Da bricht etwas auf

Seht mal, bei den Narzissen auf Priskas Grab tut sich was!
Und wisst ihr was, bei mir ist es genauso!

Ich habe es in meinem Leben immer wieder erfahren, dass alles miteinander verbunden ist und dass alles „zusammen passt“, vergleichbar mit einem Puzzle, was sich Stück für Stück zusammen fügt.
So ist kein Erlebnis, auch wenn es schmerzhaft ist, sinnlos.
Jede Veränderung im Leben birgt Chancen in sich.
Alles braucht seine Zeit und kommt zur richtigen Zeit „ans Licht“.

Ich habe 4 intensive Tage hinter mir. Ein grippaler Infekt hatte mich sozusagen auf mich selbst zurück geworfen. Intensive schmerzhafte Trauer, wichtige, wegweisende Erkenntnisse und ein Motivationsschub in Form einiger Impulse, die genau zur richtigen Zeit, nämlich gestern Abend, von meiner älteren Tochter kamen entfalteten in ihrem zeitlich perfekten Zusammenspiel ihre heilsame Wirkung.
Nun bricht auch in mir etwas auf und beginnt ganz zart seine Blüten zu entfalten.
Mir wurde bewusst, dass die Zeit, die ich nun nicht mehr mit Priska teilen kann, wertvoll ist und ich sie nun für neue Aufgaben nutzen darf!
Was das genau sein wird, das darf sich langsam entwickeln.
Zu gegebener Zeit werde ich es euch wissen lassen.

Die Ruhe vor dem Sturm

Hallo Ihr Lieben,  bevor sich später unser Haus mit meinen Freundinnen, Lachen und turbulentem Stimmengewirr füllen wird, genieße ich noch ein wenig die Ruhe hier im Wohnzimmer. Ihr seht, der Kaffeetisch ist schon fast fertig und auch sonst ist nicht mehr viel zu tun. 

Das habe ich alles schon seit heute Morgen vorbereitet. Morgen habe ich Frühdienst und am Freitag fahren wir nach Kassel, um unsere jüngste Tochter zu besuchen und sie über Ostern mit zu uns zu nehmen. Am Ostermontag arbeite ich im Spätdienst, und deshalb vermute ich, dass ich vor Ostern hier nichts mehr schreiben werde. Auch für Besuche in euren Blogs bleibt mir  leider keine Zeit.

Ich werde die Zeit zwischen meinen Arbeitseinsätzen mit meinen Lieben genießen. Ich halte es mit der Weisheit der Indianer, dass es ratsam ist, ab und zu eine Rast einzulegen, damit unsere Seele Zeit hat nach zu kommen.

Ich wünsche Euch allen ein frohes und entspanntes Osterfest.

Der Kreislauf des Lebens

Kürzlich fiel mir bei einer Freundin ein altes Bilderbuch in die Hand, welches eine zu Herzen gehende Geschichte über den Kreislauf des Lebens erzählt, und die gerade heute zu Beginn des Monats November und zu dem heutigen Feiertag passt.

Blatt1Freddie hieß das Blatt, das mit Hunderten von anderen Blättern gemeinsam auf einem Baum im Frühling das Licht der Welt erblickt hatte. Alfred und Benjamin, wuchsen neben ihm und Sebastian über ihm, aber Daniel war sein bester Freund, er war das größte Blatt auf dem Ast.

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Es kam Freddie so vor, also ob Daniel schon vor allen anderen da gewesen sei, weil er der Klügste war. Er erzählte ihnen, dass sie alle Teil eines Baumes seien, der starke Wurzeln hatte, die im Boden verborgen waren.
DSCN1459-001Daniel erzählte ihnen auch davon, dass der Baum in einem Park wuchs und dass es zu ihrer Bestimmung gehörte, den Menschen Schatten zu spenden. Freddie verstand nicht gleich und musste noch einmal nachfragen, was eine Bestimmung sei. „Der Grund für unser Dasein“, erwiderte Daniel daraufhin.
Freddie liebte es ein Blatt zu sein und der Sommer war besonders schön gewesen. Er hatte mit seinen Blätterfreunden gelernt im Wind zu tanzen, hatte sich genüsslich von der Sommersonne bescheinen lassen und sich über erfrischende kühlende Regenduschen gefreut.

