Die Blätter fallen

In den letzten Tagen hat dann hier bei uns der November seine „Verkleidung als verlängerter Spätsommer“ abgelegt und zeigt sich nun ungeschminkt. Morgens und abends wird es schon oft neblig und recht kühl. Das gehört so, denn es passt zur Jahreszeit. Die fallenden Blätter haben das Bild der Landschaft jetzt deutlich verändert. 

Ich denke gerade an meine Geschichte „Das stolze Blatt, das nicht fallen wollte“, die ich vor zwei Jahren geschrieben habe.

Die Blätterlücken der Weinreben geben den Blick auf die Kirche im Dorf frei. Ich mag es, hier in den Feldern spazieren zu gehen. Es ist deutlich stiller als im Dorf.

Die frische und sonnige Novemberluft tut mir gut.
Hier habe ich schon eine ganz Weile nicht mehr gesessen, aber die Bank darf jetzt bis zum nächsten Frühling darauf warten 🙂

Die Birken werden silbrig, wenn der Bick auf die Äste frei wird.

Ich komme hier an diesen Platz im Feld gerne hin, wenn ich „etwas auf dem Herzen habe“, es fällt mir leichter, Sorgen loszulassen, wenn ich sie symbolisch hier „ablegen“ kann.
Ich denke heute hier auch an den tragischen Verkehrsunfall, der sich im Nachbarort vor drei Tagen ereignet hat. Ein Fahrradfahrer, 62 Jahre alt, ist von einem Lastwagen, der auf eine Vorfahrtsstraße abbog, überrollt worden und war auf der Stelle tot. In diesem Jahr sind nach meinem Empfinden viele Menschen hier im Umfeld plötzlich und unerwartet gestorben. Was heißt das eigentlich? Kommt der Tod nicht immer plötzlich und unerwartet, weil wir Meister im Verdrängen sind? Ich fühle mich jedes Mal bei solch einem Ereignis innerlich aufgerüttelt. Die Prioritäten verschieben sich im Angesicht des Todes. Je älter ich werde, desto dringlicher ist mein Wunsch, meine Zeit sinnvoll zu nutzen. Mehr darauf zu achten, was mir wirklich von innen heraus wichtig ist und danach zu handeln.
Es gelingt mal mehr und mal weniger gut. Aber auch hier ist der Weg das Ziel!
Ich wünsche euch ein frohes Wochenende.

Warum mache ich das eigentlich

In der letzten Zeit habe ich mir des Öfteren Gedanken darüber gemacht, warum ich eigentlich Zeit investiere zum Bloggen. Was ist für mich die Motivation?
Da ich auch auf Facebook und Instagramm unterwegs bin werde ich ständig mit den Like Buttons konfrontiert. Klar, auf Facebook oder Instagramm benutze ich sie auch. Aber das hat für mich einen anderen „Charakter“, da ist die Reichweite viel größer. Es gibt massenhaft Informationen auf unzähligen Seiten und von den sogenannten Freunden werden doch meist eher kurze Statements abgegeben, oder mal ein Foto eingestellt.
Bloggen ist für mich anders, irgendwie als wenn ich die Tür zu „mein Wohnzimmer“ noch ein Stückchen weiter öffnen könnte, so dass dort Platz wird für die Begegnung mit Menschen, die ich sonst nicht treffen, ja noch nicht einmal kennen würde.
Bloggen ist für mich ein wertvoller Austausch, wie eine Gesprächsrunde bei der Erlebnisse Informationen oder Fotos ausgetauscht werden. Natürlich interessiert sich nicht Jeder für alles oder hat zu jedem Thema etwas zu sagen, aber wenn sich immer nur Einzelne und die Selben in das „Gespräch“ einbringen, dann entbehrt es der Lebendigkeit.
Wenn ich in einem Blog lese, dann sehe ich, dass sich der Blogger viel Mühe gegeben hat, um einen schönen Artikel zusammenzustellen.
Nicht zu jedem Artikel habe ich etwas zu sagen, z.B. weil ich mich mit dem betreffenden Thema noch nicht auseinandergesetzt habe oder weil meine Interessen auf einem anderen Gebiet liegen. Aber in den meisten Fällen nehme ich mir gerne die Zeit, ein paar anerkennende Worte zu schreiben, oder auch manchmal nur einen kleinen Gruß zu hinterlassen.
Ich mag nicht einfach nur auf den Knopf drücken (Like Button), quasi ein Häkchen hinter das von mir Gesehene zu machen und dann flott weiter zum nächsten Blog zu „springen“. Sicher, das wäre zeitsparender, also richtig effektiv, denn dann würde ich viel mehr Blogs mit dem gleichen Zeitaufwand schaffen, aber mit dieser Konsumhaltung würde mir schon bald die Freude verloren gehen.
Weniger ist oft viel mehr, finde ich!
Aus diesem Grund ist es für mich gar nicht schlimm, dass sich hier auf meinem Blog keine Like Buttons einrichten lassen, denn wäre es möglich, hätte ich zwar wahrscheinlich eine leise Ahnung davon, ob da Jemand und wer da draußen mitliest, aber trotzdem würde nicht mehr Menschen zu mir „in meinem Wohnzimmer kommen und sich zu mir an den Tisch setzten“.

