Jahren für Priska entschieden und wir hatten so viel lange wundervolle und unbeschwerte Jahr miteinander, jetzt stehen wir auch das gemeinsam durch.

Entschuldigung

Es tut mir leid, ich habe erst heute entdeckt, dass ich hier viele Kommentare nicht freigeschaltet habe. Ich habe sie alle gelesen und mich auch darüber sehr gefreut. Ich beantworte gewöhnlich jeden einzeln, aber im Moment bin ich etwas „durch den Wind“ und schweige und genieße. Das darf auch mal sein, finde ich. Es wird sich auch wieder ändern. Wenn es mir danach ist, erzähle ich euch, was mich im Moment belastet. Aber für heute schicke ich euch einfach mal dieses Lebenszeichen und viele Grüße.