DSCN3733Als der Herbst ins Land zog begann Daniel zu frieren, es wurde ihm so kalt wie noch nie. Daniel erzählte ihnen, dass auf den Herbst bald der Winter folgen würde.
Beinahe über Nacht verwandelte sich der ganze Baum in ein Farbenmeer.

DSCN3571Freddie war sehr erstaunt darüber und fragte Daniel, warum keiner von ihnen dem anderen glich. Daniel erklärte, dass sie alle doch verschiedene Erfahrungen gemacht hätten, sie wären unterschiedlich der Sonne ausgesetzt gewesen, weil sie an verschiedenen Stellen des Baumes wuchsen und hätten jeder auf unterschiedliche Art Schatten gespendet, daher wäre es nicht verwunderlich, dass sie alle verschiedene Farben hätten.
Eines Tages geschah es, dass ein starker Wind, der sie früher lustig tanzen ließ, nun an ihnen zog und zerrte und einige Blätter von ihren Ästen riss. Diese wurden herumgewirbelt und dann sanft nach unten zur Erde getragen.

100_5334Als es einigen Blättern große Angst bekamen, war es wieder Daniel, der sie mit seinen Worten beruhigte. Er sprach davon, dass es für sie nun Zeit geworden wäre, ihr Zuhause zu wechseln und dass diese Zeit für alle Lebewesen einmal kommt. Er sagte auch, dass die Menschen diesen Vorgang Sterben nennen.
Freddie sagte ängstlich, dass er nicht sterben wolle und Daniel tröstete ihn. Er erklärte, dass das natürlich ist, weil alle fürchten was sie nicht kennen. Aber er wies darauf hin, dass sie ja auch keine Angst gehabt hätten ,als der Frühling zum Sommer wurde und als der Sommer zum Herbst wurde, das waren ganz normale Veränderungen und er fragte Freddie warum sie dann jetzt Angst haben sollten vor der Jahreszeit, in der sie sterben? Freddie wollte wissen, ob der Baum auch stirbt und da erfuhr er von Daniel, dass das auch eines Tages soweit sein würde, aber dass es etwas gäbe, was stärker als der Baum sei: DAS LEBEN.“Das Leben währt immer und wir sind ein Teil davon sprach“, Daniel.

DSCN2104Als Freddie wissen wollte wohin sie den nach dem Sterben gehen würden und ob sie im Frühling zurück kehren würden, da erwiderte Daniel, dass das ein großes Geheimnis sei und dass sie nicht zurück kommen, aber das Leben.
Freddie wollte erfahren, was das alles für einen Sinn haben sollte, warum sie überhaupt zum Leben erwacht seien, wenn sie fallen und sterben müssten.

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“ Wegen der der Sonne, dem Mond und den Jahreszeiten, wegen den schönen Zeiten die wir zusammen verbracht haben und wegen dem wohltuenden Schatten, den wir den Menschen geschenkt haben, die in den Park gekommen sind“.
Schließlich war der Tag gekommen an dem Daniel mühelos zu Boden fiel. Es sah so aus, als ob er Freddie zulächelte und auf Wiedersehen sagte.

DSCN3587Dann, kurze Zeit später fiel der erste Schnee, er war weich weiß und sanft, aber bitterkalt. Freddie war noch das einzige Blatt auf dem Baum. Er bemerkte, dass er seine Farbe verloren hatte und ganz spröde geworden war.

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An diesem Tag in der Dämmerung kam ein Wind, der Freddie von seinem Ast weg trug, Es tat überhaupt nicht weh und während er ruhig und sanft zu Boden schwebte kam er aus dem Staunen nicht heraus, denn er sah in diesem Augenblick zum ersten Mal den Baum von dem er ein Teil gewesen war.

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Schließlich landete Freddie auf einem Häufchen Schnee. Es fühlte sich irgendwie weich ja sogar warm an, er schloss seine Augen und schlief ein. Er wusste nicht, dass auf den Winter der Frühling folgen würde und dass der Schnee schmelzen würde.

DSCN5167 Er wusste auch nicht, dass er, das vertrocknete Blatt, sich mit dem Wasser und der Erde verbinden würde und dazu dienen würde, den Baum kräftiger zu machen. Und er wusste ebenfalls nicht, dass im schlafenden Baum und  in der Erde bereits Pläne für neue Blätter im Frühling waren.