So, und nun nehme ich euch mit auf meinen Herbstspaziergang, den ich vorgestern gemacht habe. Es war sozusagen ein Goldener Oktobertag der sich in den November verirrt hat. Wahrscheinlich hatte er getrödelt, sich zu lange verweilt mit Nüssen, Kastanien und Äpfeln ernten und in der Sonne sitzen und sich die Nase wärmen lassen; und so hat er dann den Anschluss verpasst und konnte erst vorgestern hier Einzug nehmen.
Seht selbst, welche Geschenke er mitgebracht hatte.

Machts gut, bis demnächst.

 

Begegnungen in der Stille

Gestern war mein letzter Urlaubstag und da der Ehemann schon wieder arbeitet nutzte ich ihn für einen Besuch im nahegelegenen Wildpark. Bisher waren wir immer gemeinsam dort und jeweils am Wochenende. Da sind natürlich sehr viele Menschen dort unterwegs. Gestern war ich ganz alleine und es war ruhig dort. Eine ganz besondere Stimmung breitete sich aus: Die Stille des Herbstes.

Besonders faszinierend war, dass das Niederwild welches dort frei herumläuft gar nicht scheu war sondern mich bis auf 5 bis 10 Meter herankommen ließ. Ein besonderes Erlebnis welches mich glücklich gemacht hat.

 

Grenzenlos

Grenzenlos

Ohne Begrenzungen grenzenlos glücklich?

Das Land der grenzenlosen Möglichkeiten.
Wenn wenn es das wirklich geben würde, wollte ich dort leben?

Während ich nachdenke fällt mir unmittelbar der Wechsel der Jahreszeiten ein.
In diesem Jahr hat es sich zwar geraume Zeit so angefühlt als ob der Sommer nicht enden wolle, aber nun ist er endgültig vorbei!
Es ist keineswegs so, dass ich dem Herbst ausschließlich gute Seiten abgewinnen kann. Die Tatsache, dass das Licht abnimmt und die Welt oft in graues Licht getaucht wird schlägt sich auch bei mir auf die Stimmung nieder, ich werde nachdenklicher, melancholischer, vielleicht sogar empfindsamer. Dennoch möchte ich diese Zeit auf keinen Fall missen, denn ich bin mir sicher, dass mir ohne sie etwas Entscheidendes fehlen würde.Im Herbst, auch gerade im Monat November, der oft als grässlich verschrien ist, habe ich schon unzählige faszinierende Naturstimmungen vorgefunden, die ich versucht habe fotografisch festzuhalten.

