Nicht perfekt – aber perfekt ich selbst!

Nicht perfekt – aber perfekt ich selbst

Lange Zeit habe ich unglaublich viel
Kraft daran verschwendet,
nach Perfektion zu streben.
Tag für Tag
arbeitete ich verbissen
an einer Maskerade,
die wie maßgeschneidert auf die Rolle passte,
die ich mir selbst erwählt hatte,
um mich stetig immer weiter von mir selbst
zu entfernen.
Wie in einen Kokon gehüllt
wartete mein wahres Ich geduldig darauf,
in die Freiheit geboren zu werden.
Es ist nie zu spät neu zu beginnen.
Heute nutze ich meine Energie,
um Stück für Stück
herauszuschlüpfen
und abzulegen,
was nicht zu mir gehört.
Wie ein Magnet werde ich angezogen
von der leisen Gewissheit,
dass mein Weg das Ziel ist,
und dass ich schon immer perfekt war,
genau so wie ich bin.

(C) Beate Neufeld

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Bildhauerei – oder was so alles in mir steckt

Heute ist Feiertag, für die Einen Christi Himmelfahrt, für die Anderen Vatertag oder vielleicht auch beides.
Wie dem auch sei: Mein Mann nutzt die Freizeit für sein Hobby: Die Bildhauerei.
Ich sitze derweil im Hof und schaue ihm zu. Dieser Anblick ist für mich inspirierend, es regen sich philosophische Gedanken.
Michelangelo kommt mir in den Sinn, der sich selbst vor allem als Bildhauer sah. Er betrachtete den unbehauenen Stein als etwas, dem er Seele verleihen konnte. Er sagte, dass in dem Stein die Idee für das Kunstwerk bereits schlummert und es nur aus ihm befreit werden müsse.
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Ich sehe Parallelen zu meiner Lebenserfahrung. Im Laufe meines Lebens habe ich mich ständig verändert. Mit zunehmendem Alter habe ich diese Entwicklung immer mehr in meine eigene Hand genommen. Da gab es immer wieder neue Neigungen und Begabungen zu entdecken, die mich bereichert und beflügelt haben, wenn ich sie zum Leben erweckte.
Es ist also mit uns ganz ähnlich wie mit einem Steinblock aus dem ein Kunstwerk entsteht.

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Wenn wir mit liebevoll geduldigem und aufmerksamen Blick in uns hineinschauen, können wir in uns wahrnehmen, was “ Form annehmen “ möchte.

Ich bin gespannt, was noch so alles in mir steckt.
Deshalb wünsche ich mir und Euch immer wieder die vertrauensvolle und neugierige Bereitschaft, die uns die “ Augen öffnet „, für den Reichtum in uns, der entdeckt und gelebt werden will.

Facettenreich

Was ich gerade bei Juzicka las, hat mich zu folgenden Worten inspiriert:

Der
Gärtner
bin
ich

Ich möchte mich immer wieder neu entdecken,
mit all meinen Facetten,
nicht zulassen, dass Anteile
verkümmern oder absterben.

Ich möchte mich selber hegen und pflegen,
mit allem was zu mir gehört,
nicht verurteilen,
was mir unpassend erscheint.

Ich möchte mich liebevoll anschauen,
nicht mit abschätzendem Blick, der Vergleiche zieht,
sondern meine individuelle, einzigartige
Schönheit wahrnehmen.

Der Gärtner
bin
ich

(C) Beate Neufeld

Tulpe2bDas Thema was Juzicka anspricht hat auch mich in letzter Zeit sehr beschäftigt.
Mir ist bewusst geworden, dass ich mich in der Vergangenheit selber ständig kontrolliert und bewertet habe.
Das zu erkennen, war nicht so schön, denn das hat bei mir zunächst auch wieder Selbstvorwürfe ausgelöst:
So willst Du doch nicht sein . . .
Aber es geht nicht darum, mir ein Idealbild zu machen, dass ja immer nur im Außen orientiert ist, sondern mich selber zu entdecken und anzunehmen mit allem was ich bin und werden darf.
Ich lerne nie aus  und das ist gut so. 😉

Tulpe2cWie gut ist es doch, dass wir alle so ganz einzigartige Geschöpfe sind, die Welt wird bunt und reich durch all unsere Facetten die wir mitbringen und einbringen.

Ein frohes, buntes und facettenreiches Wochenende wünsche ich Euch allen!

Loslassen

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Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Khalil Gibran, arabischer Dichter, 1883-1931

Dieses Gedicht von Khalil Gibran enthält die ganz Wahrheit in wundervolle Worte gekleidet.

Und dennoch: Der Weg vom Verstand zum Herzen ist oft sehr weit . . .
Das Loslassen ist schmerzhaft und das gestehe ich mir zu.

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Erwachen

Ab heute nehme ich mein Leben in die Hand!
Ich will wachsam sein
und die Zeichen meiner Zeit entdecken.
Ich will achtsam sein
und die Hinweise und Führungen
in meinen Erlebnissen erkennen.
Ich will vertrauensvoll sein
und die versteckten Möglichkeiten
in jeder Situation wahrnehmen.
Ab heute nehme ich mein Leben in die Hand!

(C) Beate Neufeld

 

 

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Auf den Blickwinkel kommt es an!
Wenn ich traurige oder schwere Zeiten durchlebe ist es ganz besonders hilfreich, mich darum zu bemühen, neben all den negativen Gegebenheiten auch das  Gute zu sehen. Ich konzentriere mich dann bewusst darauf, etwas zu finden, wofür ich dankbar sein kann.

Im Angesicht von solchen Katastrophen wie das Busunglück in der Schweiz ist natürlich so ein Richtungswechsel erst mal und wahrscheinlich auch für längere Zeit nicht möglich, da bleibt erst mal nur Trauer und Dunkelheit, aber ich wünsche und bitte und habe die Hoffnung, dass alle Betroffenen irgendwann wieder das Licht sehen können!