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Gedanken zum Jahreswechsel

Je länger ich hier auf dieser Erde lebe, desto weniger bedeutend erscheint mir das Silvester Fest. Früher war ich da emotional sehr beteiligt und ich verband mit diesem Ereignis viele Hoffnungen und je nach seelischer Verfassung vielleicht auch Befürchtungen.
Inzwischen ist mir bewusst, dass es eigentlich nur die Erinnerung daran ist, dass wir im Fluss des Lebens mit schwimmen. Es lässt sich nichts festhalten! Wenn ich es dennoch krampfhaft versuche, füge ich mir im Grunde selber Verletzungen und damit auch Schmerzen zu.
Das was wir an Silvester erleben geschieht Tag für Tag, Minute für Minute und Sekunde für Sekunde: Übergang.
Jeder Augenblick ist so gesehen wie ein neues Leben.
Diese Erkenntnis kann sehr tröstlich sein, denn ich habe jeden Moment die Möglichkeit meinem Leben einen neuen Anstrich zu geben, es ist nie zu spät!

Also denn: AUF ZU NEUEN UFERN !

Siegel der Liebe

Geschichte: Das rosa Tütchen

Als ich eines Tage wie immer traurig durch den Park schlenderte und mich auf einer Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken, was in meinem Leben schief läuft, setzte sich ein fröhliches kleines Mädchen zu mir.
Es spürte meine Stimmung und fragte: „Warum bist du so traurig “
„Ach“, sagte ich, „ich habe keine Freude im Leben. Alle sind gegen mich, alles läuft schief. Ich habe kein Glück und ich weiß nicht, wie es weiter gehen soll.“
„Hmmh „, meinte das Mädchen, wo hast du denn dein rosa Tütchen? Zeig es mir mal, ich möchte da mal reinschauen.“
„Was für ein rosa Tütchen?“, fragte ich verwundert. „Ich habe nur ein schwarzes Tütchen.“ Wortlos reichte ich es ihm.
Vorsichtig öffnete es mit seinen zarten kleinen Fingern das Tütchen und sah hinein.
Ich bemerkte, wie es erschrak. „Es ist ja voller Albträume, voller Unglück und schlimmer Erlebnisse.“
„Was soll ich machen, es ist eben so, daran kann ich doch nichts ändern!“
„Hier nimm“, meinte das Mädchen und reichte mir sein rosa Tütchen: „Sieh hinein!“
Mit etwas zitternden Händen öffnete ich das rosa Tütchen und konnte sehen, dass es voll war mit Erinnerungen an schöne Momente des Lebens, und das, obwohl das Mädchen noch jung an Lebensjahren war.
„Wo ist dein schwarzes Tütchen?“, fragte ich neugierig.
„Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht weiter darum“, sagte es. „Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, mein rosa Tütchen voll zu bekommen, da stopfe ich so viel wie möglich hinein. Immer wenn ich Lust dazu habe oder ich beginne traurig zu werden, dann öffne ich mein rosa Tütchen und schaue hinein. Dann geht es mir sofort besser!“
“ Wenn ich einmal alt bin und mein Ende kommt, dann habe ich immer noch mein rosa Tütchen. Es wird voll sein bis oben hin und ich kann sagen: Mein Leben hatte einen Sinn!“
Noch während ich verwundert über ihre Worte nachdachte, gab es mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden.
Neben mir auf der Bank lag ein rosa Tütchen.
Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein. es war fast leer, bis auf einen zärtlichen Kuss den ich von einem kleinen Mädchen auf einer Parkbank erhalten hatte.
Bei dem Gedanken daran musste ich schmunzeln und mir wurde warm ums Herz.
Glücklich machte ich mich auf den Heimweg, nicht vergessend, am nächsten Mülleimer mich meines schwarzen Tütchens zu entledigen.

Verfasser unbekannt

 

 

 

Freiheit

Bild

Paleica hat für den Monat April ihr Projekt Rundherum unter das Thema: Freiheit gestellt.
Ich habe für meinen Beitrag das Baummotiv gewählt, weil mich Bäume sehr berühren.
Sie sind in ihrer Standhaftigkeit, in der sie sich den Jahreszeiten aussetzen, hingegeben ohne Wenn und Aber. Ein Bild für Freiheit. Freiheit, die nicht danach strebt, die Gegebenheiten  verändern zu wollen sondern die Freiheit des Annehmens zu wählen.
Sie ruhen in sich selbst und lassen sich nicht beeinflussen vom äußeren Geschehen, und wo Stürme ihre Zweige brechen, wachsen neue Triebe.