Kürzlich habe ich meine Empfindungen bei einem Gespräch über die Jahreszeiten zum Ausdruck gebracht und von den Anderen Beteiligten mehr oder weniger kopfschüttelndes Unverständnis gespürt.
Sie sagten einstimmig, dass sie davon träumen, dauerhaft im Sommer leben zu können, oder allenfalls im Wechsel mit frühlingshafter Witterung.
Warum würde ich mich,falls ich die Wahl hätte, freiwillig dafür entscheiden den Sommer gegen den Herbst und den Herbst gegen den Winter zu tauschen?
Ich glaube, genau deshalb, weil danach wieder der Frühling kommt!
Durch den Wechsel oder die Begrenzung der einzelnen Jahreszeiten erlebe ich ihre Qualität intensiver. Ich koste sie sozusagen aus und vermute, dass ich zum Beispiel das erfrischende Bad in einem See an einem heißen Sommertag oder auch nur ein Fußbad im Schlauchboot(siehe Galerie), niemals so sehr genießen könnte, wenn das alltäglich möglich wäre.

Mir ist das „Spiel der Jahreszeiten „ als Sinnbild des Lebens sehr nah und elementar wichtig!
Das Leben bietet unzählige Begrenzungen die Potential zur Entwicklung bieten.
Manche Begrenzung setzte ich mir selber und kann buchstäblich darüber hinaus wachsen.
Aber da sind auch die Begrenzungen die unumgänglich sind.
Nicht nur die Lebenszeit an sich sondern zum Beispiel auch die Begrenzungen die mir durch meine persönlichen Strukturen gegeben sind. Ich bin nicht grenzenlos begabt, vieles lässt sich lernen, aber bei weitem nicht alles.
Nachdem ich oft mit meinen persönlichen Begrenzungen gehadert habe, weil ich dem Vergleich mit anderen Menschen nicht standhalten konnte („die schafft das doch auch, warum ich nicht?“), weiß ich heute, dass ich durch diese Auseinandersetzung mit mir selber, durch dieses „Zurückgeworfensein“ auf mich mit meinen Begrenzungen, mir selbst näher gekommen bin.
Ich durfte entdecken, was in mir steckt, nämlich all das, was sich im Außen nicht finden lässt.

Ein Sommernachmittag mit Gartenglück

Letzten Sonntag hat uns unser Ausflug in den Hermanshof in Weinheim geführt. Der Schau- und Sichtungsgarten, wie er sich nennt, stand schon lange auf meiner Ausflugswunschliste. Mit Hund kann man da nicht herein, deswegen hat es auch recht lange gedauert, bis wir ihn besichtigen konnten.

Üppige Blüten, exotische Pflanzen, idyllische Plätze zum Verweilen, beeindruckende mächtige Bäume. Seht selbst eine kleine Fotoauswahl in der Galerie.

Trotz der großen Hitze findet man immer einen schattigen Platz und zum Abschluss gab es einen lecker erfrischenden Eiskaffee. 🙂
Nun geht es heute wieder los zu einem Ausflug. Ich werde berichten, wenn sich brauchbare Fotos machen lassen.
Seid mir alle herzlich gegrüßt.

Freudige Überraschung

Meine Güte war das eine Freude, als ich soeben in das Dashboard meines Blogs geschaut habe und eure vielen lieben Kommentare darin fand.
Damit hatte ich nicht gerechnet und mir wurde bewusst, wie lange ich schon wieder abwesend war.
Ich bin am Montag von einem sehr schönen verlängerten Wochenende bei meinem Bruder zurück gekehrt. Wir haben am Samstag einen kleinen Ausflug in das landschaftlich bezaubernde Bergische Land gemacht. Zunächst haben wir in einem Tagungshotel auf der Terasse mit wunderbarem Ausblick unseren Kaffee genossen.

Das war unsere Aussicht.


Blick vom Parkplatz auf das Hotel.

Weg zur Terasse.

Blick vom Parkplatz aus auf die Umgebung.
Ihr seht, es war richtig idyllisch dort.
Danach sind wir in das nahe gelegene Altenberg gefahren.
Wir sind in den Dom gegangen und haben dann lange auf einer Bank mit Blick auf den Dom gesessen und einfach nur „die Seele baumeln lassen“.

