Wenn der Herbstwind weht

Ich war heute beim Spaziergang unterwegs und es wehte ein ziemlich frischer, stürmischer Herbstwind. Als ich mich dabei ertappte, wie ich den Kopf senkte und das Gesicht verzog und eine gewisse ablehnende Haltung annahm: “ Hu, das ist aber unangenehm kalt heute“, überlegte ich mir, wie ich meine Einstellung zum Positiven wenden könnte.
Ich ging also in eine „Gehmeditation“ über und lies den inneren Widerstand bewusst los und stellte mir vor, wie dieser Wind, der an den Zweigen der Bäume rüttelt und die Blättern wegfegt, meinen Kopf durchweht und alles mitnimmt, was darin an unnötigem Ballast sich festgesetzt hat.
Es dauerte nicht lange bis ich eine Frische und Klarheit wahrnahm, die ich als wohltuend empfand.
Diese Erfahrung kann ich nutzen, um auch in gewissen belastenden Alltagssituation in eine positive Haltung zu kommen, die mein negatives Gedankenkarussell stoppt und ihm eine andere Richtung gibt.
Und dazu ist eine neue Gedichtkarte entstanden, die ich euch in meinem Schreibblog Herzensauge zeige.
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Abschiedsfest

Ich hatte Euch versprochen, hier zu verraten, warum wir am Wochenende gefeiert haben.
Es war kein großes Fest, nein eine kleine Feier im engsten Familienkreis.
Meine ältere Tochter Rebecca flog gestern für ein Semester nach England.
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Meine jüngere Tochter und ich brachten sie nach Frankfurt zum Flughafen.
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Neben dem natürlichen Abschiedsschmerz überwiegt aber bei mir auf jeden Fall die Freude darüber, dass sie solch wertvolle Erfahrungen machen darf, und dass sie es dort so gut angetroffen hat.

Über Weihnachten werden mein Mann und die jüngere Tochter und ich bei ihr in England sein.Darauf freu ich mich jetzt schon!
Bis dahin bleiben wir über das Internet in regem Kontakt, diese Möglichkeit ist doch wirklich Gold wert, finde ich.

Nicht perfekt – aber perfekt ich selbst!

Nicht perfekt – aber perfekt ich selbst

Lange Zeit habe ich unglaublich viel
Kraft daran verschwendet,
nach Perfektion zu streben.
Tag für Tag
arbeitete ich verbissen
an einer Maskerade,
die wie maßgeschneidert auf die Rolle passte,
die ich mir selbst erwählt hatte,
um mich stetig immer weiter von mir selbst
zu entfernen.
Wie in einen Kokon gehüllt
wartete mein wahres Ich geduldig darauf,
in die Freiheit geboren zu werden.
Es ist nie zu spät neu zu beginnen.
Heute nutze ich meine Energie,
um Stück für Stück
herauszuschlüpfen
und abzulegen,
was nicht zu mir gehört.
Wie ein Magnet werde ich angezogen
von der leisen Gewissheit,
dass mein Weg das Ziel ist,
und dass ich schon immer perfekt war,
genau so wie ich bin.

(C) Beate Neufeld

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Zeit zum Abschied nehmen

Zeit zum Abschied nehmen.

“ Viel zu früh! “
“ Warum schon jetzt? “
“ Warum diese schwere Krankheit? “
“ Sie war so ein liebenswerter Mensch, warum musste sie schon gehen? “
“ Sie stand doch mitten im Leben und hatte so viel zu geben, wo ist der Sinn? “

Zeit zum Abschied nehmen.

Alles hat seine Zeit.
Die Natur zeigt es uns im steten Kreislauf.
Aufkeimen, wachsen, reifen, welken und vergehen.
Auch wir sind eingebunden in diesen ganz natürlichen Rhythmus.
Wir können uns nicht entziehen, nur hineinbegeben.

Fragen bleiben.
Aber auch Erinnerungen.
Dankbarkeit.
Eine leise Ahnung von einer grenzenlosen Verbindung, die bleibt.
Aufforderung des Lebens an uns, die Zeit wert zu schätzen und bewusst zu leben.

Zeit zum Abschied nehmen.

Die Liebe bleibt.

(C) Beate Neufeld
im Gedenken an H.
28.04.2015
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Gestern nahmen wir in unserem Meditativen Tanzkreis Abschied von einer lieben Mittänzerin.

Neubeginn

Neubeginn, so habe ich eines meiner Gedichte genannt, die ich in diesem Jahr geschrieben habe.  Es steht mit seiner Aussage für die Qualität meiner Erfahrungen in diesem Jahr.
2013 war ein sehr bewegtes Jahr sowohl in privater als auch in beruflicher Hinsicht.

Neubeginn

Vergangenes zurück lassen.
Den Blick nach Vorne wenden.
Neues Willkommen heißen.
Dem Glück die Tür öffnen.

(C) Beate Neufeld

Dankbar halte ich Rückblick und im Loslassen öffne ich mich neugierig und bejahend dem Neuen Jahr.

Und so schließe ich mit einem weiteren Gedicht aus diesem Jahr.

Aufbrechen.
Schützende Hüllen
fallen lassen.
Verwandlung
geschehen lassen.
Entwicklung
zulassen.

(C) Beate Neufeld

Auf Wiederlesen im neuen Jahr.
Alles Liebe, von Herzen:
Beate

Loslassen

Bild

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Khalil Gibran, arabischer Dichter, 1883-1931

Dieses Gedicht von Khalil Gibran enthält die ganz Wahrheit in wundervolle Worte gekleidet.

Und dennoch: Der Weg vom Verstand zum Herzen ist oft sehr weit . . .
Das Loslassen ist schmerzhaft und das gestehe ich mir zu.