Das war er, der Blick auf den Dom von unserer Bank aus.

Heute habe ich in unserem kleinen verwilderten Garten hinter unserer Scheune gesessen. Solang er noch für uns zugänglich ist, nutze ich die Gelegenheit gerne, obwohl mich dort immer ein wenig Trauer überkommt. Zum einen, weil Priska sehr gerne dort war und zum anderen, weil er bald verkauft und bebaut wird.
Veränderung und Abschiede gehören zum Leben einfach dazu, manchmal schwer zu akzeptieren.
Heute habe ich mich vor den Lavendelbusch gesetzt und zugesehen, wer da zu Besuch kommt. (Ich war sehr froh, als ich viele fleißige Bienen beim Sammeln von Blütenstaub beobachten konnte.) Wie ich von Matilda erfahren habe, sind es dann doch keine Bienen gewesen, sondern Hummeln. Sehr schade, es hatte meine Hoffnung geweckt. Es sah so lustig aus, wie die dünnen Halme des Lavendels ins Schwingen gerieten, wenn sie sich auf den Blüten niedergelassen haben.
Ich habe leider (noch) kein Macro Objektiv für meine Spiegelreflexkamera, aber mit dem Tele Objektiv konnte ich ein paar nette Aufnahmen machen. Besonders die beiden Fotos mit den Bienchen im Flug ließen mich schmunzeln. Ich weiß, es sind keine hochwertigen Fotos, aber für mich eine schöne Erinnerung.



Nun wünsche ich eine gute Zeit bis wir uns wiederlesen.

 

Schuhkauf und Wanderung

Am Dienstag nach Ostern hatte mein Mann noch frei und wir sind in die Süd-Westpfalz zum Schuhkauf gefahren. Es gibt in dieser Ecke der Pfalz zahlreiche Schuhfabriken, und landschaftlich ist es dort ebenfalls sehr reizvoll, deshalb haben wir bei dieser Gelegenheit und dem wirklich wunderschönen Frühlingswetter eine kleine Wanderung von Hauenstein aus unternommen.
Wir waren auf dem Schuhfabrikarbeiterweg unterwegs.

Ich stellte mir vor, wie sich  die Arbeiter damals wohl in aller Herrgottsfrühe zu Fuß auf den Weg zu ihrer Arbeitstelle gemacht haben und abends nach einem langen anstrengenden
Arbeitstag diese Strecke wieder nach Hause laufen mussten. Wahrscheinlich haben sie gerade so viel verdient, dass sie mehr schlecht als recht ihre Familie ernähren konnten und Freizeit war wohl fast ein Fremdwort für sie.
Es war an diesem Tag eine Menge  los und ihr seht vielleicht jetzt vor eurem geistigen Auge eventuell eine Horde von Wanderern mit Rucksack und Wanderstock.
Tatsächlich trafen wir aber keinen Menschen und waren doch keinesfalls alleine.
Wie das? Seht selbst:

Es fand eine Krötenwanderung statt. Wir mussten wirklichlich aufpassen, dass wir nicht auf sie getreten sind.

Weil es so schön sonnig war, haben wir auch eine Weile auf dieser einladenden Bank die Seele baumeln lassen.

Aber was macht der passionierte Heimwerker, bevor er sich zum Chillen niederlässt? Er schaut einmal näher hin, um sich Ideen für den Nachbau zu holen. 🙂
Woll ihr mal sehen, welchen Ausblick wir von der Bank aus genießen konnten?

Und mit dem Teleobjektiv herangezoomt:

Ich staune immer wieder über Bäume die auf Felsen wachsen.

Wir haben dann bei der Wanderhütte zum ersten Mal in diesem Jahr ohne Jacke in der Sonne sitzen können. Einfach ein Genuss nach der langen kalten Zeit!
Und hier der Ausblick beim Mittagessen auf den Paddelweiher:

So, nun ist schon wieder die Woche fast herum. Für mich ist Arbeitswochenende mit  jeweils Frühdienst heute und morgen auch noch mal. Aber morgen nach der Arbeit unternehme ich mit Mann und Töchtern einen Ausflug mit Picknik. Die Wetterprognosen sind vielversprechend!
Für euch ein frohes Wochenende. Bis zum Wiederlesen gehabt euch wohl. 🙂

Sonnenschein fangen

Zugegeben, mit meinen Hunderunden ohne Hund tue ich mich zunehmend schwerer.
Mir fehlt meistens die Motivation dazu. Ohne Priska fehlt der Antrieb.
Aber heute habe ich mich mal wieder aufgerafft, weil die Sonne draußen allzu verlockend strahlte. Es ist zwar immer noch frisch, aber ich konnte den nahenden  Frühling schon erahnen.
Kaum war ich aus der Haustüre heraus, begrüße mich schon ein Vogel auf dem Nachbarsdach mit einem fröhlichen Lied.

Kaum am Feldrand angelangt entdeckte ich die beginnende Blüte mancher Sträucher,an den obersten Zweigen, die der Sonne am nächsten  sind.

Überall zwitscherten die Vögel und nur vereinzelte Wolken zeigten sich am strahlend blauen Himmel.

Mir kam die Zeile aus demLied: „Im Frühtau zu Berge“ in den Sinn:
„Wir sind hinaus gegangen, den Sonnenschein zu fangen, kommt mit und versucht des auch einmal!“
In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen frohen Frühling.

 

Freizeitaktivitäten

Es wird Zeit, mich wieder einmal zu melden um euch zu erzählen, was ich in meiner Freizeit in letzterZeit  gemacht habe.
Kürzlich war ich mit meinem Mann im Museumfür Puppentheaterkultur in Bad Kreuznach.
Ich liebe ja das Puppentheater und nutze jede Gelegenheit, mir Aufführungen solcher Art anzusehen. So war der Rundgang durch das Museum eine wahre Freude für mich.
Es gibt dort unter anderem ganz alte Filme zu sehen in denen man beobachten kann, wie früher die Schausteller ihre Bühnen transportiert und aufgebaut haben.
Man kann auch viel über die Entwicklung des Puppenspieles erfahren.
Welch unterschiedliche Arten von Puppen es dort zu sehen gab hat mich sehr fasziniert.
Schön war auch, dass es öfter Stationen gab, an denen man unterschiedliche Puppen anfassen durfte.

Ich habe das Gestalten mit Draht für mich neu entdeckt.

Das ist mein Erstlingswerk, es hängt am Fenster und ist am Abend bei geschlossenen Fensterläden fotografiert, deshalb die Schatten. Aber ein bissel kann man es erkennen, gell?

Dieses Drahtmandala ist heute Abend entstanden und es wird das Gastgeschenk für eine Freundin, bei der ich morgen zusammen mit einer anderen Freundin zum Mittagessen eingeladen bin.
Gestern Abend war ich bei einem Konzert und als ich meine Freundin abholen wollte und noch etwas auf sie warten musste, bin ich ein bischen auf der Straße hin und her gelaufen. Dabei habe ich das Foto gemacht und dann heute Abend dazu noch ein Gedicht geschrieben:

Als ich gestern so um die Ecke ging
hörte ich ein zaghaftes Bingelingling.
Verwundert und neugierig blieb ich stehen
doch weit und breit konnte ich nicht sehen
woher es kam, dieses leise Gebimmel
über mir sah ich den wolkigen Himmel,
unter mir nur die staubige Straße
doch endlich  vernahm ich am Ende der Gasse
aus einer Ecke in Nachbars Garten
ein Klingeln und Klimpern, ein Läuten und Locken,
es riefen nach dem Frühling die Osterglocken.

 

Heute mal ganz anders

Einen Tag für ganz für mich, mit einer ausgewogenen Mischung aus Fitness und Wellness hatte ich mir heute verordnet, und den bekam ich auch, nur ganz anders als geplant.
Mindestens zehntausend Schritte (nö ich besitze keinen Schrittzähler, ist nur so ein Synonym für ambitionierte sportliche Betätigung) wollte ich laufen und mir danach noch ein Wellnesserlebnis in der Sauna gönnen.
Dann fand ich alles was mein Herz begehrte nach vermutlich nur schlappen 1500 Schritten. So kann es gehen, wenn man ganz spontan einen anderen Weg einschlägt, am murmelnden Bächlein entlang, mit zwei kleinen Schneeglöckcheninseln, die aussahen, als ob der Herr Frühling sie selbst mit beschwingtem Pinsel hingetupft hatte  und begleitet vom munteren Zwitschern der Vögel, die offensichtlich genauso begeistert wie ich den ersten Frühlingstag genießen wollten.

Nur wenige Schritte später lockte mich am Feldrand sogar eine Bank aus gesägten Holzstämmen und es kam mir vor, als ob sie extra für mich dort liegen gelassen wurden. Auch gut, das ist Fitness für die Seele, dachte ich mir und ließ mich nur zu gerne vom schmunzelnden Gesicht der Sonne einladen, mich hier niederzulassen und ihre zarte Wärme zu genießen.

Während ich genüsslich mein Gesicht in ihren Strahlen badete, kam mir in den Sinn, dass ich mir heute die Saunakosten ersparen könnte, denn das hier war doch wohl Wellness in Perfektion und dazu noch gratis. Ich verweilte also anstatt zu trimmen und dachte mit Genugtuung an die anderen Saunagäste, die sich mühsam einen Platz auf der Liege erkämpfen mussten, weil ganz nach deutscher Marnier, die Plätze von denen die zuerst kamen mit Handtuch und Decke belegt wurden, so dass für alle Nachzügler ein freier Platz fast wie der Gewinn in einer Lotterie anmutete. Angesichts dieser Erinnerung nahm ich mitleidig lächelnd die nur um wenige Grade niedrigeren Temperaturen in Kauf. Ich bin ja schließlich genügsam, es muss ja nicht immer um die 100 Grad sein, auch ohne zu schwitzen kann der Körper entspannen, dachte ich bei mir.

Zum ersten Mal in diesem Jahr zog mir die Sonne meine Jacke aus und malte für mich mit den Ästen auf dem Baumstamm der neben mir lag ein zartes Schattenmuster.

Lustige Schäfchenwolken schmückten den perfekt blauen Himmel und das beruhigende Gluggern des Bächleins hinter mir bereitete mir ein Fest für die Sinne.
Hier ein kleines Video.
Irgendwann machte ich mich fast beflügelt auf den Rückweg und war vollkommen zufrieden mit mir und der Welt. Als ich schon fast zu Hause war, wurde ich jäh aus meinen beseelten Träumen gerissen, denn ich bemerkte, dass meine Kamera fehlte. Schnell wurde mir klar, dass ich sie in einem Zuge mit meiner Jacke am Baumstamm abgelegt hatte.
Nun kam ich also doch noch so richtig in Schwung, denn ich lief flotten Schrittes in gutem Walkingtempo zurück zum dem Ort an dem ich mich ganz dem Naturerlebnis hingegeben hatte.
Was soll ich sagen, diese fast perfekt anmutende Achtsamkeitsübung hatte ihre kleinen Tücken, denn ich wurde ausgerechnet von ihr dazu verleitet ganz unachtsam meine Kamera zu vergessen.
Nun ja wer will schon vollkommen sein, ist doch langweilig, oder?

Ich kam nun also doch noch, auch ganz ohne Sauna, ordentlich ins Schwitzen und glücklich trug ich meine wiedergefundene Kamera im sportlichen Schritt nach Hause, denn wenn man einmal in Schwung ist, geht es beinahe wie von selbst. So kam es, dass ich sie doch noch erreichte, die ausgewogene Fitness-Wellness Balance.